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Haus Dragmire/Geschehnisse

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Haus Dragmire Persönlichkeiten Geschehnisse

Die Nadeln im Heuhaufen Bearbeiten

Es ist früh am Morgen, die Nachtwachen wurde gerade von der nächsten Schicht abgelöst; auf dem Markt in Sturmwind bauen die verschiedenen Händler ihre Stände auf. Die Sonne, die den Himmel in ein sanftes rot taucht, geht gerade auf. In den Gassen und Straßen der Stadt werden gerade die Zeitungen ausgeteilt. Ein Bürger greift seine Zeitung und beginnt zu lesen. Plötzlich stößt er auf eine Anzeige:

„Mitglieder des Hauses Dragmire und Bürger Sturmwinds!

Lang genug ist es her, dass die Verlassenen uns des Lebensraumes in Lordaeron beraubten. Nun hat deren letzte Stunde geschlagen!

In den vergangenen Wochen wurde die Zahl der Familienmitglieder des Haus Dragmire durch brutale Morde stark reduziert. Jetzt ist es Zeit zu handeln und die letzten verbliebenen Mitglieder des fürstlichen Haus Dragmire, sowie ehemalige Bedienstete und Bürger des Fürstentums in den sicheren Hafen der Stadt Sturmwind zu versammeln - noch bevor schlimmere und weit unmenschlichere Dinge mit ihnen geschehen oder gar die Verlassenen auf sie aufmerksam werden.

Das Land im Norden muss befreit werden, die Verlassenen müssen ein für alle mal vernichtet werden. Nur durch unsere beständige Stärke, durch unsere Disziplin und durch unseren Zusammenhalt können wir das Fürstentum zu altem Glanz führen. Nur so können wir Stück für Stück vorankommen und Fortschritte bewirken.

Solange noch ein Lebender der Familie dort draußen existiert, ist es unsere Pflicht ihn zu finden und ihn in Sicherheit zu wissen.

Jeder der Informationen über den Verbleib der Familienmitglieder hat - seien sie nun tot oder lebendig - ist angehalten dies der Fürstin Galinda Dragmire mitzuteilen. Zu erreichen ist sie wie immer in ihrem Büro am Rande des Magierviertels.

Geschrieben im Auftrag der Fürstin - van Cartier.“

Der Bürger hebt die Brauen und blättert eine Seite weiter.

Der Fluchrubin (Teil I) Bearbeiten

Galinda ging ruhelos in ihrem Büro auf und ab. Mrs. van Cartier, ihre Haushälterin blickte ihr besorgt nach. "Mylady, wäre es nicht besser, ihr würdet euch hinsetz..?", Mrs. van Cartier wurde von Galindas scharfen Blick unterbrochen. "Wisst ihr, was meine Mutter damit angerichtet hat? Es hieß, sie habe ihn zerstört. Letztenendes hat sie ihn nur versteckt.", Galinda ging weiterhin ruhlos auf und ab. "Ich muss mit Kantir sprechen.", sagte Galinda und verließ beinahe stürmisch das Anwesen. Es war der Fluchrubin, ein uraltes Artefakt des Hauses, erschaffen von Lucinda Dragmire, der ersten Erzmagierin die es in der Familie je gab. Der Rubin - lange Zeit unbeachtet und verwahrt - war mit diversen Flüchen und großer Magie behaftet. Eine Theorie wäre, dass Lucinda diesen Stein erschuf, um den Schmuck der Familie zu schützen. Wer unbefugt den Stein an sich nehmen will, aktiviert seine Macht und die Flüche gehen auf den Dieb über. Generation zu Generation wurde der Stein weitergereicht, ehe Maximilian und Elisabeth Dragmire beschlossen, diesen zu zerstören.

Galinda erreichte dann eine Brücke und somit endlich ihren Leibwächter Kantir Angevin. "Guten Abend, Miss.", Kantir nickte seiner Herrin zu. Galinda grüßte selbstverständlich zurück, kam aber schnell auf den Punkt: Der Stein muss gefunden werden. Während sie sich mit Proviant und Waffen versorgten, erklärte Galinda ihm die Hintergründe.

"Meine Mutter hat damals - vor 20 Jahren - versprochen den Stein zu zerstören. Und das hatte sie auch - so glaubte ich. Wie ich ihrem Tagebuch entnehmen konnte, hat sie ihn nicht zerstören können und, bzw. oder wollen und versteckte ihn im Wald von Elwynn. Im Tagebuch wird nicht erklärt, wo der Stein ist, aber sie schreibt, dass 'Die Zeit es zeigen wird.' Ich habe lang überlegt, was sie meinen könnte. Und letztenendes kam ich auf ihre alte Taschenuhr. Sie wurde verzaubert. Ihr Ziffernblatt leuchtet auf, wenn man sich in der Nähe befindet. Jedoch habe ich ihn bisher nicht gefunden. Ich selbst probierte die Uhr bisher nur unmittelbar vor den Toren aus."

Kantir nickte und folgte seiner Herrin. Ihr Weg führte durch den Handelsdistrikt und schließlich durch die Tore hinaus aus der Stadt.

"Von hier aus müssen wir vom Weg abkommen. Zuerst Richtung Westfall."

Das erste Mal probierte Galinda die Uhr am Ufer des Wasserfalls aus. Die Uhr blinkte rot, mehr geschah nicht. Also mussten sie weiter. Über den schmalen Bachlauf bishin zur Weststromgarnison. Doch bevor sie diese erreichten, wurden sie von einer kleinen Gruppe von Wölfen angegriffen. Aufmerksam wurden sie durch einen Pfeifton, der aus der Uhr trat. Während der große Wolf - der Anführer - die Befehle erteilte, griffen die übrigen Wölfe Galinda und Kantir an. "Wie war das mit wegteleportieren?", fragte Kantir, zeigte dennoch keine Furcht und beschützte die Fürstin, die selbst ebenfalls die Wölfe mit Druckwellen und kleinen Frostblitzen zurückhielt. Nach einem langen Kampf pfiff der Alphawolf die Gruppe zurück und flüchtete mit seinem mitgenommenen Rudel in den Wald. Nach kurzer Pause setzten sie ihren Weg mit erhöhter Vorsicht fort.

Sie passierten die Straße und standen darauf ihrem nächsten Problem gegenüber: Gnollen. "Bösartige kleine Biester", flüsterte Galinda und versteckte sich hinter einem Gebüsch. Hier benutzte sie erneut die Uhr. Plötzlich bewegten sich Stunden- und Minutenzeiger. Alle zeigten sie auf neun Uhr.

"Will es, dass wir nach .. links oder nach Westen laufen?", fragte Galinda. Kantir blickte sich um. "Nun, wir sind schon fast an Westfall, weiter westlich geht es nicht. Vielleicht sollten wir auf der Straße zurück nach Goldhain laufen."

Und das taten sie dann auch. Der Weg kam ihnen lang vor. "Was ist eigentlich, wenn wir die Uhr heute nicht finden?", er blickte Galinda an. Sie schüttelte den Kopf. "Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ich in diesem banditenverseuchten Wald übernachte. Wir reisen natürlich zurück nach Sturmwind und setzen morgen unsere Prüfung fort."

Kurz vor Sonnenuntergang erreichten sie dann die "Nachtlebenetropole" Goldhain. Es war das typische Bild von Goldhain, Bürger, Passanten und Reisende. Seufzend betrachtete Galinda erneut die Uhr. Sie blinkte wieder rot, die Zeiger jedoch wanderten auf zwölf Uhr. Wie getrieben eilte Galinda zum Kristallsee. "Hier?"

Plötzlich leuchtete die Uhr dauerhaft grün. "Dann wissen wir zumindest, wo der Stein ist."

Der Fluchrubin (Teil II) Bearbeiten

Nachdem sie am vorherigen Tag ob des Sonnenuntergangs abbrachen, setzten sie ihre Untersuchungen am darauffolgenden Tag fort. Wie auch tagszuvor bestückten sie sich mit Waffen und der magischen Taschenuhr und brachen auf gen Goldhain - ans Ufer des Kristallsees. Es rankten sich viele Sagen und Geschichten um diesen See. Galinda selbst hatte mal von einer ominösen Maske gehört, die von einem Fischer gefunden wurde. Aber das war ihr nicht wichtig. Sie wollte nur eines finden: den verfluchten Rubin der Dragmire.

"Hier sind wir richtig, oder?", flüsterte Galinda. Kantir nickte, er hatte sich den Ort gut eingeprägt. "Gut, dann hier mein Plan: Ich benutze eine magische Luftblase zum tauchen und leuchte den Weg aus, ihr taucht und wühlt am Grund, ob ihr etwas findet.

Und so geschah es dann auch. Während Kantir - der von Galinda mit einem Atemzauber belegt wurde - im Matsch wühlte, leuchtete und dirigierte Galinda aus ihrer trockenen Luftblase heraus. Neben den Belanglosen Steinen, Stöcken und gesunkenem Laub sorgte ein anderer Fund für Entsetzen: ein menschliches Skelett. Doch Galinda ließ nicht ab und motivierte Kantir weiterhin zu suchen. Er tat wie befohlen und hielt plötzlich eine hölzerne und lackierte Schatulle in Händen. Sie hatte ein Schloss, doch dieses wurde gewaltsam geöffnet.

Galinda nickte ihm zu, er sollte es öffnen. Sie musste wissen, ob der Rubin noch an seinem Platz war. Beide dachten sie sich wohl nichts dabei und öffneten diese winzige Truhe. Doch, noch bevor sie einen Blick auf das innere erhaschen konnten, sprang ihnen ein dunkler Schatten entgegen, der seine langen dürren Finger nach Kantir ausstreckte. "DIEB!", rief der Schatten und tobte wütend; das ganze geschah so unerwartet, dass Kantir die Schatulle fallen ließ, ehe diese langsam in Richtung Boden sank.

"Die Schatulle! Schließt die Schatulle!", rief Galinda gedämpft aus ihrer Luftblase. Kantir reagierte - dem Licht sei dank - schnell und schloss die Schatulle wieder. Und so löste sich der ohnehin immaterielle Geist wieder auf, seine Schreie verklangen.

"Raus hier..", schnaufte Galinda und so schwammen beide ans Ufer.

"Ich kenne mich mit Magie nicht aus, aber was war das?", fragte Kantir, der sich langsam wieder fing. "Etwas aus Nether .. ich glaube, es sollte einen Dämon darstellen. ... Gebt mir bitte die Schatulle."

Galinda hielt ihre Hand auf. "Seid ihr sicher, dass Euch dabei nichts passiert, Madame?"

"Das werden wir gleich sehen.", sagte Galinda und bekam die Schatulle überreicht. Zögerlich öffnete sie das kleine Kästchen, doch der Schrei blieb aus. Stattdessen funkelte sie ein prächtig roter Rubin an. Ein Stein, wie ihn Galinda noch nie in solchem Ausmaß gesehen hatte. "Das ist er, hauchte sie."

"Sehr gut. Doch, Miss, wenn ihr erlaubt ... wer waren die beiden Toten am Grund?"

Galinda zuckte mit den Schultern. "Ich vermute es waren Menschen, die das Flüstern des Steines vernahmen und diesem folgten. Und als sie die Schatulle öffneten ertranken sie vor Schreck."

Kantir nickte bedächtig. Galinda schloß das kleine Kästchen wieder und blickte Kantir an. "Zurück nach Sturmwind."

Galinda öffnete ein Portal, beide schritten hindurch. Sie trocken, er klatschnass.

Der unschuldige Eindringling Bearbeiten

Es wurde Abend. Im Anwesen herrschte Stille. Mrs. van Cartier und Roberts wanderten durch die Korridore, löschten überall das Licht. Die Stille war beängstigend und beklemmend. Eine solche Ruhe herrschte hier sonst nie. Mrs. van Cartier schreckte auf.

"Habt ihr das gehört?", flüsterte sie zu Roberts. Er blickte sie fragend an.

"Na das ...", Mrs. van Cartier blickte sich suchend um.

Tatsächlich klang ein leises Wimmern hallend durch die Flure. Sie entzündete eine Laterne, dann eilte sie durch die Gänge. Roberts hatte Mühen, hinterher zu kommen. Plötzlich hielt sie inne. Sie leuchtete in eine Ecke. Dort kauerte ein Mädchen.

Der Fluchrubin (Teil III) Bearbeiten

  • Plotleitung: Galinda Dragmire
  • Dauer: 1 Tag
  • Teilnehmer: Galinda, Kantir Angevin, Mitglieder von "Das violette Archiv".

Es vergingen Wochen, seit Galinda und ihre Wachen den Fluchrubin von Lucinda fanden. Damals bewahrte sie ihn in einer Schatulle im Keller des Anwesens auf, um die Möglichkeit so gering wie nur irgendmöglich zu halten, dass ihn auch nur jemand zu Gesicht bekommt. In diesem Stein - so dachte Galinda - schlummerte das pure Böse.

Von Tag zu Tag wurde sie unruhiger, von Nacht zu Nacht besorgter. Dieser Stein musste aus ihrem Haus fort. Er war einfach eine zu große Gefahr. Immer wieder glaubte sie, ein Flüstern aus dem Stein zu vernehmen. Täglich sah sie nach dem Stein, um wirklich sicher zu sein, dass er noch da ist. Nachts, wenn die Angst sie übermannte, nahm sie sich eine Laterne um zu überprüfen, ob nicht doch jemand heimlich an ihm gespielt hatte.

Durch Zufall hörte sie, dass Kirin Tor in der Stadt waren. Wenn jemand etwas mit diesem Stein anzufangen wusste, dann diese. So hielt sie Rücksprache mit ihren Beratern. Alle waren sich einig: Der Stein musste fort. Galinda hatte das auch nicht besonders überrascht.

An einem Mittwochabend nahm sie ihre Leibwache mit sich und begab sich zur Unterkunft dieser Kirin Tor. Es war ein kleines Appartement im Magierviertel. Von außen deutete nur sehr wenig darauf hin, dass hier Kirin Tor ihre Werke verrichten.

Die beiden Herren der Kirin Tor waren freundlich und nahmen ihr den Stein mit Wohlwollen ab. Sie gaben Galinda das Gefühl von Sicherheit, dass sie den Stein nun endgültig los war. Galinda musste allerdings lügen: Sie wusste, dass sie auf keinen Fall preisgeben durfte, dass die Erschafferin dieses Artefakts aus ihrer eigenen Familie stammte. So erfand sie die Geschichte des netten Präsents, dass überraschend in ihrer Post landete und von Anfang an dunkle Magie ausstrahlte.

Es gab kurze Momente von Nervosität. Sie befürchtete, dass man ihr diese Geschichte nicht glauben würde. Umso überraschter war sie, als die Herren dies dennoch taten.

Erleichtert kehrte sie zum Anwesen zurück. Dieser elende Rubin war endlich fort. Und ihre Sorgen gleich mit.

Die Einladung (Schicksal I) Bearbeiten

  • Plotleitung: Galinda Dragmire
  • Dauer: 1 Abend
  • Teilnehmer: Galinda, Kantir Angevin
  • Teilnehmende NPCs: "Das Schicksal" (Ein Informant)

Galinda war erleichtert, als sie endlich diesen verfluchten Rubin los war. Mit einem erfreuten Lächeln machten sie und ihre Leibwache sich auf den Weg zurück zum Anwesen. Die Wachen am Eingang hatten schon Feierabend, das störte sie aber nicht - schließlich verlangt selten jemand zu später Stunde nach ihr.

Sie schritt die Stufen zum Anwesen hinauf und hielt inne. Auf dem Boden lag ein schlichter Brief. Ohne Adressat, ohne Absender oder andere Anhaltspunkte. Galinda wollte ihn zuerst kommentarlos wegwerfen, doch Kantir drängte sie dazu, solch sonderbar platzierte Post umgehend zu öffnen. Sie tat dies auch und begann zu lesen. Zeile für Zeile wurde sie bleicher, ihr Lächeln wich einem ernsten Ausdruck.

"Leben kommt, Leben geht - früher oder später. Ihr Magier seid früher oder später alle dran. Nehmt Euer Schicksal in die Hand oder verhindert es. Trefft mich am Donnerstagabend zur siebten Abendstunde am Ort des Todes der Fürstin Elisabeth. Gez.: Das Schicksal. P.S.: Ihr seid nirgends sicher. Nicht einmal in Gegenwart Eurer kümmerlichen Wachen. Bedenkt wie hoch der Preis ist."

Galinda blickte Kantir mit Unruhe an. Sie übergab ihm den Brief. Sie wusste, dass sie sich mit diesem ominösen Informanten treffen musste.

Das Treffen (Schicksal II) Bearbeiten

  • Plotleitung: Galinda Dragmire
  • Dauer: 1 Abend
  • Teilnehmer: Galinda, Kantir Angevin
  • Teilnehmende NPCs: "Das Schicksal" (Ein Informant)

Galinda überlegte den ganzen Abend und die halbe Nacht über diesen Brief. Sie wusste wie verantwortungslos und zum Teil dumm es ist, sich mit diesem Informanten zu treffen. Andererseits war sie der Meinung, dass er ihr nicht schaden konnte, solang ihre Wachen bei ihr sind.

Ihre Wachen kleideten sich in möglichst unauffällige zivile Kleidung und folgten ihr mit ausreichend Abstand zum Hafen. Galinda begab sich zum Steg, an dem Elisabeth gestorben war. Rundherum war niemand zu sehen, lediglich die wenigen Arbeiter, die am Abend noch am Hafen unterwegs waren. Am Horizont ging die Sonne bald unter. Lediglich an der Spitze des Hafens lag ein Brief.

Der Informant, der sich selbst als "Schicksal" benannte, wusste wohl, dass Galindas Wachen folgten. Er forderte sie auf, sie allein an der Werft zu treffen.

Besorgt suchte sie das Gespräch mit Kantir. Sie erklärte ihm, dass er sie allein treffen will. Er jedoch erkannte die Gefahr und riet ihr davon ab. Es folgte eine lange Diskussion darüber, wie verantwortungslos dieser blinde Aktionismus und wie naiv es wäre, diesem Unbekannten blind ins Messer zu laufen - in diesen Sekunden schoss jedoch ein Pfeil vom Schiff knapp an Galinda vorbei in den Boden und mit dem Pfeil gelang der nächste Brief in Galindas Hände. Ihre Leibwache Kantir eilte sofort zum Schiff.

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Das Symbol auf dem Zettel

Der Informant wollte sich nun offen mit den beiden treffen, am Steg. "Ihr solltet mir vertrauen, Milady.", ertönte eine Stimme von den Hebekränen des Stegs, an dessen Spitze ein junger Herr saß. Er sah zu den beiden herunter.

"Hört auf mich und folgt meinen Anweisungen oder ihr seid die nächste, Magierin!", sagte der Jüngling in befehlendem Ton.

Kantir wurde ungeduldig. "Kommt herunter, wenn ihr mit uns sprechen wollt!", rief Kantir hinauf, der Informant hingegen lachte entzückt.

"Beachtet die Hinweise und sie werden euch zum Ziel führen. Erfahrt wer die Drahtzieher hinter den Morden waren und macht sie endlich unschädlich. Und glaubt nicht, dass der Schattenhammer hinter allem steckt - auch sie waren nur Mittel zum Zweck."

Flatternd fiel ein Blatt Papier hinab. Während sich Kantir danach bückte, verschwand der Informant. Auf dem Papier war ein Symbol - ein Kreis mit einem unvollendeten Strich, darüber das Lichtsymbol.

Dieser Zettel war das einzige, was man ihr hinterlassen hat. Dafür all die Mühen? Galinda schnaubte und eilte zum Anwesen zurück.

Der verlorene Bruder Bearbeiten

Es war kurz vor sieben Uhr Abends. Die Bediensteten waren seit Tagen dabei das verstaubte Anwesen der Familie für diesen einen Anlass herzurichten. Nicht anders erging es den Leibwachen, die ihre beste Rüstung auf Hochglanz polierten. Galinda war nervös, rutschte immer wieder herum, während eine ihrer Zofen ihr das lange blonde Haar zu ihrer gewohnt kunstvollen Frisur flechtete. Ihr Bruder, den sie nun seit Einfall der Geißel für tot hielt würde zurück kehren. Und er machte kein Geheimnis daraus, sein rechtmäßiges Amt als Fürst antreten zu wollen. Das kündigte er Galinda bereits im Vorfeld an. Es war halb acht Uhr an diesem Juniabend und Galinda betrachtete sich im Spiegel. Sie trug ein feines Kleid in der Wappenfarbe der Dragmires, hob stolz ihr Haupt mit der kunstvollen Flechtfrisur und betrachtete ihre blauglimmenden Augen. Es würde ihr letzter Abend als Fürstin, als Oberhaupt dieser Familie sein, das wusste sie. Die große Uhr im Eingangssaal schlug acht mal und läutete die Ankunft von Ludwig ein. Die Leibwachen öffneten die große Holztür zum Anwesen und Ludwig trat ein. Die Bediensteten hatten sich auf der großen Treppe aufgereiht, die Wachen flankierten links und rechts den Weg an dessen Ende Galinda stand, links von ihr Mrs. van Cartier, rechts James Roberts und dahinter auf der großen Treppe die Bediensteten, sauber in Reih und Glied. Es war ein Bild für die Ewigkeit, perfekt inszeniert wie ein großes Bühnenstück. Ludwig ließ sich davon nicht beeindrucken. Er musterte mit kühler Miene die Szene, ließ den Blick über die Wachen bis hin zu Galinda schweifen. Sie trat vor und knickste zuerst, Mrs. van Cartier und James Roberts traten ebenfalls ein Stück nach vorne, hielten sich einen Schritt hinter Galinda und knicksten ebenfalls, beziehungsweise Roberts verbeugte sich nur knapp. Dem alten Pförtner fiel das sichtlich schwer. "Ich heiße Euch mit Freude in Sturmwind willkommen, Bruder.", sprach Galinda ruhig und diszipliniert, wie es das alte Protokoll Lordaerons verlangen würde. Ludwig seufzte und trat näher an Galinda heran. "Ich freue mich, Sturmwind erreicht zu haben. Ich betrachte mit Stolz das Können meiner Schwester, einen solchen Anlass feierlich in Szene zu setzen.." Eine peinliche Stille kehrte ein. "Ich werde in Sturmwind mein Amt als Oberhaupt dieser Familie und Fürst von Hochwalden antreten. Ich werde eine strengere Hand, Disziplin und Gerechtigkeit walten lassen." Es waren diese Worte, die in die Geschichte eingehen würden. So schnell dieser Empfang auch begann, so schnell war er auch wieder beendet. Ludwig war kein Mann vieler Worte, er sah die Bediensteten und Wachen lieber ihre Arbeit verrichten als hier ansehnlich in der Gegend herumzustehen. Später am Abend richtete er das Wort an Galinda in einem stillen Zwiegespräch.

"Es ist nicht Eure Stärke, ein Fürstentum einer solchen Tradition, eines solchen Alters und einer solch enormen Ehre zu führen. Es ist der beste Zeitpunkt, das Ruder dieses Schiffes herumzureißen, ehe es versinkt."

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