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Leandra ... ... und totgeschwiegene Schatten

Guten Abend ihr armen Verirrten,

ihr habt meine Geschichten, die sich im Laufe von Leandras "Leben" angesammelt haben, gefunde. Einige davon habe ich frei erfunden, bei anderen handelt es sich um aus meinen Screenshots (ich bin eine irre Sammlerin! <lacht wahnsinnig>) zusammengeschriebenes RP oder selbst erdachte Geschichten aus ihrer Vergangenheit.

Leandra1fertig.png


Hier eine kleine Legende:

Inv letter 13.png - Briefe & Gedichte

Icon Scroll 15a.png - aus dem RP zusammengeschrieben

Inv misc book 09.png - frei geschrieben (und teils auch erfundene) Geschichten


Ich möchte allerdings anmerken, dass ich das keinesfalls professionell mache, die Texte eventuell nicht eurem Geschmack entsprechen, etc. ... also denkt daran: Es zwingt euch niemand, sie zu lesen! Jugendfrei sind sie im übrigen alle (hoffentlich ...), gefundene Rechtschreibefehler könnt ihr mir melden.

Nun, dann wünsche ich mal viel Spaß beim lesen,

Lillielein


Inv letter 13.png "Köters Briefe" Bearbeiten

Nichts als Schmerz,
erfüllt davon Dein ganzes Herz

gedemütigt bis auf den Grund,
geschunden, geschlagen - wie ein alter Hund

alte Briefe, fahles Papier ...
sag mir, Köter, was hält Dich noch hier?

heiße Lippen, doch matter Blick
und Du weißt genau:
nichts bringt sie Dir zurück


- Leandra Daeris


Icon Scroll 15a.png "Mishkas & Leandra" Bearbeiten

Ich hoffe sehr, das es sich hierbei um die bereits berichtigte Version handelt, sollte dem jedoch nicht so sein, ich würde mich über Hinweise freuen.

Furcht war es, die sie zu dieser späten Abendstunde gehüllt in einen leichten Mantel auf die Straße trieben. Dunkle Kunde breitete sich über's Land aus, die Menschen flohen … Sie alleine war zu dieser Stunde noch anwesend, nimmt man die Schar ihrer Untergebenen einmal aus. Vater und Schwestern in den weiten der Welt und in Dalaran wohl in Sicherheit wissend, galt es nun nur noch, sich selbst in Sicherheit zu bringen. Tief atmete sie ein, ehe sie um's Haus rannte und hinüber zu den Stallungen. Sie sollte nie dort ankommen. Unweit ihres Ziels, traf sie etwas hart am Hinterkopf. Noch bevor sie erkennen konnte, was es war, umfing Schwärze sie.

Als sie erwachte, war das Erste, was sie vernehmen konnte ein dumpfes „Klonk“. Erst nach einigen Momenten in vollkommener Schwärze war sie sich gewahr, das es ihr Kopf gewesen war, der beim Anheben an etwas hartes gestoßen war und somit das Geräusch verursacht hatte. Nervös atmend tastete sie in die Dunkelheit über sich. Seltsam nichtssagend fühlte sich das Etwas über ihr an, dem folgenden Geräusch jedoch konnte sie entnehmen, das es hölzern sein musste. Noch einmal atmete sie tief aus, ehe sie sich mit Gewalt dagegen stemmte. Alle Kraft brachte sie dabei auf, doch vermochte sie es nicht, sich zu befreien. Panik umfiel sie und in ihrer Verzweiflung begann sie, gegen ihr schwarzes Gefängnis zu hämmern. Sie wollte schreien, doch ihr war, als wäre sie Meilen durch die Wüste gelaufen, als wäre ihre Kehle gefüllt voll Staub und Sand. Gerade als die Panik sie verschlingen drohte, hörte sie erste Geräusche. Sie war sich sicher, sie konnte Stimmen vernehmen und nach einer nicht all zu langen Weile, die ihr wie eine kleine Ewigkeit vorkam, entstand in ihrer Schwärze ein Spalt. Ihr war danach, ihren Retter anzulächeln, doch im Schlitz zeigte sich nicht mehr, als eine hässliche Fratze, ein fahler Schädel, spärlich noch mit Haut bedeckt: „Ah … auch erwacht, Schwester?“ krächzte die Gestalt und hob die Überreste ihres rechten Mundwinkels an. Starr vor Schreck regte sich Mishkas nicht, wagte nicht einmal den Kopf zu heben. Von ihrer Position aus, war sie sich nun zwei Dingen sicher: Erstens war ihr Gefängnis, in dem sie noch immer lag, nun sicher ein Sarg, wie ihr der nun hochgeklappte Deckel verriet und zweitens … musste sie träumen. Oder tot sein. „Dir is' wohl der Kiefer verfault, hrm?“ brummte die Gestalt und ein gewisses Amüsement konnte man in seiner Stimme erkennen. „'s passiert … dem alten Odd is'er gleich abgefallen … jetzt flucht'er mit dem Rest nur rum. Komm, wir haben nicht viel Zeit. Sie greifen bald wieder an“ mit ernster Miene – sofern man die Überreste seines Gesichts noch als solche Bezeichnen konnte – reichte ihr Mishkas seine Hand, die nur mehr aus den Gelenken bestand. Zögerlich griff sie danach, ungewillt, länger in einem Sarg zu liegen, und … erschrak. Keine Hand war es, die sie ihm da entgegen streckte – zumindest keine vollständige. Halb verrottet waren ihre Finger und doch wiesen sie noch etwas Haut mit ihrer gewöhnlichen, vornehmen Blässe auf. Nun wohl eher leichenblässe. Unfähig, ein Wort herauszubringen und ungewillt - in dieser, wie sie nun bemerkt hatte - Gruft zu verweilen, ergriff sie die Hand und erhob sich knochenklackernd. Sie wusste sofort, das es ihre Knochen waren, die so erbärmlich klackerten. Halb verwesen und dennoch nicht gänzlich tot, stand sie da, in zerfetzte Leinen gehüllt, und sah sich in der Gruft um. Verwirrt nahm sie noch wahr, das an den Wänden hier und da leere Särge angelehnt waren, während sie die Schreckensgestalt weiter führte und unablässig auf sie einsprach, was ihr aufgrund der rauen Stimme nicht all zu unangenehm schien, obwohl sie kaum ein Wort behalten konnte. Zu voll schien ihr Kopf, der nun Geschichten von Untoten, der Seuchen, der Fürstin Sylvanas und alle dem hörte. Ein Stück den Wald entlang gingen sie, dabei längst nicht mehr die Hand ihres Führers haltend. Dieser hatte sich beiläufig, bei all den Erzählungen, als Marvin vorgestellt, ein ehemaliger Schriftsteller Lordaerons, gestorben in der Hauptstadt vor nicht all zu langer Zeit. „Ich bin wirklich tot … .“dachte sie im Stillen bei sich, unfähig, ein Gefühl zu erfassen. Sie folgte Marvin in ein nahegelegenes Dorf, vorbei an ihres Gleichen, die er als „Verlassene“ bezeichnet hatte. „Ah, Aufseherin Schwarzmoor … ich bring' Euch Frischfleisch, meine Teuerste“rief er einer gerüsteten Wache souverän zu. Er klang bei nächst noch immer amüsiert, als wäre er hier in einem Theaterstück. Eben dies schien der Aufseherin sehr zu missfallen, sie grummelte nur leise: „Wer diesmal? Vortreten!“ Wie ihr geheißen, trat Mishkas vor, noch immer stumm und unfähig, ein Wort hervor zu bringen. „Dir hat's wohl die Sprache verschlagen, Mädchen, hrm?“grummelte die Aufseherin weiter und umrundete sie, einem Wolf gleich, der sich seine Beute besah, um zu entscheiden, wie er ihr am Besten die Kehle durchbiss. Nach schier endlos langen Momenten nickte die Aufseherin. „Hrm, wieder so 'ne Schnepfe, aber für 'ne leichte Rüstung reicht's. Säbel Dir nur nicht die Knochen mit dem Schwert ab. Der Uhrmacher griff Mishkas erneut bei der Hand und schlenderte mit ihr hinüber in eines der Häuser. Es stellte sich alsbald heraus, das hier die Waffen und Ausrüstungen gelagert wurden. Mishkas bekam stumm eine Rüstung über ihr Gewand gelegt und erhielt ein Schwert. Hätte sie davon je Ahnung gehabt, wüsste sie wohl, das es sich hierbei um passable Schmiedekunst handelte, doch als Tochter eines Kaufmannes blieb ihr dieses Wissen verwehrt. Dennoch, trotz, das sie in ihrem Leben hatte nie schwer haben müssen, fiel es ihr nicht schwer, das Schwert anzuheben oder gar zu schwingen. Marvin nickte zufrieden, wieder den verbliebenen Mundwinkel gehoben. „'s fein. Pass auf, Mädel. Die Lebenden rücken uns unweit dieses Dorfes hier gehörig auf die Pelle … die wollen uns brennen sehen un' das wollen wir nicht, hm? Nachher wird wieder'n Trupp losgeschickt un' genau da wirst'e mitgeh'n, verstanden?“ Zufrieden gab er ihr einen Klapps auf die gerüstete Schulter und führte sie hinaus.

Der Trupp, den sie an diesem Tag folgen sollte, ging alsbald los, sodass ihr wenig Zeit zu denken und noch weniger Zeit blieb, Dinge zum darüber nachdenken zu finden. Stumm ging sie in Reihe und folgte den anderen Soldaten, allesamt Schreckensgestalten – wie sie nun auch. Die matte Sonne hing tief, als sie das Lager erreicht hatten. Auf Befehl ihres Führers hin begann sie, mit den anderen, einige Kisten zu stapeln. Stumm ging sie dieser Arbeit nach, der Kopf leer und auch im übrigen Körper kein Gefühl – keine Schmerzen vom Marsch, kein Hunger, kein Durst. „Hey, Du da … Dein Name?“ rief es plötzlich neben ihr. Stumm sah sie auf, sah den Mann, der gesprochen hatte schlicht stumm an. In seinem früheren Leben war er wohl schon ein Soldat, die Züge seines Gesichts waren nämlich gut erhalten und Mishkas laß darin härte und ob der Narben einiges an Kampferfahrung. „Kiefer weg gefault? Soldat Kiefersperre, wie gewünscht. Ihr haltet die nächste Wache, zusammen mit Soldat Larrens.“ Stumm nickte sie, setzte die Kiste auf den Stapel auf und folgte gemeinsam mit einem Bürschchen, das so alt noch nicht gewesen sein konnte, als es verstarb, stumm dem Mann. Er führte sie bis zum äußeren Rand des provisorischen Pfeilerzauns, jeden in eine andere Ecke. Stumm richtete sich Mishkas auf. Das Land, das sie überblickte, war tot – anders konnte man es nicht beschreiben. Einem gruseligen Buch entsprungen, die sie einst so geliebt hatte, konnte man fast meinen. Sie konnte im Nachhinein nicht mehr sagen, wie lange sie stumm die tote Landschaft, die hängenden Bäume und den modrigen Himmel überblickt hatte … irgendwann lenkte etwas sie ab. Es war klein, rot und schien sich rasch zu nähern, es erinnerte sie … ja, es erinnert sie! „Feuerball voraus“ rief es neben ihr, als dieser schon unweit von Mishkas auf dem Boden aufschlug. Mittlerweile war es Nacht und sie konnte kaum noch etwas erkennen oder es ging schlicht zu schnell. Im rechten Moment noch hob sie ihr Schwert und fing den Angriff überraschend geschickt ab. Dennoch wart ihr, als würde ihr Herz stehen bleiben. Sie blickte in das Gesicht einer Frau, noch gar nicht all zu alt, doch der stechend blaue Blick zog sie in ihren Bann.Sie wollte etwas sagen, rufen, sich erkenntlich zeigen … doch schon im nächsten Moment hatte sich die Magierin zurück teleportiert und begann einen Feuerball zu wirken, während neben ihr ein Schwert auf Mishkas niedersausen wollte. Sich diesem Schwert zur Parade umwendend, erkannte sie noch, wie der Kleine, der mit ihr Wache hielt, sich gegen zwei andere erwehrte. Verzweifelt trat sie den Soldat, der sie Angriff, mit einem Fußtritt zurück, gerade noch rechtzeitig um dem nächsten Feuerball der Magierin zu entrinnen. Intensiv sah Mishkas ihr in die Augen, hoffend, sie würde darin ihr Ebenbild, das stechende blau, wieder erkennen. Zu diesem Moment verstand sie noch nicht, weswegen die Magierin, zweifellos ihre Schwester, die einzige, die einst zu ihr hielt, weiter angriff – sie hatte sie schlicht nicht erkannt. Denn die einst so blauen Augen, leuchteten nunmehr zwar insgeheim noch immer so, doch ein helles, nekrotisches Glimmen wohnte ihnen nun inne, wie Mishkas noch bemerken würde.

Für Leandra war ihre Schwester, Mishkas Daeris, vor wenigen Tagen verstorben. Die untote Seuche ging herum und von überall her trug es dunkle Kunde nach Dalaran. Seufzend strich Leandra über die Seiten ihres Pferdes. „Willst Du wirklich gehen?“ jammerte Madlein neben ihr und zog eine kleine, noch gerade so damenhafte Schnute. „Ja. Ich werde gehen. Mach Dir keine Gedanken, alsbald werde ich wieder kehren.“ kurz hob Leandra sogar die Mundwinkel an, doch es half nichts. Besorgt drein blickend ging Madlein auf ihre Schwester zu und gab ihr einen Kuss, behielt sie einen Moment lang in ihren Armen. „Du weißt, was ich von dieser Idee, von ihr halte. Komm mir ja heil zurück … „ Leandra nickte nur, löste sich aus den Armen ihrer Schwester und saß auf. Madlein sah ihrer Schwester noch lange Zeit nach, bis sie hinaus ritt aus Dalaran, fort von der Stadt, die ihre Heimat nun war – die Stadt der Sterne. Sie würde ihre Schwester wohl nie verstehen, dachte sie im Stillen bei sich. Die meist schier gefühlskalte Leandra, die nun ausritt, ihre verdammte Halbschwester zu erretten. Unverhohlen hasste Madlein sie, seit je her schon. Wohl nur Leandra wusste, dass sie insgeheim ihr die Schuld daran gab, das der Vater war, wie er nun einmal war – kalt, gierig, kein Mensch der viel für seine Töchter erübrigen konnte. Seufzend schlich sie durch die prachtvollen Straßen hindurch zu ihren Gemächern, nur noch einmal zurück blickend.

Die Landschaft, durch welche sie hindurch ritt, lag still vor ihr, man könnte beinahe sagen „totenstill“. Dicht in ihren Umhang gehüllt sah sie sich nur selten einmal um, doch es war stets vergebens. Das Land lag wie ausgestorben um sie herum, weder Vogelgezwitscher, noch ein anderer Laut war zu vernehmen. Es war eben dies, was sie innerlich sich anspannen ließ. Diese Stille war nicht natürlich, in ihr lag eine stille Warnung. Schnell trieb sie ihr Pferd weiter, um ritt jedes der Dörfer, die auf ihren Wegen lagen, großräumig. Sie wusste um die Gefahren, die sie in Lordaeron erwarten würde und wohl wissentlich hatte sie den stillen, doch weit unwirtlicheren Weg gewählt, durch Gebirge hindurch, vorbei an den Seen. In den Landen Lordaerons angelangt wich sie stets vom Weg ab, ritt querfeldein, bis sie naher einiger bekannter Ortschaften war, Ortschaften zu denen auch das Landhaus ihres Vaters zählte, wie sie wusste. Bereits als sie ihren Fuß ins Dorf setzte, wusste sie, das es um es nicht all zu gut stand. Viele Tote habe es dieser Tage gegeben, ein Groß wurde gerade unweit der Gruft beigesetzt, erfuhr sie von einer recht kurz angebundenen älteren Dame, die es all zu eilig hatte, zurück in ihr Haus zu kommen. Langsam trabend hielt sie auf den Friedhof zu, vor dessen Mauer saß sie ab und ging ein Stück über das Geländer. Überall sah man eifrig Männer frische Gräber ausheben, während der Wind leise schleichend und doch eiskalt bließ, als würde er selbst Kunde vom Tod tragen. Inmitten des Treibens erblickte Leandra schließlich einen kugelrunden Mann, dessen bleiches Gesicht durchzogen mit Sorgenfalten war. In seiner Hand hielt er eine Liste, auf der er zu instruieren schien, wer wo zu begraben sei. Leandra wartete geduldig, bis seine Gehilfen sich erneut an die Arbeit machten und neigte höflich ihr Haupt vor dem Mann. „Verzeiht bitte die Störung, mein Herr. Magus Leandra Daeris mein Name,“ stellte sie sich mit höflich gesenkter Stimme dem Mann vor. „Mir scheint, dies sind keine guten Zeiten, wenn hier so eifrig die Toten beigesetzt werden?“ Der Mann betrachtete sie eine ganze Weile mit wehmütigen Blick, ehe er erwiderte: „Oh Magus … Herr Johannes Kräber mein Name. Seid Ihr nicht auch eine der Töchter des Kaufmannes Daeris, der unweit von hier lebt?“ Sacht hob Leandra die Brauen und nickte stumm. „Oh, es tut mir so leid ….“ traurig schüttelte der Mann den Kopf. „Verzeiht mein Herr, wovon … genau sprecht Ihr?“ fragte sie, doch insgeheim konnte sie sich denken, was passiert sein musste – es hatte einen erwischt, Vater oder Mishkas. Herr Kräber seufzte leise auf und nickte ihr zu, ging selbst recht zügig los. Er führte sie vorbei an einigen frisch ausgehobenen Gräbern, bis hinüber zur Gruft. Beinahe geräuschlos folgte sie dem Mann hinab in die Dunkelheit, hinunter, wo noch einige Leichen unter Tüchern lagen – es fehlte wohl all gemeinhin an Zeit, sie zu vergraben. Eines dieser Tücher strich der Mann wortlos bei Seite und offenbarte die grausame Schönheit darunter. Völlig friedlich lag Mishkas da, das flammend rote Haar nur mit wenigen Blutsprenken durchzogen und es umhüllte das schneeweiße Gesicht, einer Rose im Schnee gleich. Der Friedhofswärter ließ hinter ihr den Kopf sinken und sprach leise, zitternd: „Es … tut mir so leid, Frau Magus. Es … wir fanden sie im Garten … erschlagen. Wir wissen nicht wieso ...“ Stumm strich Leandra noch einmal über die Wangen der Schwester, dann wand sie sich schier ungerührt dem Mann zu. „Meine Schwester in Ehren zu halten, bitte ich Euch hiermit, sie hier zu Beerdigen. Nehmt dies, ich bin überzeugt es wird für einen Sarg, sowie einen Platz in dieser Gruft ausreichen.“ Ohne großes Umsehen reichte sie dem Totengräber einige Goldmünzen. Dessen Augen weiteten sich zunächst, doch die Magierin hatte schon das Haupt höflich geneigt und sich mit den Worten „Gehabt Euch denn wohl“ verabschiedet. Verdutzt blieb der Mann neben der noch aufgedeckten Leichen zurück und blickte der Frau nach, die ihrer eigenen Schwester keine Träne hatte nachgeweint. Kopfschüttelnd wand er sich der Leiche zu und zog das Tuch zurück. Noch an diesem Abend wurde die wunderschöne Mishkas Daeris in der Gruft in einem ordentlichen, schwarzen und leicht verzierten Sarg beigesetzt – zumindest diese Ehre wollte er dem Mädchen erweisen.

Ein Zimmer für die Nacht, sowie einen Stellplatz für mein Pferd, erbitte ich,“ sprach Leandra ruhig zum Schankwirt und schob einige Münzen über die Theke. Dieser nickte leicht und griff nach einem Schlüssel. „Wenige Reisende zeigen sich dieser Tage, es ist gefährlich geworden“ Sie jedoch nickte nur stumm und ging auf die Suche nach ihrem Zimmer. Dieser Tage war es wirklich still im Gasthaus, so hatte sie das Glück, eines der vorderen Zimmer erhalten zu haben. Als sie eingetreten war lies sie ohne großes umsehen ihre Taschen fallen und warf sich auf's Bett. Erschöpft schloss sie die Augen, sie hatte das Gefühl, alles in ihr würde sich im wilden Kreis drehen. Wie lange sie dämmernd auf dem Bett lag vermochte sie im Nachhinein nicht mehr zu sagen. Irgendwann des Nachts hörte sie die Glocke schlagen – Alarm. Sofort fuhr sie hoch, griff nach ihrem Schwert und ihrem Rucksack und eilte hinaus. Noch auf der Treppe wusste sie, was geschehen war: Langsam und ungeschickt steuerte ein Kadaver auf sie zu. Sogleich zog sie ihr Schwert und ließ es auf die Kreatur niedergehen, trennte dieser das Haupt von den Schultern. Ohne lange zu verharren rannte sie weiter, hinaus aus dem Gasthaus und auf den Platz. Dort war bereits ein Kampf zwischen einiger Soldaten und den Wiederkehrern ausgebrochen. Leandra selbst zögerte nicht lange, murmelte einige Worte der Magie und ließ einen Feuerball auf die erste Kreatur herniedergehen. Den Männern nickte sie stumm zu und stellte sich in ihre Reihen. Gespannt wartete man den nächsten Angriff der Kreaturen ab, der unlängst folgte. Wieder und Wieder trotteten die toten Kreaturen in Richtung der Gruppe und nicht wenige wurden alsbald mehr oder weniger in ihre Einzelteile zerschlagen. Leandra selbst ward es jedoch, als wolle es kein Ende nehmen und erst, als die Sonne ihre ersten Strahlen durch den düsteren und verhangenen Himmel brechen lassen konnte, schien allmählich der letzte Tote ihnen entgegen gewankt. Angewidert schob der Hauptmann des Trupps die Knochen zu seinen Füßen bei Seite. „Gut gemacht Männer,“ nickte er grimmig in seinen Trupp, dann wand er den Blick zu Leandra. „Dennoch, wir sind Euch zu Dank verpflichtet, Magus. Ihr wart uns eine große Hilfe. Wer seid Ihr?“ „Magus Leandra Daeris aus Dalaran, Sir,“ erwiderte sie und neigte höflich das Haupt. „Und sofern es möglich wäre, würde ich Euch und Euren Mannen noch ein Stück des Weges dienlich sein, wenn Ihr erlaubt.“ Der Mann musterte sie ausgiebig, die junge Dame, gehüllt in einfache Lederkleidung und einem Umhang, dessen Machart ihre Herkunft und Aufgabe mit in seiner Einfacheheit nicht verriet. Nach einer Weile entgegnete er ihr zögerlich: „Wisset, unsere Wege führen uns noch ein Stück durch diese Lande, die es von den Wiederkehrern zu beschützen gilt. Wenn es Euch ebenfalls gen Osten zieht, so sei es.“ Stumm nickte die Frau und zog die Kapuze wieder über das zu einem langen Pferdeschwanz gebundenen falb farbenem Haar und folgte von nun an den Mannen stumm.

Es dämmerte bereits, als der Hauptmann seinen Trupp anhielt und lauschte. „Hört ihr?“ wand er sich an seinen Trupp. „Sie weilen unweit, vielleicht wollen sie die Dämmerung nutzen …?“ Leandra behielt ihren Abstand und lauschte den Worten stumm. Alsbald wurden zwei Späher entsand, die sich durch die umliegenden Büsche und Bäume schlichen. Nicht lange ließen sie auf sich warten, traten wieder vor den Hauptmann und salutierten: „Sir, ein kleines Lager, etwa sieben derer, bewaffnet, zwei davon stehen wohl Wache.“ Auf dem Gesicht des Hauptmanns zeichnete sich ein grimmiges Grinsen ab. „Wunderbar. Macht Euch bereit, Männer! Soldat Johnson, Soldat Mc Sowister, ihr nähert euch von nordwest, Soldaten Derran und Langdon, ihr ...“ Und so wurden alle seine Mannen nach und nach eingeteilt und man begab sich auf Position. Leandra selbst wurde keiner der Gruppen zugeteilt und schlich sich stumm dem Hauptmann hinterher, der sich frontal dem Lager näherte. Zwei Gestalten wachten am Eingang des durch einen kniehohen Holzzaun abgesteckten Lagers. All zu groß schien es nicht zu sein, mehr noch ein Zwischenlager, eigens für die Versorgung eingerichtet. Ein der Gestalten war nicht sonderlich groß und wäre es ein Mensch gewesen, hätte man ihn auf vielleicht 15 Lenze bemessen. Die andere Gestalt war ein Stück größer, es schien eine Frau zu sein, doch das Haar war über und über verschmiert und verklebt. „Sir, eine der Gestalten könnte ich womgölich verbrennen, seht die zu Eurer Rechten,“ flüsterte die Magierin dem Hauptmann zu, der daraufhin zustimmend nickte. So also begann Leandra leise eine magische Formel zu wirken, woraufhin zum erstaunen eines jüngeren Soldaten sich ein Feuerball in ihrer Hand formte und auf die größere der Gestalten zuhielt. Lange schien sie sich nicht zu regen, doch unglücklicherweise war der Kleine aufmerksamer und so schrie er etwas unverständliches. Die Gestalt hielt inne und zog ihr Schwert, doch in diesem Moment hatte es längst begonnen und Leandra hatte sich nahe des Getümmels teleportiert und begann einen weiteren Feuerball zu wirken, während einer der Soldaten auf die Gestalt einschlug. Beinahe verdutzt schien sie, wehrte ihn letztendlich aber doch mit einem Tritt zurück, um haarscharf Leandras Feuerball zu entrinnen. Beinahe schien es ihr, als würde sie das Ding anstarren und ebenso intensiv starrte sie aus den stechend blauen Augen zurück, hinein in die von nekrotischer Magie glimmenden Höhlen des Monsters. Ihr ward, als würden Ewigkeiten vorbei ziehen, doch in der Wirklichkeit waren nur wenige Sekunden vergangen, da raffte sich der Soldat auf und holte erneut zum Schlag aus. Doch es kam nie mehr dazu, denn von der Seite her traf ihn ein gezielter Hieb und trennte den Kopf vom Körper, der ein Stück den Rasen hinab kullerte. Ein aller Eile wob Leandra einen weiteren Feuerzauber, sich nicht der beiden Kreaturen ergeben wollend. Die soeben erschienene Kreatur hielt auf sie zu, sodass der Flammenzauber ein Teil von ihr versengte – zumindest hatte sie es sich im ersten Moment erhofft. Doch unter den verflogenen Flammen hervor eilte der Untote auf sie zu und rasch zog sie ihr Schwert, um den Angriff des Monsters zu parieren. Neben ihr erging es den Mannen nicht besser. Waren sie zu Anfang noch zehn an der Zahl, zählte man nun mehr nur noch 7, während sie Monster aus allen Ecken herbei zu strömen schienen. „Rückzug!“ schrie der Hauptmann endlich auf und sogleich Schlug Leandra ihrem Widersacher einen Flammenschlag entgegen, um sich ein Stück zurück teleportieren zu können. Gemeinsam floh sie mit den Trupp zurück auf die Straßen, um sich dahinter, in den tiefen der Wälder, ein Lager zu erbauen, Wunden zu lecken und sich alsbald auf den Rückweg zu machen – zurück zur besorgten Madlein.

Auch jetzt noch, als sie längst geflohen waren, stand Mishkas regungslos da und starrte ihr fassungslos nach. Sie war wunderschön, wenn sie kämpfte – schön und tödlich. Neben ihr zupfte der Soldat, der ihr zur Hilfe geeilt war, einige verbrannte Hautfetzen aus der Öffnung am Hals. Als er den Helm abnahm erkannt sie Marvin, den Uhrmacher, wieder. Er hatte auch jetzt den verbliebenen Mundwinkel zu einem Grinsen gehoben und hielt ihr den verbrannten Fetzen Haut vor die Nase – oder da, wo einst ein dem Namen weit mehr entsprechenderes Gebilde war. „Na, magst als Andenken an meine Heldentat behalten?“ fragte er Grinsen und pustete ihr den Hautfetzen mit rasselndem Atem entgegen, oder eher noch einer Erinnerung an das Atmen. Mishkas selbst rührte sich kaum, noch immer drehte sich ihre Welt, so viele Fragen schossen durch ihren Kopf: War es Zufall, hatte sie sie nicht wieder erkannt? Oder war es Absicht, hatte sie sie verleumdet? Sie wusste keine Antwort und mehr noch, sie wusste nicht ein und nicht aus. Sie gehörte nicht mehr zu ihnen, aber sie gehörte auch nicht hier her. Oder doch? „Ey, Knöchelchen? Nie gekämpft, hrm?“ fragte Marvin in einem fast einfühlsamen Ton. „Komm, da gewöhnst' Dich dran … un' hast ja mich, eh?“ Er hätte nun vermutlich gezwinkert, doch aufgrund der fehlenden Augenbrauen klackerte er nur … irgendwie, ehe er sie zurück zum Lager führte.

Icon Scroll 15a.png "Leidenswege - eine kleine, unfreiwillige Reise" Bearbeiten

Diese Geschichte muss noch per Word berichtigt werden und vielleicht einmal durchgelesen werden .... über Kritiken würde ich mich freuen

Einzig ihre in den riesigen Hallen des Magierturms verhallenden Schritte und das schleppen ihrer Robe über den kalten Steinboden hallten an diesem Morgen durch die Räume des Magierturms. Zügig, jedoch ohne Hast, schritt sie auf einen Durchgang zu und ruhiger Hand öffnete sie die Tür, betrat den spärlich eingerichteten Raum mit dem großen Tablett in Händen. Sogleich erblickte sie das "Mädchen", wie es vor ihrem Bett saß und schwerbeschäftigt damit war, die Schale einiger Trauben abzupuhlen und mit ihnen ein Muster auf den Rand ihres Tellers auszulegen. Als sie Lea erblickte sah sie auf. Straff hatte sich die Haut der dreißigjährigen Frau über den Schädelknochen gespannt, als hätte sie lange nichts mehr gegessen und doch wischen die Zweifel Leandras mehr und mehr. Diese Person, das musste Erzmagus Weißhochwalden sein. "Guten Abend", grüßte sie das "Mädchen" in dem ihr gewohnten, ruhigen und sachlichen Ton, der wenig Emotion verriet. "Hier, ich hab Dir Frühstück gebracht." Mit diesen Worten stellte sie das Tablett neben dem Mädchen ab. Sonderlich begeistert schien sie nicht, stattdessen druckste sie ein wenig rum, ehe sie Leandra zusprach: "Darf ich denn auch raus? Der Herr Elf hat gesagt, ich bin hier ja keine Gefangene ..." Schon jetzt seufzte Leandra innerlich auf. Wunderbar. Natürlich, die Akten verboten es nicht, im Gegenteil ... Das Mädchen, wohl Opfer eines Hexenmeisters, hatte soeben einen Kampf zwischen Magus Sonnenglanz und ihres Meisters überlebt, der sie, nachdem er sie selbst gegen den Elf hatte antreten lassen, sich selbst überlies und floh. Nein, die Gefahr war wohl eher gering. "Ja. Wir können uns die Stadt ansehen. Aber nicht ohne eine Leine“, erklärte sie dem Mädchen weiter in einem sachlichen Ton. Nein, sie hatte keine moralischen Bedenken, dass Mädchen an der Leine auszuführen, war es doch zu ihrer eigenen Sicherheit und die Wache hatte sich auch nicht in die Angelegenheiten des Sanktums einzumischen, waren diese doch meist magisch und überstiegen den Verstand eines Wachmannes um Längen. Nur das Mädchen, das schien weniger begeistert: "Aber der Herr Elf hat doch gesagt, ich bin keine Gefangene ...." nörgelte sie, sichtlich wenig begeistert von der Idee, an einer Leine geführt zu werden. Wieder seufzte Leandra innerlich auf: "Entweder, Du akzeptierst die Leine oder Du musst hier bleiben“, stellte sie das "Kind" kalt vor die Wahl. Murrend stimmte die "Kleine" zu, warf dann jedoch ein: "Du hast Dich nicht einmal vorgestellt ... ich bin Ami." "Leandra Daeris“, erwiderte die Magierin knapp und stand schon an der Tür: "Iss, ich hole derweilen eine Leine." Ohne abzuwarten verließ sie den Raum. Das Essen jedoch, das würde eine Haushälterin wohl später unter dem Bett wieder finden... eben dort hatte Ami es, sobald die Tür hinter Leandra zufiel, hingeschoben.

Das Viertel der Magier lag zu diesen frühen Morgenstunden ruhig da und einzig die beiden Frauen - die Schwarz behütete mit einem Lederband am Gürtel, dass zum Handgelenkt der Robenträgerin hinführte - waren im näheren Umkreis zu sehen. "Möchtest Du noch etwas essen“, erklang die Stimme der Robenträgerin ruhig und klar. "Hmmm ... nä. Erst wieder morgen. Mein Meister sagt, alle zwei Tage ... sonst wird man zu verwöhnt." Wieder ein innerliches Aufseufzen seitens Leandras, während das Mädchen fortfuhr: "... ich vermisse ihn schon. Denkst Du, er wird mich bald abholen?" "Ich ... " Ein wohlbekannter, gefürchteter Geruch ließ sie verstummen. Ein Geruch, der ihr aus Lordaeron wohl bekannt war, der Geruch .... Hastig huschten ihre Blicke auf den Boden hinab und unter ihren Füßen sah sie glühende Erde. Im Bruchteil einer Sekunde reagierte sie, nahm Ami fest in den Arm und wob einen Zauber. Der kleinen Teleport war gelungen und kaum spürte sie Boden - Gras - unter ihren Füßen, nahm sie schon Amis Hand und rannte los. Sie mussten hier weg, aus dem Viertel, an einen sicheren Ort ... Eine vertraute, tiefe, fast bellende Stimme riss sie aus ihren hektischen Gedanken. Sie gehörte dem Mann, der dort auf der Brücke stand, ein Zahnstocher im Mundwinkel und die linke Gesichtshälfte derart deformiert, dass man ihn einfach unheimlich finden musste. Seine ganze, sichtlich aggressive Art/Auftreten verstärkte diesen Effekt noch zusätzlich. Ihm gegenüber saß eine jüngere Südländerin, die Leandra wohl kannte. "Hey, Kampflesbe ... " rief sie, der Mann sah daraufhin auch hinüber. Eigentlich hätte sich Leandra über seinen Anblick freuen müssen, doch das war nun ihre geringste Sorge, noch geringer als diese vorlaute Göre - beim Licht, woher kannte die sie überhaupt? Weiter konnte sie diesen Gedanken nicht führen, denn etwas drang in ihre Sinne - etwas Magisches. Rasch drückte sie die Leine in die Hände des Mannes: "Halt mal" herrschte sie ihn an, wohl wissend, dass ihm klar werden würde, dass es heute - dieses eine Mal - ernst war, das es wichtig war. Eilig rannte sie los. Die Altstadt und das Magierviertel waren Quelle der unheimlichen Aura, die sie vernahm und schon als sie durch die Gassen der Altstadt rannte, wohl wissend, welche Weg man ohnehin meiden sollte, kam sie nicht umhin, sich beobachtet zu fühlen. Zum Magierviertel ging sie gar nicht erst, zu riskant war eine Angriff, geschwächt wäre sie der "kleinen" Ami wohl kaum eine Hilfe. Eilig rannte sie zur Brücke zurück und wurde sich sogleich bewusst, dass der Tag nur schlimmer werden konnte: "Der Köter bist Du? Aber Du hast doch gar keinen Schwanz ...?" sprach die "Kleine" erstaunt zum Köter auf, während die Südländerin neben ihm lachen musste. "Immerhin ... " dachte sich Leandra im Stillen, als sie neben den drein, die der kleinen fröhlich im kleinen Kreis tuschelnd erklärten, "... ist sie abgelenkt und er wird schon auf sie aufpassen können ..." "Ah, Magus Daeris, „ riss sie die Stimme einer Passantin in roter Robe aus den Gedanken.“Wie ist Euer Befinden?" Magus Rosendorn, eine Bewerberin für die Akademie der Arkanen Künste und Wissenschaften, war genau die Person, die Leandra nun noch gefehlt hatte. Ja, es würde nur noch schlimmer werden. "Ah, Magus Rosendorn, ich grüße Euch ... könntet Ihr mir einen kleinen Gefallen tun?" sprach sie eilig und in einem durch und instruierte ihren Spitzel sogleich. Der Plan war einfach: Sie sollte vorlaufen und die Fallen lösen, Leandra selbst konnte Ami, sofern alles sicher war, hinterher eskortieren. Eigentlich ein guter Plan, doch sogleich, noch während sie die sichtlich begeisterte Kleine von ihren neuen Freunden ziehen wollte, kam die Magierin keuchend zurück: "Da ... hören sich Leute in roten Gewändern ... roten Gewändern um, ob sich hier kürzlich etwas ungewöhnliches ereignet hat." "Ich brauche einen ruhigen Ort für ein Portal“, stellte Leandra rasch fest und es fiel den Frauen wie Schuppen von den Augen: Die Halsabschneidergasse. Eilig, die nörgelnde Ami an der Hand, rannten sie los und hielten erst inne, als sie am Durchgang standen. Gnadenlos und ohne auf das erschöpfte Keuchen der "Kleinen" zu achten, zog Leandra sie hinter sich gegen die Wand und spähte um die Ecke. Der Raum lag ruhig da, es war weder ein Geräusch, noch eine magische Präsenz zu vernehmen. Langsam und auf leisen Sohlen schlichen die drei Damen durch den Durchgang, um auch an der anderen Seite um die Ecke zu spähen. Wie so vieles zu dieser frühen Stunde lag der Hof still und leer da. Leise atmete die Magierin auf und wand sich um und sogleich begannen ihre Lippen sich tonlos zu bewegen, ebenso ihre Hände, die sie auseinander zog. Glitzernde Schliere formten sich und binnen kurzer Zeit wuchsen sie zu einem schimmernden Portal heran - ihrer Rettung. "Ihr werdet warten, bis das Portal verblasst ist und geht zu Fuß zum Turm zurück“, kommandierte sie Magus Rosendorn, während sie selbst mit Ami durch das Portal hindurch traten. Sie kamen nie an.

Mit einem lauten Rumpeln landeten beide Frauen unsanft auf einem Stapel Fracht. Mühsam schob sie sich hoch und wurde sich allmählich ihrer Umgebung gewahr. Dies war nicht der Turm, so viel war klar. Dem sachten, ungleichmäßigen Schaukeln nach mussten sie auf einem Schiff gelandet sein und der düsteren, vollgestopften Umgebung und des unbequemen Untergrunds nach waren sie hier wohl im Frachtraum. Hinter ihr vernahm sie das leise Fluchen Amis: "Oh nein ... Du musst Dich verstecken!" wisperte sie Leandra panisch zu und lange zögerte diese nicht. "Da ...da hinten, diese Kisten .... die brauchen wir erst am Ende unserer Reise!" Gebückt huschte die Magierin hinter die besagten Kisten und dies war keine Sekunde zu früh. Die Tür schwang auf und eine Aura flutete den Raum sogleich. Die Magierin hielt den Atem schier an und bedachte sich darauf, ihre eigene Aura bestmöglich zu verbergen. Sogleich war ein lautes Klatschen zu hören, einer saftigen Ohrfeige gleich und dicht gefolgt von einem Aufwimmern. "Du bist zu spät, was hast Du getrieben ...?!" Die Stimme, die sprach, lies einem das Blut in den Adern gefrieren. "Der Doktor wird gleich kommen und Dich untersuchen ..." Und schon schlug die Tür zu. Das Messer, das Leandra aus den Armschienen unter ihrer Robe gelöst hatte, riss beinahe zeitgleich und stumm das Wappen des Sanktums entzwei und gab es der verängstigen Ami, die in ihrer Ecke erschien. "E-Er ... ist wütend, das ist nicht gut ...." "Kannst Du das entsorgen? Durchs Fenster werfen vielleicht?" Zögernd nickte die "Kleine" und schlich zum nächsten Bullauge. Es verlangte der zierlichen Gestalt des "Mädchens" viel ab, das klemmende Auge zu öffnen und gerade noch rechtzeitig warf sie den Wams hinaus, denn schon waren Schritte auf dem Flur und das öffnen der Tür zu hören ... "Kommst Du wohl vom Fenster weg," herrschte eine tiefe, raue Stimme. Sie trat auf die "Kleine" zu, packte diese grob am Arm und zog sie auf den nächsten Stuhl. Dem Mädchen, so konnte Lea aus ihrer Ecke beobachten, wurde wohl irgendetwas verabreicht, etwas seltsames, so meinte die Magierin, war auf der Haut zu sehen... und dann verschwand es und mit ihm der Mann. "Wir ... müssen Dich hier wegbringen!" eröffnete Ami nach einer Weile. "Komm, bald glasen sie!" Noch immer geduckt schlich Leandra hinüber zur Tür, schob sich die Wand entlang und spähte gemeinsam mit der "Kleinen" hinaus. Der Gang, in den sie kurz darauf traten war lang - man könnte meinen *zu* lang. Schier endlos schritten sie hindurch, bemüht möglichst kein weiteres Geräusch zu verursachen, Nach einer kleinen Ewigkeit erreichten sie eine Tür und Ami gab ihr ein Zeichen: "Hier, das ist die Kajüte des Meisters ...!" Angespannt schlich sie dem "Mädchen" hinterher, welches mit geschickten Fingern die Tür hatte geöffnet und in den Raum schlich. Das Zimmer, das sich vor ihnen erstreckte war eines Kapitäns würdig eingerichtet. Das Bett war himmelüberzogen, der Schreibtisch elegant und über und über mit Karten und Papieren belegt. Leandra ließ den Blick und Finger darüber huschen, wohl bedacht, nicht den Hauch einer Änderung herbei zu führen. "Nordend. Heulender Fjord ... " murmelte sie Ami zu, doch jäh wurden die beiden Frauen von einem Schuss und einem Aufheulen von Deck unterbrochen. Eine Weile sahen sich beide stumm und starr an, ehe Ami auf einen Wandvorhang deutete. "I-Ich ... kenne eine Abkürzung!" murmelte sie und wuselte sogleich los, hinter dem Wandvorhang entlang. Sie betraten einen weiteren Gang, der in eine Treppe mündete und wohl ans Deck führte. Leise über die Stufen schleichend, wurden beide urplötzlich böse überrascht, als ein schier undefinierbares Gliedmaß an ihnen vorbei die Treppe hinab flog und einem Blutspur hinterließ. Bleich sahen sie sich an, schlichen die Treppe weiter. Ami gelangte als erstes zum Ende, spähte um die Tür ... und drehte sich sogleich bleich zurück. Wortlos schob sich die Magierin vor das "Mädchen" und spähte selbst ums Eck. Ihr bot sich ein Anblick des Grauens: In Mitten verschiedenster wohl einst menschlicher Gliedmaßen erhob sich eine Verdammniswache. Auf eine widersinnige Art faszinierte sie das Schauspiel, die Grausamkeit ... Verzweifelte, aufgebrachte Akolyten versuchten stets Herr über das Wesen zu werden, doch wollte es ihnen nicht so recht gelingen und so erlag einer nach dem anderen den Pranken des Dämons. Tief in ihr begann sich etwas zu regen, eine Art drängen ... Er stand dort. Und er wusste, wo sie standen. Ihr Blick in die verängstigten Augen des Mädchens sagten ihr klar, sie sollte fliehen, doch ... hatte es Sinn? Er wusste, sie war da. Und er würde nicht eher Ruhe geben, bis er sie hatte. Den Störenfried, den Eindringling ... und Ami. Die Hand des "Mädchens" greifend trat sie vor, aus dem Schatten hinter der geöffneten Tür auf das Deck hinaus. Im Bruchteil einer Sekunde stand er vor ihr. "Wen hast Du mir denn da mitgebracht?" raunte er Ami zu, welche schon dabei war, sich verängstigt an die Seite ihres Herrn und Meister zu schieben. "Wir sind lediglich einer allzu offensichtlichen Einladung gefolgt" trat die Magierin dem Meister sich entgegen. "Und wenn Ihr garantiert, dass sowohl Ami, als auch ich am Leben bleiben, werde ich dafür sorgen, dass Euch hier niemand findet." Ein raues Auflachen des Meisters folgte: "Wer denkt Ihr, seid Ihr denn ...? Ihr werdet hier sterben, wie alle anderen auch ... " Aus den Augenwinkeln sah sie, wie der Dämon sich löste und auf sie zu stürmte. Mittels eines einfachen Teleportationszaubers konnte sie sich gerade noch hinter das Wesen retten und begann, eine erste Bannformel zu sprechen, als der Dämon schon wieder auf sie zustürmte. Schmerz - zuerst auf ihrem Bauch, dann den Rücken entlang und an ihrem Kopf - mehr spürte sie nicht. Erst nach einer kurzen, für sie doch eher ewigen Weile wurde sie sich ihrer Umgebung und den Umständen gewahr. Sie lehnte an der Kiste, der Dämon vor ihr, der Schwanz des Wesens in gefährlicher Nähe ... der hatte sie wohl getroffen und mit voller Wucht gegen einen Kistenstapel geschleudert haben. Instinktiv wob sie einen weiteren, kleinen Teleportationszauber - ein gutes Stück hinter den Dämon. Wieder begann sie einen Bann zu weben, als ein Brett ihren Kopf streifte. Der Meister hatte die Hand gehoben und eiskalt durchlief es sie. Wie dumm war sie doch, zu glauben, er würde sie den Dämon schlachten lassen - geduldig und ehrenvoll abwarten, bis er das Ziel sein sollte. Nein, natürlich tat er das nicht. Sie biss die Lippen fest aufeinander, ihre müden Gedanken sammelnd. Es musste einfach funktionieren. Sonst war sie tot. Und die arme Ami auch, die da noch immer ängstliche gekauert neben ihrem Meister stand. Nach kurzer Weile erhob sie sich - oder war es eine Illusion, die sich neben ihr erhob? Dicht gefolgt davon zwei weitere, auf den Dämon zustürmend, der sichtlich irritiert um sich schlug, bis ihn ein Bannzauber verblassen lies. Es war ihr, wie sie da noch immer auf dem Boden kniete, gelungen, den Dämon zu bannen - zumindest den Anfang dazu zu machen. Fast kam ein innerliches, triumphierendes Grinsen in ihr auf, doch schon im nächsten Moment drängte sich etwas in ihr Sichtfeld, was sie aufmerken lies. Ami taumelte, gestoßen von ihrem Meister, mitten zwischen sie und Dämon. Sie wollte vorstürmen, das Mädchen wegziehen ... Doch das einzige, was sie noch tun konnte, war zusehen, wie ein schwarzer Blitz in ihre Seite einschlug und sie zu Boden gehen ließ. Wenige Bruchteile von Sekunden später schlugen weitere Blitze auf Leandra ein, trafen ihren Bauch und den Oberschenkel. Ein unmenschliches Brennen breitete sich sogleich auf der verbrannten Haut aus, lies sie aufstöhnen, leise wimmern. "Nicht schlecht“, entgegnete der Meister, der nun vor sie trat ruhig "Ihr habt recht lange überlebt." Keine Sekunde zögerte er, ehe er rief: "Wir legen sogleich an, schafft sie hier an Land."

Ihre Umgebung, das war gerade das Letzte, was die Magierin interessierte. Mühsam kroch sie zu Ami hinüber, sprach dem "Mädchen" leise und fast zärtlich zu: "Wie geht es Dir? Brennt es sehr...? Warte ..." Kurz ließ sie ihre Hand über die verbrannte Seite hinweg streifen, einen kühlen Hauch auf der Haut hinterlassend, was im nächsten Moment schon von einer harschen Stimme hinter den beiden unterbrochen wurde: "Hoch mit euch." Den Arm um Ami legend zogen sich die beiden Frauen hoch, wurden über die Planken, über den Steg gescheucht. Ein kalter Eiswind umspielte sie dabei gnadenlos, der unter einem mit roten Schlieren durchzogen Abendhimmel strich, hinweg über die rauen Klippen, tiefgrünen Wiesen und eisigen Gletscher des Fjords. Auf einer kleinen Insel nahe dem Festland hatte sich am äußeren Rand eine Gruppe von Wesen niedergelassen, deren Schiffe darauf hindeuten, dass sie weniger ehrbaren Gewerben nachgingen. Es war früher Abend und der Großteil der Crew hatte sich bereits auf Bänken nahe dem Feuer niedergelassen. So manch neugieriger Blick folgte den Damen, die von einem Mann des Meisters in eines der Zelte geführt wurden. Seine Blicke glitten über die Frauen, ehe er schlicht ein widerstandsnichtduldendes "Umdrehen." von sich gab. Wie geheißen humpelte Lea herum, dabei weiterhin Ami stützend. Sie wusste, was nun geschah. Sie konnte genau spüren, wie der Mann näher trat, auch spürte sie die Hand - noch bevor sie an ihrem Hintern lag, noch bevor sie zupackte und noch bevor Ami aufwimmerte - sich nähern. "Hrm, ... zwei Goldstücke für jede." meinte der Mann murrend, nachdem er die Hand zurück gezogen hatte "Zieht ihnen etwas ordentliches an." Kein Wimmern, kein Flehen und kein Wanken - unvermeidlich war es, wie die beiden Frauen voneinander gezerrt wurden. Mitleid, das war das einzige, was Leandras tauber Körper noch zu spüren vermochte - so unendlich tat ihr die "Kleine" leid, wie sie bei ihrer Rückkehr dastand. Zitternd, in nichts als ein dünnes, spärliches, blaues Kleid gehüllt, einer Metze gleich. Langsam trat sie auf das Mädchen zu, ihre eigenen nackten Arme wieder um sie legend, selbst in nicht mehr, als diesem spärlichem Metzenkleid bekleidet und aller Waffen beraubt: "Shh, ruhig ... Du darfst jetzt nicht daran denken, ja?" "Du bist immer so stark, Frau Lea ... wie machst Du das nur ... " Ein sachter Kuss auf den Kopf diente als Antwort, schon erklang hinter den beiden Frauen die dreckige Stimme: "Heute Abend feiern wir und ihr werdet euch unter die Mannschaft mischen, sie ... unterhalten." Dreckig lachend verschwand er wieder in seinem Zelt und im Stillen schenkte Leandra der "Kleinen" ein aufmunterndes Lächeln. "Lass Dich nicht von mir trennen und spiel einfach mit, hm?" Während sie langsam, Ami noch immer stützend, auf die Gruppe um das Lagerfeuer herum zu humpelte, huschten ihre Blicke über jeden Mann, ihn musternd, seinen Alkohol Pegel schätzend ... Ihr Blicke blieben an einem Mann hängen, dessen nordische Herkunft schwerlich zu leugnen war. Groß und stämmig gewachsen, zudem einen Krug in Händen haltend, der gewiss nicht der Erste war - beinahe schon ein Klischee dachte Leandra im Stillen bei sich. Der sollte es werden, das stand schon beim ersten, gefährlichen Wanken fest. Gewinnend lächelnd baute sie sich vor dem Mann auf, ihn mit schmeichelnden Blicken bedenken. "Hey, magst Du meiner Schwester und mir nicht ein wenig Gesellschaft leisten?" Gewinnend lächelnd zwinkerte sie dem Nordmann zu, der sich sogleich begeistert vor ihr aufbaute und ohne zu zögern an ihre Brüste griff. "Mit Dir echt gerne Mädel" lachte er donnernd und einen Moment ließ sie ihre Brüste noch umspielen, ehe sie sich mit Ami im Arm zu Gehen wand, dabei über die Schulter lächelnd: "Na komm, wir drei suchen uns ein lauschiges Plätzchen ... 's wird Dir gefallen". Gemächlich, dabei leicht die Hüften schwingen macht sie sich auf den Weg, die Umgebung genaust betrachtend. Unweit des Lagers auf den Hügeln grenzten einige Baumgruppen an. Ihre Wahl fiel gleich auf die erste Gruppe und sacht zog sie Ami hinter den großen alten Baum, lehnte sie sacht dagegen und lächelte dem Nordmann einladend zu, wand sich dann jedoch wieder an ihre rothaarige Schwester, sacht deren Lippen küssend und über ihr Ohr hinweg knabbernd: "Spiel einfach mit, hauchte sie dieser zu, ehe sie den Nordmann an sich zog, gierig deren Lippen küssend, ihre Hände an dessen Hals legend. Dann ging alles schnell: Fest biss sie die Lippen des Manns zusammen, während sie langsam das Feuer - von ihrer Hand ausgehend - auf seinen Hals übertrug. Widerwärtiger Gestank macht sich breit, der Nordmann gurgelte, röchelte, schlug um sich. Schmerz durchzog ihre Hüfte, er hatte wohl getroffen ... und dann sackte er schon in sich zusammen. Er war tot. Und Ami starrte ihn panisch an. Erschöpft humpelte Leandra auf das "Mädchen" zu, ihren Arm wieder um sie legen, sie dabei sacht drückend.“Sh ... wir müssen gehen. Kannst Du gehen?" sprach sie ihr ruhig zu. "Sieh nicht hin, einfach laufen, ja?"

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