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Sumpfratten/Kurzgeschichten

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Zangar5.png

SumpflichterBearbeiten

Das waren also die Zangarmarschen…Schauten im Grunde nicht anders aus als ein großer, blauer Pilzsalat. Auf den ersten und zweiten Blick konnte er nichts finden, was es erstrebenswert machen könnte, sich hier aufzuhalten. Es war kein Wunder, dass Höllschrei hier seine Störenfriede loswurde. Der Boden war überall matschig, die Luft war schwer, es regnete immerzu und das eben war jetzt schon die siebte Riesenmücke, die Goldring mit seinem auf 100 Exemplare limitierten Regenbogenlichtschraubenschlüssel mit der maschinell hergestellten Widmung von Galliwix durch heftiges Fuchteln verscheucht hatte. Er, Gonway Goldring, in Begleitung vier grimmig dreinschauender Orcs, hatte das Gefühl sich schon eine kleine Ewigkeit hier aufzuhalten. Durch die großen Pilzhüte und die Regenwolken konnte man hier einfach keine Tageszeit ausmachen. Aber er hatte hier eine Aufgabe, eine ganz einfache Aufgabe. Er sollte den einfältigen Sumpfnasen hier eine Kapitulation abringen. Die Sumpfratten lebten im weit entferntesten Außenposten der Dunkelspeere und waren leicht von allen Versorgungslinien zum Dunklen Portal abzutrennen. Man war ja auch selber schuld, wenn man sich offen gegen den Kriegshäuptling wandte. Diese Trolle hier konnten sich gar nicht widersetzen. Die vier Orcs, die er dabei hatte, waren nicht einmal ein Bruchteil von denen, die sich noch in Thrallmar aufhielten. Wenn sie wollten, könnten sie so einen kleinen Posten mit links niederrennen. 

Und auf ihn, Goldring, wartete eine Belohnung in Form von hartem Zaster. Aber noch viel besser. Als nächstes würden ihn die Orcs zum Dunklen Portal zurückbringen. Er war den ganzen Sand auf der Höllenfeuerhalbinsel auch langsam leid geworden und die Orcs lebten so spartanisch. Viel lieber wäre er auf der Falkenwacht zugegen gewesen, das traf viel mehr seinen Geschmack. Da war es zwar auch minimalst eingerichtet, aber die Elfen hatten wenigstens Kissen. Trotzdem schleppte er einen Sack mit roter Erde mit sich rum. Später in Beutebucht ließ sich das bestimmt als ein Wunderstaub verkaufen. Er arbeitete noch am Marketing. Vielleicht etwas gegen Sattelausschlag?  


Wieder eine Mücke. Eine große. Die Viecher leuchteten sogar und wenn man davon gestochen wurde, leuchtete die Stelle von innen heraus. Einer der Begleiter des Goblins war bereits gestochen worden, aber bis auf ein gelegentliches Grunzen schien es den Muskelberg nicht zu kümmern.  Während sie weiter über die rutschigen Planken stapften, die man hier Straße schimpfte, entrollte Goldring die Karte, die man ihm in Thrallmar gegeben hatte. Es waren zwei braune, verbeuelte Achten auf blauem Grund, die die ungefähre Anwesenheit von Straßen in dem Sumpf anzeigen sollten. Entweder war der Kartographer nie selbst hier gewesen oder er hatte sich bemüht schnell wieder zu verschwinden. Verständlich, fand Goldring. Hier zu landen bedeutete wirklich den totalen Abstieg. Das war das Ende der Welt und sogar noch ein paar Meter weiter drüber hinaus. Doch für ihn selbst war das alles kein Problem, denn diese Orcs stellten für ihn den Schlüssel dar, der ihn hier wieder raus und in Richtung nach Hause brachte. Die grünen Kollegen erschlugen alles, was ihnen in die Quere kam. Goldring mochte leicht verdientes Geld. Während sich die Orcs mit einem Netherrochen prügelten, der wohl gerne mal abbeißen wollte, betrachtete der Goblin die Umgebung. Irgendetwas großes stapfte da hinten durch die Pilzstämme, was aber genau war für Goldring nicht genau zu erkennen.

Die Orcs rühmten sich gerade zu dem Tod des Rochens, als Goldring den Blick die Straße hinunter schweifen ließ und dort etwas erblickte. Erst dachte er, er würde sich täuschen, doch etwa 300 Elfenschritt stand etwas, das in ihre Richtung blickte.  Dann erkannte er, dass es sich um ein Trollweibchen handelte. Sie war ganz in grau gekleidet, aber überall auf ihrem Körper waren bunte Handabdrücke und Symbole zu erkennen, die alle von sich heraus leuchteten. Jetzt bemerkten sie auch die Orcs. Einer trat auf sie zu und grölte etwas in ihre Richtung, dass Goldring nicht verstehen konnte. Das Trollweibchen schien für ihn nur mit einer unfreundlichen Handgeste zu antworten. Der Orcs machte sich auf den Weg zu ihr und Goldring war sich sicher, dass es ihr jetzt an den Kragen ginge. Gerade wollte er dem Orc neben sich einen kessen Spruch zuwerfen und wollte ihm dafür mit dem Ellenbogen gegen das Knie stoßen, da kam der Schrei.

Der einzelne Orc weiter vorne war auf halber Strecke zu dem Weibchen in die Knie gegangen.  Der Arm mit dem gezackten Schwert hing blutend herab. Die anderen Orcs brüllten etwas und rannten zu dem Verwundeten, wütend und zum Kampf bereit.  Dann brach die Hölle los. Aus dem Gebüsch neben der Straße tauchten blaue Gestalten auf, alle überragten die Orcs und warfen sich auf diese. Es war ein grausames Farbenspiel von rot und grün auf blauem Grund. Sie waren alle individuell aber alle hatten die bunten Symbole auf der Kleidung.


Goldring duckte sich weg, als etwas neben ihm vorbeistapfte und alles was ihn umgab waren Geschrei und Geschepper. Als neben ihm eine gefiederte Wurfaxt in die Planken krachte, das Holz sauber spaltete und stecken blieb, war er sich sicher, dass diese Straße nicht der Ort war, an dem er weiterhin sein wollte. Alles lief falsch. Er warf sich seitlich von dem Steg auf den matschigen Boden. Das war einfach nichts für ihn. So ein Kämpfer war er nicht. Er konnte reden. Verkaufen. Aber hier war jetzt sicher niemandem nach einem roten-Sand-Wundumschlag. Da ihn der Kram nur schwerer machte, warf er ihn von sich. Der Goblin ergriff die Flucht. Es war ihm egal wohin. Jeder Ort in diesen verdammten Marschen konnte nur besser sein als dieser hier. Seine Schuhe versanken fast gänzlich im Matsch, während er sich durch die Büsche schlug. In seinen Gedanken fluchte er immerzu. Er verfluchte die Orcs, den Sumpf, den Matsch, den Regen, den Schatten hinter dem Pilzstamm und das Gestrüpp, das sich um seine Beine wickelte.

Er stürzte aus einem Busch und fand sich am Ufer eines breiten Sees wieder. Panisch blickte sich Goldring nach links und rechts um, um irgendwo einen Wegpunkt, ein Gebäude oder die Straße zu erkennen, doch er sah nichts außer Pflanzen. Japsend wandte er sich in die Richtung  aus der er gekommen war und erstarrte augenblicklich. Auf einem kleineren, aber trotzdem mannshohen Pilz saß in geduckter Haltung ein Troll. Dieser starrte den Goblin ruhig an. Von den Messern an seinem Gürtel, an deren Knäufen Totenschädel zur Verzierung angebracht worden waren, tropfte Blut auf die Pilzkappe. Der Troll trug Leder und so etwas wie Borke. Sein Gesicht konnte der Goblin nicht sehen, denn es war von einem roten Schal verdeckt. Aber das war auch egal. Der Troll war Goldring bis hierher gefolgt. Sollte es ihm jetzt an den Kragen gehen? Doch neben der Panik schürte das die Wut in ihm. Wer war denn das überhaupt?! Was glaubte der denn wer er war?! Dieser Abschaum. Das war der Moment an dem Goldring anfing zu schreien. Er beschimpfte den Troll, stampfte mit den Füßen und fuchtelte mit den Fäusten. Immer neue Schimpfwörter fanden den Weg auf seine Zunge und er merkte, dass er sicherer wurde. Diesen Sumpfblüten wird das noch leidtun. Höllschrei wird mehr Orcs schicken. Er begann zu grinsen. Den Posten wird er auseinander nehmen lassen.  Höllschrei wird…


Die kräftigen Kiefer des mittleren Kopfes der Hydra schlossen sich um Goldrings gesamten Oberkörper. Der dicke Hals hob den schuppigen Kopf ein Stück an und der rechte und linke Kopf schnappten nach den zappelnden Beinen des Goblins. Dann verschwanden alle Köpfe wieder in den Tiefen des Sees. Der Troll hatte sich die ganze Zeit über nicht gerührt. Von seinem seegrünen Haarkamm tropfte ihm der Regen ins Gesicht. „Höllschrei wiad gar nichts, Gringo…“, sagte der Troll mit rauchiger Stimme.
Hinter ihm erklang eine körperlose Stimme in Zandalari.
„Wieso ein Geschenk für die Kinder des Loa der tiefen Seen? Wär`s nicht lustiger gewesen ihm die Zunge rauszureißen? “ Der Troll lachte verrückt entzückt, als er neben dem mit dem Schal aus dem Gebüsch trat. Der neu hinzugekommene Troll war viel bunter gekleidet, war aber war auch etwas kleiner und schlacksiger als der mit dem Schal. Dieser ging nicht auf das Gesagte ein. 
„Was ist mit den Orcs? Liegen die Leichen von den Degenerierten zusammen mit ihnen da rum…?“
„Jup Jup. „
Der Troll mit dem Schal, offenbar der Chef, wandte sich zum Gehen ab, während der Bunte weiter auf ihn einredete. Den Angriff würde man ihnen nicht nachweisen können und eine Kapitulation wird es von ihnen nie geben, denn so ein Ersuchen wird sie nie erreichen. Beide Sumpfratten verschwanden im Gebüsch, auf dem Weg zurück zu ihren Kameraden, zurück nach Zabra’jin. Sie wussten, wo sie sich befanden und wohin sie gehen mussten. Sie wussten, wie man sich hier am besten verhielt um zu überleben. Dass man an Seen ruhig blieb, da die Hydras auf laute Geräusche reagierten. Wo die Draenei ihre Patrouillen machten. Wie man sich nahezu lautlos über den Schlamm bewegte. Die Zangarmarschen wurden von ihnen gehalten und das seit Jahren. Denn jene, die es nach Zabra’jin schafften und es schafften dort zu überleben, waren wahre Sumpfkämpfer geworden. 

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