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Die Aldor Wiki

Schatten und Zahnräder

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Sie schrien. Alle schrien sie. Und rannten wie von einer Tarantel gestochen umher. Troggs. Von allen Seiten rannten sie in ihre geliebte Stadt. Verfluchte Biester. Aber Gnome wären nicht Gnome, wenn sie nicht alles geben würden. In seiner Verzweiflung fasste Mekkatorque einen fatalen Entschluss.

"Öffnet die Ventile !" schrie er. "Die Strahlung wird sie vertreiben. Oder töten. Beides ist mir Recht." Gwyra Schattenrad hörte die Warnungen die durch die Gassen schallten. "Gnome in Deckung !" Sie sah sich um, konnte ihre Brüder aber nirgendwo entdecken. Elarek und Calel. Sie hatten oft stundenlang getüftelt. Dabei hatte Elarek sogar seine Hand verloren. Aber Explosionen sind gnomisch. Sie würden schon irgendwo sein. Gwyra verkroch sich in einer Ecke und hielt sich die Hände schützend über den Kopf.

Als sie die Augen wieder aufmachte, bot sich ihr nicht das erhoffte Bild. Die Troggs waren immer noch da. Sie waren nicht vertrieben worden. Und die Strahlung hatte sie nicht getötet. Nein, es war alles viel schlimmer gekommen. Die Strahlung hatte nicht nur den Troggs einen grünlichen Schimmer verliehen... einige Gnome hatten sich nicht rechtzeitig retten können. Man würde sie später Lepragnome nennen. Grün. Verseucht. Nicht mehr im Stande klar zu denken.

Aus dem Krieg gegen die Troggs entfachte ein Bürgerkrieg. Gnom gegen Gnom. Es ging um alles - um Gnomeregan. Doch die Strahlung war stark. Zu stark. Immer mehr Gnome fielen ihr zum Opfer. Letztenendes blieb Gwyra nichts mehr übrig. Gemeinsam mit Mekkatorque und anderen Gnomen floh sie nach Eisenschmiede. Als sie sich noch einmal umdrehte, ein letzter Blick auf ihre heissgeliebte Stadt... da sah sie Elarek. Er hatte es nicht geschafft. Er sah sie mit leeren Augen an und zückte einen Dolch. "Ich komme wieder !" brüllte Gwyra. Und rannte.

***

Eisenschmiede. Das sollte also ihr neues Zuhause sein. Ihr Exil. Doch Mekkatorque wollte es nicht darauf beruhen lassen. Nein, sie würden Gnomeregan zurückerobern. Sie würden das Volk retten.

Fieberhaft machte sich Gwyra mit einigen Gnomen ans Werk. Die Strahlung musste irgendwie rückgängig gemacht werden. Maschinen würden sie bauen. Grosse Maschinen. Sie würden das Volk retten.

Nach einigen Monaten in Eisenschmiede, welche sie vorrangig in der Bibliothek verbracht hatte, machte sie Bekanntschaft mit einem Zwerg. Krom Stoutarm nannte er sich. Seit Magni den Entschluss gefasst hatte, jegliche Dämonenstudien in Eisenschmiede zu verbieten, war es still um ihn geworden. Er betrachtete die kleine Gnomin. "He ! Vielleicht kenn ich jemanden der dir behilflich sein kann !" Gwyra hob den Kopf. "Alamar Grimm ist sein Name. Ein Gnom. Irgendwo im Schnee von Dun Morogh."

Gwyra verliess Eisenschmiede und stapfte mit schweren Schritten durch den Schnee. Es ging um alles. Sie würde ihr Volk retten.

Sie fand ihn. Besagten Gnom Grimm. Er zeigte ihr Folianten. Er zeigte ihr Bücher. Ein Wissenschaftler, wie Gwyra in Gnomeregan viele kannte. Aber er war alt geworden. Er konnte nicht mehr so forschen wie früher. Gwyra hingegen, mit ihren 42 Gnomenjahren, war jung. Und wissbegierig. Neugierde ist eine gnomische Tugend. Hatte schon ihr Vater gesagt. Sie begann in den Folianten zu lesen. Sie studierte Nächte hindurch. Sie war blasser geworden in der Zwischenzeit. Aber das hielt sie nicht auf. Sie würde ihr Volk retten.

Aber es gab Probleme. Lago Blackwrench, ein Kollege aus Eisenschmiede, war schon gewarnt worden. Die Zwerge verfolgten die Wissenschaft mit einem argwöhnischen Auge. In Gnomeregan war alles anders gewesen. Aber hier. Ignoranten ! Was verstanden sie schon von der Wissenschaft. Nichts ! Nach Sturmwind solle sie gehen. Gakin aufsuchen. "Er ist ein Mensch, aber gut, es gibt Schlimmeres. Sag ihm ich hätte dich geschickt. Die Forschung hier wird zu riskant in diesem Rattenloch. Er besitzt ein Etablissement. Zum Geschlachteten Lamm." Sie würde ihr Volk retten.

***

Jarel nickte ihr nur noch zu, und stellte ihr die Milch mit Schuss bereit, sobald sie eintrat. Sie war einer von ihnen geworden. Vermummt huschte Dr. Schattenrad durch die engen Gassen von Sturmwind. Sie war so nah dran. Und doch so fern. Menschen sind seltsam.

An diesem Abend begab sie sich wieder einmal hinab in den ihr mittlerweile so vertrauten Keller. Aus dem Rattenloch in Eisenschmiede... ins nächste Loch. Das konnte es nicht sein. Verflucht wie sollte man so arbeiten. Während sie sich neue Folianten besorgte, hörte sie hinter sich Schritte.

"Dr. ?" - "Wer will das wissen ?" Ein grosser blonder Mann stand vor ihr. Er redete viel. Zuviel für Gwyras Geschmack. Menschen sind seltsam. Ihre Studien hatten die Runde gemacht, meinte der Mann, der sich als Drake vorstellte. Sie hätte Potential. Oder sowas. Gwyra zuckte mit den Schultern. Menschen sind seltsam. Er erzählte ihr von einer Gruppierung. Wissenschaftler. Wissenschaftler die einen Gnom wie sie einer war, unterstützen würden. Er erzählte ihr von einer Bibliothek, draussen, in Westfall. Verbotene Bücher. In greifbarer Nähe. Gwyra zögerte nicht lange. Sie würde ihr Volk retten. Um jeden Preis.

***

"Macht mir ihr was ihr wollt... solange sie am Leben bleibt." Da sass sie nun vor ihr, diese seltsame Frau. Ein "Gast" sei sie, hatte Drake gemeint. Wo sie herkam, warum sie dort war, das wusste Gwyra nicht. Und Drake machte auch keine Anstalten ein solches Gespräch zu vertiefen. Nun, da Gwyra schon einige Erfahrungen mit Menschen gemacht hatte, nahm sie das Naheliegendste an. War wohl eine unfreiwillige Gespielin. Menschen tun sowas. Menschen sind seltsam. Solange sie Gwyras Experimente nicht störte, sollte sie gerne dort eingesperrt bleiben in diesem dunklen Keller.

Wochen vergingen. Eines Abends auf dem Marktplatz in Sturmwind konnte sie ihn nicht überhören. Gwyra war sicher nicht vom Adel - Gnome kennen derartige Unterschiede nicht - und sie war auch sicher kein eloquenter Gesprächspartner... aber was der Kerl von sich gab, das versetzte sie nun doch in Erstaunen. Fluchte und brüllte den halben Platz zusammen. Dabei hatte seine Gesellschaft lange Ohren. Die hörte sicher gut. Gwyra wollte ihn als weiteren Verrückten in dieser Stadt abstempeln. Wie hatte Kriebels gesagt: "Die Stadt ist wie ein Plumpsklo. Von innen !" Doch dann hörte sie einen Namen. Sida. Gwyra schluckte und machte sich davon.

Sie ging erneut in den Keller. Aber diesmal war sie nicht allein, in doppelter Hinsicht. Sie hatte sich mit Magand und Odrörir getroffen, um ihnen von dem Blondschopf zu erzählen, der so rumgeschrien hatte. Gemeinsam sollten sie nach dem 'Gast' sehen. Doch auch Sida schien nicht allein zu sein. Ganz im Gegenteil. Der Blondschopf von neulich Abend werkelte an den Gitterstäben herum.

Der erste Gedanke der Gwyra durch den Kopf schoss: "Er hat uns nicht gesehen. Machen wir dass wir wegkommen. Ich bin nicht soweit gekommen, um jetzt ins Licht zu gehen... im wahrsten Sinne des Wortes." Doch er hielt sie auf. Magand. Er betonte wie wichtig der Gast für Drake sei. Und dass sie den nicht kampflos übergeben würden. Gwyra war Forscherin. Keine Kämpferin. Aber bisher hatte sie sich auf Magand verlassen können. Sie gingen zurück in den Keller.

Gwyra wurde schnell klar, diesen Lightblade nicht zu unterschätzen. Er machte Hackfleisch aus ihnen - selbst geschwächt an diesem dunklen Ort. Magand ächzte am Boden. Das eigene Leben aufgeben ? Für irgendeine Frau von irgendeinem Menschen ? Das war Gwyra zuwider. Sie konnte es nicht einmal verstehen. Sie musste leben, sie musste weiterforschen. Das war alles was zähle. Die Wissenschaft. Lightblade verschwand mitsamt der Frau aus dem Keller. Sie konnte nur zusehen.

Magand fluchte fürchterlich, als sie sein Bein festhielt. Und er fluchte noch fürchterlicher, als er schwor sich an Lightblade zu rächen. Gwyra hatte das ganze Spielchen etwas misstrauisch beobachtet. Ja doch, Menschen sind schon seltsam.

***

Der Gnom trottete leise vor sich hin.

"Im Turm"... hatte er gesagt. "Im Turm wirst du soviele Bücher finden, dass du Jahre brauchst um sie alle durchzuarbeiten." Jahre, was waren schon Jahre. Sie war besessen davon, ihr Ziel zu erreichen, da konnte sie gewiss diese Zeitspanne nicht aufhalten. Und wenn es Jahre dauern würde, sie würde jeden Dämonen im Nether erforschen. Sie würde sich ihr Wissen aneignen. Alles. Egal zu welchem Preis.

Zur Abendstunde, die Sonne war schon untergegangen, erreichte sie den Turm, den ihr Drake einmal gezeigt hatte. Ein Turm vollgestopft mit Büchern. Bösen Büchern. Büchern voller Wissen. Langsam aber mit sicherem Schritt ging sie die Stiegen hoch bis zu der Spitze und begann zu lesen.

"Von Ered'ruin und Mo'arg"... interessanter Titel dachte sich Gwyra. Mit einem besonderen Zusatz zu Schreckenslords. Sie war vertieft in ihre Lektüre als ihre Kollegen eintrafen. Ein begabter Zwerg anscheinend. Und der Wurm...

Gwyra nahm von dem nicht allzuviel Notiz, so vertieft war sie in ihren Büchern.In Gedanken versunken musste sie eine Beschwörungsformel wohl laut gesagt haben... sehr zur Überraschung ihrer Kollegen... [1]

Niemand war wohl überraschter als Gwyra selbst in diesem Moment. Von der Macht beflügelt züchtigte sie den Wurm, welcher sich immer noch standhaft gegen seine Berufung wehren wollte. "Was macht der Narr auch hier", dachte sich Gwyra, "ist seine Herrin mal wieder zu beschäftigt mit ihren Fingernägeln und anstatt zu Forschen müssen wir uns nun mit ihm rumplagen".... [2]

Oh und das Ergebnis war sehr zufriedenstellend. Der Schreckenslord faszinierte Gwyra. Sie musste mehr über die Kreatur herausfinden. Leider liess ihre Macht nach, und das Wesen verschwand wieder von der Bildfläche. Aber nicht aus Gwyras Kopf. [3]

Nein, da würde es nie wieder verschwinden... Sie hatte sie gekostet, die wahre Macht.

[4] [5] [6]

***

Seit dem "Vorfall" in Westfall war Dr. Schattenrad nicht mehr dieselbe. Ihre Augen hatten begonnen zu jucken. Und sie leuchteten etwas zu...grünlich für ihren Geschmack. Verfluchtes Dämonenpack. Hinterlistige... [zensiert]. Mitten in den Vorbereitungen für ihren Plan, kam ihr dies sehr ungelegen. Aber sie würde weitermachen. Zu jedem Preis.

Die Sonne ging langsam unter und Dr. Schattenrad trottete grummelnd durch Sturmwind. Ihr Weg führte sie in den Park, genauergesagt in die Wolfenwut-Taverne. Widarson war ebenfalls dort. Ein kleiner Plausch unter Kollegen an einem lauen Sommerabend. Ja, so hätte es sein können.

Der Abend wurde zunehmend interessanter, als sich merkwürdige Wesen in der Taverne tummelten. Gwyras Arkanofluxonethermeter schlug wild aus, ja irgendwas lag in der Luft. Odrörir verstand natürlich nichts, Menschen halt. Doch aus "Interessant" wurde sehr schnell unangenehm. Gut, dass sie in einer eher unbemerkten dunklen Ecke sassen. Eine Saayad tauchte plötzlich hinter Dr. Schattenrads Rücken auf, und hielt ihr einen Vertrag unter die Nase. Oh aber Verträge kann man fälschen. Ziemlich ungehalten wollte sie sich so schnell wie möglich wieder in ihr Labor verziehen, bevor Leute das Gespräch in der dunklen Ecke unter vorgehaltener Hand mitbekommen würden. Aus den Augenwinkeln erblickte sie ihn.

Draussen verschwanden sie und Widarson in einer Ecke und sie fluchte lauthals. "Was willst du von mir, Dämonenabschaum, was ? Meinen Kopf ? Indem du mich mitten in einer Taverne aufsuchst ?" Er war nicht sehr erfreut über ihre Wortwahl, und zeigte sich prompt. [7] "Verfluchtes Drecksvieh, willst du meinen Kopf ? Gehts nicht unauffälliger ?" Immerhin, in dieser Hinsicht schien er zu Kompromissen bereit. [8] "Was willst du von mir ? Reicht dir _das_ nicht ?" Dr. Schattenrad zog ihre Kapuze, welche ihre Augen immer bedeckten, ein Stück nach Hinten, und funkelte ihn an. Es schien ihn zu amüsieren. "Die Frage ist, was willst DU" meinte er nur knapp und überreichte ihr ein Buch. "Wenn das Buch in falsche Hände gerät, wirst du leiden... vorerst will ich nichts... vorerst..."

Dr. Schattenrad steckte das Buch wortlos ein. Blieb noch den Narren in der Taverne etwas zu erklären. Dies war rasch getan. Naive Menschen. "Mein werter Kollege und ich, Experten für Magie, haben herausgefunden warum es hier zu solch seltsamen Störungen kommt. Das Gasthaus liegt auf einer seltsamen Schnittstelle der Leylinien welche eine Verzerrung von Azeroth und Nether hervorrufen... für Laien : Ihr spinnt und alles was ihr seht gibt es nicht." Das sollte genügen. Die Gäste schienen erleichtert. Narren.

Vor der Taverne trennten sich die Wege von Dr. Schattenrad und Widarson. Sie machte sich auf den Weg zum nächsten Briefkasten, und warf einen versiegelten Umschlag hinein. Drake...

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