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Wieder ein Schatten sein

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Yehudiah kniete sich in den Sand und rückte das Schwert wieder zurecht. Sie legte einen Strauß Mondblumen auf das Grab, die Blumen ließen schon die Köpfe hängen in der Hitze der Wüste von Silithus. Heiße Tränen tropften darauf. Vor dem Grab ihrer Schwester wurde die Elfe von Weinkrämpfen geschüttelt. Der Schmerz der Einsamkeit fraß sich durch ihr Herz, sie krallte die Finger in den Sand. Sie fühlte sich so einsam wie nie zuvor. Jetzt erst hatte sie erkannt, ihre Beziehung mit Bran, hatte keine Zukunft. Ihre Lebensweisen waren zu unterschiedlich. Er war wie eine Feder im Wind, die hin und her getragen wurde, und nur ab und zu trug der Wind ihn zu ihr. Das reichte ihr nicht. Das ertrug sie nicht, immer wieder für lange Zeit von ihm getrennt zu sein. Sie erinnerte sich an Tyrande und sie erkannte, sie war nicht so stark wie die Hohepriesterin, die seit 10 000 Jahren die Abgewesenheit ihres Gefährten ertragen musste und die Ungewissheit um seinen Zustand.

Yehudiah wollte doch nur die Nähe, die Geborgenheit und die Liebe ihres Gefährten spüren, jeden Tag, immer wieder aufs neue. Doch meistens war sie weit weg von ihm, voller Sorge und ihr Herz voller Einsamkeit. Umso bitterer war es für sie, dass Rakshiri, ihr Säbler, verschwunden war. Er war rasend eifersüchtig auf Bran gewesen und deswegen hatte er ihre Wohnung verwüstet und sie mit ihm geschimpft. Danach war er verschwunden und kam nicht wieder zurück. Sie fuhr sich mit der Hand über das Gesicht und durch die Haare, die Tränen flossen immer noch. Langsam rappelte sie ihren dürren Körper auf. Die Kleidung hing an ihr, als wäre sie von einem Fremden. Mühsam kletterte sie auf ihren Säbler und gab ihm die Sporen. Ihr Wweg führte sie zurück zur Feste des Cenarius.

Eigentlich war Yehudiah eine Frau, sie sehr viel Wert auf ihre Weiblichkeit legte. Doch schon seit Tagen war es ihr Scheiß egal. Die Haare hingen ihr schmutzig und strähnig ins Gesicht und seit Tagen hatte sie auch kein Bad mehr genossen.

Auf dem Rücken eines Greifen flog sie nun nach Winterspring. Zwei Tage brauchte sie, bis sie den Frostsäblerfelsen erreichte. Immer wieder wurde sie von Heulkrämpfen geschüttelt und musste Pausen einlegen.

Nun saß sie in ihren Mantel eingekuschelt auf dem Frostsäblerfelsen. Schon seit Stunden bewegte sie sich kein Stück. Leise tappste der türkis gestreifte Säbler neben sie und hockte sich hin. Er blickte ebenso, wie die Elfe den Felsen hinunter. Eine ganze Weile lang, saßen Säbler und Elf nebeneinander und rührten sich nicht.

Irgendwann sah sie ihn dann an. Tränen liefen ihre Wangen hinab und zitternd streckte sie ihre Hände nach ihm aus. Er ließ sich umarmen. Sie schmiegte ihr Gesicht in das Fell des Säblers und weinte bitterlich hinein. Und als ob er sie trösten wollte, legte er ihr eine Tatze auf den Rücken. „Er ist weg, ich werde ihn wohl nie wieder sehen. Du musst nicht länger eifersüchtig sein, Rakshiri. Bitte, komm zu mir zurück. Ich bin so unendlich einsam, ich halte es nicht mehr aus.“ Der Säbler rieb sein Gesicht an ihres. Dann erhob er sich und tappste ein paar Schritte den Felsen hinab und sah sich auffordernd um. „Folge mir!“ Sagte sein Blick. „Lass uns Heim gehen.“ Schluchzend stolperte sie ihm hinterher, zog die Kapuze tief ins Gesicht. Sie würden in die Wälder zurückkehren. So leben wie früher. Jagen, schlafen, überleben. So wie damals, nur sie und Rakshiri.

So wie damals, bevor sie ihr ungeborenes Kind verloren hatte, bevor die Stille des Waldes sie halb wahnsinnig gemacht hatte. Einfach in die Einsamkeit fliehen und alles zurück lassen. Sie hoffte dass Beldred den Laden schließen würde, wenn sie bemerkte dass ihre Chefin nicht zurück kam. Sie konnte sich nicht mehr aufraffen ihn weiter zu betreiben. Sie dachte an die Thala’Serrar und an Jandyr. Sie hatte sich nicht mehr bei ihm gemeldet. Ein wenig Reue stieg in ihr auf, aber letztendlich war es ihr doch egal. Sie musste an Jandyrs Worte denken, dass sie eines Tages den finden würde, der für sie bestimmt war. Sie schüttelte den Kopf. Er hatte unrecht gehabt. Für sie war niemand bestimmt. Sie war dazu verdammt ein Leben in Einsamkeit zu führen, mit nichts als ihrem Schmerz und Brans Nachnamen, als ewige Erinnerung an ihn. Sie seufzte wieder, sie hatte gehofft, die Aussicht zu den Thala’Serrar zu kommen, würde sie weiter gehen lassen. Sie hatte gehofft, sie könnte normal weiterleben. Aber der Schmerz war zu groß, saß zu tief. Und wieder zog es sie hinaus in die Einsamkeit der Wälder. Ein einsamer Schatten... unauffindbar.

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