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Die Aldor Wiki

Flucht

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Es war ein sonniger Tag, die dichte Wolkendecke Gilneas' hatte sich gelichtet und nun schien die Sonne auf das Land, um mit ihren Strahlen Freude und Glückseligkeit zu verbreiten. Lächelnd erhob sich die junge Adlige aus ihrem Bett, verschwand in einem Kleid aus feinem Stoff und setzte sich den einen Hut auf den Kopf. So vorbereitet, verließ sie ihr Gemach, um sich in den großen Esssaal zu begeben und dort das alltägliche Frühstück einzunehmen. Einzig ihr Vater, der stolze Jakob von Borke, saß noch an der Tafel und tat sich an einem süßem Gebäckstück gütlich, als Clodagh eintrat. Funkelnd richteten sich die Brillengläser auf die Tochter, musterten die Garderobe der Frau und quittierten ihr Auftreten mit einem zufriedenem Brummen. Jakob von Borke war bekannt dafür, größten Wert auf ein adrettes Äußeres zu legen. Begründet lag diese Tatsache wohl in der langen Geschichte des Hauses von Borke und dem allgemeinem Ansehen, welches unter gar keinen Umständen leiden durfte. „Nun, Tochter. Ich hoffe du hast nicht vergessen, dass du nachher Besuch bekommst. Sei nett zu dem Burschen, die Beziehungen zu seinem Vater sind mir äußerst wichtig.“ - brummte der Mann in seinen akkurat gestutzten Bart. „Natürlich, Vater. Wie käme ich dazu, Herrn Jonathan von Nordwald unfreundlich zu behandeln, wo er mich doch ständig umwirbt?“ - erwiderte Clodagh, bemüht, nicht allzu sehr zu grinsen. Sofort wurde sie von ihrem Vater gerügt, nicht nur mit einem strengem Blick. „Dein Verhalten gegenüber anderen Würdenträgern ist allseits bekannt, Tochter. Deine lockere Zunge und dein Widerstreben werden schon lange von der ganzen Bürgerschaft Gilneas' verspottet! Sollte dir Nordwald heute also den Antrag stellen, so wirst du gefällig annehmen, hast du mich verstanden?“ Sofort wich das leise Grinsen aus ihrem Gesicht, sie konnte sich sehr viel bessere Dinge vorstellen, als diesen schleimigen Erben eines Adelsgeschlechts zu heiraten. Aber da ihr Vater keinen Ungehorsam duldete, nickte sie bloß stumm und nahm den Rest ihres Frühstückes zu sich.

„Es ist höchst erfreulich, Euch heute zu sehen, Lady Borke. Mein Herz schwillt, nein, platzt gar vor Stolz, da ihr mir die Ehre erweist, mich in euren Hallen zu empfangen.“ - sagte der junge Adlige lächelnd. „Nun, hoffen wir, dass es noch eine Weile heil bleibt, nicht wahr?“ - spöttelte die Frau. Sie war sich bewusst, dass ihr Vater sie für ihre Wortwahl rügen würde, dennoch konnte sie es sich einfach nicht verkneifen. „Lady Borke.“ - sagte Nordwald unbeirrt. „Wir beide wissen, was es bedeutet, dass man mich hierher eingeladen habt. Und deshalb möchte ich auch ohne große Umschweife auf das wohl grundlegendste und wichtigste Thema kommen, was Euch wohl jemals beschäftigen wird. Welche Frau träumt nicht davon, einst diese eine Frage hören zu dürfen, besonders, wenn es eine so wichtige und angesehene Person ist, wie ...“ Ekel kochte in Clodagh hoch. Dieser selbstverliebte Narr war doch tatsächlich so dreist, sie vor der entscheidenden Frage so zu beleidigen. Eigentlich hatte sie ihrem Vater versprochen, sie würde sein Werben endlich erhöre, doch nun hatten sich die Dinge geändert. Stumm lächelnd ließ sie ihn weitererzählen, sie wartete auf die wichtigen Worte. „ … und zu unser allen Wohl bleibt nun natürlich nichts mehr übrig, als die Worte auszusprechen, auf die Sie so lange gewartet haben. Sicher haben sie bereits von diesem geschichtsträchtigen Augenblick geträumt, nicht wahr? Nun denn, Lady Borke, oder soll ich besser Clodagh sagen..? Also, Clodagh von Borke, wollt Ihr meine Frau werden?“ - sagte er, weiterhin schmierig lächelnd. Clodagh räusperte sich. „ Mein geehrter Herr Nordwald, bevor ich ihre Frage beantworten kann, muss ich nun Ihnen eine Frage stellen: Wissen sie, womit ich mich in meiner Freizeit beschäftige?“ - sagte sich sanft. „Natürlich, meine Teuerste. Sie studieren die Natur, besonders Vögel. Aber was hat das mit meiner Frage zu tun?“ „Das möchte ich ihnen sagen.“ - sagte Clodagh mit rauer werdender Stimme. „Wie kommen sie auf den Gedanken, ich würde einen so eitlen und eingebildeten Pfau ehelichen? Einen so talentlosen, schmierigen und hässlichen Gockel wie sie? Fühlen Sie sich nicht gut? Sie laufen nämlich gerade rot an … Nein? Nun, kein Grund, die Hallen einer Lady so stürmisch zu verlassen.“ - rief sie ihm hinterher, denn er war während ihrer harschen Antwort aufgestanden und davon geeilt.

„Du hast unser Haus entehrt, unseren Ruf beschmutzt! Wie kannst du es wagen, so respektlos auf das Erbe unserer Ahnen zu spucken? Wie kannst du es wagen, mir öffentlich die Blöße zu geben?“ - schrie Jakob von Borke sie wutentbrannt an. „Vater .. bitte .. ich .. er ..“ - stammelte Clodagh. „Nichts da, keine faulen Ausreden! Du hast meine Bitte ausgeschlagen und mich damit ganz offensichtlich verstoßen. Nun denn, verschwinde. Verlasse dieses Haus, fliehe, denn eins darfst du wissen: Man wird dich suchen. Fliehe in die Wälder der Nordmark und verhungere wie eine verarmte Schlampe, die du ja auch bist!“ - schrie er. „Trete mir nie wieder unter die Augen, oder ich schwöre dir, ich bringe dich eigenhändig um!“ Aschfahl rannte Clodagh in ihre Kammer, warf sich eine Kapuze über und verließ rennend das Anwesen ihrer Familie. Tränen liefen ihr Gesicht hinunter, während ihre Füße sie Richtung Wälder trugen.

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