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WorterklärungBearbeiten

Das Wort (ursprünglich Power-Emoticons) leitet von folgenden Begriffen ab:

Power - Macht
Emotion - Emotion oder auch Bewegung aus dem Inneren heraus
Icon - Symbol

Ein Poweremote ist also ein machtvolles Symbol für eine Emotion oder eine Tätigkeit die endogen motiviert ist Die Betonung liegt hier auf dem Begriff machtvoll in hier besprochenen Zusammenhang im Sinne von Macht ausübend, die nicht zusteht verwendet wird. Der Gebrauch von Poweremotes wird von den meisten Rollenspielern nicht gerne gesehen, hingegen ist der Bebrauch der sogenannten Emotes durchaus beliebt, um für eine dichtere erzählerische Atmosphäre zu sorgen.


EinleitungBearbeiten

Emotes stellen ein mächtiges erzählerisches Mittel dar, dass jedem Spieler in WoW zur Verfügung steht. Auf Grund dieser Mächtigkeit ergibt sich allerdings auch die Notwendigkeit, damit sozial verträglich umzugehen, sodass sich kein anderer Spiel vom den Emotes die man verwendet überrumpelt fühlt. Die meisten Emotes die zu Problemen im gemeinsamen Spiel führen sind Poweremotes.

ProblemstellungBearbeiten

Die Problemstellung bei einem MMORPG ergibt sich daraus, dass es im Gegensatz zu einem P&P Rollenspiel keinen flexiblen Spielleiter gibt. Der Spielleiter bei einem MMORPG ist die Spielengine und die ist nur darauf programmiert simple, konkrete Vorgänge wie Kämpfe zu "regeln" oder darüber Feedback zu geben, welchen Fisch man gefangen hat, oder ob das Abbauen von Erzen zu einem Skillzuwachs führt. Für alle anderen Vorgänge (nicht von der Engine geregelt) die in der Welt passieren, benutzen die Spieler in einem MMORPG ihre Phantasie und hier gibt es normalerweise keinen Spielleiter (außer es wird ein Spieler als solcher designiert) der als unparteiischer Schiedsrichter bestimmt was "möglich" ist und was nicht.

Emotes erweitern die Möglichkeiten der Handlungsweisen von Charakteren auf unendliche Weise überall dort wo die Spieleengine an die Grenzen ihres implementierten Regelwerkes stößt.

Das ungenehme Moment bei Poweremoting ist, dass bei allen Aspekten die nicht nicht von der Engine gestützt werden, die Vorgänge im Kopf (der Phantasie) der beteiligten Spieler stattfinden.

Input für diese Phantasie sind:

  • die Engine (Ich sehe wo ich mich befinde, wer und was bei mir ist und was nebenbei passiert)
  • die eigenen Gedanken und Taten (Wie geht es meinem Charakter mit der Situation und was sind die Reaktionen meines Charakters)
  • das gesprochene Wort und die Taten der anderen Charaktere. (Was tut meine Unwelt und welchen Einfluss hat dies auf meinen Charakter)

Poweremotes sind Teile der Taten der anderen Charaktere und sobald diese ausgesprochen sind, haben sie in der Phantasie sehr vieler Spieler wirklichkeitsbildenden Charakter. Aus diesem Grund fällt es einigen Spielern sehr schwer das Poweremoting ihres Gegenübers einfach zu ignorieren bzw. als "nicht existent" zu negieren. An diesem Punkt endet dann oft auch der Spielspaß.

EmotesBearbeiten

Neben den vorgefertigten Emotes, die von der Engine unterstützt werden wie z.B. /applaudieren oder /jubeln gibt es noch die Möglichkeit eigene Emotes zu verfassen. Man gibt dazu einfach im Chat /me oder /e ein und schreibt danach den Rest der Aktion die man ausführen möchte. Die Engine bietet auch die Möglichkeit den Namen eines Ziels im Emote einzubinden. Die Variable die man dafür verwendet ist %t (T steht für Target). Beispiel: Wenn ich gerade den Charakter Udo spiele und den Charakter Dana im Ziel habe und dann folgende schreibe:

/me bietet %t ein Glas Wein an.
So wird man im Chatfenster nach der Bestätigung mit "Enter" folgendes Lesen.
Udo bietet Dana ein Glas Wein an.

Auf diese Art und Weise kann man Vorgänge erzählen, zu denen die Engine zumindest derzeit nicht in der Lage ist.


Poweremotes (Harte Definition)Bearbeiten

Harte Definition: Poweremotes sind jegliche Formen von Emotes bei denen die erzählerische Funktion von Emotes entweder bewusst oder unbewusst dazu verwendet wird, um auf nicht zulässige Art und Weise UND ungefragt die Gedanken, Gefühle, Tätigkeiten, oder Wahrnehmung eines anderen Charakters zu beeinflussen oder ohne Möglichkeit zur Reaktion ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Diese harte Definition ist ein Versuch, Poweremotes aus Sicht der Aktion zu definieren.

Anders gesagt: Jede durch Emotes beschriebene Aktion, welche die Autonomie des anderen Charakters in Frage stellt und ihm keine Möglichkeit zur Reaktion lässt ein Poweremote. Durch Verwendung eines Poweremotes gibt der Schreiber vor, Teile der Wirklichkeit des Spieles zu kontrollieren, die er im Grunde nicht kontrollieren kann. Ich meide also Poweremotes indem ich indem ich andern Charakteren so objektiv wie möglich beschreibe was ich versuche zu tun, und überlasse es dem anderen ob er dieses Angebot annimmt oder nicht.

Was wäre eine zulässige Art und Weise der Manipulation? Wir alle spielen das gleiche Spiel und stimmen somit stillschweigend in gewisser Weise zu, dass wir die Regeln die im Spiel vorgegeben sind anerkennen. Man kann sich zwar für oder gegen Regeln aussprechen, ist jedoch auf jeden Fall diesen Naturgesetzen unterworfen. Wenn ich mit einem Spieler ein Duell ausfechte und verliere so muss ich das (zumindest als Spieler) einfach zur Kenntnis nehmen. Kommt es jedoch zu keinem Duell und einer der Spieler beginnt mit dem sogenannten poweremoting, kann es passieren, dass man mit einem solchen Satz konfrontiert wird:

/me fordert %t zum Duell heraus und gewinnt.
Dana fordert Udo zum Duell heraus und gewinnt.

Schreibt jedoch mein Mitspieler obiges Emote, so hat der Spieler der verlieren würde nur noch wenige Möglichkeiten mit der Sache umzugehen, ohne dass für zumindest einen der Spieler ein bitterer Geschmack zurückbleibt. Außer es gibt zwischen dem Spieler von Udo und dem Spieler von Dana ein Übereinkommen, dass das so in Ordnung geht.

Wahrnehmungsunterschiede (Weiche Definition)Bearbeiten

Weiche Definition: Als Rollenspieler sollte man versuchen die eigene Rolle nicht nur zum eigenen Vergnügen zu spielen, sondern zur Unterhaltung und zum Vergnügen aller beteiligten Spieler. Stoße ich einen anderen Spieler mit einem Poweremote vor den Kopf, sollte ich mich fragen ob ich besser anders mit Emotes umgehen sollte, um den Spaß der Community nicht zu stören.

Diese weiche Definition ist ein Versuch, Poweremotes mit Sicht auf die Reaktion auf das Emote zu definieren.

Streng genommen ist jedes Emote ein Poweremote, dass unter die obige harte Definition fällt. Auf Grund der Tatsache, dass Spieler allerdings Menschen sind, und keine definitionsgesteuerten Automaten, werden dem einen Spieler einige Emotes überhaupt nicht als störend auffallen, bei einem anderen jedoch sauer aufstoßen.

Beispiel 1Bearbeiten

Wir befinden uns in einer Hauptstadt, Duelle sind also nicht erlaubt und ein Spieler schreibt bei einem Streit mit einem anderen Spieler folgendes Emote.

/me verwandelt %t in ein Schaf.

Hart definiert ist es ein Poweremote, weich definiert kann es alles mögliche von "ganz normal und in Ordnung" bis zu "absolut inakzeptabel" sein.

Natürlich gibt es jetzt Spieler die sagen: "Aber ich spiele einen Erzmagier, bin Stufe 70 und kann dich Stufe 8 Schamane einfach in ein Schaf verwandeln! Es ist nur die Engine die es mir verbietet, aber realistischerweise kann ich es!" Die Engine lässt es aber aus gewissen Gründen nicht zu. Blizzard hatte sicher gute Gründe für diese Restriktion - zum Beispiel den Schutz kleinerer Charaktere vor Willkür größerer Charaktere im. Was kann ich aber als Spieler dieses Erzmagiers machen, wenn ich trotz allem diese "relativ realistische" Option im Rollenspiel anbringen möchte.

Ich schreibe:

/me versucht %t in ein Schaf zu verzaubern.

Damit lässt man dem Schamanen offen ob er es zulässt in ein Schaf verwandelt zu werden, und bewahrt somit die Unversehrtheit und Autonomie des anderen Charakters.

Der andere Spieler kann reagieren indem er z.B. mit folgenden Emotes antwortet.

/me widersteht dem Verwandlungszauber.

/me verwandelt sich in ein Schaf und beginnt laut zu blöken.

Beispiel 2Bearbeiten

/me ist der mächtigste Hexenmeister unter den Blutelfen und alleine sein Anblick lässt %t vor Angst schlottern.

Hart definiert ist es ein Poweremote, weich definiert kann man sich fragen ob es irgendetwas zum Unterhaltungswert der Situation beiträgt.

Mag sein, dass das alles in der Phantasie des Spielers (der da schreibt) stimmt. Aber wir müssen uns auf gewisse gemeinsame Wahnvorstellungen (genannt Wirklichkeit) einigen, sonst spielen wir als Community aneinander vorbei. Es gibt sicher eine Möglichkeit dieses Emote umzuformulieren, so dass es alles offen lässt. Vielleicht ist es aber auch gar nicht gut geeignet um eine dichtere Atmosphäre zu gestalten, und vielleicht möchte man überlegen ob man nicht durch Worte und elaborierte Beschreibungen versuchen möchte ein Gesamtbild des Charakters darzulegen, dass jedem Mitspieler selbst zum Schluss bringt, den man durch dieses Emote eigentlich induzieren möchte.

Vereinfacht gesagt: Es ist besser seinen Charakter glaubwürdig zu spielen, als von oben herab eine Wahrnehmung vorzuschlagen.

Beispiel 3Bearbeiten

/me schüttet zornig seinen Krug Bier über %t Kopf.

Hart definiert ist es ein Poweremote, weich definiert kommt es drauf an, wie die Spieler miteinander umgehen und ob dieses Verhalten vielleicht sogar zu ihrem Portfolio der gewohnten Umgangsformen gehört.

Besser würde mal z.B. sagen:

/me greift so schnell er kann nach seinem Krug und versucht denselben über den Kopf von %t auszuleeren.

Damit bleibt dem Ziel noch die Wahl zu reagieren. Normalerweise wird der Spieler das auch tun, wenn er Interesse am gemeinsamen Spiel hat.

Weitere BeispieleBearbeiten

Argon schlägt Bergon mit der Faust ins Gesicht und bricht ihm die Nase.
Bergon kann nichts tun, er wurde bereits getroffen, seine Nase soll gebrochen sein - keinerlei Handlungsspielraum

Argon schlägt Bergon mit der Faust ins Gesicht.
Bergon kann nun immerhin beschreiben wie er getroffen wird, wo und was passiert. Dennoch ist es hart definiert ein Poweremote.

Argon schlägt mit der Faust nach Bergons Gesicht.
Dies ist kein Poweremote, da Bergon die freie Wahl hat, sich treffen zu lassen bzw. zu kontern.

Umgang mit PoweremotingBearbeiten

Oft gesehene Reaktionen auf poweremotende Mitspieler sind folgende:

  • Abbruch des Spiels unter Vorwand eines RP Grundes. Ich bin plötzlich sehr müde. Ich muß mich heute wohl überanstrengt haben als ich Aufgaben für die Dunkelspeertrolle erledigt habe. Ich wünsche noch eine gute Jagd!"
  • Toleranz des Poweremoters und fortgesetztes Spiel
  • Negation der Aktion des Poweremoters und/oder das Hinzufügen eines weiteren Eintrages auf der Ignoreliste
  • mögliches Zurredestellen des Poweremoters im OOC
  • Beantwortung durch eigenes Poweremoting

Die Antwort welche dieser Reaktionen die beste ist, kann jeder Spieler nur für sich selbst in einer konkreten Situation entscheiden.

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