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Mallaichte/Steinerne Nacht

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Das Mädchen Mallaichte, die Verfluchte Ein Schultag in Dalaran Steinerne Nacht


Dunkelheit. Beklemmende Enge. Kälte. Eine Berührung.

Panisch aufkeuchend schlug sie die Augen auf und fuhr im Bett hoch. Ein Traum. Nur ein Traum. Immer wieder versuchte sie sich das einzureden, aber es klappte nicht. Es war so dunkel. Warum war es dunkel? Sie hatte doch extra eine Kerze angezündet. Mit keuchendem Atem und zitternden Fingern wandte sie sich zu dem kleinen Tisch neben ihrem Bett und versuchte, die Kerze wieder zu entzünden. Doch es wollte nicht funktionieren. Die Worte für die Formel kamen ihr nicht über die Lippen, die Laute blieben ihr im Hals stecken. Nach einer gefühlten Ewigkeit und scheinbar endlosen Versuchen (in Wirklichkeit waren es nur zwei) klappte es endlich und das warme Kerzenlicht flammte auf.

Erleichtert atmete das Mädchen auf, nur um kurz darauf wieder erschrocken aufzukeuchen. Nur einige Herzschläge brannte die Flamme, ehe sie erneut erstarb. Diesmal jedoch hatte sie gesehen, warum. Die Kerze war heruntergebrannt. Mia konnte es sich nicht erklären, sie hatte die Kerze doch extra am Abend erneuert. Eine Zweite mußte noch dort liegen. Ihre Finger zitterten noch immer, als sie nach der zweiten Kerze tastete und sie endlich fand. Achtlos steckte sie sie zu dem abgebrannten Stumpen in den Halter und flüsterte mit kraftloser Stimme erneut die Formel, um das Licht zu entzünden. Diesmal klappte es direkt beim ersten Versuch und warmes Licht erfüllte den kleinen Raum, der nur das Bett, den kleinen Tisch daneben, einen Schrank und ein Regal beherbergte. Es war nicht luxuriös, aber es reichte völlig aus.

Mia wagte kaum, den Blick zum Fußende des Bettes zu richten. Zu groß war die Angst, dass dort jemand stehen könnte. Nur langsam und mit flacher werdendem Atem drehte sie sich wieder im Bett herum. Eiskalt schlossen sich die zittrigen kleinen Finger um den Saum der Bettdecke. Niemand war dort. Kein Schatten, keine Person. Nur der leere Raum. Erleichtert atmete das Mädchen auf. Erst dann bemerkte sie die kleine Bewegung auf ihrer Bettdecke, in der rechten Ecke, nahe des Fußendes. Dort lag etwas. Etwas helles. Mia starrte dieses Etwas einfach nur an. Sie konnte es nicht einschätzen, aber sie spürte die Magie, die von diesem Ding ausging. Ein graumelierter runder Stein. Je länger sie den Stein anstarrte, desto mehr Details konnte sie ausmachen. Oder verformte sich der Stein vor ihren Augen? Mia konnte es nicht sagen. Doch sie erkannte, dass es sich um eine Katze handelte. Das Tier war aus Stein gehauen worden, in die Form einer zusammengerollten Katze. Leicht hob und senkte sich der Bauch des Tieres, als würde es atmen. Ganz klar, es war mit Magie zum Leben erweckt worden. Sie wußte nicht, was sie davon halten sollte. Katzen mochte sie, aber es hatte noch nie eine plötzlich in ihrem Bett gelegen. Erst recht nicht aus Stein.

Zögerlich und mit noch immer eiskalten Händen streckte sie einen zittrigen Finger nach der Katze aus. Als sie den steinernen Körper berührte, hob die Katze den Kopf und sah sie aus grauen Steinaugen an. Doch irgendwie wirkten sie beruhigend auf das Mädchen. Sie konnte nicht anders und sah dem Tier einfach in die Augen. Die Katze blinzelte nicht und als Mia bei diesem Blick die Hand wieder sinken ließ, rollte sich auch das steinerne Tier wieder zusammen und schien weiterzuschlafen.

Verunsichert rutschte sie wieder unter ihre Decke, zog sie bis zum Hals hinauf und verbarg auch die kalten Hände darunter. Ihr Blick lag wie gebannt auf der Steinkatze, die dort auf der Bettdecke friedlich zu schlafen schien. Es war mitten in der Nacht. Auch Mia hätte schlafen müssen, doch sie war nun hellwach. Ihre Gedanken drehten sich nur noch um diese steinerne Katze. Es hatte gewirkt, als habe das Tier ihr direkt in die Seele geschaut, als sie es berührt hatte. Irgendwas an dem Steinwesen schien ihr vertraut, doch Mia konnte es nicht benennen.

Nur ganz langsam wagte das Mädchen, sich wieder hinzulegen. Ein wenig kroch sie unter der warmen Decke auf die Seite, so dass ihr Blick weiterhin auf der steinernen, friedlich schlafenden Katze lag. Mia fand in dieser Nacht keinen Schlaf mehr.

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