FANDOM


Baine Bluthuf Wie zuvor auch unsere Väter


Wie zuvor auch unsere Väter
Wie zuvor auch unsere Väter
Autor(en): Stevie Nix
WoWPedia: As Our Fathers Before Us
Mehr: PDF-Download

Wie zuvor auch unsere Väter ist eine Kurzgeschichte von Stevie Nix, welche auf der offiziellen Seite veröffentlicht wurde.

Charaktere

Hauptcharaktere Unterstützend Erwähnt

Wie zuvor auch unsere Väter

Ein klappriger alter Karren zockelte den Pfad zum Großen Tor hinunter, wo eine kleine Patrouille darauf wartete, ihn auf dem Weg zum fernen Zeppelinturm zu bewachen. Dort würde das Wasser, das er geladen hatte, an die Orcsiedlungen in ganz Durotar verteilt werden, dem Gebiet, das von der jüngsten Dürre am härtesten getroffen worden war. Der junge Kodo, der den Karren zog, bewegte sich mit der trägen Geschwindigkeit, die die Gewohnheit langer, wohlbekannter Reisen mit sich bringt. Er erschien kurz auf der Hügelkuppe, bevor er außer Sichtweite geriet.

Ein verärgerter Goblin sah zu, wie der Karren verschwand. Sein eigener Karren hätte sich direkt hinter dieser Karawane befinden sollen, aber er steckte noch immer am Wasserbrunnen fest, weil die Brise nachgelassen hatte und die windbetriebene Pumpe somit nutzlos geworden war. „So beeilt Euch doch! Wir müssen aufholen, wenn wir eine Patrouille finden wollen, die uns auf dieser Reise begleitet.“ Der Goblin tippte ungeduldig mit dem Fuß auf den Boden, während er seinen Unmut gegen den jungen Orc richtete, der mit der Kurbel kämpfte.

Immer mit der Ruhe, Izwix“, sagte ein Orckrieger, der in der Nähe im Gras lag. „Was sollen ein paar kleine Allianzlakaien schon ausrichten? Versuchen sie irgendwelche Dummheiten, bekommen sie eine Axt in den Schädel.“ Er riss einen Zweig von einem nahen Busch und stocherte damit in seinen Zähnen herum.

Die Allianz ist eine Bedrohung, Grotz!“, blaffte der Goblin. „Und ich hätte lieber eine Eskorte, statt mich auf Eure begrenzten Fähigkeiten verlassen zu müssen ... oder auf seine.“ Er zeigte auf den Assassinen, der im Gebüsch kauerte.

Um mich müsst Ihr Euch keine Gedanken machen, Izwix“, sagte Dras, der plötzlich aus seinem Versteck auftauchte. „Wenn mir einer zu nahe kommt, bekommt er einen Schweinestecher in den Rücken. Lasst diese Allianzköter nur kommen.

Izwix seufzte. „Was habe ich nur verbrochen, dass ich mit diesen beiden ... hä?“ Die Büsche im Umkreis des Brunnens zitterten, und er neigte seinen Kopf zur Seite. „Was war das?

Alle drehten sich in Richtung des Geräuschs; Grotz griff nach seiner Axt und stand auf. Das Geräusch verstummte. Er machte einen vorsichtigen Schritt nach vorn. Eine kräuselnde Welle bildete sich auf der einen Seite der Hecke und bewegte ich durch sie hindurch bis auf die andere Seite. Jeder Busch begann heftig zu zittern. Izwix trat vorsichtig zurück und bewegte sich zentimeterweise auf den Kodo zu, der am Wasserkarren festgebunden war. Dras spielte nervös mit seinen Messern, während das Rauschen der Blätter lauter wurde.

Dutzende von eberähnlichen Bestien, mit Speeren und diversen anderen Waffen bewehrt und in zusammengewürfelter Rüstung, brachen hervor und überrannten die Gruppe. Einer oder zwei fielen unter Grotz' Axt, bevor er überwältigt wurde, und Izwix versuchte, zu fliehen. Dras sprang in Deckung und traf dabei auf den Anführer der Attacke. Der Stacheleber holte mehrmals wild nach dem Orc aus und schaffte es schließlich, die Seite seines Kopfes zu treffen.

Die anderen Mitglieder der Karawane fielen einer nach dem anderen; Das Blut färbte das Gras rund um den Brunnen schnell rot. Izwix hatte es geschafft, den Kodo loszumachen, auf seinen Rücken zu springen und ihn voranzutreiben, bis ein Speer durch die Luft schnellte und ihn von seinem hohen Sitz riss. Der Kodo trampelte weiter vorwärts, während die Stacheleber den Karren plünderten und dorthin verschwanden, wo sie hergekommen waren, zurück in die Dornrankenklamm.

* * * * *



Eine Weile vor diesem Angriff saß Baine Bluthuf, Oberhäuptling der Taurenstämme, mit Garrosh Höllschrei und dem Erzdruiden Hamuul Runentotem in seiner Behausung. Es war kein zwangloses Aufeinandertreffen: Baine hatte freiwillig die Entscheidung getroffen, für den Tod von Cairne Bluthuf keine Rache an Garrosh zu üben, damit die Horde vereint geführt werden konnte. Baine wusste, dass die Horde eine starke Führungspersönlichkeit brauchen würde, wenn sie überleben sollte, und Garrosh konnte sein Volk inspirieren. Das Treffen lief allerdings nicht gut. Garrosh, vormals wegen seiner Rolle im Mord an Baines Vater vorsichtig, war nun wieder aufbrausend und prahlerisch geworden und war mit einem Übermaß an Forderungen in Mulgore angekommen.

Erregte Stimmen wurden in diesem engen Raum abwechselnd laut und verstummten wieder. Hamuul, sonst zurückhaltend und ruhig, begann, seine Stimme in Reaktion auf den störrischen und dreisten jungen Orc vor ihm zu heben. Garroshs Führung der Horde ließ nach Meinung des Tauren sehr zu wünschen übrig, und Hamuul konnte noch immer nicht glauben, dass Cairne Bluthuf, der größte aller Taurenhäuptlinge, diesem Grünschnabel zum Opfer gefallen war. In seiner Rolle als Baines Berater hatte Hamuul die Verhandlungen für den Transport von Wasservorräten nach Orgrimmar eröffnet. Bis jetzt waren die Verhandlungen nicht gut gelaufen.

Baine sah dem stoisch zu, seine Hand um den Streitkolben geschlossen, bevor er seine andere Hand hob, um zu unterbrechen. Einen Augenblick später beruhigten sich die beiden anderen und sahen Baine an.

Garrosh, Ihr sagt, Ihr braucht Wasser. Aber was ist mit dem Südstrom und der daraus entstandenen Südstromaue? Bieten sie nicht alles Wasser, das Ihr braucht?

Garrosh schnaufte spöttisch. „Normalerweise schon, aber es ist verunreinigt worden. Wir können noch immer die Felder damit bewässern, aber wir können es nicht trinken, und das belastet unsere Stadt und jeden anderen Ort in diesem Gebiet, an dem sich Orcs niederlassen könnten.

Hamuul sah Garrosh direkt in die Augen und sagte nur: „Und was genau verunreinigt es?

Garrosh knirschte mit den Zähnen. „Die Projekte der Goblins in Azshara scheinen ... Nebeneffekte zu haben. Die Verschmutzung, die durch ihre Grabungen entsteht, ist in den Boden gesickert und wird vom Fluss nach Süden gespült, wo wir unter den Folgen leiden.

Baine und Hamuul blickten einander kurz an. „Warum befehlt Ihr den Goblins nicht einfach, aufzuhören? Gebt dem Land Zeit, zu heilen, und fahrt später fort? Mit etwas Planung und Voraussicht können die Goblins ihre Projekte mit Einschränkungen fortführen, solange die Erde nicht übermäßig beeinträchtigt wird.

Garrosh klopfte mit den Fingerknöcheln auf den Tisch. „Unfug! Was sie tun, ist für den Kriegsaufwand unerlässlich, und ich werde die Sicherheit der Horde nicht untergraben. Mulgore hat noch immer genug Wasser, und dieses Wasser wird Orgrimmar und die äußeren Siedlungen versorgen.

Hamuul sagte leise: „Ich pflichte Baine bei, und Ihr wisst auch, dass er Recht hat. Die Goblins müssen aufhören oder ihre Bauprojekte verlagern, damit das Land heilen und der Fluss sich erholen kann.

Und was macht Eure Meinung gültiger als irgendeine andere der tausenden, die ich jeden Tag höre?“ Garroshs Augen verengten sich leicht. „Und das war keine Bitte. Es war eine Mitteilung.

Der Streit flammte wieder auf. Hamuul und Garrosh schrien sich weiter an, bis Baine gereizt dazwischenrief: „Genug! Dieses Gezänk hilft uns nicht weiter!

Beide brachen mitten im Satz ab, überrascht von diesem Ausbruch, und starrten Baine an, der in etwas beherrschterem Ton fortfuhr: „Garrosh, Ihr werdet Euer Wasser bekommen. Aber ich will einen offiziellen Vertreter der Tauren als Berater für zukünftige Projekte der Goblins.

Garrosh starrte Baine mit kalten Augen an. „Ihr habt verdammt noch mal Recht, ich werde mein Wasser bekommen. Ich habe gegenüber der Horde die Pflicht, alle sicher und gesund zu halten. Ich werde nicht einfach herumstehen und meine Führungsqualitäten und Beweggründe in Frage stellen lassen.“ Mit diesen Worten stürmte er aus dem Zelt und rief über seine Schulter: „Mein Abgesandter wird in Kürze eintreffen, um die Lieferungspläne aufzusetzen!

Hamuul sah der sich zurückziehenden Gestalt nach und sagte „Wenn er nur auf eine andere Stimme als die eigene hören könnte ...

Baine lächelte traurig und legte seine riesige Hand auf Hamuuls Schulter. „Gebt ihm Zeit, Hamuul. Für Leute wie Garrosh vergeht sie schnell. Er wird Einsicht lernen oder sich selbst vernichten. Das sind die einzigen Möglichkeiten, die die Zukunft ihm bietet. So oder so ist Geduld unser bester Verbündeter.

Hamuul schüttelte den Kopf, als wolle er seinen Geist befreien. „Wir haben schon existiert bevor die Orcs ankamen, wenn Ihr Euch erinnert. Euer Vater mag Thrall etwas geschuldet haben für alles, was er für unser Volk getan hat, aber dies ist eine neue Horde. Ich habe das Flüstern anderer Tauren gehört. Manche fragen sich, ob diese Horde wirklich etwas ist, zu dem wir noch gehören sollten.“ Er schnaufte. „Die Horde hat viel erreicht, und wir schulden ihr viel, aber Ihr müsst zugeben, dass an ihren Zweifeln etwas dran ist.

Baine zog eine Karte von einem Regal und begann, alle bekannten Wasserbrunnen in Mulgore zu suchen. „Wie Ihr schon sagtet, mein Vater mag Thrall etwas geschuldet haben, aber er hat auch an die Horde geglaubt, die er mitgeformt hat. Auch wenn mein Vater nicht mehr unter uns ist, trotz dieser Veränderungen, denen wir uns gegenübersehen, ich glaube weiterhin an die Horde.

* * * * *



In kürzester Zeit waren Wasserkarawanen, die von verschiedenen Wasserbrunnen in Mulgore aus nach Orgrimmar zogen, zur Normalität geworden. Von Orgrimmar aus wurde das Wasser verteilt, und die Bewohner von Durotar hatten wieder frisches Wasser in ihren Behausungen. Hin und wieder traf ein Bericht über Überfallversuche von Banditen ein, aber im Großen und Ganzen boten die Wasserlieferungen wenig Anlass zur Sorge.

Der erste solche Angriff in Mulgore schockierte Baine. Er war nicht nur in seinem eigenen Land geschehen, es war auch noch ein brutales Gemetzel gewesen. Die Untersuchungen des Zwischenfalls führten zu keinerlei Hinweisen auf die Angreifer oder deren Motive. Von den Leichen war nichts geplündert worden und der Karawanenwagen war zerstört worden, obwohl sich daran nichts von Interesse befunden hatte. Der Karren sollte schließlich nur einen Wasserbehälter transportieren. Den Blutflecken im Gras nach zu urteilen waren einige Leichen weggeschleift worden, aber alle anderen Karawanenmitglieder waren gefunden worden.

Baine war ratlos. Anfänglich hatte er einen Vergeltungsangriff der ins Exil geschickten Grimmtotems befürchtet, aber seine Fernläufer konnten nichts finden, was auf eine Verstrickung ihrerseits hingedeutet hätte. Eines Tages, als er über diese Berichte nachgrübelte, näherte sich ein orcischer Bote und räusperte sich. Baine sah auf und bedeutete ihm, einzutreten. „Was verschafft mir diesen Besuch?

Nachricht vom Kriegshäuptling.“ Der Bote entrollte den Brief und begann, vorzulesen. „An Baine Bluthuf, den Oberhäuptling der Tauren, sendet Garrosh Höllschrei die folgende Nachricht: Die Wasserlieferungen treffen weiterhin pünktlich ein, was mich freut. Nehmt jedoch Notiz davon, dass die letzten Lieferungen mit einer unbekannten Substanz verunreinigt sind. Ich erwarte, dass dies behoben wird, und zwar schnell.

Baine dachte einen Moment lang nach, seine Braue besorgt gerunzelt. „Diese Lieferungen kamen von dem Brunnen der Winterhufe. Sagt Garrosh, dass ich mich persönlich darum kümmere.“ Daraufhin lief der Bote davon, und Baine machte sich, nachdem er einen seiner Krieger mit der Bewachung von Donnerfels beauftragt hatte, für den Marsch ins südliche Mulgore bereit.

* * * * *



Mit ernster Miene betrachtete Baine die Leichen, die um den Brunnen herum lagen. Es war ein Anblick des absoluten Gemetzels. Drei Karawanenwagen waren ohne jede Hoffnung auf Reparatur zerschlagen worden, und alles was nicht festgenagelt war, war gestohlen worden, einschließlich der vollen Wasserbehälter, die sich in ihnen befunden hatten. Die Kodos der Karren waren verschwunden, und acht Karawanenwächter lagen im Kreis um die sechs Arbeiter, die sie zu verteidigen versucht hatten. Die Wachen waren dieses Mal besser vorbereitet gewesen, und mindestens ein Dutzend tote Stacheleber lagen in der Gegend verstreut.

Das sind Stacheleber, aber sie sind besser gerüstet. Seht Ihr die Rüstung an diesem da? Das ist Flickschusterei aus mehreren Rüstungen der Horde. Ich habe noch nie so gut organisierte Stacheleber gesehen.“ Baine wurde nachdenklich. „Eines der Hindernisse für den Frieden in Mulgore war immer die hartnäckige Bedrohung durch die Stacheleber. Mein Vater hat es nie geschafft, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Aber wenn sie neue Anführer haben, können wir vielleicht diesmal mit ihnen verhandeln.

Baine wandte sich an den nächsten Fernläufer. „Teilt Camp Narache mit, dass die Stacheleber in der Dornenrankenklamm kontaktiert werden müssen. Wir können Gemetzel nicht mit Gemetzel beantworten, und ich werde nicht zulassen, dass in meinem eigenen Land ein Krieg eskaliert.

Ich werde für ein paar Tage in meiner alten Behausung im Dorf der Bluthufe bleiben. Unterrichtet mich von allen neuen Entwicklungen, sobald Ihr könnt.“ Dann wandte sich Baine an seinen Boten. „Teilt Garrosh mit, dass wir den Schuldigen gefunden haben, und dass wir uns um die Situation kümmern.

Garrosh antwortete einige Stunden später, genau wie Baine erwartet hatte. Der Kriegshäuptling bestand darauf, Truppen einmarschieren zu lassen, um das Land zurückzugewinnen und die Schuldigen zu vertreiben. Seine Nachricht endete mit den Worten: Und wenn Ihr keinen Erfolg haben solltet, versichere ich Euch, dass ich ihn haben werde.

Baine schnaufte. „Das geht so nicht. Ich hatte gehofft, er würde einsehen, wie dringend wir einen weiteren Konflikt vermeiden müssen. So sei es. Teilt Garrosh mit, dass wir für seine Unterstützung dankbar sind, aber momentan keine militärische Aktion benötigen, da wir erst sehen möchten, wie sich die Verhandlungen entwickeln. Ich bete zur Erdenmutter, dass sie erfolgreich sein werden.

* * * * *



Am nächsten Tag trat der Fernläufer auf Baine in seiner alten Behausung zu. „Ich habe Neuigkeiten über die Situation mit den Stachelebern, Oberhäuptling.

Baine sah hoffnungsvoll aus. „Gute Nachrichten vielleicht?

Wir haben auf jede erdenkliche Art versucht, mit ihnen zu kommunizieren, aber unsere Gesandten werden sofort angegriffen. Nach jedem Versuch kehren sie blutüberströmt zurück, und es ist nicht ihr eigenes Blut.“ Der Späher sah die Enttäuschung in Baines Augen. „Aber die Todesopfer wurden möglichst gering gehalten. Sie kämpften nur, wenn es für den Rückzug nötig war“, fügte er schnell hinzu.

Baine seufzte. „Nun gut. Unterbrecht die Verhandlungsversuche fürs Erste. Ich muss die Quelle ihrer Aggression finden, wenn wir dieses Problem ohne unnötiges Blutvergießen lösen wollen.

Einer von Baines Beratern ergriff das Wort. „Bei allem Respekt, Oberhäuptling, ich bin sicher, dass sich ein kleiner Trupp unbemerkt einschleichen und ihren Anführer töten könnte. Wenn wir sie in Verwirrung stürzen, wird es uns leichter, sie auszulöschen.

Auf gar keinen Fall. Ich weiß, dass wir irgendwie Frieden erreichen können. Wir werden der Verlockung einer Militäraktion widerstehen. Das sind Garroshs Methoden, nicht meine.

Er wandte sich wieder dem geduldig wartenden Fernläufer zu. „Geht, bringt ihnen meine Nachricht, und fügt hinzu, dass niemand in das Gebiet der Stacheleber vorrücken darf, ohne dass ich explizit meine Erlaubnis gegeben habe. Ich werde eine Lösung für diese neue Bedrohung finden.“ Der Bote lief fort, und Baine bereitete sich auf die Reise zur Rückreise in die Heimat seines Vaters vor.

Baine drehte sich um, um seine Berater ein weiteres Mal anzusehen, bevor er das Zelt verließ. „Die Welt wurde zerrissen, die Allianz bedroht unsere Grenzen und die Horde versucht, sich selbst von innen heraus zu verschlingen. Ich würde gern eine andere Lösung als Blutvergießen finden.

Derselbe Berater erhob die Stimme. „Ich bin bereit, dem zuzustimmen, aber diese Stacheleber sind gewalttätige Bestien, die unser Volk seit Jahren plagen. Ein solcher Frieden würde nicht lange halten.

Baine nickte leicht. „Vielleicht. Frieden kann brüchig sein, aber ist ein weiterer Konflikt, ausgerechnet in unserem Zuhause, jetzt wirklich notwendig?“ Mit diesen Worten brach er nach Donnerfels auf.

* * * * *



Spät eines Nachts, nicht allzu lang nach dem letzten Angriff, versammelten sich mehrere Tauren aus Camp Narache um das Feuer. Die Angriffe der Stacheleber waren zahlreicher geworden, und mehr und mehr Wasser schien ihrem Land entzogen zu werden, um an andere geschickt zu werden.

Der älteste sprach zuerst. „Das ist nicht die Art, auf die unser Land genutzt werden sollte. Baine hat bis jetzt jeder Forderung dieses prahlerischen Garrosh nachgegeben, egal wie lächerlich. Wie lange können wir hier noch herumsitzen und zusehen, wie er langsam alles, was uns ausmacht, an die Orcs fallen lässt?“ Ein anderer, jüngerer Tauren fügte hinzu: „Wir können nicht die einzigen sein, die so denken. Hat jemand unter uns mit den anderen Stämmen gesprochen?

Der erste Sprecher seufzte. „Das habe ich, und Ihr wisst, wie störrisch die Stahlgrimms und die Steinhufe sein können. Sie verstehen nicht ganz, wie Baines Taten seit dem Tod seines Vaters sich auf Mulgore ausgewirkt haben.

Baine ist vielleicht nicht sein Vater, aber ich bin mir sicher, dass er tut, was das Beste für uns ist. Er würde nie etwas anderes als die Interessen seines Volkes im Sinn haben.

Mag sein, aber das macht es auch nicht weniger gefährlich, hier zu leben. Wir Weitwanderer sind kein Stamm, der gerne an Ort und Stelle verharrt; warum ziehen wir nicht weiter? Erinnert Ihr Euch an die alten Zeiten, wie wir den Herden folgten? Wir haben jetzt ein Land, das wir Zuhause nennen, aber um den Preis dieser Freiheit.“ Er seufzte und zeigte auf seine Kameraden. „Erinnert Ihr Euch? Jeden Monat ein anderes Fleckchen Himmel? Warum müssen wir an ein einzelnes Land gekettet bleiben, wenn wir doch immer frei waren?

Und wo genau sollten wir hingehen?

Der ältere Tauren zuckte mit den Schultern und stocherte im Feuer herum. „Ich habe nie gesagt, dass der Plan perfekt wäre ...

* * * * *



Baine hatte seinen Fernläufern aufgetragen, die Bewegungen der Stacheleber und ihre neuesten, außerordentlich aggressiven Angriffe zu beobachten. Die Stacheleber waren schon immer streitlustige Kreaturen gewesen, und nun nahm ihre Feindseligkeit noch weiter zu. Trotz seines stabilen Netzwerks von Spähern entgingen ihnen Angriffe, und keine Lösung bot sich an. Er hatte seit einiger Zeit nicht mit Hamuul gesprochen und hoffte, dass der alte Erzdruide einige Hinweise gefunden hatte.

Baine fand Hamuul, der gerade Tiere beobachtete, am Fuße von Donnerfels. Ohne seinen Berater stören zu wollen, sagte Baine leise: „Ich brauche Euren Rat, Hamuul”.

Hamuul stand lächelnd auf. „Aber sicher, junger Baine. Ich werde alle Hilfe bieten, die ich bieten kann; das wisst Ihr.

Wie Ihr wisst, habe ich vor Kurzem mit den Spähern über die neueste Aggression der Stacheleber gesprochen. Sie waren noch immer ratlos und hatten keine Antworten zu bieten. Ich weiß, dass Ihr in letzter Zeit häufiger mit der Erdenmutter in Kontakt wart. Habt Ihr etwas herausgefunden, das dieses Rätsel lösen könnte?

Hamuul griff eine Handvoll Gras, schnupperte daran und ließ es im Wind hinfortwehen. Er beobachtete, wie es landete, und schüttelte dann den Kopf. „Leider noch nicht. Mit dem Land zu sprechen braucht Zeit, Baine, besonders wenn es so aufgewühlt ist. Ich werde mit meinen Meditationen fortfahren. Es würde auch nicht schaden, mit einem Schamanen oder zweien zu sprechen ...

* * * * *



Baine schüttelte seinen umwölkten Kopf, als er zusah, wie Hamuul murmelnd fortging. Zuviel war in der Abwesenheit seines Vaters geschehen. Er war nicht sicher, wie er all das lösen sollte, aber er war entschlossen, einen Weg zu finden. In den letzten Jahren hatte es zu viele Konflikte gegeben, und eine friedliche Lösung für dieses Problem wäre eine willkommene Abwechslung.

Auf dem Rückweg zu den Aufzügen traf Baine auf eine Gruppe von Tauren mit Gepäck und Vorräten. „Weitwanderer! Bereitet Ihr eine Reise vor?

Sie verneigten sich gleichzeitig, und der Anführer der Gruppe sagte „Es tut uns sehr leid, Oberhäuptling, aber wir können nicht länger in Mulgore bleiben.

Baine schloss für einen Moment die Augen. Als er sie wieder öffnete, waren jegliche Reste von guter Laune, die er gehabt hatte, verflogen. „Ich lege Euch nahe, zu bleiben, Grauhuf. Ich müsste lügen, wenn ich sagen wollte, dass dies keine schwierigen Zeiten sind. Aber wir müssen jetzt mehr denn je vereint bleiben.

Der ältere Tauren nickte. „Eure Worte sind wahr, doch es gibt kaum etwas, das wir hier tun könnten. Erinnert Ihr Euch an die alte Lebensweise? Es gibt noch Länder, die von der Verderbnis des Krieges noch unberührt sind. Das Leben kann friedlich sein, und frei, wenn wir wieder umherziehen.

Aber die alte Lebensweise passt nicht mehr so zu uns, wie sie es einst tat. Nomaden gehören in eine viel größere Welt, eine Welt, die inzwischen durch Kriege und Expansionen verkleinert wurde. Indem wir sesshaft sind, bekommen wir ein Zuhause, und indem wir als ein Volk vereint bleiben, können wir es so schützen, wie es geschützt werden muss.

Grauhuf trat von einem Huf auf den anderen, peinlich berührt. „Leider ist Mulgore, wie so viele andere Gebiete, nur noch ein Ausläufer unter Garroshs Willkür. Wir möchten nur in ein Land außerhalb seiner Arroganz ziehen. Wir sind dankbar, dass Ihr nach dem Tod Eures Vaters die Führung übernommen habt, aber diese Veränderungen sind einfach zu viel.

Mit zusammengebissenen Zähnen sagte Baine „Garrosh ist der Anführer der Horde, und arrogant oder nicht, wir haben dieser Horde die Treue geschworen. Sie ist mehr als ihre Anführer, sie ist ein anhaltendes, vereinigendes Konzept, das Thrall und mein Vater geformt haben. Gibt man ihr eine Chance, werden diese Probleme gelöst, und die Horde wird vor ihren äußerlichen Feinden und innerlichen Konflikten gerettet. Das verspreche ich.

Wie Ihr meint, Oberhäuptling.“ Baine nickte kurz und ging in Richtung des Aufzugs, um nach Donnerfels zurückzukehren. Grauhuf sagte seiner Gruppe: „Lasst uns nach Camp Narache zurückkehren und uns auf die Reise vorbereiten. Wir werden etwas Zeit zur Vorbereitung brauchen, bevor wir gehen können.

* * * * *



Einige Tage später kehrte Hamuul mit einem großen, imposanten Orc im Schlepptau zurück. Der Orc verbeugte sich tief und sagte „Ich bin Swart vom Klingenhügel, Oberhäuptling. Es ehrt mich, Euch endlich zu treffen.

Baine nickte als Antwort und sagte „Ebenfalls. Ich habe Hamuul von Euch reden hören, und jeder seiner Freunde ist in Donnerfels herzlich willkommen. Was verschafft uns die Ehre Eures Besuchs?

Hamuul sagte: „Wir bringen gute Nachrichten. Ihr habt um ein friedliches Ende unseres Konflikts mit den Stachelebern gebeten. Es war nicht leicht, aber wir glauben, eine Lösung gefunden zu haben.

Baine lächelte. „Ah, das sind in der Tat wunderbare Nachrichten. Mein Vater war immer zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, um sich um sie zu kümmern, obwohl er glaubte, dass man mit ihnen verhandeln könnte. Bitte, sprecht weiter.“ Hamuul fuhr fort. „Wir haben nun seit einiger Zeit tief meditiert und glauben, endlich die Quelle der Störung gefunden zu haben. Swart?

Swart räusperte sich. „Die Stacheleber haben spezialisierte Individuen namens Wassersucher, die dank des Aufruhrs der Erde anscheinend die Fähigkeit verloren haben, Wasser zu finden. In ihrer Verzweiflung drängen sie auf der Suche nach Wasser aggressiver vorwärts, ziehen sich nachts aber in die Sicherheit ihrer Dornenranken zurück. Wir glauben, dass die Lösung einfach ist: Man sollte für sie eine lokale Wasserquelle finden. Irgendwie.” Er warf Hamuul einen Blick zu.

Hamuul lächelte. „Hier komme ich ins Spiel ...

* * * * *



Baine und Hamuul warteten in Garroshs Vorraum. Ihre Schweife wedelten nervös.

Garrosh beeilte sich für niemanden, Anführer oder nicht. Als er endlich ankam, kam Baine entgegen seiner Gewohnheit sofort auf den Punkt. „Kriegshäuptling, wir haben Informationen, die für die Zukunft unserer Wasserlieferungen entscheidend sind. Wir hielten es für nötig, mit Euch über diese Informationen zu sprechen. Die Angriffe sind in den letzten Wochen dreister geworden, aber wir glauben, die Quelle des Problems gefunden zu haben, die auch die Quelle der verunreinigten Wasserlieferungen war, die Ihr erhalten habt. Die Stacheleber sind eine Plage, die unser Volk seit Jahren verfolgt, aber sie wollten nie mehr als Platz, um sich auszubreiten, was sie mit Leichtigkeit unterirdisch tun konnten. Es scheint als bräuchten sie dank der kürzlichen Erschütterungen der Erde auch Wasser.

Ein junger Taurenbote kam in den Vorraum gerannt und unterbrach Baine. „Oberhäuptling! Ich bitte um Verzeihung, aber ich wurde geschickt um zu melden, dass ein weiterer Angriff entdeckt wurde. Die Karawanenbegleiter sind tot, und Wasser und Vorräte sind gestohlen worden!

Baine nickte. „Ich danke Euch für den Bericht. Kehrt nach Donnerfels zurück und lasst Ruk Kriegsstampfer wissen, dass ich in Kürze eintreffen werde, um mich um die Situation zu kümmern.

Als der Bote ging, begann Garrosh, im Raum auf- und abzuschreiten. „Das ist jetzt der dritte Zwischenfall seit letzter Woche. Wir wissen, wer verantwortlich ist, und doch wurden keine Strafen ausgeübt, und selbst jetzt verspotten Euch diese Stacheleber, indem sie Eure Grenze angreifen. Mein Vertrauen in Euch sinkt.

Baine erhob die Hand. „Garrosh, Ihr versteht nicht, dass das eine Angelegenheit der Taurenländer ist, und dass sich daher unser Volk darum kümmern wird. Ich werde mich darum kümmern. Wir suchen in diesem Moment den Rat der Erdenmutter.

Garroshs warf die Hände in die Luft, während er schrie: „Die Erdenmutter! Die Erdenmutter! Ich höre immer dieselbe Litanei. Was ist diese Erdenmutter schon?

Sie ist die Schöpferin unseres Volkes, und die leitende Stimme der Weisheit der Erde ...

Und doch benutzt Ihr die Erdenmutter als Krücke”, warf Garrosh ein. „Ihr verzögert und diskutiert und handelt nicht selbst! Diese Stacheleber wollen Macht demonstrieren, und die Horde wird ihnen ihrerseits zeigen, was Macht ist ...

Baine atmete tief durch und fuhr ruhig fort. „Garrosh, ich bitte Euch freundlich, unsere Wege und Methoden zu respektieren. Dieses Problem wird bald gelöst sein, und zwar ohne unnötiges Blutvergießen. Hier geht es um mehr als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Diese Angriffe riechen nach Verzweiflung, und ihre Probleme zu lösen kann auch unsere lösen.

Während Garrosh ihn anstarrte, kam Baine zum Ende. „Ich kann den Wunsch verstehen, sie zurückzuschlagen, aber die Stacheleber sind gerissener als Ihr denkt. Ein direkter Angriff wird Folgen haben, und mein Volk wird darunter leiden.

In dem Moment, in dem sie unsere Frischwasserquelle angriffen, ist es zu einem Problem der Horde geworden. Wir leiden gemeinsam darunter, und Euer Zögern kommt uns jeden Tag teuer zu stehen. Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie Ihr die Stärke und den Willen der Horde zum Gespött macht. Diese Aggression wird eingedämmt, und zwar bald.” Mit diesen Worten schritt Garrosh aus dem Raum und verschwand.

Hamuul sah Garrosh hinterher und schnaufte. „Hat nicht einmal zugehört. Was glaubt er denn, was er an der Situation ausrichten kann?

Baine hob Furchtbrecher an, und der silberne Kopf des Streitkolbens mit den sich überschneidenden Bändern aus Gold und Runen leuchtete hell. Er nickte kurz und machte sich auf den Weg zum wartenden Zeppelin. „Ich fürchte, dass Garrosh den Feind, dem er gegenübersteht, schwer unterschätzt. Wenn wir wieder in Donnerfels sind, solltet Ihr die Sonnenläufer bereit machen. Er könnte unsere Hilfe noch brauchen, ob er sie will oder nicht.

* * * * *



In dieser Nacht, während Donnerfels schlief, ging Baine nervös in seiner Behausung auf und ab. Sein Bestehen auf einer friedlichen Lösung hatte zu weiteren Angriffen auf Karawanen geführt, sogar zu einem offenen Angriff auf sein Land, der das Leben des Kriegshäuptlings in Gefahr brachte. Als Hamuul den Raum betrat, sah Baine von seiner Grübelei auf und sagte traurig: „Ich habe meine Zweifel, Hamuul, ob das der richtige Weg ist. Vielleicht haben die Weitwanderer doch Recht. Die Horde war nicht so, als mein Vater Oberhäuptling war.“ Er zögerte. „Ich habe mich manchmal gefragt, ob ich unser Volk führen könnte. Jetzt frage ich mich, ob ich es sollte.

Hamuul antwortete mit einem leisen Grollen in der Stimme. „Das ist nicht der richtige Zeitpunkt für Selbstzweifel, junger Baine. Ihr erfüllt Eure Aufgaben genauso gut wie Euer Vater. Ich weiß ohne jeden Zweifel, dass er die Weisheit, die Ihr an den Tag legt, und die Leidenschaft, mit der Ihr sicherstellen wollt, dass Ihr das Richtige tut, gutheißen würde.“ Er machte eine wegwerfende Handbewegung. „Lasst diejenigen, die das nicht einsehen, gehen und ihren eigenen Weg finden.

Baine lächelte schwach. „Ich erinnere mich, dass Ihr vor nicht allzu langer Zeit eine sehr ähnliche Meinung vertreten habt.

Hamuul versteifte sich merklich. „Ich habe voreilig und aus der Frustration heraus gesprochen. Ich gebe gern zu, dass ich mich geirrt habe. Wir werden durchkommen, und Ihr werdet sehen, dass Ihr ein Anführer seid, auch wenn Ihr das im Moment nicht glaubt.

* * * * *



Zur gleichen Zeit bereitete Garrosh die Kor'kron auf die Invasion der Dornrankenklamm vor. Fünfzehn standen vor ihm stramm, die Augen regungslos geradeausgerichtet, aber vor bösartiger Vorfreude auf die kommende Schlacht glitzernd. „Diese Tauren könnten einem Kodo den Schwanz abdiskutieren, aber schreiten sie zur Tat, wenn ihr eigenes Land von einer Invasion bedroht ist?!“, tobte Garrosh. „Wir müssen ihnen zeigen, was wahre Krieger ausrichten können. Unser Ziel sind die Stacheleberbaue im Süden von Mulgore. Der Angriff beginnt kurz vor Tagesanbruch. Sorgt dafür, dass Ihr bereit seid.

Seine Krieger salutierten und liefen davon, um sich vorzubereiten. Garrosh kehrte auf seinen Thron zurück und legte Blutschrei über seinen Schoß. Er würde sie alle in den Sieg führen, und die Axt seines Vaters würde wieder im Ruhm der Schlacht singen. Garrosh bleckte seine Zähne in einem scharfen Grinsen.

* * * * *



Die Kor'kron waren Elitesoldaten; Sie waren tödlich und sie hatten das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Die geschwärzten Zeppeline glitten in den frühen Stunden vor Tagesanbruch leise durch die Luft und hielten in der Nähe der von den Stachelebern besetzten Gebiete an. Mit Garrosh an ihrer Spitze hangelten sich die Krieger an Seilen herunter und landeten fast auf den Köpfen der Patrouillen der Stacheleber. In einem Sturm aus Attacken blitzten Klingen, und zehn Stacheleber lagen still da. Nur ein kleines Quieken kam über die Lippen eines einzigen Feindes, und die Wachen in der Nähe des Eingangs zum Bau kamen, um nachzusehen. Auch sie fielen schnell in einem Wirbel aus Äxten und Schwertern, der in die benommene Menge hinein explodierte. Während sich die Zeppeline in sichere Entfernung bewegten, begaben sich die Kor’kron in die Tunnel, und aller Widerstand, auf den sie trafen, wurde schnell und effizient beseitigt.

Die Schlacht war kurz aber heftig, und die Stacheleber verteidigten ihr Heimatterritorium mit einer Wildheit, die selbst Garrosh überraschte. Sie waren es gewohnt, in engen Tunneln zu kämpfen, benutzten wenn nötig ihre Hauer und griffen mit besinnungslosem Eifer an. Sie hatten keine Angst bei der Verteidigung ihrer Heimat zu sterben. Garrosh lächelte, als vor ihm ein Stacheleber nach dem anderen fiel. An diesem Tag würde er sie das Fürchten lehren.

Minuten später erreichte die Gruppe die Hauptkammer. Garrosh ging triumphierend voran, Blutschrei vor sich erhoben, bereit, zuzuschlagen. Er nickte voller Stolz. Der Boden war von Leichen übersät, und außer dem schweren Atmen der Krieger waren keine Geräusche zu hören. Sie sahen sich um, suchten nach Zeichen und versuchten herauszufinden, welchem der zahllosen Tunnel sie folgen sollten. Nach einigen Minuten waren hinter ihnen Schritte zu hören, und sie drehten sich langsam um in der Erwartung, die wenigen versprengten Überlebenden zu töten.

Es waren mehr als ein paar versprengte Überlebende. Die Tunnel hinter ihnen quollen mit den Bestien über. Die Neuankömmlinge hielten einen Moment lang inne und bemerkten die dutzende ihrer Brüder, die den Boden bedeckten. Garrosh rief ihnen zu: „Heute werdet ihr alle bezahlen. Heute werdet ihr den Zorn der Horde sehen!

Auf Garroshs Zeichen schleuderten die Kor'kron einen Hagel von Äxten in die Menge, ein dutzendfaches Quieken brach aus und hallte von den Wänden der Höhle wider. Aber die Stacheleber machten noch keine Anstalten, anzugreifen. Ein weiterer Schauer aus Äxten traf sein Ziel, und dennoch bewegte sich kein einzelner vorwärts. „Was soll das?!”, schrie Garrosh. „Habt ihr so einfach aufgegeben? Ich werde euch keine Gnade gewähren, sondern euch an Ort und Stelle niedermähen!” Wie ein Mann erhoben die einzelnen Mitglieder der Menge vor ihm ihre Arme und ließen ein lautes Quieken hören. Etwas brach aus der Höhle hinter den Kor’kron aus, und als die Orcs herumschnellten, sahen sie eine Flut von hunderten der Bestien blitzschnell aus Tunneln im Boden und aus Löchern in der Decke auftauchen.

Zur linken Flanke ausweichen; vorwärts!“, schrie Garrosh. „Lasst sie uns nicht von der Oberfläche abschneiden!“ Die Krieger warfen sich auf die Stacheleber und behielten den Ausgang im Rücken. Blutschrei verschwamm in der Luft, während sie singend auf die Anführer des Angriffs zuraste. Sie fielen mit einem Knirschen zu Boden, und weitere Bestien fluteten über ihre gefallenen Brüder.

Vorwärts!" schallte der Befehl, und seine Krieger drängten heftiger gegen das ohrenbetäubenden Quieken und Grunzen an, während die Stacheleber ohne zu zögern zurückdrängten. Farbiges Leuchten erhellte die verzerrten Gesichter seiner Kor’kron, als die Schamanen der Stacheleber Zauber in ihre Mitte schleuderten. Ein donnerndes Tosen explodierte und hallte in der Höhle wider, wann immer sie trafen. Mit sinkendem Mut merkte Garrosh, dass in jedem Aufblitzen ein Krieger weniger in seinem Trupp zu sehen war. Als sie fielen, fielen auch die Fackeln, die seine Kämpfer trugen, zu Boden und wurden schnell ausgelöscht. Mit erneuter Kraft brüllte Garrosh und kämpfte noch rasender. Er war ein Höllschrei, und ein Höllschrei würde keinen jämmerlichen Tieren zum Opfer fallen. Er würde sie hier hinausführen.

Er schwang Blutschrei herum, schneller und schneller, und die Luft war erfüllt mit dem überirdischen Lied der sich bewegenden Axt. Der Schrei hallte durch die Tunnel und fand seine Antwort in dem Kreischen weiterer der Bestien. Stacheleber flogen in alle Richtungen oder wurden unter seiner Axt in Stücke geschnitten, während Garrosh sich vorkämpfte, aber ihre Zahl war endlos. Es gab kein Nachlassen, es gab keinen Rückzug, und Garrosh wurde weiter und weiter in die Höhle gedrängt, bis selbst das Licht von der Oberfläche nicht mehr zu ihm durchdringen konnte. Er war jetzt allein, die Dunkelheit kam näher, und er war umgeben vom endlosen Strom der Stacheleber, die alle entsetzlich quiekten. Sie begannen, an seiner Rüstung zu reißen, ihn zu kratzen und sein ungeschütztes Fleisch zu beißen und drängten ihn so noch weiter in den Tunnel.

Ihm blieb nichts weiter übrig, als sich in die Richtung zurückzuziehen, in die sie ihn drückten, immer weiter nach unten. Er konnte ihren heißen Atem und ihr aufgeregtes Quieken hören. Er drehte sich und tastete nach einem Weg zurück zur Oberfläche, fand aber nur einen kurzen Seitentunnel, der abrupt endete. Schließlich, als er mit dem Rücken zur Wand stand, klemmte Blutschrei in einem Riss in der Wand fest und ließ sich nicht herausziehen.

Mit einem heiseren Schrei warf sich Garrosh gegen die schwellende Flut aus Borsten und Schwertern. Er entriss einem Angreifer einen Speer, um ihn in den Kopf eines anderen zu bohren. In diesem Moment fiel die Fackel, die das Biest gehalten hatte, die letzte verbliebene Lichtquelle, zu Boden und erlosch. Alles wurde dunkel. Sie strömten weiter und weiter heran, und obwohl er allein und in der Dunkelheit verloren war, würde Garrosh nicht aufhören, bis alle tot am Boden lagen. Seine Arme begannen zu schmerzen, und sein Atem kam in abgehackten Stößen, aber er kämpfte weiter, mit jeder Waffe, die seine Hände erreichen konnten. Für jedes Biest, das fiel, stürmte ein weiteres heran, um seinen Platz einzunehmen.

Langsam wurde er überwältigt, und mehr und mehr Angriffe der Stacheleber trafen ihr Ziel. Er konnte ein schwaches Licht sehen, das die Dunkelheit durchdrang, aber er konzentrierte sich auf den Kampf, der vor ihm lag. Als das Licht heller wurde, hielten viele seiner Angreifer inne, und er konnte undeutlich einen Aufruhr aus dem Haupttunnel hören. Plötzlich strömte unbegreiflich helles Licht in mehreren glänzenden Strahlen herab, und seine Quelle kam jede Sekunde näher. Die ihn umgebenden Stacheleber schrien vor Wut und rasten zurück in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Obwohl er geblendet war, konnte er sehen, wie die Biester in alle Richtung geschleudert wurden als wären sie aus bloßem Papier.

Das Licht wurde noch heller und näherte sich der Biegung, an der er sein letztes Gefecht schlug. Aus seinem Blickwinkel hinter der Ecke konnte er Baine sehen, begleitet von Hamuul Runentotem und einer Handvoll Sonnenläufern. Baine rief in den Tunnel: „Seid standhaft, Brüder! Ihr müsst die Dunkelheit nicht fürchten!“, während Furchtbrecher hell in seiner Hand leuchtete, heller als das strahlende Licht der Sonnenläufer selbst. Baine fragte sich kurz, ob Anduin Wrynn damit einverstanden wäre, sein Geschenk auf diese Art zu benutzen, während ein Biest nach dem anderen unter dem zwergischen Streitkolben fiel, bis sich alle Stacheleber auf einmal weiter in ihren Bau zurückzogen, in die Sicherheit der Dunkelheit.

Baine stürzte an die Seite des Kriegshäuptlings. „Garrosh, nehmt Eure Waffe und wir gehen. Wir müssen hier raus, bevor sie uns umzingeln.“ Er zog Garrosh auf die Beine und half ihm dabei, seine Waffe aus der Wand zu ziehen, wo sie noch immer feststeckte. „Beeilt Euch.

Schnell fanden sie den Wag zur Oberfläche, und bis auf die Leichen, die den Boden übersäten, war der Weg frei und ohne Hindernisse. Baine war dankbar für sein Glück und hoffte, dass sie die Stacheleber vollkommen vernichtet hätten, während sie eine große Höhle durchquerten. Als sie die andere Seite erreichten, ließ Hamuul alle anhalten. Er kniete nieder und begann zu murmeln, in der Hoffnung auf einen richtigen Hinweis auf den Pfad, der nach draußen führte. Als er aufstand und auf den Weg zeigte, brach etwas aus den Wänden der Höhle hervor. Die Gruppe schnellte herum, um sich dem erneuten Angriff zu stellen, hielt aber beim Anblick der Angreifer inne.

Garrosh rief über den Tumult hinweg: „Was sind diese Dinger?!

Baine tat einen vorsichtigen Schritt rückwärts. „Ich wünschte, ich wüsste es, Kriegshäuptling ...

Körper waren weiß wie Asche und in stacheligen Borsten von einem kränklichen Grün bedeckt, mit großen, hervorquellenden Augen, die aus ihren Schädeln ragten. Sie waren einen ganzen Kopf größer als alle anderen Stacheleber, die die Tauren oder irgendein anderes Volk je gesehen hatten, und die intelligenzbegabte Bösartigkeit in ihren Augen zeigte, dass sie weit fähiger waren als ihre Brüder, die vor so kurzer Zeit unter dem Ansturm von Baine, Hamuul und den Sonnenläufern gefallen waren.

Baine ließ seine Sonnenläufer anhalten, als die beiden Seiten einander gegenüberstanden. Es gab keinen Ausweg, nur den Weg zurück. Die Luft wurde schwer und von einem widerwärtigen, erdigen Geruch durchsetzt, als mehr und mehr der äschernen Bestien jeden freien Platz der Höhle ausfüllten. Aber es folgte kein Angriff. Es war, als würden sie diese Eindringlinge abschätzen und sich einen Plan für ihren nächsten Schachzug zurechtlegen.

Garrosh hob seine Axt und rief: „Geisterhafte Bestien! Lasst uns diese Sache jetzt beenden!

Baine rief über Garrosh hinweg: „Kriegshäuptling, wir müssen in offenes Gelände kommen! Wenn wir hier unten bleiben, ist alles verloren!“ Hamuul vollführte eine Geste, und kleine Ranken schossen aus dem Boden. Sie wanden sich einen Pfad durch das Labyrinth der Tunnel bis zum Ausgang. „Folgt mir, schnell!“, befahl Baine.

Mit dem brüllenden Garrosh im Schlepptau rannten Baine, Hamuul und die Sonnenläufer an die Oberfläche und erreichten den oberen Teil des Höhlensystems, als Hamuuls Zauber endete. Jetzt hatten sie Bewegungsfreiheit. Während Garrosh sich auf den Ausgang des Tunnels konzentrierte, griff sich Baine die goblinische Signalfeuerpistole von Garroshs Gürtel und schoss in die Luft. Die Zeppeline begannen, sich zum Evakuierungsort zu bewegen, aber nicht schnell genug. Die unnatürlichen Bestien fluteten an die Oberfläche, heftig blinzelnd im Licht des frühen Morgens.

Baine trat auf sie zu, als sie herauskamen, und sie scheuten vor ihm zurück, sich der Tatsache bewusst, dass sie nicht mehr in ihrem Element waren. Er wandte sich Hamuul zu, als der Erzdruide eine Geste vollführte und der vor ihm versammelten Menge zurief: „Es gab eine bessere Lösung, eine, die ihr alle ignoriert habt. Seht den Segen der Erdenmutter!“ Mit diesen Worten trat Hamuul vor und stieß mit einem Schrei seinen Stab in den Boden.

In einer riesigen Fontäne brach Wasser vor ihm aus dem Boden, umschloss die meisten der Albino-Stacheleber und spülte sie mit einem Donnergrollen zurück in den Tunnel. Die zurückgebliebenen wurden von der Explosion zu Boden gerissen, ebenso wie der verdrießliche Garrosh.

Ein neuer Fluss ergoss sich aus der Stelle, in die Hamuul seinen Stab gestoßen hatte. Er umspülte die Steine, floss in den Tunnel und tief in die Erde. Als die Stacheleber sich wieder erhoben, trat Baine nochmals auf sie zu. „Das Land ist gegenüber denen, die es respektieren, freigebig. Es gibt genug Wasser für alle. Ihr werdet sehen, dass dieser Fluss seinen eigenen Weg gefunden hat und durch diese Tunnel zu einem unterirdischen See fließt. Nehmt dieses Geschenk und behelligt uns nicht weiter.

Die Stacheleber kehrten langsam in ihren Tunnel zurück, als das Licht endlich die Hügelkuppen um Mulgore herum erreichte. Die Morgendämmerung war für alle Tauren von Bedeutung, da sie ein Symbol der Wiedergeburt war, aber heute stand sie auch für erneuerten Respekt vor der Erdenmutter und ihre vielfältigen Gaben. Sie fanden ihren Weg durch die Leichen der Stacheleber, die im ersten Angriff gefallen waren, und machten sich auf den Weg Richtung Camp Narache. Garrosh blieb auf der Reise stumm; Er war zu wütend, um zu sprechen. Baine wurde bewusst, dass ihn eine solche Reaktion nicht überraschte, während er Garroshs steife Bewegungen beobachtete.

Endlich kam der erste Zeppelin an und hielt, während die Strickleiter zu Boden gelassen wurde. Baine schaute zu dem Luftschiff empor, dann zurück zu seinen versammelten Sonnenläufern. Einige Momente lang fiel sein Blick auf Garrosh, bevor er in Richtung des Luftschiffs nickte und sagte: „Geht und führt die Horde. Sollten wir in Mulgore erneut Eure Hilfe benötigen, werden wir es Euch wissen lassen.“ Mit diesen Worten wandte er dem noch immer stummen Kriegshäuptling den Rücken zu und begann die Reise zurück nach Donnerfels, seine Sonnenläufer nahe hinter ihm.

* * * * *



Die Nacht begann über Mulgore hereinzubrechen und warf lange Schatten über das Land. Feuer flackerten auf den Mesas und in den Ebenen auf, während die Tauren es sich für den Abend bequem machten. Heute würden sie ruhig schlafen in dem Wissen, dass ihr Land wieder sicher war. Vor Baines Behausung zögerten Grauhuf Weitwanderer und einige seiner Stammesmitglieder. Schließlich sagte er „Stählt Euch. Wir müssen es tun.

Mit seinen Stammesmitgliedern nahe hinter ihm betrat er den Hauptraum, wo Baine versuchte, sich zu entspannen, und fragte leise: „Oberhäuptling, habt Ihr einen kurzen Moment Zeit für uns?

Baine stand lächelnd auf. „Unbedingt. Was kann ich für Euch tun?

Der ältere Tauren ließ den Kopf hängen und sagte: „Trotz Eurer Ermutigung waren wir im Innersten unserer Herzen weiterhin besorgt. Wir verbrachten Zeit damit, uns auf unsere Abreise vorzubereiten, und in den frühen Morgenstunden brachen wir auf. Wir waren Zeugen Eures Triumphes über die Stacheleber, und es war wahrhaftig inspirierend. Ihr habt die Stärke eines Anführers und lasst Euch von einer Weisheit leiten, die wir in unserer Blindheit nicht erkannten. Es beschämt uns zuzugeben, dass wir es für nötig hielten, dieses Land zu verlassen, und wir möchten uns dafür entschuldigen, Oberhäuptling.

Baine wischte diese Bedenken mit einer Handbewegung weg. „Wir leben in aufwühlenden und ungewissen Zeiten. Es ist ein Leichtes, Euren besorgten Herzen zu vergeben. Diese Stacheleber werden uns in Mulgore nicht mehr belästigen, aber das bedeutet nicht, dass wir sorgenfrei sind. Wir werden von allen Seiten mit Problemen von außerhalb und innerhalb bedrängt, aber wir können sie nur gemeinsam bewältigen.

Baine trat an die vordere Seite seiner Behausung und sah lange nach draußen. Er sah, wie sich Donnerfels auf den Abend vorbereitete und die verstreuten Feuer, die in der Ferne brannten. Er konnte vage den Umriss von Camp Narache sehen, wo junge Taurenkrieger ihre Ausbildung fortsetzten. Sie würden in den kommenden Prüfungen gebraucht werden, Prüfungen, die das Vertrauen und die Unerschütterlichkeit seines gesamten Volkes auf die Probe stellen würden.

Baine nickte und wandte seine Aufmerksamkeit wieder der kleinen Gruppe vor ihm zu. „Unser Volk ist lange, lange Jahre durch dieses Land gezogen und hat in dieser Zeit viel über die Welt gelernt. Unsere Verbündeten werden sich an uns wenden müssen, um Weisheit und Führung zu finden. Mein Vater hat der Horde ein Versprechen gemacht, um eine Schuld zu begleichen, die sie sich mit ihrem Dienst an unserem Volk erworben hat. Ich für meinen Teil habe die Absicht, dieses Versprechen einzulösen.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki