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Shunto

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Shunto Shen Lo-Kodex


Shun To der Windjäger
ShuntoWiki.png
Ingame-Name: Shunto(H), Windjäger (A)
Titel: Shen Lo-Kriegstänzer
Rasse: IconSmall Pandaren Male.gifIconSmall Pandaren Female.gif Pandaren
Klasse: IconSmall Warrior.gif Krieger
Spezialisierung: Furor, Waffenkampf
Charakterdaten:
Alter: älterer Pandaren (da bislang ungenaue Lore-Vorgabe)
Zugehörigkeit: Pandaria
Gilde: Orden der vier Wege
Aussehen:
Größe: 1,70 m
Gewicht: 110 kg
Augenfarbe: grün
Besonderheiten: stets gerüstet
Gesinnung (D20-System):
Gesinnung: Rechtschaffen gut

Inv misc book 09.png Aussehen des Charakters Bearbeiten

Shun To ist ein Pandaren, dessen alter Körper trotz seiner Leibesfülle noch immer enorme Muskeln aufweist. Zwar wirkt er nicht bullig oder übermäßig trainiert, doch kann man erahnen, dass er noch recht beweglich ist. Sein hellgraues Fell lässt erkennen, dass es zumindest früher einmal einen Schwarz-Ton gehabt haben muss. An einigen Stellen, insbesondere an seinen Armen, lassen sich auch Wirbel im Fell erkennen, dem kampfgeschulten Auge ein Hinweis auf Verletzungen aus früheren Schlachten.

Sich nicht mit Schmuck oder dekorativen Accessoires behängend, wirkt die Ausrüstung des Pandaren sehr zweckorientiert. Lange Augenbrauen und schmale Augen unter selbigen verleihen ihm etwas Gleichgültiges, beinahe grimmiges. Die Bewegungen seines gerüsteten Körpers sind ebenso strikt wie entschlossen. Falls dieser Pandaren eine ausgelassene Seite besitzt, so wird er sie nicht jedem zeigen. Über sein rechtes Auge ziehen sich zwei Narben.

Inv misc book 09.png Auftreten des CharaktersBearbeiten

Schnell wird dem Beobachter klar, dass Shun To in seiner Art, sich zu bewegen und zu reden, ein Pandaren ist, der sich in Gesprächen ungern mit Höflichkeitsfloskeln aufhält. Nicht unfreundlich, doch stets direkt, wirkt das Wesen des Alten zu beinahe jeder Zeit sachlich und zugleich ein wenig herablassend. Meist erlebt man ihn Phasen absoluter Ruhe, ja, vielleicht sogar Gleichgültigkeit? In diesen strahlt er bloße Gelassenheit aus, nicht selten, weil er eingeschlafen ist.

Im Kampf fällt der Pandaren durch eine Ambivalenz in seinen Bewegungen auf. Als Kriegstänzer und Begründer eines eigenen Schwertstils wirkt jede seiner Aktionen berechnet und zweckmäßig, kaum sieht man ihn unnötige Figuren oder Bewegungen ausführen. Anpassungsfähig scheint sein Blick die meiste Zeit konzentriert auf den Gegner gerichtet, nur in den Momenten, in denen er angreift, lodert eine kalte Entschlossenheit in seinen Augen. Die stetige Ruhe in seinen Bewegungen, die strikt und zweckmäßig auf den Gegner ausgerichtet wird, kann schnell einem blitzschnellen und unerwarteten Kampfstil weichen. Einem Schwertkampfkundigen wird schnell klar, dass dieser Pandaren die Meisterschaft seiner Schwertkunst darauf ausgelegt hat, verschiedene Stile zu kombinieren, diese im Sekundentakt zu wechseln und somit nahezu unvorhersehbar und höchstflexibel zu agieren. Schnell wird klar, woher der Beiname des Pandaren kommt.

Inv misc book 09.png Familie / Freunde Bearbeiten

  • Xi Ying Dunkelfell (Mutter), †
  • Long To Honigbräu (Vater), †

Inv misc book 09.png Das Leben des CharaktersBearbeiten

I. Jugend im Tal der Vier Winde

Shun To wurde vor annähernd einem Jahrhundert auf der mystischen Insel Pandaria geboren. In Halbhügel, im Zentrum Pandarias im Tal der Vier Winde aufgewachsen, war er das Kind einer Bauernfamilie. Da dieser Stand in Pandaria einen anderen Wert besitzt als im restlichen Azeroth - immerhin ist das Tal der Vier Winde Hauptnahrungsquelle für ganz Pandaria - lebte er dort in guten Verhältnissen und erhielt die Zuneigung und Fürsorge, für die die Pandaren mittlerweile bekannt sind. Er zeigte von Kindesbeinen an eine standhafte Persönlichkeit und wusste seinen Willen durchzusetzen. Obwohl seine Eltern ihn nicht verwöhnten, begegneten sie ihm stets mit Liebe und Verständnis, was ihn an gewisse Freiheiten gewöhnte, die anderen Kindern nicht gegeben waren. So zeigte er sich schnell rebellisch oder aufbrausend, wenn Erwachsene ihm etwas vorschreiben wollten, das er nicht einsehen oder verstehen konnte. Obgleich er eine relativ normale Entwicklung durchlief, machte ihm dieser Jähzorn häufig zu schaffen. Seine Eltern hatten keine Erklärung dafür.

In seiner Jugend führte dies gar so weit, dass viele der anderen Pandarenjungen ihm aus dem Weg gingen, da seine Sturheit im Bezug auf das, was er wollte, überhand nahm und sie mittlerweile von seinen schnellen Ausbrüchen wussten. Dies verschlimmerte sich noch, als er das Alter erreichte, in dem ein Pandarenjunge vom Kind zum Mann reift, etwa mit der Pubertät eines Menschen vergleichbar. Er wurde launisch, war an manchen Tagen zornig, an anderen wieder tieftraurig, ohne den Grund dafür verstehen zu können. Selbst gegenüber seiner Eltern begann er, sich im Ton zu vergreifen und sie zur Zielscheibe seines Zorns zu machen. Xi Ying, seine Mutter und Long To, sein Vater, begneten ihm auch in diesen Situationen mit Verständnis und versuchten, ihn zu beruhigen, was jedoch selten von Erfolg gekrönt war. Eines Abends, als Shun To ihnen die Schuld dafür gab, dass er nach einer Prügelei von den anderen Kindern gemieden wurde, verließen seine Eltern zu seiner Überraschung wortlos und ohne sichtbare Reaktion den Raum. Von dieser Aktion völlig überrumpelt, riss der junge Shun von Zuhause aus - jedoch, ohne sich zu weit vom Dorf zu entfernen.

In der Ruhe des Tals, nahe den Teichen, wurde er nachdenklich. Und so, ohne dass er es merkte, wurde aus dem Nachdenken des jungen Pandaren eine innere Meditation. Von dem Plätschern des Wassers beruhigt, belebt durch den kühlen Abendwind, bequem gestützt von dem moosbedeckten weichen Boden und später dann von warmen Sonnenstrahlen umgarnt, verbrachte Shun To nahezu eineinhalb Tage in absoluter geistiger Stille. Erwacht und mit sich selbst ins Gericht gehend, war ihm einiges über seine Persönlichkeit und sein Verhalten klar geworden. Vor allem aber hatte er erkannt, dass er selbst die Verantwortung für sein Verhalten trug und dass er seinen Eltern Unrecht getan hatte.

Als er sie noch am Abend dieses Tages aufsuchte und sie demütig um Verzeihung ersuchte, gestanden diese ihm unter Tränen, dass die schlimmste Prüfung für sie gewesen war, ihn in seinem Zorn allein zu lassen und dass sie damit den Rat des erhabenen Meisters Fo Long Flusshieb befolgt hatten. Diesen hatten sie um Hilfe ersucht, da er neben seinen Waffenkünsten auch für seine Weisheit bekannt war. Der Meister genoss hohes Ansehen im Dorf und hatte weiterhin angeboten, den Jungen unter seine Fittiche zu nehmen und in der Waffenkunst auszubilden. Seinen Eltern war dies, angesichts der mangelnden Selbstbeherrschung ihres Sohnes, anfangs seltsam vorgekommen. Der Meister jedoch war auch als großer Philosoph bekannt und so vertrauten sie ihm ihren Jungen an.


II. Ausbildung zum Shen Lo-Kämpfer

Meister Fo Lon Flusshieb war Shun To ein zugewandter, wenn auch strenger Lehrer. Zu allererst berichtete er Shun To von der Natur der Ausbildung, die er ihm zuteil werden lassen wollte. Shun To erfuhr, dass sein Meister zu den Anhängern der "Shen Lo" gehörte, einer Gruppierung von wandernden Schwertmeistern, die nach einem Kodex lebten, dessen Ursprung noch in die Zeit nach dem Fall der Mogu zurück reichte. Diese Meister hatten es sich zur Aufgabe gemacht, die Lehren eines Schwertkampf-Großmeisters namens Shen an ihre Schüler weiter zu geben. Der Kodex, der das Schwert als höchstes Instrument der Macht betrachtet, war das höchste Heiligtum dieser Schwertmeister.

Nachdem Shun To von seinem Lehrer mit ausreichendem Wissen um die Shen Lo versorgt worden war, zeigte dieser ihm Meditations- und Atemübungen, die ihm helfen sollten, sein inneres Ungleichgewicht zu stabilisieren. Parallel dazu unterrichtete Fo Lon ihn in der Schwertkunst, wobei sich die Weisheit des Meisters schnell zeigte, da Shun To eine natürliche Affinität zum Schwertkampf zu besitzen schien. Er hatte ein regelrechtes Talent dafür, die Schwerpunkte und Zentren der Schwertwaffen zu finden, die ihm sein Meister in die Hand drückte. So nutzten sie Shun Tos Schwert-Training, wie der Meister es sich erhofft hatte, auch als Ventil für die Anspannungen seines Schülers. Shuns Eltern beobachteten über die Jahre hinweg mit Begeistung die Fortschritte ihres Sohnes, wurde der doch viel beherrschter und zugleich nachdenklicher. Der junge Pandaren Tao Shen Flussraunen, einer von Shun Tos besten Freunden, beschrieb den Wandel seines Freundes sogar einmal als "ein kleines Wunder". Als Shun To gerade die Blüte seiner Jugend erreicht hatte, geschah jedoch etwas, das im Leben des Pandaren, der sich mittlerweile in guter Selbstkontrolle übte, ein neues Kapitel aufschlug: Sein Vater Long To erkrankte schwer und verstarb schließlich nach wenigen Monaten. Shun To, der seinen Vater für dessen praktisches, bodenständiges und doch tiefgründiges Denken sehr geliebt htte, traf dieser Verlust schwer. Zwar teilte er seinen Kummer mit seiner Mutter, seinem Meister und Tao Shen, kümmerte sich auch fortan um den Hof, doch während des Übungseinheiten mit Fo Lon fiel er zunehmend in alte Verhaltensmuster zurück. Er schien seine Mitte verloren zu haben und wurde zunehmend aggressiver, sodass er Fon Lon, der mittlerweise für einen Pandaren ein sehr hohes Alter erreicht hatte, einmal im Kampf versehentlich verwundete. Trotz der Tatsache, dass es sich nur um eine leichte Verletzung handelte und Fo Lon nicht nachtragend war, war Shun To schockiert über sich selbst und drohte, erneut abzurutschen.

Flusshieb, der eine Ahnung hatte, wohin all dies führen könnte, suchte Shun Tos Mutter auf und bat sie um ein beachtliches Opfer. Wissend, dass dies die letzte Gefälligkeit war, die der alte Meister in seinem Leben einfordern würde, stimmte sie nach langem Zögern zu. Kurz darauf rief Meister Fo Lon seinen Schüler zu sich und eröffnete Shun, dass seine Ausbildung beendet sei und nur noch eine Aufgabe ihn davon trennte, sich selbst als Waffenmeister und vollwertigen Shen Lo-Kämpfer zu bezeichnen: Er solle den Spuren Shaohaos folgen, dem letzten Kaiser Pandarias, der er es geschafft hatte, eins mit dem Land zu werden. Dies bedeutete für Shun To eine Pilgerreise, die ihn quer durch Pandaria führte. Fo Lon eröffnete ihm weiterhin, dass die Reise ihm vergegenwärtigen sollte, wie wertvoll und doch vergänglich alles Leben war - so wie das Kaiserreich Pandaria entschwunden und sein Vater verstorben war. Mit der Schwere dieser Entscheidung ringend, hoffte Shun To, dass Tao Shen ihn begleiten dürfte, dieser hatte sich jedoch für den spirituellen Weg des Geistweisers entschieden und so würde er in Halbhügel bleiben und die Nachfolge seines eigenen Meisters antreten.

Drei Tage später wurde Shun To von seiner Mutter, Tao Shen und vielen Bekannten und alten Freunden aus Halbhügel verabschiedet. Als der junge Pandaren, in Gesellschaft eines beladenen Yaks, das Tal dann schließlich in Richtung des Jadewalds verließ, erwartete Meister Fo Lon ihn bereits an der Brücke zwischen den zwei Regionen. Er wünschte seinem Schüler das Beste für dessen Reise und übergab ihm einen versiegelten Brief im Zeichen der Shen Lo, die Shun To jenen geben sollte, die er am Ende seiner Pilgerreise antraf. Und so begann die Pilgerreise des Pandaren.


III. Lektion fürs Leben im Jadewald

Den Jadewald durchquerend, nur mit dem Yak an seiner Seite, beschlichen den jungen Pandaren die ersten Zweifel. Er wusste, dass er eine gute Ausbildung erhalten hatte, doch all seine Sicherheit und sein Selbstvertrauen waren bislang von der Gewissheit gekommen, seine Familie und seinen Meister in der Nähe zu wissen. In der Siedlung Morgenblüte fand er Quartier für die Nacht. Als er sich am darauf folgenden Tage dem Gedenkschrein Shaohaos näherte, hielt ihn dort ein sonderbarer alter Pandaren an. Shun To unterhielt sich mit ihm, erzählte ihm von seiner Pilgerreise und seiner Absicht, dem Kaiser auf seinem Weg zu folgen. Der alte meinte daraufhin, wenn er die Gedenkschriftrolle des Kaisers lesen wolle, müsse er zuerst eine Lektion lernen. Er erklärte Shun To, dass jeder, der den Kaiser ehren wollte, zunächst seine Gewitztheit unter Beweis stellen müsse. Da der Gedenkschrein an einer Hügelwand war und von einem kleinen See umgeben, wies der alte Pandaren Shun To an, zum Schrein zu gelangen, ohne nass zu werden oder gar von oben hinab auf die Halbinsel zu springen.

Shun To tat wie ihm geheißen, versuchte, über die seichten Stellen und Erhöhungen zu hüpfen, doch es war zu weit, stets fiel er ins Wasser oder wurde nass dabei. Nun war der junge Pandaren aber nicht umsonst in Halbhügel für seine Sturheit bekannt gewesen und so versuchte er drei Tage lang auf die Halbinsel zu gelangen, ohne nass zu werden, sehr zur Belustigung der Bewohner von Morgenblüte. Am vierten Tag schließlich, an dem Shun To schon kurz davor war, seine Pilgerreise zu verteufeln, war der Alte verschwunden. Der Gastwirt gab ihm grinsend einen Brief des alten Wanderers. Darin stand, dass die eigentliche Lektion nicht gewesen sei, Gewitztheit zu zeigen. Der alte schrieb, dass die Geschichte Pandarias allen Pandaren gehörte und keiner den Schrein des Kaisers für sich beanspruchen konnte. Vielmehr mahnte er den jungen Pandaren zur Vorsicht und zum Misstrauen, da dieser ihm so offen von seinen Reiseplänen und Vorhaben erzählt hatte. Er schrieb, dass Shun To ihn schon bald wieder sehen würde und wünschte ihm viel Glück auf seiner Reise zum Grat des Unwissenden im Kun Lai-Gipfel, der zweiten Station auf der Reise des Kaisers.

Rasend vor Zorn knüllte Shun To den Brief zusammen und warf ihn von sich, um dann umgehend den Tümpel zu durchqueren und die Schriftrolle zu lesen. Während er von der Vision des Kaisers las, beruhigte sich sein Zorn und wich Verständnis. Shun To begriff, dass das, was der Alte ihm hatte zeigen wollen, vergleichbar war mit dem, was der Kaiser erlebt hatte. Auch er hatte an diesem Ort, in Morgenblüte eine Erkenntnis gehabt, auch wenn diese weitaus bedeutsamer für Pandaria gewesen war, als die von Shun To. Doch eine Lektion war eine Lektion und Shun To wurde zuversichtlich, dass diese Reise ihn noch einiges lehren würde. Nachdenklich bezahlte er den Gastwirt und machte vor seiner Weiterreise in den Kun Lai noch einen Umweg über das nahe Tian-Kloster, wo er ein Jahr lang die dort gelehrten Schwertkünste studierte. Nachdem er seine Studien dort beendet hatte, zog er mit seinem Yak zurück ins Tal der Vier Winde, in Richtung der Verhüllten Treppe, die zum Kun Lai-Pass führte. Dabei bewusst einen Bogen um Halbhügel und die Bauernhöfe machend - Shun To wollte keinen zweiten Abschied durchleben - reiste er am Talrand entlang, bis er schließlich den Aufgang zum Gebirge fand. Er bezahlte einen der Grummel-Führer und erklomm die Verhüllte Treppe. Nach einer Nacht der Rast in der "Taverne im Nebel" zog er dann weiter und durchquerte mit gebotener Vorsicht die Saurok-Höhlen, die die letzte Hürde zum Kun Lai-Gipfel boten.


IV. Die kalten Winde des Kun Lai


In Binan, einer Pandarensiedlung im Süden des Gebirges, wurde er in pandarischer Sitte gewohnt freundlich aufgenommen. Jeder Reisende erlebte dort eine vortreffliche Gastfreundschaft, zumal nicht alle Reisenden die Durchquerung der Saurok-verseuchten Passhöhlen überlebten. Shun To, der nach seiner Erfahrung in Morgenblüte in der Tat vorsichtiger geworden war, erzählte nicht viel von seinem Streben und ließ sich lediglich die einfachste Wegbeschreibung zum Grat des Unwissenden geben.

Während er in den kommenden Tagen also auf den höchsten Punkt des Gipfels zusteuerte, überwältigte ihn die kühle Landschaft ebenso sehr wie die ungewohnte Kälte. Er begann zu begreifen, wie groß Pandaria war und wie wenig er davon kannte. Bislang hatte er Glück gehabt und sein Schwert auf der Reise noch nicht zum Kampf nutzen müssen. Und selbst, als ein paar Ho-zen-Plünderer sich anschickten, ihn zu überfallen, war das Schicksal ihm gewogen, da einige Shado-Pan Mönche auf dem Rückweg zu ihrem Tempel Halt machten und den Ho-zen zeigten, warum die Shado-Pan als die Elite und Beschützer Pandarias bekannt waren. Tief beeindruckt von der Stärke und der Kampfkunst der Mönche bedankte sich Shun To und schwor sich im Stillen, dass er eines Tages deren Kloster besuchen würde, ganz unabhängig von seiner Pilgerreise.

Der Aufstieg zum Nimalaya war hart, die Luft wurde dünner und eisiger und nach der Hälfte des Weges schickte Shun To seinen Grummelführer mit dem Yak zurück zum Fuß des Berges, da das Tier trotz seines dicken Fells unter den Temperaturen litt und der Pandaren das Gefühl hatte, dass dies seine Prüfung war und nicht die seiner Begleiter. Schließlich, nach einer Ewigkeit, so schien es ihm, hatte er den Gipfel erklommen und fand den zweiten Schrein des Kaisers. Nachdem er von der Begegnung des Kaisers mit Yu'lon, der Jadeschlange, gelesen hatte, stellte er mit Murren fest, dass sein nächstes Ziel der Tempel der Jadeschlange sein sollte, im tiefen Süden des Jadewalds gelegen. Während er während des Abstiegs und mit schlechter Laune den Orientierungssinn des letzten Kaisers in Frage stellte, wurde ihm klar, dass er vielleicht sogar die Gelegenheit haben würde, mit Yu'lon, der himmlisch erhabenen Jadeschlange zu reden. Dies war ein Ansporn und so schaffte er den Abstieg bereits in einem halben Tag. Gut eine Woche später hatte er schließlich erneut Binan passiert und war über das Tal der Vier Winde zum Jadewald gereist.


V. Die Weisheit der Jadeschlange


Seine weitere Reise verlief zunächst ereignislos, kannte er den Jadewald doch mittlerweile recht gut. Dennoch machte Shun To, nur wenige Stunden von den Tempelanlagen entfernt, einen entscheidenden Fehler. Wegen Wind und Wetter hatte er in der Nacht kein Lager aufschlagen können und so hatte er das Yak angebunden und ein wenig an einem Baum geruht. So bemerkte der leichtsinnige Pandaren den gewaltigen Tiger nicht, der sich anschlich, weil er Beute witterte. Seine erstes Opfer war das Yak, das den Tiger ebenso wenig kommen gesehen hatte wie sein schlafender Meister. Durch den Todesschrei des Yaks geweckt, sprang Shun To auf und sah mit Schrecken, wie sein treuer Begleiter der letzten Jahre sein Leben aushauchte. Zorn kochte in seinem inneren hoch, vergessen war der Kodex des Shen Lo und so stürzte sich der Pandaren mit gezogenen Schwertern auf den Tiger. Der Kampf war hart und bestimmt von purem Instinkt. Nachdem Shun To einige Kratzer, Bisse und einen fatalen Klauenhieb über das rechte Auge hatte einstecken müssen, gelang es ihm jedoch, den nicht minder angeschlagenen Tiger auszumanövrieren und in einer letzten, verzweifelten Attacke, seine Klinge in dessen Herz zu treiben. Schwer verletzt und ohnmächtig von Schmerz und Trauer, brach Shun To schließlich zusammen und wäre mit Sicherheit verblutet, wenn nicht kurz darauf einige Mönche aus dem Orden der Jadeschlange vorbei gekommen wären und seinen leblosen Körper gefunden hätten. Schnell hatten sie sich zusammen gereimt, was geschehen war. Notdürftig versorgten sie den Pandaren und brachten ihn und sein Gepäck in den Schlangentempel. Die Nebelwirker des Tempels, die wohl zu den besten Heilern Pandarias gehörten, nahmen sich seiner an und so überlebte Shun To den Tigerangriff knapp und ohne sein rechtes Auge zu verlieren. Nach zwei Tagen der Ruhe und der Behandlung erwachte er schließlich und die Mönche mussten den aufgebrachten Krieger beruhigen, damit dieser nicht sogleich aufsprang. Sie erklärten ihm, wo er war und berichteten ihm davon, dass sie sein Yak angemessen begraben und sein Gepäck mit in den Tempel gebracht hatten. Von starken Schuldgefühlen geplagt, verbrachte Shun To noch einige Tage in der Obhut der Heiler. Die zwei Krallen-Narben, die die Tigerklaue auf seinem Auge hinterlassen hatte, sollten ihm stets eine Erinnerung an seine Unachtsamkeit und die Möglichkeit eines plötzlichen Todes sein. Erst die Nachricht, dass Yu'lon ihn empfangen wollte, vermochte den Pandaren aus seiner Lethargie zu befreien.

Shun To, der vor der Audienz bei Yu'lon gleichermaßen aufgeregt wie angespannt war, erlebte eine große Überraschung, als sich das Tor zum inneren Tempel öffnete und der alte Wanderer vor ihm stand, der ihn vor knapp drei Jahren in Morgenblüte gefoppt hatte. Völlig überrumpelt und irritiert wusste Shun To zunächst nicht, was er sagen sollte, bis der Wanderer schließlich lachend das Eis brach und die Gestalt von Yu'lon annahm. Die Jadeschlange berichtete ihm, dass sie häufiger andere Formen an nahm, um die Pandaren unauffällig zu beobachten. Sie erklärte ihm, dass ihr Streich in Morgenblüte gleichermaßen Schabernak wie auch Lektion gewesen war, da sie in Shun To die Naivität der Jugend gesehen hatte, die schon so manches Leben früh beendet hatte. Der Krieger, der mittlerweile die Lektion verstanden hatte und überaus dankbar für die Fürsorge der Heiler war, bezollte seinen Respekt in aller Form und war erleichtert, als Yu'lon ihn fragte, was er sich nicht zu fragen anmaßen wollte: Sie erkundigte sich, ob er nicht bleiben und die Schwertkünste des Schlangentempels studieren wollte - ein Angebot, das er von Herzen gern annahm.

So zogen die Jahre ins Land und Shun To lernte viel von den Mönchen der Jadeschlange. Obgleich der waffenlose Kampf nicht seine Leidenschaft war, zeigten ihm die Mönche einige Techniken zur Verteidigung, sollte ihm die Waffe einmal abhanden kommen. Nach fünf Jahren des Studiums beschloss er, weiter zu reisen, deutlich weiser als noch zu Beginn seiner Reise und auf dem Rücken einer Reitschildkröte. Nachdem er sich von Yu'lon verabschiedet und das Grab seines Gefährten geehrt hatte, ritt er nun also, erneut durch das Tal der Vier Winde reisend, südlich in Richtung der Krasarang-Wildnis.


VI. Die Hoffnung des Roten Kranichs


Nachdem er in Zhus Wacht, an der Grenze des Tals der Vier Winde und dem Krasarang genächtigt hatte, passierte er das Gebiet, in dem sich noch heute das Tal in Form von Klippen über die belebte Wildnis des Krasarang erhebt. Schon bald sah sich Shun To im tiefsten Dschungel wieder. Die tropische Hitze machte ihm zu schaffen, und so kam er nur langsam voran. Nach wenigen Stunden hörte er schließlich, nahe der Krasariruinen, schwache Hilferufe. Alarmiert stieg er von seiner Schildkröte und folgte er der Stimme, bis er schließlich deren Ursprung fand. Ein Pandaren lag schwer verletzt am Boden, neben ihm lag ein weiterer, der sein Leben bereits ausgehaucht hatte. Um sie herum verwesten die Körper einiger toter Mogu. Shun To tat alles ihm bekannte, um die Wunden des verletzten zu versorgen, doch schon bald musste er erkennen, dass er nichts für den armen Mann tun konnte. Der Sterbende erzählte ihm, dass er von Chi-Jis Tempel aus mit seinem Schüler aufgebrochen war, um eine mystische Klinge namens "Windstrom, der Leybrecher" zu finden. Das Schwert, das einer Legende zufolge die Macht besitzen sollte, Zauber zu brechen und abwehren zu können, sollte irgendwo in Pandaria versteckt sein. Der Pandaren hatte sich mit seinem Schüler auf dem Weg über das Schwert unterhalten und vermutete nun, dass er dabei belauscht worden war. Wenig später waren die beiden von einer Mogu-Räuberbande überfallen worden, deren Anführer von dem Schwert gewusst und genaurere Informationen von ihnen verlangt hatte. Als die beiden sich unkooperativ gezeigt hatten, waren die Mogu zum Angriff übergegangen und nach einem kurzen, aber heftigen Kampf, waren die beiden der Übermacht unterlegen. Während der Schüler einen schnellen Tod gefunden hatte, hatten sie den tödlich verwundeten Meister einfach liegen lassen. Der Alte, der befürchetete, dass das Schwert nun in Moguhände geraten würde, bat Shun To darum, alles zu tun, um den Räuberhauptmann der Mogu aufzuhalten. Er wusste, ein Mogu, der einmal von einem Instrument der Macht erfahren hatte, würde nicht Halt machen, bis er es erlangt hatte. Gerade als der Alte Shun To verraten wollte, wo die Klinge war, machte sein Herz jedoch seine letzten Schläge. Alles, was er dem Pandaren mitgeben konnte, waren die gehauchten Worte "Suche... Schwert ...Norden... Stärke". Dann tat er seinen letzten Atemzug.

Gerade als Shun To begriff, dass sein Reise damit ein weiteres Ziel erhalten hatte, preschte aus den Büschen ein gerüsteter Mogu hervor und ging zum Angriff über. Der pandarische Schwertkämpfer konnte gerade so dem ersten gewaltigen Schwerthieb seines Angreifers entgehen. Aufgrund ihrer Nähe zu den Krasariruinen rechnete er damit, dass noch weitere Mogu in der Nähe waren. So wandte sich Shun To seinem Gegner angriffsbereit zu und als dieser ein zweites Mal angriff, trickste er ihn aus und verschwand in den Büschen. So schnell ihn seine felligen Beine trugen, rannte er zu seiner Schildkröte und flüchete daraufhin tiefer in den Dschungel hinein. Nach der hastigen Überquerung des Dojani-Flusses, beruhigte Shun To sich wieder ein wenig , zumal es keine Anzeichen für Verfolger gab. Obgleich er noch nie in einer vergleichbaren Gefahr gewesen war, erinnerte er sich an seine Ausbildung. Da es töricht gewesen wäre, in Unwissenheit um seine Verfolger ein Nachtlager aufzuschlagen, ließ er seine Reitschildkröte gut versteckt in einer Erdmulde zurück und durchsuchte den umliegenden Dschungel.

Als er schließlich mit größter Vorsicht die nahen Dojani-Ruinen beschlich, konnte er dort einige Mogu beobachten, die nicht zu den dort residierenden Dojani-Mogu zu gehören schienen. Er erkannte seinen Angreifer wieder, der gerade einem anderen Mogu Bericht erstattete. Shun To erfuhr, dass der muskulöse Räuberhauptmann der Mogu den Namen "Wei Long" trug und dass er in der Tat noch immer an dem Schwert interessiert war. Sein Angreifer, der ein Späher Wei Longs gewesen war, berichtete davon, dass er gesehen hatte, wie Shun To mit dem Sterbenden sprach. Wei Long, der daraufhin vermutete, dass der Alte Shun To etwas über den Verbleib des Schwertes erzählt hatte, gab den Befehl, den gesamten Krasarang-Dschungel nach ihm abzusuchen. Eilends zog sich der Pandarenkrieger zurück und machte sich, nachdem er seine Schildkröte wieder gesattelt hatte, auf den Weg zu Chi-Jis Tempel. Als Heimstätte eines Himmlischen Erhabenen durfte es in der gesamten Wildnis wohl kaum einen Ort geben, der sicherer war, so hoffte Shun To. In der Tat wurde er dort mit der in Pandaria üblichen Offenheit von den Jüngern Chi-Jis willkommen geheißen. Nachdem er einige Stunden geruht hatte - schließlich hatte er seit dem Angriff durch den Späher kein Auge mehr zu tun können - berichtete der Pandaren seinen Gastgebern von dem Erlebten. Diese erfuhren mit Bestürzung von dem Tod des Meisters und seines Schülers und sandten sogleich einige erfahrene Mönche aus, um deren Leichen zu bergen.

Shun To kamen in den darauffolgenden Tagen massive Zweifel. Er fürchtete, dass seine Reise umsonst sein würde. Er fragte sich, ob der Abschluss seiner Pilgerreise wirklich den gewünschten Effekt haben würde. Zwar war er ein Schwertkämpfer und hatte sich schon verteidigen müssen, doch zum ersten Mal in seinem Leben hatte er einem furchterregenden Mogu gegenüber gestanden. So suchte er in den kommenden Tagen Ablenkung durch Kampftraining mit den Jüngern des Roten Kranichs. Während man die Körper der beiden Reisenden hatte bergen und begraben können, boten die Mönche Chi-Jis an, Shun To in ihren Techniken mit dem Schwert zu unterweisen. So nutzte er auch hier die Gelegenheit, seine Schwertkünste zu erweitern und nach wenigen Monaten hatte er den Schrecken, den ihm die Mogu eingejagt hatten, beinahe vergessen. Einmal hatte er sogar mit dem Himmlischen Erhabenen Chi-Ji sprechen dürfen. Dieser hatte seine Zweifel aus dem Weg geräumt und ihm neue Hoffnung für seine Reise gegeben. In der kurzen Audienz hatte Chi-Ji ihm ihm noch etwas über das Schwert "Windstrom" sagen können, zumal der alte Meister ja von seinem Tempel aus aufgebrochen war, um es zu finden. Shun To erfuhr nur, dass der Zauber des Schwertes wohl mit einer Form von Magie zu tun hatte, die allgegenwärtig war. Die Jünger des Kranichs vermuteten im Bezug auf die letzten Worte des alten Meisters, dass dieser lediglich gemeint habe, Shun To solle auf seiner Reise in den Norden entschlossen bleiben und keine Schwäche zeigen. So mehrten sich die Tage seines Studiums und ein Jahr verging.

Nachdem er sich also von seinen Gastgebern in aller Höflichkeit verabschiedet hatte, reiste er diesmal in Richtung Nord-Westen weiter. Zwar wäre es naheliegender gewesen, das Tal der Vier Winde wieder über die nordöstliche Passage anzusteuern, doch trotz des Jahres, das zwischen seinem Zusammentreffen mit den Mogu lag, war Shun To vorsichtig. Leider hatte er jedoch die Beharrlichkeit Wei Longs und seiner Männer unterschätzt. Dieser hatte, besessen vom Gedanken an die mächtige Waffe, Chi-Jis Tempel das ganze Jahr lang beobachten lassen und nur darauf gewartet, dass Shun To sich einmal von den Jüngern entfernte. So lauerte er dem Pandaren mit einigen anderen Mogu auf und fing ihn nur wenige hundert Meter vor der Passage zum Tal der Vier Winde ab. Shun To, zwar überrascht, doch dank seines Aufenthalts bei Chi-Ji nun deutlich ruhiger und voller Hoffnung, kämpfte wie ein Löwe. Zwar gelang es ihm dank seiner umfassenden Schwertkünste, sechs von Wei Longs Räubern niederzustrecken, doch schließlich verlor der Räuberhauptmann die Geduld und ein ganzes Dutzend Mogu und Saurok fiel über den Pandaren her. Einer solchen Masse konnte Shun To nur wenig entgegen setzen und so wurde er letztendlich von den Räubern so schwer verwundet, dass er das Bewusstsein verlor. Wei Long und seine Mannen brachen daraufhin alle Lager ab und reisten, mit Shun To in einem Käfig, im Schlepptau, in Richtung der Tonlong-Steppen, wo sie ihr Hauptlager hatten.


VII. Der Mut des Schwarzen Ochsen


Die Reise in die Tonlong-Steppen bekam Shun To nur in Bruchstücken mit. In den kurzen Phasen seines Bewusstseins fütterte man ihn entweder mit Essensresten oder folterte ihn, in der Hoffnung neue Informationen über das Schwert zu erhalten. Obgleich die letzten Worte des alten Meisters für Wei Long vermutlich ebenso rätselhaft sein würden wie für ihn, ehrte er dessen Andenken, in dem er ihnen nichts erzählte. Wei Long, der sich sichtlich am Leiden Shun Tos ergötzte, prophzeite diesem, dass die Gespräche, die sie im Hauptlager der Räuber führen würden, wesentlich ergiebiger sein würden. Wei Long war zu Shun Tos Unglück sehr geschickt darin, den Pandaren und insbesondere den Shado-Pan aus dem Weg zu gehen und so gelang es ihm, auch mithilfe von Magie, das Lager in den Tonlong-Steppen sicher zu erreichen.

Wei Long war das grausamste Wesen, dass Shun To je getroffen hatte. Der Pandaren erfuhr, dass Wei Long unter seinesgleichen den Beinamen "der Peiniger" hatte, was sich nicht selten am Umgang mit seinen Männern wiederspiegelte. Shun To verlor jegliches Zeitgefühl, die Foltern Wei Longs, die sowohl physischer als auch magischer Natur waren, waren in der Tat furchtbar schmerzhaft und wurden dem Beinamen des Mogu mehr als gerecht. Zwar waren es nur wenige Wochen, doch Shun Tos Gedanken, die sich anfänglich noch mit Plänen zur Flucht befasst hatten, waren nun schon darauf ausgerichtet, wie er seiner eigenen Existenz möglichst schnell ein Ende setzen konnte.

Es mussten etwa eineinhalb Monate gewesen sein, bis dem Pandarenkrieger eine unverhoffte Hilfe zuteil wurde. Einige der friedfertigen Einheimischen der Steppen, die gemeinhin als Yaungol bekannt waren, hatten das Lager der Mogu bemerkt. Zwar waren sich Yaungol und Mogu einerlei, doch besorgte die große Anzahl der Räuber die einheimischen Stierwesen. Sie wandten sich an die Shado-Pan. So kam es, dass die Beschützer Pandarias von dem Räuberlager erfuhren und umgehend einen Angriff einleiteten. Genau während einer Folter Shun Tos starteten die Mönche ihre Attacke. Eine Omniamagierin der Shado-Pan tötete den Saurok-Foltermeister und befreite Shun To, der vor Schmerzen beinahe wahnsinnig geworden war. Wei Long, der sofort um seinen Gefangenen und damit um das Schwert fürchtete, war sofort zugegen und attackierte die Magierin. Shun To kämpfte derweil mit der Bewusstlosigkeit, hatten die letzten Wochen doch seinen Körper und Geist beinahe ausgelaugt. Schließlich übernahm allerdings sein Überlebenswillen und er stürzte sich mit dem glühenden Eisen des Folterers auf Wei Long. Gerade, als dieser die Magierin in die Enge getrieben hatte und einen fatalen Treffer landen wollte, sprang der Pandaren auf seinen Rücken und trieb ihm das glühende Eisen ins rechte Auge. Während der Räuberhauptmann rasend vor Schmerz das Weite suchte, ergab sich Shun To der Ohnmacht und sackte zusammen. Die Shado-Pan, die das Räuberlager in Schutt und Asche gelegt hatten, brachten den verletzten Pandaren zum nahen Tempel von Niuzao, dem Schwarzen Ochsen. Dort wurde er behandelt und seine Wunden verarztet, auch sein geringes Hab und Gut hatte man im Lager der Mogu sichergestellt. In der Zeit seiner Genesung freundete sich Shun To mit Shuya Hellwasser an, der Omniamagierin, die ihn gerettet hatte und dann gewissermaßen von ihm gerettet worden war. Es verging beinahe ein Dreivierteljahr, bis Shun To sich weitgehend von den Folgen der Folter Wei Longs erholt hatte. Er erfuhr, dass man den Räuberhauptmann nicht habe fangen können, dafür aber keiner seiner Schergen überlebt hatte. Wei Long war den Shado-Pan wohl schon lange ein Dorn im Auge gewesen, doch hatte er es stets verstanden, ihnen aus dem Weg zu gehen. Nach etwa einem Jahr war Shun To schließlich soweit genesen, dass ihn, neben den schmerzhaften Erinnerungen, nur einige Narben an die Zeit seiner Gefangenschaft erinnerten. Wie auch zuvor nutzte Shun To die Gelegenheit, die Schwertkünste des Niuzao-Tempels zu studieren. Wie der Zufall es wollte, war auch dieser eine Station des Kaisers gewesen und so erhielt Shun To eine Abschrift der nunmehr fünften Bürde Shaohaos. Nach zwei Jahren des Trainings beschloss Shun To, der aus Gesprächen mit Niuzao und dessen Jüngern wieder Zuversicht und Mut gewonnen hatte, sich seiner nächsten Station zu widmen, dem Tempel des Weißen Tigers im Kun Lai-Gipfel. Shuya bot ihm an, ihn mit einem Ballon von den Steppen aus hinüber zu fliegen - ein Angebot, dass er nur zu gern annahm. Niuzao hatte ihm geraten, bei seiner Suche nach "Windstrom", den Rat von Xuen, dem Weißen Tiger zu suchen, obgleich er ihm nicht hatte verraten wollen, wieso.

Während des Fluges kamen sich Shuya und Shun To näher und so musste er ihr bei der Landung versprechen, dass er sie nach seinem Aufenthalt im Tigertempel umgehend besuchen würde. Ein Versprechen, dass Shun To ihr gerne gab, zumal das Kloster die siebte und vorletzte Station des Kaisers gewesen war.


VIII. Die Stärke des Weißen Tigers

Der Tempel von Xuen, dem Weißen Tiger, war bislang der beeindruckstende Anblick, den Shun To auf seiner Reise hatte erblicken dürfen. Hoch in den Gipfeln gelegen, auf mehreren Ebenen und nur durch hölzerne Brücken verbunden, wurde der Pandaren von den Xuen-Jüngern empfangen. Seiner Bitte nach einer Abschrift der siebten Bürde des Kaisers kamen die Mönche gerne nach. Man erlaubte ihm auch, mit ihnen zu trainieren und brachte ihm die Schwertkünste dort nahe. Auch hier verbrachte er knapp ein Jahr mit dem Studium neuer Techniken. Doch als er schließlich darum bat, wegen "Windstrom" eine Audienz bei Xuen zu erhalten, verwehrte man ihm diese. Die Mönche sagten ihm, der Erhabene müsse erst wissen, ob er würdig sei, eine solch mächtige Klinge zu tragen. In einem Kampf gegen vier Mönche des Tigerordens sollte Shun To zeigen, ob er über das nötige Können und Willensstärke verfügte. Shunto stimmte zu, sich seiner eigenen Überlegenheit sicher. Im Kampf jedoch stellte der Schwertkämpfer fest, dass er sich ein wenig zu sicher gewesen war. Obgleich er drei der Tigermönche unter den wachsamen Augen Xuens besiegte, schien sein vierter Gegner stärker als er zu sein. Shun To konnte keinen Schwachpunkt in der Technik seines Gegners entdecken und wurde im Verlauf des Kampfes immer ungehaltener. Er konnte nicht verstehen, dass all seine Studien in den Schwerttechniken Pandarias hier keine Früchte zeigen sollten. Schließlich unterbrach Xuen persönlich den Kampf und stimmte zu, Shun To zu empfangen, obgleich er den Kampf nicht eindeutig für sich hatte entscheiden können.

Xuen erklärte Shun To daraufhin in einem persönlichen Gespräch, dass er durch einen Boten Niuzaos bereits über den Zweck der Reise des Pandaren informiert worden sei. Die Prüfungen der Tigermönche waren auf seine Weisung hin erfolgt, um sich ein Bild von Shun Tos Persönlichkeit und Können zu machen. Schließlich eröffnete er dem Krieger, dass er ihm deutlich mehr über das Schwert "Windstrom" sagen könne. Zuerst reimte er die Worte des alten Meisters zusammen: "Suche das Schwert im Norden, beim Himmlischen Erhabenen der Stärke." Xuen berichetete, dass das mystische Schwert einst von einem alten pandarischen Kriegstänzer geschmiedet wurde, einem jener legendären Krieger, die sich auf den Schlachtfeldern gleichermaßen als Waffenmeister, wie auch als Inspiration bewährt hatten. Wenige Monate nach der Trennung Pandarias vom Festland Kalimdors hatte dieser Kriegstänzer einen Weg entdeckt, mithilfe einiger Gelehrter seine Shaktani-Kriegsklinge so zu verstärken, dass sie in der Lage war, die Leylinien, aus denen arkane Zauber ihre Macht bezogen, zu durchtrennen und zudem noch Zauber jeglicher Art zu reflektieren. Zusätzlich verliehen sie der Klinge die Macht, sich zu verdoppeln zu können. Nach dem Tod des Kriegstänzers wurde die Klinge in einem Nebenraum von dessen Grabkammer platziert, mit einer Prüfung versehen, die jeden, der Anspruch darauf erheben wollte, in seiner Gänze testen sollte.

Shun To begriff nun, warum der Mogu so auf die Klinge versessen war - immerhin war es nicht unwahrscheinlich, dass Wei Long um deren Eigenschaften wusste, zumal Magie eine bedeutende Position bei den Mogu einnahm. Xuen verriet ihm, dass er wisse, wo das Grabmal des Kriegstänzers sei, obgleich dort noch eine weitere Prüfung auf ihn warten würde. Shun To, der gut um die Kriegstänzer Bescheid wusste - schließlich waren einige Anhänger des Shen Lo-Kodex selbst dieser ehrenwerten Profession nachgegangen und hatten Einfluss auf selbigen genommen - bat den Himmlischen Erhabenen der Stärke darum, ihm den Ort zu zeigen. Xuen, der Shun To direkt in die Seele zu blicken vermochte, erfüllte die Bitte des Kriegers und führte ihn einen Berg hinauf, in der Nähe des Shado Pan-Klosters gelegen. Dort verabschiedete er sich von dem Pandaren und warnte ihn davor, dass die Prüfung dort der ultimative Test für Shun To sein würde. Er verriet ihm, dass der vierte Mönch, den er im Tempel des Tigers nicht hatte bezwingen können, ihm nur in einer Sache überlegen gewesen war: Der Selbstkontrolle. Abschließend wies Xuen ihn an, dass er nach dem Erhalt der Klinge umgehend die Shado-Pan aufsuchen solle, da eine Shaktani-Klinge ebenso ein Symbol wie eine Waffe sei.

Nachdem der Erhabene fort war, wagte sich der Pandaren in die Höhle, die den Eingang zum Grab des Kriegstänzers markierte. Als er schließlich in eine große Halle gelangte, sah er, dass er nicht der einzige Anwesende war. Niemand geringeres als Wei Long stand vor ihm, blutverschmiert, gehetzt und zornig wie eh und je. Sogleich ging der Mogu zum Angriff über. Shun To erwies sich als würdiger Gegner, doch der blinde Hass, der Wei Long ergriff, sollte sich schon bald als zu stark erweisen. Unter den heftigen Schlägen der gewaltigen Mogu-Klinge, wurden Shun To schon bald die Arme schwer. Beide, sowohl Wei Long als auch er selbst, hatten einige Schnittwunden davon getragen und der Schmerz war Ansporn wie Ablenkung zugleich. Erneut fragte sich Shun To, ob dies das Ende seiner Reise sein sollte. Dieser Gedanke, sowie die Erinnerung an die Foltern, die Wei Long ihm angetan hatte, ließen ihn neue Entschlossenheit finden. Der wohlbekannte Zorn kochte in ihm hoch und er leitete ihn, dem Shen Lo-Kodex gemäß, in seine Angriffe um. Schon bald jedoch fühlte Shun To, dass auch Wei Long vom Zorn beseelt war und so gaben die beiden Kämpfer ihrem Hass immer mehr nach, bis sie beide von schwarzen Flammen dunkler Energie eingehüllt waren. Schließlich, in einem kurzen Moment, in dem Shun To einen klaren Gedanken fassen konnte, nutzte er seine Beweglichkeit, um den Mogu zu täuschen und ihn dann niederzustrecken. Während der Pandaren mit sich rang und versuchte, seinen Zorn nieder zu kämpfen, lag der Mogu besiegt, aber lebendig, am Boden.

Just in diesem Moment öffnete sich eine Tür und eine Mogu-Statue trat heraus, in einer Schwertscheide die mystische Shaktani-Klinge mit sich tragend. Als die beiden der Tatsache gewahr wurden, dass die Prüfung des Kriegstänzers begonnen hatte, mobilisierte Wei Long seine letzten Kräfte und griff die die Statue brüllend an, bevor Shun To auch nur reagieren konnte. Blitzschnell zog der Steinwächter die Klinge und enthauptete den Mogu in einer einzigen Bewegung. Dann wandte er sich Shun To zu. Der Pandaren, der in seinem ersten Reflex, vom Zorn geleitet sein Schwert ergriff, machte sich kampfbereit, als er bemerkte, dass der Wächter zwar ihm zugewandt war, die Shaktani-Klinge jedoch nach dem Angriff Wei Longs wieder in die Scheide gesteckt hatte. Sich im Kampf mit seinem Zorn und der Situation befindet, rief Shun To sich den Shen Lo-Kodex und seine Begegnungen mit den Himmilschen Erhabenen ins Gedächtnis. Eine Erkenntnis übermannte ihn und mit einem tiefen Ausatmen befreite er sich von seinem Zorn und ließ im selben Moment sein Schwert fallen. Dann verbeugte er sich tief vor der Mogu-Statue, die ihm daraufhin in der selben Geste das Schwert überreichte. Vor ihm erschien nun der Geist des alten Kriegstänzers, der ihm zum Erhalt der Waffe gratulierte und ihn an die Verantwortung erinnerte, die ein Krieger zu tragen hatte. Er hatte den ersten Schritt getan, indem er eine Grundsatzlehre der Kriegstänzer geehrt hatte: Einen Konflikt ohne Kampf zu lösen. Nach dem Segen des Meisters machte sich Shun To mit seiner neu gewonnen mystischen Waffe an den Abstieg und gelangte schon einen Tag später zum Kloster der Shado-Pan.


IX. Von inneren Dämonen


Dort begegnete man ihm Neugierde und Misstrauen, immerhin gab es nicht mehr viele Pandaren, die eine Shaktani-Klinge ihr Eigen nannten, schließlich hatten die letzten Jahrtausende nur noch wenige Kriegstänzer hervor gebracht. Obgleich das Wiedersehen mit Shuya Shun Tos Herz mit großer Freude erfüllte, war ihm doch ebenso daran gelegen, seine Reise endlich zu beenden. Ein Meister ging sogar so weit, seinen Besitz der Shaktani-Klinge in Frage zu stellen und unterstellte dem Krieger, er habe sie gestohlen. Im darauffolgenden Kampf bewies Shun To jedoch, dass er durchaus mit der Waffe umzugehen vermochte. Nach einigem Zögern übergab man ihm eine Abschrift der siebten Bürde des Kaisers und sogleich noch deren Abschluss, der von der Abspaltung Pandarias im Tal der Ewigen Blüten berichtete. Ein Pilgern zu diesem Ort war unmöglich, da das Tal heilig und von den Himmlischen Erhabenen selbst versiegelt worden war. So hatte er das Ende seiner Reise erreicht und nachdem er den Meistern der Shado-Pan davon berichtet hatte, überreichte er ihnen den Umschlag, den Meister Fo Lon ihm seinerzeit im Tal der Vier Winde mitgegeben hatte. Nach dem Öffnen des Shen Lo-Briefes teilten ihm die Shado-Pan, die nun viel offener ihm gegenüber waren, mit, dass sein Meister seinen tief verwurzeln Zorn bereits richtig diagnostiziert hatte. Fo Lon hatte vermutet, dass sich eine hartnäckige Manifestation des Sha im Geiste seines damaligen Schülers eingenistet hatte und sich an dessen Wut nährte. Überrascht von dieser Botschaft und doch von ihrem Wahrheitsgehalt überzeugt - wusste er doch von der düsteren Energie, die Pandaria zuweilen hervor brachte, stimmte Shun To zu, sich von den Shado Pan in bestimmten Meditationstechniken unterweisen zu lassen, die den Mönchen das Austreiben dieser negativen Energie vereinfachen sollten. Die Shado-Pan, die Experten in diesem Gebiet waren, beschrieben das Sha als äußerst resistent. Shuya bangte um Shun To, da die Entfernung eines über Jahre hinweg in der Seele verwurzelten Sha nicht ungefährlich für ihn war, doch sie bestand darauf, bei der Austreibung zugegen zu sein. Als es denn schließlich so weit war und die Shado-Pan ihre Techniken nutzten, um die dunkle Energie auszutreiben, focht der Pandaren im Geiste seinen härtesten Kampf aus. Die Prozedur dauerte eine gute halbe Stunde und schließlich gelang es und ein Sha von gut zwei Metern Größe löste sich von Shun To. Der Kampf war hart, doch letztlich gelang es Shun To und den Shado-Pan mit vereinten Kräften, das dunkle Wesen zu besiegen - die Klinge "Windstrom" war dabei von gutem Nutzen, da sie manche Angriffe des Sha zurückwarf. Die Bestie wurde in einem Erdloch begraben und die Shado-Pan erklärten Shun To, dass es von nun an ihm sei, den Zorn in seinem Inneren nicht wieder zu nähren. Als würdiger Besitzer einer Shaktani-Kriegsklinge und Meister vieler Schwertechniken Pandarias, willigten sie ein, Shun To zum Kriegstänzer auszubilden, eine Ehre, die früher nur den ambitionierten Pikenmeistern der Pandaren zuteil geworden war.

In den folgenden Jahren, in denen Shun To noch lange die Gesellschaft von Shuya genoss, studierte er die Schwertkünste der stärksten Männer und Frauen Pandarias, der Shado-Pan. Im Gegenzug musste er bei stärkeren Mantiden-Angriffen oder Sha-Manifestationen aushelfen, da die Reihen der Mönche stetig schrumpften. Er erkannte während seiner Kriegstänzer-Ausbildung mit der Zeit, dass die Austreibung des Sha ihn tatsächlich viel ruhiger und unbeschwerter gemacht hatte. Nachdem er weitere fünfzehn Jahre bei den Shado-Pan verbracht und mittlerweile einen eigenen Schwertstil, "Den jagenden Wind " begründet hatte, hatte er sich den Titel eines Schwertkampf-Großmeisters und Kriegstänzers erworben. Die Shado-Pan verliehen ihm den Beinamen "Windjäger", da sein Stil, als Kombination vieler anderer Stilrichtungen, sehr bewegungsintensiv und schnell war. Mit der Zeit wuchs jedoch sein Heimweh nach Halbhügel und das Verlangen nach dessen behütender Ruhe. Die Shado-Pan schützten zwar die Bevölkerung vor allen möglichen Gefahren, doch hatten die wenigsten von ihnen noch Visionen für ihre Zukunft, sie lebten für den Kampf, Pandaria und dessen Verteidigung. So verabschiedete sich Shunto nach knapp zwanzig Jahren von den Shado-Pan und trat als kampferfahrender Kriegstänzer wieder die Heimreise nach Halbhügel an - nicht, ohne sich vorher noch von Shuya regelmäßige Besuche versprechen zu lassen.


X. Harmonie in Halbhügel

Das erste, was Shun To tat, als er nach Halbhügel zurückkehrte, war, das Grab seines Meisters zu ehren. Seine Mutter war indes alt und schwach geworden und es war das höchste Glück ihrer letzten Tage, ihren Sohn noch einmal in die Arme schließen zu dürfen. Nachdem auch sie von ihm gegangen war, verschrieb sich Shun To dem Schutz des Tals der Vier Winde. Er hatte seinen inneren Dämon bezwungen und beinahe ganz Pandaria bereist. Seine Mission war erfüllt und nun wollte er erst einmal das genießen, war er all die Jahre auf seinen Reisen schmerzlich vermisst hatte: Die Geborgenheit Halbhügels, gewürzt mit den regelmäßigen Besuchen seiner besseren Hälfte bei den Shado-Pan.

So ging es noch viele Jahrzehnte lang, in denen er durch das Tal der Vier Winde patroullierte und half, dort für Ruhe zu sorgen. In dieser Zeit näherte ihn Tao Shen, mittlerweile Geistweiser und Wassersprecher des Dorfes, wieder der Philosophie der Vier Wege an. So erlebte er mit Sorge das Schwinden der Nebel und die Ankunft der Fremden, wurde aber beschwichtigt, als er von der Vision seines Freundes hörte und beschloss, diesen bei seinem Vorhaben zu begleiten. So war er einer der ersten, die sich Tao Shen im Zeichen des "Ordens der vier Wege" anschlossen.

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