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Konstantin Grauscheins Geschichte: "Gedanken im Exil"

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1. Kapitel: Das Recht am Leben zu seinBearbeiten

Zwei Jahre sollte es noch dauern bis Mediv der große Zauberer und Wächter von Tirisfal seinen Verrat begehen sollte, da wurde eine kalte Januarnacht von den Schreien einer Frau erfüllt.

Ihr Wehklagen wurde vom Wind weit hinaus über die schneebedeckten Gipfel in die Hochebnen Arathors getragen. Sie kamen von einem kleinen Gut weit östlich. Das Gut das der Architektur der Zwergenhöhlen glich war hell beleuchtet. Rauch stieg vom kleinen Feldsteinkamin auf und hüllte den Hügel und den Eingang der Wohnhöhle in einen weißen Dunst.

Unruhig wieherten die Pferde im Stall, welcher aus grauem Felsen, kreisrund angelegt wurde und in denen sich die Ziegen und Schafe dicht aneinander drängten um sich zu wärmen. Sie waren unruhig und aufgebracht, gingen ihnen die Schreie der Frau durch ihre Knochen und machte sie scheu.

Auf der Treppe zum Eingang der Wohnhöhle saß ein junger Mann. Er blickte sorgevoll zur verschlossenen Tür, durch deren Spalten helle Lichtstrahlen entsprangen. Der Mann stützte seinen Kopf auf den Händen ab und hatte die Ellenbogen auf den Knien aufgesetzt. Er schien ungeduldig zu warten. Obwohl es bitterkalt war und sein Atem einem frostigen Nebel glich war ihm nicht kalt. Ganz im Gegenteil. Dicke Schweißperlen rannen ihm die Stirn hinunter und seine Hände zitterten, obgleich sie kalt waren, schien es nicht als würde er frieren, viel mehr bangen und die Geduld aufbringen müssen über diese lange Wartezeit. Ein Warten das unerträglich für ihn war. Hin und wieder schloss er die Augen und hob sein Haupt zum Himmel, flüsterte einige Worte und sah beim nächsten Aufschrei wieder nach vorn.

Plötzlich wurde es still. Ein Moment der Ruhe war eingekehrt. Dann hörte man weder ein Schreien, aber nicht das einer Frau, sondern das Weinen eines kleinen Wesens, eine Kindes, eine Babys. Wie vom Blitz getroffen erhob sich der junge Mann, schritt auf die Tür zu und öffnete sie um die Stube zu betreten.

Der kleine Raum war hell erleuchtet. Kerzen brannten an einem Kerzenleuchter an der Decke, auf Kerzenständern auf den Tischen und auch der Kamin loderte hell und warm. In der Mitte des Raumes stand ein Bett mit vielen Lacken und Decken. Einige waren von Blut rot gefärbt, andere sahen frisch dazugelegt aus. Auf der Matratze lag eine völlig erschöpfte Frau mit dunklem Haar. Sie war recht jung und zählte vieleicht ganze 18 Winter. Ihr Gesicht war rötlich gefärbt, wohl durch die anstrengende Geburt. Sie nahm die Umgebung kaum war, hatte sie ihre dunklen Augen geschlossen und ihr Haupt auf die Kissen gelegt. Mehr war nicht von ihr zu sehen. Man hatte sie warm gebettet. Neben ihr stand eine kleine Frau, eine Zwergin die ein Bündel in den Händen hielt. Jenes Bündel bewegte sich lebhaft und brüllte laut.

Als die Zwergin mit grauem Haar und tiefen Falten auf den eingetretenen Mann zu kam, lächelte sie sacht. Es war ehrlich wenn auch mit Sorge getrübt. Sie übereichte es dem jungen Mann und sprach: "Es ist ein Junge, herzlichen Glückwunsch." Überglücklich lächelte der junge Vater und sank auf die Knie um den Knaben, der hungrig nach seiner Mutter schrie, zu betrachten. Nur einen Moment hielt er ihn in den Armen um den Säugling der zwergischen Amme zurück zu geben, welche ihn zur seiner Mutter legte. Diese war aus ihrem Dämmerschlaf erwacht und empfing den Kleinen mit offenen Armen. Ein schwaches Lächeln ging von ihr aus und führte den Jungen an ihre Brust um ihn zu stillen.

"Er soll Konstantin heißen." Sagte sie mit zarter Stimme und schmunzelte ihren Gatten an, der sich zu ihr ans Bett gesetzt hatte und ihr mir den kalten Händen über die Stirn streichelte, ihr einen liebevoll Kuss auf die Wange gab, während der junge Konstantin seinen Hunger stillte. Nur wenige Minuten vergingen und der Neugeborene schlief beim Saugen ein. Nur das knistern des Feuers war zu hören und die Aufräumarbeiten der Zwergenfrau die emsig damit beschäftigt war das dreckige Lein und die Nachgeburt zu entsorgen und sich bald müde zurückzog.

Dann wurde es still. Die Kerzen brannten aus und Mutter und Vater lagen eng aneinander gekuschelt in dem kleinen Bett. Auf dem Bauch der Mutter, behütet durch ihre Hände schlief der junge Knabe seelenruhig die ganze Nacht über.

Die junge Familie wurde erst am nächsten Morgen aus ihren Träumen gerissen als sich zwei neugierige Gesichter in die Stube wagten. Ein junger Mann vieleicht zwanzig und eine gleichaltrige Frau. Beide hatten graue Wollmützen mit einer Bommel am Ende auf und schlichen in das Zimmer. Ein kalter Luftzug wehte in die Stube und ärgerte den jungen Konstatin der dieses Missfallen mit einem lauten Schreien Kund tat. Müde wachte der Vater auf und blickte zu den Eindringlingen. Er schien erst misstrauisch zu sein, stand auf um dann aber seinen Bruder und seine Schwägerin zu empfangen.

"Raphael! Das ist aber eine Überraschung!" begrüßte der junge Vater seinen Bruder, der ihm wie aus dem Gesicht geschnitten war, mit einer etwas längeren Nase, einem schmalen Gesicht und den roten Haaren. Nur der Bart des Besuchers war kürzer. Dennoch schienen sie nicht Zwillinge zu sein. Raphael schien um ein oder zwei Jahre jünger zu sein und war etwas kleiner von der Statur, sein Bruder hingegen etwas größer und kräftiger gebaut. Die Haare trugen sie aber gleich, lang und zu einem Pferdeschwanz gebunden.

"Schön dich zu sehen Kastor! Die alte Amme hat heute Morgen von der Geburt berichtet. Ein Kampf soll es gewesen sein sagte sie. Geht es Franziskar gut? Marie hat Wurst und Brot mitgebracht." Der jüngere Raphael blickte zu seiner Gefährtin, einer kleineren, etwas beleibteren Frau mit rosa Wangen und blonden Locken die unter der Mütze hervorschauten. Sie lächelte nur und präsentierte den Korb.

In der Zeit wurde Konstantins Hunger durch Muttermilch besänftigt. Die junge Mutter schmunzelte sacht den Besuchern zu. Sie war kreidebleich geworden und ihr langes schwarzes Haar klebte vom Schweiß an ihrer Haut. "Macht bitte die Tür zu, es zieht und ist kalt." Bat sie fast mit hauchender Stimme. Raphael nickte und schloss sofort die Tür während sich Marie gleich zu ihrer Schwägerin ans Bett setzte um den Jungen zu betrachten und mit Babysprach auf ihn einredete. Die Brüder setzten sich an den kleinen Tisch in der Ecke und richteten die Speisen her.

2. Kapitel: Von Schmerz und VerlustBearbeiten

Den gesamten Nachmittag über feierte die Familie den Geburtstag des kleinen Konstantins. Während sich Raphael und Kastor wie auch Marie am Brot und frischer Ziegenmilch sättigten blieb Fanziskar schweigsam mit ihrem Söhnchen im Bett liegen und aß nur einige wenige Häppchen. Immer wieder schlief sie ein und wurde nur vom Quaken des kleinen Säuglings geweckt der seinen Hunger verkündete. Sie stillte ihn und wie er beim Saugen immer wieder einschlief, viel auch sie immer wieder in die Bewusstlosigkeit.

Trotz ihres Schlafes sammelte die junge Mutter keine neue Kraft. Jedes Mal wenn sie erwachte, fühlte sie sich schwächer als zu vor. Auch ihr Gatte bemerkte ihre Verschlechterung nach einiger Zeit und verabschiedete bereits am späten Nachmittag seine Gäste. Besorgt gesellte sich Kastor zu seiner Liebsten und fühlte ihre Temperatur. Sie hatte Fieber und auch rann ihr der Schweiß Stunde um Stunde mehr aus den Poren und ließ ihre helle Haut im Kerzenlicht spiegeln.

Die ganze Nacht umsorgte Kastor die Mutter seines Kindes, wickelte ihr die Waden, wusch sie mit Wasser und tupfte ihre Stirn. Sie selbst viel immer wieder in einen Dämmerschlaf, wachte kurz auf um leise, hauchend einige Worte zu stammeln, ehe sie erneut in den Schlaf sank.

Als am nächsten Morgen die Sonne aufging und die Stube mit hellem Licht flutete saß Kastor kniend an ihrem Bett, das Gesicht auf die Laken gelegt und mit einer Hand die von Franziskar haltend, die andere schützend auf den kleinen Konstantin gebettet. Franziskar war in dieser frühen Stunde wach und atmete tief ein und aus, sie begann nach einiger Zeit zu röcheln. Auch der junge Vater wurde als bald davon geweckt und sein Sohn begann erneut zu schreien. Übermüdet rieb er sich den Schlaf aus den Augen und beugte sich zu seiner Liebsten um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Noch immer hatte sie Fieber und ihre Haut wieder vom Schweiß durchtränkt. Dann auch bemerkte Kastor, dass die Laken seiner Frau feucht waren. Er wickelte Konstantin in ein frisches Lein und entfernte die Laken. Franziskar war indes wieder in einen unruhigen Schlaf gefallen und ihr Nachthemd hatte sich am Saum bis zur Taille rot gefärbt.

Entsetzt ließ Kastor die Laken fallen, strauchelte und viel zu Boden. Auf allen Vieren stammelte er Worte der Fassungslosigkeit. Dann sammelte er sich wieder, stand auf um das Haus zu verlassen und begann zu rennen. Er rannte so schnell er konnte, so schnell wie der Schnee ihn ließ. Bald erreichte er die Hütte in der die alte Zwergenamme und ihre beiden Söhne lebten.

Ohne zu klopfen stürmte er die Stube der kleinen Mannen, packte die alte Dame und nahm sie in seine Arme um sie in aller Not mit sich zu nehmen. Die beiden übriggebliebenen Zwerge sahen sich nur verwundert an. Einer sprach: "Hast du das gesehen Ajax? Der hat unsere Mutter entführt!" Ajax der jüngere der beiden Brüder, der sogar für einen Zwerg ziemlich beleibt war, fuhr sich nur mit den fetten Fingern durch den grauen Bart.

Kaum wieder da Heim ließ Kastor die Amme die er so schnell geraubt hatte wieder auf eigenen Füßen stehen. An Stelle sich zu empören richtete sich ihr Blick auf die schwächelnde Mutter und begann sie zu untersuchen. Obwohl Franziskar zu schlafen schien sprach die Alte zur ihr: "Liebes, was ist los mit dir? Keine Sorge ich bin hier, das kriegen wir wieder hin." Während sich die Amme um die Frau kümmerte und weiter sorgevolle und aufmunternde Worte sprach, ließ sich Kastor vor dem Kamin nieder und starrte ins Feuer. Das Geschrei seines Sohnes bemerkte erst als ihn die Zwergendame darauf aufmerksam machte. Doch für seinen Sohn hatte er im Moment kaum einen Sinn. Sorge machte sich breit. Unendliche, schmerzende Sorgen um seine Frau beschwerten sein Herz. Der Kummer wurde größer als die Amme zu ihm trat und leise mit ihm sprach.

"Herr Nephredias ... Ich muss euch leider sagen das eure Frau ... nun die Geburt hat sie stark geschwächt und ..."

"Was fehlt ihr? Wird sie wieder gesund?", unterbrach Kastor die Zwergin, diese schüttelte nur den Kopf und setzte fort: "Ich weiß es nicht. Es sieht nach dem Kindbettfieber aus ... und ... ich denke das ihr Sohn und das Stillen auch viel Kraft raubte... Ich fürchte sie wird es nicht schaffen." Betrübt senkte sich der Kopf der Zwergin. "Ich versuche mein Bestes." Schnell wandte sie sich ab, wohl wissend um die mögliche Reaktion des jungen Mannes, der auf den Knien zusammenbrach und begann zu weinen. Wie Sturzbäche rannen ihm die Tränen die Wangen hinunter. Flehend ergriff er Franziskars Hand und bat alle Mächte dieser Welt darum, dass sie seine Liebste nicht sterben lassen mögen.

Der nächste Morgen war grau und düster. Nebel verhüllte das Land und kalter Eisregen verwandelte die Schneelandschaft in eine Schlammwüste. Aus dem kleinen Gut drangen die hungrigen Schreie des kleinen Konstantins. In der dunklen Stube bereitete die alte Zwergendame dem Säugling frische Ziegenmilch vor und legte Wäsche zusammen, schweigsam. Ihre Falten im Gesicht waren noch tiefer geworden, ihr graues Haar zur Gänze weiß geworden. An Franziskas Bett saß Kastor auf einem Schemel, das Gesicht in den Händen vergraben, sich mit den Ellenbogen auf den Knien abstützend. Franziskar schlief, ihre Haut war trocken und kühl. Bleich wurde sie in der Nacht und blau ihre Lippen. Nicht mehr hatte sie sich bewegt als sie begann zu schlafen, einen traumlosen Schlaf der immer währt und auch der Tod genannt wird.

Es schien als würde die Welt trauern an jenem Tag. Und nicht nur eine gute Frau und junge Mutter war von dieser Welt gegangen, auch in Kastor begann das Herz zu verwelken.


3. Kapitel: Feldarbeit zur HerbstzeitBearbeiten

<<Fortsezung folg>>

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