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Faradêll

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Allianz 32px.png Faradêll
Dk2.jpg
Ingame-Name: Faradêll
Rasse: IconSmall NightElf Male.gifIconSmall NightElf Female.gif Nachtelfen
Klasse: IconSmall ClassDeathKnight.gif Todesritter
Charakterdaten:
Vorname: Faradell
Alter: 11068 Jahre
Zugehörigkeit: Krieger im Auftrag des Zirkels
Aussehen:
Größe: 2,40 m
Haarfarbe: schneeweiß
Augenfarbe: eisblau
Gesinnung (D20-System):





Äußerlichkeiten:

  • Hautfarbe: blass, etwas gräulich
  • Körperbau: Wie im Leben zeigt er auch im Tode eine stolze Haltung; er ist muskulös, jedoch nicht stämmig. Der Körper ist drahtig-sehnig und man sieht ihm das hohe Alter an. Zahlreiche Narben überziehen den Körper, sie sind aber gut verheilt und man erkennt sie nur von Nahem als weiße Linien.
  • Kleidung: Die Kleidung ist einfach und praktisch. Er wird immer das anziehen, was für den Augenblick förderlich ist. Im Kampf steckt er in einer festen Plattenrüstung, die fast undurchdringlich scheint. Wenn er durch die Lande zieht, sieht man ihn zumeist in einer schwarzen leichten Robe.


Eigenheiten:

  • Faradêll ist ein Untoter. Dementsprechend atmet er nicht, isst und trinkt er nicht, schläft er nicht, blutet er nicht.

Auch ist er zu keinen tiefen Gefühlen fähig. Er denkt in eiskalten Bahnen und kennt keine Skrupel oder Hemmungen. Solange seine Handlungen mit den Einstellungen des cenarischen Zirkels vereinbar sind, wird er diese ausführen. Allein die Erinnerung aus seinem früheren Leben kann in ihm etwas zu Tage fördern, das verloren geglaubt ist. Denn seine Seele ist nicht tot, sie ist verstümmelt; zerstückelt und wieder zusammengesetzt. Fragmente davon fehlen, aber er ist immer noch der alte Druide, der als Untoter in Azeroth wandelt.

  • Faradêll erhielt die Erinnerungen an sein früheres Leben nur teilweise wieder. So weiß er um seine frühere Tätigkeit für den Zirkel und seine aufopfernde Treue zu diesem. Dies allein nimmt er als Leitfaden für seine Handlungen - er ist dem Erzdruiden und seinen Brüdern und Schwestern immer noch treu ergeben.
Anderen Rassen und auch anderen KalDorei begegnet er mit Gleichgültigkeit.
Als Todesritter ist er Eins mit seiner Runenklinge - diese ermöglicht ihm weiter zu existieren. Um am "Leben" zu bleiben und auch zur Heilung eventueller Wunden ect bedarf er fremder Seelenenergie. Darum muss er immer noch töten bzw eine andere Seele verstümmeln, um sich derer zu bedienen. Nur seine Erinnerungen an das frühere Druidentum ist es zu verdanken, daß er nicht alles umbringt, was sich ihm in den Weg stellt.
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"RP-Story zu Faradêll" Bearbeiten

I. Kapitel: Der Ritter des Bösen


Gebet eines Todesritters

Erhöre mich Meister
ich werde nicht klagen.
Will Wunde und Schmerz
im Kampfe ertragen.

Erfülle, mein König,
mich mit deinem Wort
jage die dunkle Leere hinfort.

Dir dienen will ich,
solang ich besteh´.
Du bist mein Führer,
wohin ich auch geh.

Körper beseelt
zu Tode gequält
steh ich nun hier
gehöre nur dir
Werd´ für dich jagen
den Gegner erschlagen
blasse Gestalt
in deiner Gewalt..



°°°°°°°°°°°°

Niemand, außer einem Todesritter, wird jemals verstehen können wie es ist, wenn das Wort des Lichtkönigs die Abgründe der Seele erreicht und sein Befehl die tiefe dunkle Leere ausfüllt, welche die eigene Existenz zu etwas unaussprechlich Schrecklichem gewandelt hat. Die Worte bedeuten Ruhe, Trost und den einzigen Grund warum man diesen Zustand zwischen Leben und Tod ertragen möchte..


°°°°°°°°°°


Auch jetzt, in dieser unwirtlichen kalten Gegend, war die Stimme des Königs in Faradêlls Kopf allgegenwärtig. Sie übertönte alles andere in ihm und um ihn herum.

Der ehemalige Kal´Dorei stieg von seinem unruhig tänzelnden Todesross und die mit Eisen beschlagenen Stiefel landeten hart auf dem steinigen Boden. Vor ihm, auf einem Berg, lag sein Ziel: die Feste Wintergarde. Er sah sich kurz um. Die Streitmacht der Untoten umgab ihn. Ungeordnet und verstreut belagerten sie hier schon eine ganze Weile den Gegner. Eine unheimliche Stille beherrschte den Ort, nicht einmal die Krähen wagten es hier ihre Stimmen zu erheben. Ab und zu hörte man jetzt ein scharfes Zischen, das von den Ghulen ausging. Die Anwesenheit eines Todesritters in ihren Reihen sprach sich schnell herum..


Faradêll kam mit einem Auftrag zur dieser Feste, er und noch dreiundzwanzig weitere Diener des Lichkönigs wurden mit der Order entsandt Wintergarde einzunehmen und die Gruppe abtrünniger Todesritter, die dort starken Widerstand leistete, zu überwältigen und hinzurichten.

Der Auftrag des Gebieters trieb ihn hier her, war in sein Hirn gemeißelt worden und nichts und niemand konnte den dunklen Ritter daran hindern den Befehl auszuführen. Er ließ sich weder von den Angriffen halbverhungerter Wildtiere aufhalten, noch von den Schnee- und Eisstürmen, die sie in den weiten Ebenen heimsuchten. Auch der Hinterhalt, in den die düstere Gruppe geriet, konnte ihn nicht stoppen. Neben und hinter ihm starben seine Waffenbrüder in einem blutigen Scharmützel. Doch Faradêll ritt weiter, war nicht aufzuhalten. Selbst als eine Axt das rechte Vorderbein seines Rosses abtrennte und er mitsamt dem Tier stürzte, vernahm er doch nur die Stimme seines Meisters, die ihn antrieb. Immer weiter; nie stehen bleiben. Weiter. Schneller. Bis zum Ziel..

So nahm Faradêll einigen Feinden mit seiner Runenklinge das Leben, ergriff ein herrenloses Todesross und setzte seinen Weg fort. Ob noch andere aus seiner Gruppe dieses Massaker überstanden hatten wusste er nicht; falls dies der Fall war, würden auch sie ihren Weg fortsetzen und bald an der Feste eintreffen. Doch jetzt und hier – war er alleine.

Er sah zu den Toren der Wehr auf, entließ das Reittier und zog sein Schwert. Einer der nahe stehenden Ghule kroch zu ihm und fragte einschmeichelnd, jedoch nicht ohne Furcht, ob er dem Ritter dienen könne. Ohne den Blick von den hohen Gebäuden zu nehmen erhob Faradêll seine Runenklinge wie beiläufig und trennte den Kopf des Guhls vom Körper ab. Die anderen Untoten brachten sofort mehr Abstand zwischen sich und dem Todesritter. Dieser beging nun den Weg hinauf zur Festung, seine schwere Rüstung klapperte metallisch bei jedem Schritt.


Im Dorf herrschte Tumult, Feuer schlug aus brennenden Gebäuden, die Sicht war aufgrund des dichten Rauches stark eingeschränkt. Hin und wieder lief schreiend ein Dorfbewohner über die Straße, gefolgt von hungrigen Ghulen. Faradêll blieb zwischen den Häusern stehen und sein Blick streifte suchend umher. Dann erblickte er oben auf einem Hügel die abtrünnigen Todesritter, die er für den König finden und töten sollte. Die Worte in seiner Seele wurden lauter und drängender: Nimm die Feste ein und töte die Feinde! Töte sie alle!


Es waren Befehle, die auszuführen waren. Worte, die Faradêll mit dem erfüllten, was ihm genommen wurde: mit Leben. Nie würde er einen dieser Befehle in Frage stellen. Auch nicht, wenn er allein gegen eine ganze Garnison stand. Und so setzte er den Weg ohne Zögern fort, den Hügel hinauf, die Runenklinge in der Hand..


Als Faradêll gemessenen Schrittes oben auf die feindlichen Reihen traf, geschah etwas Sonderbares: niemand erhob sein Schwert gegen ihn, kein Angreifer, den es abzuwehren galt. Nur Schweigen und ungläubige Blicke, diese nicht auf den Todesritter gerichtet, der nun reglos dastand, sondern an ihm vorbei. Zwanzig menschliche Augenpaare starrten den Berg hinunter. Die normalen Soldaten nahmen trotzdem Abstand, obwohl keine unmittelbare Gefahr bestand. Einige aus Angst und Unbehagen, andere witterten eine Falle und wollten Vorsicht walten lassen. Ausschließlich fünf Todesritter blieben bei Faradêll, sie bildeten einen Kreis um ihn und berieten sich flüsternd. Sie erkannten sofort, daß der ehemalige KalDorei dem Lichkönig noch immer treu ergeben war. Allein dieser Gedanke ließ ihr Blut kochen und einer von ihnen spuckte aus, verzog dabei angewidert das Gesicht.

Faradêll hingegen sah sich derweil um und verschaffte sich einen Eindruck der Lage. Von seiner Klinge ging ein helles gleißendes Licht aus; er musste vor Kurzem noch eine Seele genommen haben. „Was willst du, Elender?!“ Das Flüstern hatte aufgehört und nun schauten sie alle zu dem dunklen Ritter. Sie wussten wie diese Krieger gestrickt waren, denn auch sie folgten einmal blind und ohne eigenen Willen dem Wort des Lichkönigs. So war ihnen bewusst, dass sie hier nur eine Marionette vor sich hatten, die jedoch nicht zu unterschätzen war.

Der Diener des Bösen überragte die Menschen um mindestens zwei Köpfe, und er machte nicht den Eindruck, als habe er den Ernst der Lage erkannt. Schon wollte Faradêll mit seinem Schwert ausholen, um den nächst besten Abtrünnigen niederzustrecken, als eine Todesritterin, die hinter ihm stand, mit einer Eisenkette ausholte, welche mit messerscharfen Haken bewehrt war und die sie bis dahin um einen Arm geschlungen hatte. Die Kette schlang sich blitzschnell um den Hals des Angreifers. Die Frau zog ruckartig und mit eiskalter Gewalt und streckte Faradêll nieder. Die scharfen Haken drangen durch Kleidung und Fleisch, Faradêll fiel rücklings und verlor seine Runenklinge bei dem Versuch sich abzufangen. Wäre er ein normaler KalDorei gewesen, hätte er diese Attacke nicht überlebt. Der vordere Bereich des Halses war durchtrennt und noch immer zog die Frau an der festgehakten Kette. Die anderen handelten blitzschnell, legten dem Gefangenen Ketten an und nahmen sein Schwert in Gewahrsam. Die Menschen vor Ort berieten sich kurz, dann führten die Todesritter Faradêll ab, begleitet von Schlägen und Tritten, hinauf zu einem der Wehrtürme, um ihn dort in eine der Zellen zu stecken. Dem Verletzten, der keinerlei Rührung zeigte, wurden Rüstung und Hakenkette abgenommen. Seine Arme blieben indes auf dem Rücken gebunden. In diesem Zustand ließen sie ihn wortlos in der Dunkelheit zurück.

Faradêll war verwirrt. Sein Körper konnte nicht bluten, noch fühlte er Schmerz, Wut oder Angst. Lediglich das Wort des Königs erfüllte ihn; erhellte seine hohle Seele hier im dunklen Verlies. Was aber macht ein Krieger, der nicht kämpfen kann? Der bar jeder Möglichkeit hier auf dem steinigen Boden lag und nicht einmal eine Hand rühren konnte? Es war ein wenig, als würde man den elementaren Faden verlieren. So lag er nur da und wartete..



Kapitel II: das Erwachen


Heller Fackelschein und Tritte von schweren Stiefeln kündigten Besuch an. Faradêll saß immer noch an derselben Stelle in seiner Zelle und hielt stumme Zwiesprache mit seinem Gebieter. Er konnte nicht direkt mit ihm kommunizieren, aber es war, als vernehme er ein stetiges inneres Flüstern, das auch auf seine eigenen Erlebnisse reagieren konnte. So wurde er aufgefordert abzuwarten, zu beobachten und, sollte sich die Gelegenheit ergeben, zu fliehen und mit den neuen Informationen zur Eiskronenzitadelle zurückzukehren. Also öffnete er Augen und Ohren und nahm alles in seiner Umgebung auf, um von größtmöglichen Nutzen für seinen Herren zu sein.

Jemand schloss die Zellentür auf, zwei abtrünnige Todesritter blieben draußen stehen und hielten Wache; Faradêll erkannte nichts von ihnen, die vermummten Gestalten trugen die typische Rüstung der schwarzen Klinge. Sie blieben reglos vor der Tür, die Schwerter in der Hand. Eine kleine Menschenfrau, auch mit Kapuze und Plattenrüstung ausgestattet, trat näher, zischte noch einmal über die Schulter einen kurzen Befehl und betrachtete dann stumm den auf dem Boden hockenden Todesritter.

Ihre Blicke trafen sich; wären die beiden lebende Gestalten gewesen, so hätte wahrscheinlich ein mentales Kräftemessen stattgefunden. Aber dies waren Todesritter. Sie hatten beide einen starken Willen; die Frau ihren eigenen, der Mann einen fremden. Und dieser Wille trieb sie an, kannte keine Gnade, kein Mitleid. Die Frau ergriff das Wort, ihre Stimme war eiskalt und fest: „Du bist in meinen Augen nur ein Stück Dreck, denn du dienst demjenigen, der uns alle verraten hat. Ihn zu vernichten ist unser Ziel, stehst du uns im Wege, so bist auch du des Todes.“ Als Faradêll keine Reaktion zeigte, sprach sie weiter: „Unser Anführer gibt dir eine Chance deine erbärmliche Existenz zu verlängern. Ginge es nach mir, so wärst du schon längst Rattenfutter. Aber so biete ich dir hier und jetzt die Gelegenheit dich uns anzuschließen. Gib dem Willen in dir nicht mehr nach, höre nicht auf das was dich auffrisst und tritt unserer Armee bei.“ Die Frau trat noch näher an den ehemaligen KalDorei heran, sie schaute verächtlich herab und kniff die Augen zusammen: „Meinst du nicht, dass ich weiß was du denkst und empfindest? Alle sagen, Todesritter sind nur willenlose Sklaven, leere Hüllen. Aber wir wissen es besser. Du folgst deinem Herren gern und mit Hingabe. Ich selbst war nicht anders. Aber glaube mir, wenn ich dir sage, dass er eine Schlange ist, die alles auffrisst; auch dich. Und es ist ihm egal. DU bist ihm egal.“ Die letzten Worte spuckte sie förmlich aus. Faradêll legte den Kopf leicht schief, dann erhob er sich langsam. Er schien schwach zu sein, die Wunde mochte ihn mitnehmen. Sehr leise, wie aus weiter Ferne, drang seine Stimme zu der Frau, die ihm jetzt nur bis zu der Brust reichte. „Abtrünnige, Ihr seid des Todes, das wisst Ihr. Ich kam, um euch alle zu töten. Sollte ich diese Gelegenheit nicht bekommen, so werden andere nach mir hier eintreffen, um den Auftrag auszuführen.“ Er ergriff mit beiden Händen die Oberarme der Menschenfrau und umschloss sie zur Gänze. Eindringlich schaute er auf sie hinab; seine Stimme, so merkwürdig sie sich jetzt auch anhören mochte, klang noch immer kraftvoll, warm und tief, als er leise sagte: „Frau, du bist eine Kriegerin, genau wie ich. Komm wieder zur Feste des Königs und diene ihm wie zuvor. Er wird dir vergeben. Er wird dich wieder erfüllen mit seinem Wort und deine Existenz wird wieder einen Sinn finden.!“ Hinter der Frau standen auf einmal die beiden anderen Todesritter mit gezogenen Schwertern. Sie hatten wohl einen Angriff erwartet. Das ungleiche Paar verharrte an diesem Punkt bewegungslos. Leise und fast drohend befahl die Frau den beiden Wachen sich zurückzuziehen. Sie taten wie ihnen geheissen, verschlossen die Zellentür und hatten es auf einmal eilig viel Distanz zwischen sich und der Todesritterin zu bringen.

Allein in dem Kerker konnte man jetzt Wasser von der Decke tropfen hören. Fackeln brannten knisternd in ihren Halterungen und erzeugten Schatten, die an den Wänden absurde Tänze aufführten. Die Menschenfrau befreite sich nicht von Faradêlls Griff. Sie blickte mit einem unbeschreiblichen Hass auf ihn. Dann, fast bedächtig, erhob sie eine Hand. Sie schob damit etwas zwischen sich und dem Todesritter, dass Faradêll erst nicht erkannte. Es schien eine Art Schmuckstück zu sein, das die Frau bis dahin um den Hals getragen hatte. Plötzlich und unerwartet wurde sie schnell wie eine zubeißende Schlange. Faradêll wusste nicht wie ihm geschah, sie rammte das Teil mit der einen Hand auf seine Brust, ergriff mit der anderen einen Hautfetzen der offenen Halswunde und zog ihn damit nach unten und gegen das Objekt. Es geschah etwas Seltsames: der Todesritter schrie auf. Er schrie vor Schmerz, vor Angst, vor Panik.. Bilder erschienen in seinem Kopf, wie Lichtblitze gleich. Marterten ihn, zermalmten sein Hirn. In Agonie zuckte Faradêll, die Beine versagten ihm und er fiel vornüber auf die Knie. Sein Gegenüber hielt ihn noch immer an dem Hautlappen fest, nun um zu verhindert, dass er vollends hinfiel. Die Frau nahm die andere Hand mit dem Objekt kurz zurück und Faradêlls verschwommener Blick fiel darauf. Wie hypnotisiert starrte er es an, konnte sich nicht erklären was hier vor sich ging. Ihm war nur eines klar: er hatte Angst. Todesangst. Hier stimmte etwas nicht, brachte ihn aus der Fassung, veränderte seine Welt. Angestrengt versuchte er Halt in der Stimme seines Herren zu finden.. und vernahm nichts außer Stille. Faradêll stöhnte, machte wischende Bewegungen mit den Armen, als wolle er ein lästiges Insekt vertreiben. Kraftlos und auch ziellos wandt er sich unter dem Griff der Feindin. Diese beobachtete ihn genau, auf ihrem Gesicht erschien ein kaltes Lächeln. „Ja KalDorei, du hast grad deine Wurzeln wieder gefunden. Du hast erspürt, dass dies hier nicht dein wahres Leben ist, richtig? Du hast eine Ahnung bekommen was es heißt zu leben.“ Sie kam ganz nah, so dass ihre Nasen fast zusammenstießen. Leise zischte sie: „Du hast ganz kurz die Wahrheit gesehen. Das dies hier keinen Sinn macht, dass du Dreck bist. Das deine bloße Existenz wider der Natur ist.“ Die Frau erhob sich und schaute auf den vor ihr knienden Todesritter hinab, ihr Griff wurde nicht lockerer. „Wie schlimm muss diese Einsicht für einen naturnahen KalDorei sein.. und wie viel schlimmer erst für einen Todesritter. Einen Todesritter, der plötzlich seinen Herren nicht mehr hört!“ Bei diesen Worten riss Faradêll die Augen auf und schien wieder im Hier zu sein. Entsetzen spiegelte sich in seinem Gesicht wieder. „Wie schlimm ist die Stille in dir?“ flüsterte die Frau. „Möchtest du die Stimme deines Herrn wieder vernehmen? Möchtest du winselnd zu ihm zurückkriechen, um ihm wieder zu dienen?“ Sie stieß mit dem Objekt in der Hand wieder zu, drückte ihm es an die Brust, und schrie dabei: „DU WIRST IHN NIE WIEDER HÖREN, DASS SCHWÖRE ICH DIR! ÜBERSTEHE ES ODER GEHE DARAN ZUGRUNDE!“ Und Faradêll erinnerte sich..


Der Schmerz war unerträglich, lag jenseits des Beschreibbaren. Hier lag er in Krämpfen auf dem steinernen Boden der Kerkerzelle; dort lag er gebunden auf einer Holzpritsche. Hier blickte eine Todesritterin auf ihn hinab.. dort sah er verschwommen einen Folterknecht. Das Objekt.. wurde zu einem glühenden Metallstab, das Knistern der Fackeln zum Zischen von Wasser, das auf heiße Glut traf.. Faradêll riss die Augen auf, starrte an seinem Peiniger vorbei an die rußige Decke. Tagelange Folter lag hinter ihm. Fragen, dann Schmerz. Dann wieder Fragen. Der Druide war nicht mehr bei Sinnen, blieb jedoch standhaft und kein einziges Wort kam über seine Lippen. Der Folterknecht nahm es bald persönlich, denn nicht einmal schreien wollte der verfluchte KalDorei. Irgendwann aber kehrte Ruhe ein.. die Anwesenden verschwanden aus seinem Blickfeld. Faradêll blinzelte kurz, dann schloss er die Augen. Er wartete auf den Tod, wusste, dass er nicht mehr lange durchhalten würde. Trugbilder suchten ihn heim, nahmen ihm den Sinn für die Realität. Vielleicht ein Segen in diesen seinen letzten Stunden. Er dachte grad jetzt in diesem Augenblick an die goldene Stadt Zin Ashari. Bilder kamen hoch von hellen großen Gebäuden, weiten offenen Straßen und KalDorei in prächtigen Gewändern, wie sie unbekümmert darüber flanierten. Es roch nach Apfelblüten. Über dem Himmel zogen sich Federwolken, die sich in den Abendstunden purpur färbten.. es würde auch morgen wieder ein schöner Tag werden.. Faradêll hörte auf zu atmen...


Es war überstanden. Noch nie war Faradêll so leicht zumute, wie in dem Augenblick, da er dem hellen und warmen Licht gewahr wurde, dem er sich nun näherte. Er spürte die Macht Elunes und folgte dem Weg, den die KalDorei seit Anbeginn der Zeit gingen, wenn sich ihre Seelen von den sterblichen Hüllen befreiten. Da war keine Trauer, keine Reue und keine Bitternis. Es war reine Liebe und Wärme, die ihn umfingen und begleiteten. Doch als Faradêll grade die Grenze überschreiten und ins Licht gehen wollte, da spürte er.. Schmerz. Er wusste nicht, wie es war, wenn sich die Seele befreite; aber Schmerz.. das war etwas, das er hier und jetzt nicht erwartet hatte. Etwas stimmte nicht, das fühlte er. Es wurde still um ihn.. einen Augenblick lang hielt das Universum den Atem an. Dann, sehr leise und mehr unbewusst, vernahm Faradêll Worte der Macht. Sie waren das Gegenteil von dem, was hier auf ihn warten sollte. Etwas Unsichtbares schien ihn zu ergreifen, zerrte an seiner Seele und stahl ihm das Licht Elunes. Es wurde dunkel und kalt. Dann kam der Schmerz in einer solchen Welle, dass Faradêll aufschrie, wie er es noch nie getan hat. Es war kein körperlicher Schmerz, es war, als ob seine Seele zerriss. Die fremden Worte waren nun deutlich zu hören, jetzt waren sie ganz nah.. jemand stand bei dem KalDorei und sagte sie in einer unverständlichen Sprache. Die Schmerzensschreie übertönten diese Worte; Faradêlls Körper bäumte sich auf, schien einen aussichtslosen Kampf zu führen und konnte sich doch nicht gegen die dunkle Magie erwehren. Dann, ganz allmählich, lies der Schmerz nach. Faradêll wollte Erleichterung verspüren, doch aus irgendeinem Grund war er dazu nicht fähig. Es war ihm kein Trost, dass die Qualen aufhörten, noch empfand er Angst bei dem Gedanken, dass sie vielleicht auch wieder anfangen könnten. Es folgten Momente der Verwirrung; als wenn jemand fällt und nicht weiß wohin er stürzt, wo er sich grad befindet und wie lange der Fall wohl dauern mag. In diesem Zustand wäre er wohl auf ewig geblieben, ewig im Nichts. Ohne zu fühlen, ohne zu wissen und ohne Erinnerungen.. Ja, er wusste zu dem Zeitpunkt nicht mehr wer er war, noch was sich dort abspielte. Er wusste nur noch von dem Schmerz und nun, da er zur Ruhe kam, von dem Nichts. „öffne die Augen..“ Dies war kein gesprochener Befehl. Es war wie ein Flüstern im Inneren, etwas Unhörbares, das doch auch derart laut und eindringlich war, dass Faradêll sofort die Augen aufriss und den Blick starr nach oben zur Decke richtete. Verschwommen erkannte er in diesem Moment noch das blasse Gesicht eines Mannes, der sich grade abwandte und zu jemandem sprach: „Es ist getan, wo ist der nächste.“ „Ja.. sie dich um, erkenne, was man aus dir gemacht hat!“ Faradêll hob langsam den Kopf. Er lag noch immer auf der Folterbank, doch nun wurden ihm die Fesseln abgenommen. Anteilnahmslos sah er den Guhlen zu, wie sie die Stricke lösten und sich dann schnell wieder trollten. „Steh nun auf mein Getreuer.. erhebe dich und folge deiner Bestimmung!“ Faradêll stellte die Worte, die ihn erfüllten, nicht einen Moment in Frage. Warum auch. So richtete er sich langsam auf, glitt von der hölzernen Bank und kam etwas wackelig auf die Beine. Nun konnte er mehr von seiner Umgebung wahrnehmen. Er sah ein ganzes Lager, gefüllt mit Menschen und menschlichen Überresten. Hier und da sah er auch KalDorei und andere Wesen; er nahm es zur Kenntnis – mehr nicht. Diener der Geissel liefen geschäftig hin und her. Einige in seiner Nähe sahen ihn stumm an und in ihren Augen sah man Ekel und Abscheu.. und so etwas wie Angst.

In dem Lager war es kalt, Schnee lag hier und nur vereinzelt sah man Lagerfeuer oder mit Kohle gefeuerte Essen. Faradêll legte den Kopf etwas schief.. es war wohl etwas falsch. Sollte er nicht die Kälte fühlen? Er wusste es nicht genau. Er schaute an sich herunter.. und stellte fest, dass er keine Kleidung trug. Dafür klebte gefrorenes Blut an ihm. Und noch etwas anderes.. er tastete mit den Fingern danach. Seine Gedärme hingen halb aus einer großen Bauchwunde heraus; sie hatten eine bläulichblasse Farbe und waren teilweise an der Haut festgefroren. Faradêll nahm sie in beide Hände und presste die Innereien wieder in den Bauch zurück. Er fühlte dabei keinen Schmerz. Jemand neben ihm erbrach sich. Dies alles nahm Faradêll zwar wahr, aber ohne etwas dabei zu empfinden. So machte der ehemalige KalDorei einige Schritte nach vorn, bis er merkte, dass ihn seine eigenen Beine behinderten. Sie schienen an manchen Stellen gebrochen zu sein. Mit dem Gleichgewicht ringend hielt er sich an dem nächstbesten Guhl fest und seine eisblauen Augen sahen sich fragend und verwundert um. Faradêlls Körper gab nun langsam auf, er hatte keinen Geist und keine Seele, die ihn dazu trieben weiterzumachen. Faradêlls Seele hingegen irrte in der Hülle umher.. ohne Sinn und ohne Ziel.

Eine wandelnde Perversion.

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