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Zeit... sich dem Schicksal zu stellen

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Tagebuch des Captains Zeit... sich dem Schicksal zu stellen Valadya Alstradt als Hexe enttarnt Versiegelter Brief an Hochinquisitor Lighthand Gebet zum Licht Psalm 79

Die letzten Stunden von Jered McLeod, zu dieser Zeit noch Captain der 7. Scharlachroten Legion und Wachhauptmann von Caer Darrow, vor seiner Abreise aus Caer Darrow


Wieder einmal erwachte Jered aus seinem Alptraum. Seit Monaten quälten ihn diese Illusionen nun schön. Er dachte beinahe selber er sei verrückt. Immer wieder hörte er diese Stimme… diese eine Stimme. Sie schien so real und doch konnte es unmöglich wahr sein.
Er berührte krampfhaft seine Stirn, versuchte sich diese Stimme aus dem Kopf zu schlagen. Immer fester kniff er die Augen zusammen, solange bis sie tränten. Doch es half alles nichts.

Jered stand auf und ging zum Kartentisch. Ohne zu zögern griff er nach dem Krug Wasser und setzte ihn an, um einen tiefen Schluck daraus zu heben. Er trank wie besessen, ignorierte das Wasser das an den Rändern des Kruges und seinem Kinn herunter lief. Wutentbrannt und verstört schmiss er den Krug in die Ecke des Raumes und suchte sogleich Halt auf dem Tisch. Für einen Moment schien er sich zu besinnen und die Kontrolle wieder zu erlangen. Dann… plötzlich schob er das Kartenmaterial und alles was sich sonst noch an Büchern o.ä. in seiner Reichweite befand, vom Tisch und schlug mit geballter Faust darauf.


Jereds Atmung war schnell und unruhig, doch er versuchte die Beherrschung zu erlangen. Einige Minuten vergingen und es gelang ihn seinen Puls zu beruhigen. Verse huschten leise über seine Lippen… er bat das Licht um Kraft zu dieser schweren Stunde. Die Entscheidung, die er längst schon hätte treffen sollen, fiel just in diesem Augenblick endgültig. Es war unabänderlich… seinem Schicksal würde er sich nun stellen. Der letzten Prüfung die ihm auferlegt würde. Keine Zeit mehr für Ausreden oder Kompromisse… Zeit zu Handeln und zu vergelten.


In einem Halbkreis von Kerzen und Weihrauch begann Jered seinen, mit Spuren des Kampfes übersäeten Oberkörper zu bandagieren. Mit seinen Unterarmen und Oberschenkeln, ebenso den Waden, tat er das gleiche. Während er langsam die heiligen Lehren und Gebete sprach, legte er seine Kampfausrüstung so sorgfältig wie noch nie an. Mehr als einmal überprüfte er den festen Sitz seines Panzers, welcher trotz der enormen Stärke, leicht und bequem saß und für größtmöglichste Agilität sorgte. Die Schulterpolster saßen fest gezurrt an ihrem rechten Platz.


Sein Wams lag sorgfältig zusammengelegt vor ihm. Das Wappen des Kreuzzuges prangte stolz darauf. Ein weiterer Vers verließ seine Lippen und er streifte sich im selben Atemzug, den Wams über die prachtvolle, kräftig rote Rüstung. An seinem Gürtel befestigte er seine Koppeltasche mit allen wichtigen Phiolen und Tränken. Auf der anderen Seite befestigte er sein großes Gebetsbuch, welches in kräftigem Leder gebündelt, an einer goldenen Kette befestigt war. Die kleinen sorgsam von Hand geschriebenen und mit Wachs versiegelten Litaneien, befestigte er so gut wie irgend möglich an den offensichtlichen Stellen seiner Schlachtrüstung, ebenso die in den Schlachten und Kämpfen errungenen Auszeichnungen und Insignien.

Nun auch beendete Jered seine Gebete und griff nach seinem Schwert, welches noch immer auf dem Tisch lag, nebst seinem Tagebuch. Ruckartig zog er das Schwert aus dessen Scheide heraus und nahm sein dickes Tagebuch an sich. Sorgsam legt er es in den Halbkreis von Kerzen und schlug kräftig den gut gepflegten Einhänder in das Buch hinein, so dass dieser geradewegs in die Höhe stand. Das letzte was er tat, war seinen geflügelten Helm auf den Griff des Schwertes zu stecken…


Stille... endlose Stille...


Ein letztes Mal sah er sich um, atmete gelassen und zog sich die Kapuze über den Kopf… nun ward der Zeitpunkt gekommen an dem es kein Zurück mehr gab. Instinktiv griff der Captain der 7. Kompanie beim Verlassen seines Besprechungsraumes, nach dem gesegneten Streitkolben, den er noch nie zuvor benutze… als hätte er diese heilige Waffe für diesen einen Tag auserkoren.


Sicheren Schrittes, eiserner Miene verliess er die Burg von Caer Darrow und machte sich zum Stall der Pferde auf. Der Stalljunge zuckte erschrocken, als er die mächtige Gestalt vor ihm aufblitzen sah. Unmissverständlich und ohne viel Gerede machte der Captain dem Stalljungen klar, das dieser seine Ross Scarto unverzüglich satteln solle. Ohne zu Hinterfragen gehorchte der Bursche aufs Wort und erfüllte eiligst den Auftrag.

Kaum das Werk vollbracht, schwang sich Jered beinahe schon federleicht in den Sattel des Pferdes und bewegte sich in Richtung Torbogen. Die Wache sah ihn bereits von weitem kommen. So zielgerichtet er zum Tor ritt, ohne auch nur den geringsten Eindruck zu erwecken er würde anhalten, so schnell verstand die Wache auch ihn ohne Verzögerung passieren zu lassen. Jereds Blick war eisern und zielgerichtet. Dem fragenden Salute der Wache schenkte er in keinster Weise Beachtung. Vermutlich würde man nie verstehen warum er so handeln musste, vermutlich würde man ihn auch nie wieder sehen oder gar von ihm hören…


Vermutlich würde er nicht überleben… Für diesen kurzen Augenblick zog sein Leben gänzlich an ihm vorbei. Er erinnerte sich an die geschlagenen Schlachten, an Kameraden und gefallene Soldaten, an seine Männer, seine Ausbildung und sogar an sein Leben vor dem Kreuzzug.

Jered McLeod, der Sohn eines Beamten Paares, als Jüngling vor dem Verräters Arthas von Menethil, beim Überfall auf seine Heimatstadt Stratholme geflohen. Ein neues Leben gegründet in der Gemeinde zu Seenhain. Dort trat er in die Fussstapfen seines alten Herrn und führte fortan ein Leben als Beamter. Er lernte die Liebe kennen und gründete eine Familie… die er schon früher verlieren sollte als ihm lieb war. Von Trauer gezeichnet und von Selbstzweifeln und Rachgefühlen geplagt, fand er neue Kraft und Mut im Glauben an das geheiligte Licht. Als Paladin, sollte ihm Großes vorher bestimmt sein, doch zeigte er sich stets in Güte und Zurückhaltung. Seine wahre Bestimmung fand er erst viel später…


Jered McLeod widmete sein Leben dem Kreuzzug, so wie er es am Tage seiner Vereidigung schwur. Nun würde er seine Pflicht endgültig erfüllen. Mit diesem Gedanken besann er sich wieder und überquerte den Torbogen von Caer Darrow. Für einen kurzen Augenblick, schien ein kleines, kaum merkliches und zufriedenes Lächeln seine Lippen zu zierren, bevor er wieder in eisiger Miene verharrte und sein Leben als Captain der 7. Scharlachroten Legion, hinter sich lies.


Sie würden ihn nicht vergessen. Er wäre für sie alle gestorben.

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