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Geschichten zum Unheil über Sturmwind/Teil10

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UNHEIL ÜBER STURMWIND



Sturmwind 30.10.[1]Bearbeiten

Quinn, einer der städtischen Ausrufer lief umher, abermals seiner Arbeit nachgehend. Routiniert wie immer, als wäre nie etwas geschehen, mit einem Glimmstängel im Mundwinkel, rief er monoton die Nachricht herunter, die ihm gegeben wurde.

"Bürger und Bürgerinnen, Überlebende und Verteidigende, hergehört!

Heute abend zur 19. Stunde werden Kampftaugliche vor die Kathedrale gebeten! Meldet euch, sofern ihr bei Kräften seid und eskortiert einen Trupp Soldaten in die Scherbenwelt nach Shattrath! Die Reise wird beritten stattfinden! Essensausgabe für die Reise erfolgt vorab und Pferde werden gegebenenfalls zur Verfügung gestellt! Macht euch auf einen weiten Weg über die verwüsteten Lande gefasst! Das Heilmittel für die Seuche soll in Shattrath gefunden worden sein! Habt teil an der Reinigung der Pest in unseren Ländereien! Begleitet die Mannschaft für den Transport des Heilmittels!"

Der Ausrufer zieht an seinem Glimmstängel und ascht ab.

"Heute abend zur 19. Stunde! Kommt zu Kathedrale und lasst euch für die Reise mustern und eintragen! Zeitgleich werden mutige Bürger gesucht, den Hafen zu säubern! Meldet euch dafür bei den Paladinen der Silbernen Hand! Ebenfalls vor der Kathedrale!"

Um die nächste Ecke biegend, vernimmt man nur noch die heisere Stimme immer leiser werdend.

Sturmwind, am späten Abend des 30.10, beim Hafen.[2] Bearbeiten

Das Ende war nah. Allerdings nicht das Ende der Stadt Sturmwind oder gar der ganzen Welt, wie Toruban Schwarzkopf es in den letzten Tagen unermüdlich verkündet hatte – sondern jenes des irren Endzeitpropheten selbst.

Mit flüchtigem Erstaunen nahm Toruban wahr, dass er zwar die harten Pflastersteine an seinen Schultern spürte, jedoch nicht die riesige Schwertwunde in seinem Körper. Er spürte, wie das Stück Stoff, das ihm einer der Paladine – oder war es eine Wache gewesen? – als Knebel in den Mund gesteckt hatte, nass und warm wurde. Der kupferne Geschmack und die Flüssigkeit im Mund liessen ihn nicht mehr atmen. Dennoch fühlte er weder Panik noch Schmerz, nur Ruhe und die Gewissheit, jetzt endlich das Richtige getan zu haben.

Auch heute hatte er wieder den ganzen Tag versucht, seine Wahrheit zu Sturmwinds Bürger zu tragen und sie zu einem Aufstand gegen die Paladine zu überreden. Gegen den Abend hatte er immer mehr verzagt und Mutlosigkeit hatte ihn ergriffen. Oft hörten ihm die Leute gar nicht mehr zu – und wer ihm doch noch zuhörte, nannte ihn einen armen Narren, einen kranken Irren oder einen verrückten Aufwiegler. Als er dann wieder vor einer Gruppe Zuhörer stand, die ihn alle nur auslachten, verliess ihn für einen Augenblick endgültig den Mut. Das Ende war nah – und es lag nicht in seiner Macht, es aufzuhalten. Doch dann sagte eine Frau, er solle nicht nur reden, sondern etwas TUN, und in diesem Augenblick wusste Toruban, dass er handeln musste. Ebenso plötzlich wie das Licht ihm die Erkenntnis über die wahren Schuldigen der Geissel geschenkt hatte, schenkte es ihm in diesem Moment die Überzeugung, dass es nicht ausreichte die Wahrheit zu verkünden. Auch die plötzlich aufmerksameren Zuhörer konnten ihn von seinem Ziel nicht mehr abhalten.

Und nun lag er beim Hafen am Boden auf den Pflastersteinen und das Leben verliess seinen Körper so schnell, dass er die Stimmen der Leute, die sich über ihn beugten schon nicht mehr wahrnahm.

Ich habe das Richtige getan. Der Anführer des Übels wird nun sterben. Was ich nicht zu Ende führen konnte, wird dieser weise und tapfere Mann tun, den sie Iskarien nennen. Ich habe nicht versagt und das Licht wird wiederkehren. Er wird ihn töten und das Ende ist…. Licht!

Sein gegen den schwarzen Nachthimmel gerichteter Blick brach. Er spürte die Wärme und anstelle des sternenlosen Himmels sah er plötzlich ein warmes, helles Licht.


Der Mann, den sie alle nur noch den armen Irren genannt hatten, war tot. Kaum einer kümmerte sich gross darum, es wurde nicht nach einem Priester oder Heiler gerufen – sei es nun, weil sie alle froh waren, dass der Verrückte für immer verstummt war oder sei es, weil sie erkannten, dass angesichts der vernichtenden Wunde, die Sains Schwert hinterlassen hatte, jeder Rettungsversuch vergeblich gewesen wäre. Seine Leiche wurde zur Seite getragen, das Gesicht mit einem Tuch bedeckt und es verschwendet wohl kaum noch einer einen Gedanken an den Toten. Denn nun konzentrierten sich alle wieder auf das Duell zwischen den zwei grossen Anführern.

Aushang[3] Bearbeiten

Ein jeweils handgeschriebener Aushang am Portal der Kathedrale, der Kaserne, dem Rathaus und weiteren öffentlichen Gebäuden der Stadt.

Hiermit werden alle, die in den letzten Tagen Kontakt zur Geißel hatten aufgerufen sich am Samstag, den ersten diesen Monats zur dritten Nachmittagsstunde links der Kathedrale vor dem Obdachlosenhaus einzufinden, um sich einer Untersuchung zu unterziehen.

Ein Alternativtermin wird für kommenden Sonntag ebenfalls zur dritten Nachmittagsstunde vorgemerkt.

Heiler und Ärzte mit Seuchenerfahrung werden gebeten sich im Vorfeld bei mir zu melden.

Gezeichnet, Belinda A. Bellentry

4.11.[4] Bearbeiten

Es war kalt. Bitterkalt. Und doch so verdammt heiß. Seine Kleidung und die Verbände waren durchgeschwitzt, wodurch sie nun eisig an seiner Haut klebten. Der Wind der durch diese Hügel pfiff, wenn auch schwach, setzte ihm ordentlich zu. Was war aus ihm geworden, das er selbst das Wetter zu fürchten hatte? Schlotternd saß er da und starrte auf den Beutel vor ihm. Dieser verdammte Beutel. Warum hatte sie das getan? Warum machte sie es ihm so schwer? Warum tat die Gewissheit, bald ins Lichte zu gehen plötzlich weh?

Seine behandschuhten Finger griffen nach der Kordel die den Beutel schloss und zogen sie langsam auf. Langsam fiel der Stoff auseinander, gab Essen preis, Getränke, und ebenso ein Buch. Sie hatte ihm Reiseproviant mitgegeben. Iskarien schluckte, als er bemerkte, dass er nur noch schwer Luft bekam. Irgendetwas saß in seinem Hals. Er bemerkte, dass seine rechte Hand zu zittern begann als sie das Gebäck etwas hin und her schob. Amonia hatte ihm viel zu viel mitgegeben. Genug für eine Rückreise. „Welche Rückreise…?“ hörte er sich selbst leise fragen und spürte wie etwas sein Gesicht hinab lief.

Es war doch vorbei… es war vorbei! Es gab kein zurück, weder für ihn, noch für seine Männer, und auch nicht für all jene die noch in Stormwind festsaßen! Das gab ihm einen Stich. Nicht von der Sorte, wie er es die letzten Tage kannte, wenn sein verbrannter Brustkorb zu stark belastet wurde, sondern vielmehr… nein. Er bildete sich das nur ein.

Das kleine Buch in Händen ließ er sich mit einem Seufzen an das Fass hinter ihm sinken und zog die Knie an um das Buch darauf zu legen. Vorsichtig schlug er es auf, blätterte es etwas durch. „Dummerchen…“ murmelte er, lächelte… und verstand nicht weshalb es ihm die Tränen in die Augen trieb. Was ist nur aus dir geworden, Iskarien? Was?

Wie lange war es her gewesen das ihm jemand vertrauen schenkte… jemand der seiner Hilfe bedurfte. Wie lange war es her, das jemand erkannt hatte, wer – WAS er tatsächlich war? Sie erinnerte ihn an Lordaeron. An all die jubelnden Massen, die hoffnungsvollen erfreuten Gesichter die zu den jungen Paladinen auflächelten. Weil sie wussten, dass sie beschützt wurden. Weil sie wussten, das es Helden gab die ihr Blut und ihr Leben für sie opfern würden. Doch das war lange her.

Er würde nicht versagen, nicht hier. Ein letztes Mal würde er tun, wofür er gemacht war. Wofür er all die Jahre gelebt hatte. Und wenn es für sie war. Und wenn es für das letzte Gesicht war, das noch Hoffnung in ihn steckte. Das noch an ihn glaubte.

Als er das Buch behutsam wieder in den Beutel schob, bemerkte er ein kleines Blatt. Er zupfte es heraus. Zu sehen war ein gezeichnetes Schaf das inmitten einer Wiese stand. Es hatte Iskariens Kopf – darüber stand in großen Lettern „Blök“.

Der scharlachrote Paladin musste lachen. Dann wurde die Zeichnung von einigen feuchten Tropfen aufgeweicht.

Irgendjemand würde ihr den Kram wieder bringen müssen.

4.11., Sturmwind, gegen 10 Uhr morgens, in einem Zimmer des Obdachlosenheims (Kathedralenviertel)[5] Bearbeiten

Romolo schlug die Augen auf. Er war in "seinem" Bett im Obdachlosenheim des Richters. Das grosse Fenster liess allerdings nur das düstere Halbdunkel des Tages ein. Auch heute schien die Sonne sich wieder nicht bis nach Sturmwind zu wagen. Trotz der warmen Decke fror er wieder und erinnerte sich dumpf an Alpträume, die ihn diese Nacht auch geplagt hatten. Aber sie waren bei weitem nicht so nicht so schlimm gewesen wie in der vergangenen Zeit.

Der Bettler fühlte sich immer noch schwach, schwächer als er gestern der Heilerin gegenüber zugegeben hatte. Aber das Wichtigste war ihm gewesen, nun endlich aus diesem Lazarett zu kommen, in dem er über eine Woche mit dem Tod (oder dem Untod?) und den Alpträumen gekämpft hatte. Oder nein - noch wichtiger war ihm, ein paar Silberlinge zu erbetteln und dann endlich mal wieder eine Flasche billigen Weins hinunterzukippen. Genau das hatte er dann auch getan. Immerhin hatte er die Seuche überlebt - das war doch ein Grund zu feiern. Und der Wein gab ihm etwas Ruhe - dämpfte auch die Furcht von den schwarzen Schatten, die nun plötzlich überall in Sturmwind waren. Immerhin hatte die Heilerin, die ihm das Leben gerettet hatte, erklärt, dass nicht nur er diese Schatten sah und ihre Kälte fühlte, sondern auch andere.

Langsam setzte er sich auf und stellte er die nackten Füsse auf den Holzboden. Ein leichtes Schwindelgefühl überkam ihn. Warum war es bloss überall so kalt? Er nahm die Wolldecke von seinem Bett und wickelte sie um seinen Körper. Nun musst er erst mal betteln gehen, um sich ein paar Silberlinge für ein Frühstück zusammenzuschnorren. Oder für eine Weinflasche.

Erst die Aussicht auf das Getränk gab ihm die Kraft, aufzustehen. Die Wolldecke um sich geschlungen verliess er sein Zimmer und trat auf den Kathedralenplatz.

Autoren Bearbeiten

  1. Varmont
  2. Toruban
  3. Belinda
  4. Iskarien
  5. Romulo

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