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Tote Brüder und Schwestern im Mondlicht

Auberdine. Wie konnte sowas nur zerstört werden? Valithalia sah sich ruhig um. Sie durfte nicht verstört wirken. Nicht vor Tyrande. Die Mondpriesterin seufzte leise und schloss einem geschundenem Leichnam die Augen. Dann stand sie auf und betrachtete den toten Nachtelfen kurz. Grausam.

Der Leichnam steckte halb im Sand. Und er stank langsam nach Verwesung. Das violette Haar glänzte nicht mehr - und der Körper war eigenartig... aufgeweicht, Seetang klebte auf seiner Haut. Valithalia sah sich um. Überall auf dem Strand lagen ihre verstorbenen Schwestern. Ihre getöteten Brüder. Sie alle teilten das Schicksal des Elfen, der vor ihren Füßen lag. Sie ballte die Hand zu einer Faust, bis die Knöchel weiß unter der leicht schimmernden blau-violetten Haut hervortraten. Sie litten. Das könnte ihr jeder sagen. Ihre Brüder und Schwestern waren nicht im Smaragdgrünem Traum. Keiner von ihnen. Sie konnten nicht mehr. Es gab kein zurück.

Tyrande legte Valithalia behutsam die Hand auf ihre Schulter. "Wir können nichts mehr für sie tun, Schwester."

"Ihr habt Recht, Herrin", flüsterte Valithalia und schüttelte den Kopf. Kalt. Seelenlos. Xaxas. Er allein war schuld daran. Der Erdwächter. Der Weltenzerstörer. Völkermörder.

"Ich werde die Schildwachen rufen, damit sie die Gefallenen abholen. Anschließend sollten wir die Leichname waschen und ihre Knochen richten, damit wir ihnen ein anständiges Begräbnis liefern können. Valithalia, ich möchte, das ihr hier bleibt und auf sie aufpasst. Kein Wildtier soll ihnen noch mehr Leid zufügen."

"Sehr wohl... Herrin," murmelte Valithalia monoton. Dann war Tyrande weg. Sie fühlte nicht mehr als Schmerz. Alleingelassen. Sie würde in ihrem Kummer ertrinken. Sie bekam keine Luft mehr! Das gleiche Gefühl. Wie damals. Arithia. Ihre Schwester - Tot. Sie hat es bis heute nicht verkraften können.

In ihrer Verzweiflung warf Valithalia den Kopf nach hinten, kniff ihre silberfarbenen Augen zusammen und schrie zum Mond hinauf.


Mondlicht - Zuflucht und Tod ?


Sie weinte. Seit Stunden. In Lor'danel wurden langsam die Vorbereitungen für die Begräbnisse getroffen. Es waren hunderte. Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und stand langsam auf. Der Sand rieselte sachte von ihrer Robe herunter. Sand - so Unschuldig, wie jeder Baum. Er wusste von nichts. Und doch war er rot von Blut. Tyrande Wisperwind kam zusammen mit einigen Schildwachen zu ihr gelaufen, und sie zerrten sie von den Toten weg. Valithalia vernahm noch, wie Tyrande sagte: "Sie war zu lange hier. Bringt sie nach Lor'danel und sorgt dafür, das sie einen Hippogryphen nach Darnassus bekommt."

Es war vollbracht. Sie war verweichlicht - vor ihrer Herrin. Eine Blamage. SIe hoffte, die anderen Mondpriester würden sie dafür nicht verspotten. Valithalia hatte immer das aufrechte wenn nicht sogar gleichgültige Gemüt gehalten, was sie stets von den anderen Mondpriestern unterschied. So durfte sie, obwohl sie jünger war als die anderen, damals noch auszubildenen Novizinnen, im Namen Elunes ihren verletzten Brüdern und Schwestern außerhalb vom Tempel des Mondes helfen.

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