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Wer den Schaden hat... (Helmwiges Gedanken)

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Lordaeron den Menschen Wer den Schaden hat...

Helmwige Akindor, Priesterin des Kultes der Vergessenen Schatten, Seelsorger und Berater der Truppen in Tarrens Mühle, sitzt auf einem wackeligen Stuhl an einem ebenso wackeligen Tisch und starrt das stumpf gewordene Fenster hinaus auf den Dorfplatz, der unter ihr liegt. Ihren nur noch aus Knochen bestehenden Unterkiefer stützt sie auf ihre dürre linke Hand, während die Rechte den Bericht hält, den sie soeben von Seuchenbringer Xiugon Gennendorve und dem Oberbefehlshaber der Verlassenentruppen, Jarad Drughn, erhalten hat. Obwohl der Kult keine direkt Macht in Undercity ausüben kann, macht es sich bezahlt, das Xiugon und Jarad dem Kult angehören, und Helmwige als eine Vertrauensperson ansehen. So hat sie stets Zugriff auf die neuesten Begebenheiten. Ihr Blick wandert zu dem Bericht.

Die Allianz hat den Wall eingenommen und sich, so schnell es ihre Verwundeten und die langsamen Karren erlauben, in Richtung Hinterland davon gemacht. Ziel höchstwahrscheinlich Aerie Peak, der Nistgipfel, wo sie sich bei den wilden, tätowierten Zwergen des Wildhammer-Klans verkriechen werden. Helmwiges untote Augen huschen über den hastig geschriebenen Text. Verärgert wirft sie den Bericht mit einer schleudernden Handbewegung auf den Tisch, wo sich die einzelnen Seiten verteilen wie Blätter im Herbstwind.

Die Allianz… Was wussten diese Menschen aus Sturmwind schon von der Allianz? Von der einstmals grossartigen Allianz der Östlichen Königreiche war nur noch das in sich zerrissene Königreich Sturmwind übrig geblieben. Was für eine jammervolle "Allianz". Oh ja, Helmwige ist über den korrupten Adel genau informiert, die Intrigen, die dunklen Kulte, die zur Zeit, als noch der Kindkönig Anduin "herrschte" ihre Blüte erlebten. Bis Varian Wrynn zurückkehrte, und halbherzig begann aufzuräumen. Das Netz der Spione ist relativ dicht, und reicht bis in die höchsten Kreise. Und Jeder hat seinen Preis…

"Lordaeron den Menschen"… Hah! Helmwige Akindor hat ihr ganzes Leben in Lordaeron zugebracht. Sie predigte das Heilige Licht, sie tat Gutes…

Und nun sind die Menschen von Sturmwind gekommen, um die Verlassenen zu vertreiben, nein, um sie auszurotten. Die Verlassenen, die die eigentlichen Bürger von Lordaeron sind. Die Verlassenen, die das grösste Opfer für ihre Heimat gebracht hatten, und dafür auch noch schändlich verraten worden sind. Verraten von den kläglichen Überresten der Allianz, besonders den Menschen… und dem Heiligen Licht.

Ein unfreiwilliges, böses Knurren steigt aus Helmwiges Hals empor. Ihre langen, spinnengliedartigen Finger greifen in den Haufen Papiere und zerknüllen langsam die einzelnen Seiten. Dieser Verrat belastet Helmwige und die Verlassenen, bis heute. Nie wird sie vergessen, was die Menschen den Verlassenen angetan haben, nie wird sie ihnen vergeben. Und was das Heilige Licht angeht... Als sie das erste Mal miterleben musste, wie das Licht einen von der Seuche Befallenen verbrannte, war in Helmwige eine Welt zusammengebrochen. Seit diesem Tag hat sie unermüdlich nach einem Weg gesucht, das Heilige Licht und seine Gläubigen auszumerzen. In den Schatten fand sie das Werkzeug ihrer Rache. Die Schatten haben schon lange in Helmwiges Dasein (und das vieler anderer Verlassener) den Platz eingenommen, den das Licht vorher inne hatte. Sie haben aus Helmwige etwas gemacht, was das Heilige Licht nie vermocht hätte. Sie hat nun Macht… Die Macht zu töten, die Macht zu herrschen, die Macht zu richten…

Die Schatten und der Untod haben aus Helmwige Akindor, der einstmals gütigen Lichtpriesterin, ein verzerrtes, bösartiges, gebrochenes Wesen gemacht. Helmwige ist sich dessen sehr bewusst. Sie bereut es nicht eine Sekunde.

Helmwige Akindor steht ruckartig auf und macht einen steifen Schritt auf das Fenster zu, welches verschwommen das fahle Licht von aussen herein lässt. Der Stuhl, auf dem sie gesessen hat, fällt mit einem lauten Poltern um. Es kümmert Helmwige nicht.

Yorgen Isenweg…

Ein junger Mann. Trotzdem schon Anführer einer grossen Armee. Anscheinend jemand, der das Maul weit aufreissen kann. Jemand, der die leichtgläubigen Menschen von Sturmwind schwer beeindruckt hat. Helmwige ist um einiges älter als Yorgen. Sie hat den zweiten Krieg miterlebt. Was glaubt dieser Jüngling eigentlich, wer er ist?

Die Spione haben, in der kurzen Zeit die ihnen blieb, herausgefunden, dass Yorgen wohl in Lordaeron geboren worden war, aber das Land seiner Väter schon in sehr jungen Jahren hat verlassen müssen. Er ist ein Mann aus Sturmwind, durch und durch. Warum glaubt er sich anmassen zu können, Lordaeron den rechtmässigen Bewohnern stehlen zu können? Helmwige schnaubt unbewusst. Sie sieht durch das milchige Fenster auf den Hof und betrachtet das bienenstockartige Treiben.

Grossmäulige Orcs… Vor allem dieser Grethor führt sich auf, als ob er von Thrall höchstpersönlich entsandt worden ist. Da die Kor'kron Undercity besetzt halten, müssen die Verlassenen gute Miene zum bösen Spiel machen. Verlassene sind pragmatisch, also tun sie was nötig ist, um die Orcs bei Laune zu halten.

Die Trolle sind auch nicht viel besser. Zumindestens haben die Trolle eines mit den Verlassenen gemeinsam; sie werden von keinem guten Gewissen daran gehindert, das zu tun, was notwendig ist. Dafür kann Helmwige sie respektieren.

Tauren. Helmwige grunzt ungehalten. Die Grimtotem sind wohl die einzigen unter ihnen, die sich einen Sinn für die Realität bewahrt haben. Ansonsten… Helmwige schüttelt verständnislos den Kopf.

Die Blutelfen… Helmwige seufzt. Sylvanas - möge sie ewig herrschen - stammt zwar aus dem Volk der Elfen, aber das ändert nichts daran, das Helmwige keinem der Langohren über den Weg traut. Sie haben schon einmal ihr Volk verraten. Sie würden es wieder tun. Sie sind hochnäsig, arrogant, und nicht im mindesten vertrauenswürdig. Helmwige kichert leise. Sie empfindet keine Freude dabei. Sie kann es einfach nicht. Es ist ein bösartiges Kichern, gewidmet der Tatsache, das die Verlassenen genauso wenig vertrauenswürdig sind, wie die Blutelfen.

Helmwige wendet sich ruckartig vom Fenster ab und betrachtet den Kartentisch, auf dem die Seiten der verschiedenen Berichte die Kriegskarten teilweise überdecken. Es wird eng für die Verlassenen. Nun ist nicht die Zeit für Skrupel und falsche Befindlichkeiten. Die Verlassenen brauchen jede Hilfe, die sie bekommen können…

Lordaeron den Verlassenen… auf immer und ewig… und Tod den Lebenden… Allen…

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