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Nicas Predigten/Neunte Predigt

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Liebe Schwestern und Brüder, ich freue mich, heute vor Euch sprechen zu dürfen und mit Euch gemeinsam ein wenig Zeit zu verbringen. Ich freue mich über die bekannten Gesichter, die heute erschienen sind, nicht minder jedoch über die unbekannten Gesichter, die mich erwartungsvoll ansehen. Diesen möchte ich mich zunächst einmal vorstellen: Mein Name ist Nicatera Stirlander, Predigerin aus Menethil.

Nun, über was werde ich heute sprechen? Mein heutiges Augenmerk möchte ich auf den Begriff von Macht, beziehungsweise Machtlosigkeit richten. Gerade letzteres bereitet vielen Gläubigen Kummer, ohne daß sie ahnen, was wahre Macht ist. Doch dazu möchte ich zunächst eine kleine Geschichte erzählen, die mir ein Bauer aus dem Rotkammgebirge erzählte:

Es war einmal ein Steinhauer, der es leid war, in der brütend heißen Sonne Steine aus dem Berg zu hauen. "Es ist so schrecklich mühselig Steine zu hauen, und diese Sonne! Wie gern würde ich den Platz mit ihr dort oben am Himmel tauschen und so allmächtig sein wie sie", sagte der Steinhauer laut zu sich. Das Licht wurde auf ihn aufmerksam und auf wundersame Weise wurde sein Wunsch erfüllt. Er wurde zur Sonne.

Freudig sandte er seine Strahlen hinab, musste jedoch rasch erkennen, dass sie von den Wolken abprallten. "Was nutzt es, die Sonne zu sein, wenn die Wolken meine Strahlen aufzuhalten vermögen? So sind die Wolken letztlich mächtiger als ich.", klagte er. Und das Licht hörte seine Klage und er wurde eine Wolke.

Er flog über der Welt dahin, regnete auf sie hinab und wurde schließlich vom Wind zerfetzt und verweht. "Ah, der Wind kann also die Wolken verwehen, so muss er wohl das stärkste Element sein. Ich möchte der Wind sein, darf ich?"Und das Licht erhörte ihn und er wurde zum Wind.

Er wehte und blies und toste. Doch dann verwehrte ihm eine hohe Wand den Weg. Es war ein Berg. Enttäuscht rief er aus: "Licht, was nutzt es, der Wind zu sein, wenn ein Berg mich aufhalten kann? Kann ich denn nicht lieber ein Berg sein, der so gar nichts von Sonne, Wolken und Wind zu befürchten hat?" So wurde er ein Berg. Doch als bald spürte er etwas an ihm hämmern. Es war ein Steinhauer.

Liebe Schwestern und Brüder. Oft werde ich von Gläubigen gefragt, warum sie -und so viele andere- machtlos und bedeutungslos sind, während wenige andere so dominierend, so groß und stark sind. Sie verzweifeln am Licht, welches ihnen so ungerecht scheint. Die meisten schmerzt nicht einmal, daß sie wenig von allem haben, denn sie richten sich im Leben ein. Nein, die meisten schmerzt, daß einige andere so sehr viel von allem zu haben scheinen. Ich kann sie nicht zu Sonne, Wind und Bergen machen, aber ich erzähle ihnen dann diese kleine Geschichte, um ihnen zu zeigen, daß es keine unanfechtbare Macht in dieser Welt gibt außer dem Licht selbst.

Alles, was ist, hat irgendwo seinen Meister und das ist nicht grundsätzlich die nächstgrößere Macht. Nein, der kleine Steinhauer ist es, der den Felsen ärgert. Bedeutet es denn dem Mächtigen viel, eine bestimmte Größe zu haben? Eine bestimmte Geldmenge zu haben? So und soviel Soldaten zu haben? Nein, am allerwichtigsten ist es dem Mächtigen, unangefochten zu sein! Und genau das wird nie, nie, niemals der Fall sein. Genau das ist es, was diese armen Seelen immer weiter vorantreibt, weil sie der Wahrheit entfliehen wollen. Der kleine Steinhauer zeigt dem Felsen genauso schmerzhaft seine Grenze, wie es eine titanische Schlacht mit einem anderen Mächtigen täte. Und besser noch. Insgeheim weiß der Mächtige, daß er allein ist, während es der Steinhauer nicht ist.

Es mag winzig erscheinen, was der Steinhauer tut, aber er zeigt dem mächtigen Felsen seine Grenze auf. Das ist es, was zählt. Und wenn Generationen von Steinhauern kommen und ewig Zeit haben, dann werden sie ihn auch klein bekommen, ohne daß er etwas dagegen tun kann. Erinnert Ihr Euch, liebe Gemeinde, was in unserem Lichtglauben verankert ist? Richtig, Geduld. Zeigt, wozu Ihr fähig seid und raubt den Mächtigen die Ruhe, indem Ihr fest glaubt und beharrlich seid. Denn nichts fürchten sie mehr als Eure Macht. Ich danke Euch fürs Zuhören, liebe Schwestern und Brüder. Licht mit Euch.

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