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Die Reise

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Inhaltsübersicht Vater Gavin und Demisette HOCHZEIT Reinholds Rüstung Ganndors Flucht-Tagebuch einer Reise ins Ungewisse Mein Heim, meine Wohnung, mein Häuschen Von Erzpriestern, Erziehung und Erzschürfern Ganndor Ganndors Verrat oder der Plan einer Rache
Übersicht Die Reise Tag 1-3


1.Tag der Reise ohne Widerkehr Bearbeiten

Ich habe soweit alles erledigt, was es zu erledigen gab. Das Haus ist verschlossen und versiegelt und Ganndor wird sich wohl nicht wenig wundern, wenn er keinen Zutritt mehr hat. Seine Sachen, inklusive der kleinen Kobra, habe ich zusammen gepackt und in die Burg gebracht. Pragmak war etwas überrascht über das Paket, das ich ihm übergab, fragte aber ausnahmsweise einmal nicht weiter nach. Ich weiss nicht, ob er es registriert hatte, dass ich beim Gehen statt „auf Wiedersehen“ zu ihm „lebe wohl“ gesagt habe.

Er war überhaupt einer der wenigen Leute, von denen ich mich verabschieden wollte. Seit ich mit Ganndor zusammen lebte und wusste, dass ich schwanger war, war mein Leben ruhig geworden .. zu ruhig. Von den alten Freunden und Bekannten war kaum noch jemand da. Entweder waren sie tot oder kämpften irgendwo an der Front und neue Bekanntschaften hatte ich kaum geschlossen. Diese Tatsache war eigentlich ziemlich deprimierend, aber sie würde mir nun auch zu Gute kommen, da mich so kaum jemand vermissen würde.


Ich habe überlegt, ob ich Ganndor einen Abschiedsbrief schreiben sollte, mich dann jedoch dagegen entschieden. Seine Gedanken würden bei Nica sein und je mehr Zeit ich hatte, meine Vorbereitungen zu treffen, umso besser wäre es. Ich bin sicher, Ganndor würde versuchen wollen mich von meinen Plänen abzubringen und das konnte ich jetzt am Allerwenigsten brauchen. Ja, auch das sollte Teil meiner Rache werden, dass er nicht wusste, wohin ich verschwunden sein könnte.


Würde er mich überhaupt suchen? Es tat weh, daran zu denken, er könnte es nicht einmal versuchen, weil ihm Nica um soviel wichtiger geworden war als ich und ich wünschte mir in diesem Moment den Wolfsmenschen so sehr herbei, um mich an seiner Schulter auszuheulen. Um den Wolfsmenschen tat es mir sogar am meisten leid. Ihm hätte ich gern einen Brief geschrieben, um mich zu verabschieden und die Zusammenhänge aufzuklären, aber ich wusste ja nicht einmal, wie ich ihn erreichen konnte. Ich konnte nur darauf vertrauen, dass er mich noch einmal fand, bevor ich verschwinden würde...


Die letzte Person, die übrig blieb und der ich all mein Vertrauen schenkte und auf deren Hilfe ich bauen wollte war der Chopper fahrende Priester. Noch vor wenigen Tagen wäre ich nicht einmal ansatzweise auf die Idee gekommen, jemanden mir eigentlich völlig Fremden um einen solchen Vertrauensbeweis zu bitten, aber es hatte natürlich auch den Vorteil, dass Ganndor nichts von dem Priester wusste und ahnte und ihn so auch nicht in den Zusammenhang mit meinem Verschwinden bringen würde. Der Priester hatte mir zudem versprochen sein Schweigen über sein Wissen erst dann zu brechen, wenn es an der Zeit oder notwendig wäre und auch darin vertraute ich ihm, dass er es halten würde.


Gemeinsam mit ihm und seinem Chopper, den wenigen Habseligkeiten, die ich zusammen gepackt hatte, sind wir gestern abend nach Burg Durnholde aufgebrochen. Die Burg ist zwar jetzt nur noch eine Ruine, aber sie würde zukünftig eine zentrale Rolle in meinem Plan spielen und so erforschten wir heute zusammen die Ruine und deren nähere Umgebung. Ich versuchte mir die Burg in seiner früheren Pracht vorzustellen und der Priester war mir dabei eine grosse Hilfe mit seiner Vorstellungskraft.

Wir schritten die Wege in und um die Burg herum ab und besonders auch den Weg, der aus der Burg zur Strasse Richtung Süderstade führte. Das war wichtig, denn ich musste die Wege quasi blind wieder finden können.


Nachdem ich mir alles eingeprägt hatte, setzten wir unsere Reise fort. Sie führte uns an Süderstade vorbei in den Silberwald und als ich Burg Schattenfang in der Ferne aufragen sah, überkam mich Wehmut und ich bat den Priester die Nacht noch einmal in Mühlenbern zu verbringen. Mühlenbern erinnerte mich so sehr an die letzte schöne Zeit mit Ganndor, die Harmonie, die uns verband, nachdem wir uns nun endlich gefunden hatten. Ich wusste, dass ich mich selbst quälte mit den Erinnerungen und immer wieder fragte ich mich nach dem warum. Warum tat mir das Ganndor jetzt an? Warum ausgerechnet Nica? Ich fand keine Antworten auf meine Fragen und nur mühsam fand ich in der Nacht ein wenig Schlaf.


Morgen würden wir weiter reisen nach Tirisfal zu Ganndors ehemaligem Zuhause und dem Grab seiner Familie und dafür brauchte ich Kraft, sehr viel Kraft...


2. Tag der Reise ohne Widerkehr Bearbeiten

Ich erwachte zeitig, mit heftigen Kopfschmerzen und Übelkeit und als mir beim Verlassen des Zimmers, in dem ich geschlafen hatte, der Duft frisch gebackenen Brotes in die Nase stieg, musste ich fluchtartig das Haus verlassen. Hektisch schaute ich mich auf dem Hof um und fand in der Nähe des Staketenzauns, den man um den Ort errichtet hatte eine grosse Viehtränke, stürzte darauf zu und tauchte meinen ganzen Kopf unter Wasser. Als ich prustend wieder aus dem kalten Wasser auftauchte, ging es mir etwas besser und ich liess mich aufzeufzend neben der Viehtränke nieder. Ich betrachtete mein verzerrtes Spiegelbild im Wasser, das sich langsam wieder beruhigte. Die letzten Tage und Wochen begannen Spuren in meinem Gesicht zu hinterlassen. Ich sah schrecklich aus: die Augen wirkten stumpf und hatten tiefe Augenringe, der Mund war verkniffen und die Lippen sahen blutleer aus, selbst die Nase ragte mir viel zu spitz wirkend entgegen und die Haare wirkten stumpf und strähnig.


Ich lachte hysterisch auf, als ich eine Strähne meines Haares durch die Finger zog, um es genauer zu betrachten. Ich war immer ziemlich eitel gewesen und hatte zumindest auf mein jugendliches Aussehen immer grossen Wert gelegt, denn die Jahre und meine, wenn auch nur eingeschränkt genutzen Fähigkeiten hatten selbst bei mir Spuren hinterlassen, die ich immer versuchte zu kaschieren, so gut es möglich war. Doch jetzt war das sinnlos geworden und das paradoxe daran, was mich so zum Lachen brachte war, dass mir selbst mein derangiertes Aussehen wohl zukünftig zugute kommen könnte. Noch einmal tauchte ich meinen Kopf tief in das Wasser und rubbelte die Farbe aus meinen Haaren, so gut es ging. Das hatten die Goblins, die sich der Balbiererei verschrieben hatten leider, oder zum Glück, noch nicht erfunden, dass die Farbe dauerhaft in den Haaren hielt. Währen ich meine Haare auswrang, sie zu einem Knoten drehte und mit einem Stöckchen, das ich neben der Viehtränke fand hochsteckte, betrachtete ich mich erneut im Wasser.


Was so ein bischen eitle Schönheitspflege doch ausmachen konnte! Was ich jetzt im Spiegelbild des Wassers sah, hatte kaum noch Ähnlichkeit mit meinem gewohnten Ich. Die jetzt grauen Haare zusammen mit meinem eh müden und eingefallenen Gesicht liessen mich glatt noch um 10 Jahre älter aussehen, als ich eigentlich war und um 20 als ich sonst aussah. Kopfschüttelnd erhob ich mich, als die Stimme des Priesters vom Haus herüber tönte, weil er mich anscheinend suchte. Ich sah, wie er sich suchend auf dem Hof umschaute, als ich mich ihm näherte, aber er nahm mich einfach gar nicht wahr und schaute quasi durch mich hindurch. Erst als ich ihn ansprach, schaute er mich genauer an und der entsetzte Ausdruck, der sich in seinen Zügen spiegelte, verriet mir, wie sehr er geschockt sein musste.


Erneut musste ich hysterisch auflachen, als ich daran dachte, wie oft mir Ganndor meinen Hang zu deutlich jüngeren Liebschaften vorgeworfen hatte. Als ob ich etwas dafür konnte, wenn sich die Menschen nur allzuleicht und allzugern von Äusserlichkeiten blenden liessen und jetzt hatte ich wohl wieder einmal eines dieser Exemplare vor mir und ich würde mich nicht mal mehr wundern, wenn sich der Priester bei nächstbester Gelegenheit unter irgendeinem Vorwand von mir verabschieden würde, obwohl ich ihm eigentlich nicht derartige Gründe für unsre Bekanntschaft unterstellen wollte.


Aber das war sowieso jetzt auch alles egal. Ich schob meine Gedanken beiseite und überspielte meine wachsende Depression mit aufgesetzter Fröhlichkeit und fragte den Priester, ob wir aufbrechen könnten. Ich hatte noch viel zu erledigen und musste mich auf meinen Plan konzentrieren. Langsamer als gestern fuhren wir weiter die Strasse entlang nach Trisfall ins Herzstück des ehemalige Lordaeron. Es war gefährlich sich hier aufzuhalten. Das wussten wir Beide. Doch trotz der drohenden Gefahren und der schockierenden Umgebung, in der kaum noch ein Stein auf dem andren stand, geschweige denn sich vorstellen liess, dass hier einmal die Hochburg der Menschen war, musste ich mich genau darauf konzentrieren und mir das vorzustellen versuchen.


Ich war fast erleichtert, als wir irgendwann den ehemaligen Hof der von Falkensteins erreichten und ich vor den Gräbern von Ganndors Familie stand. Eigentlich hatte ich keinen Grund Erleichterung zu verspüren, ahnte ich doch auch, was mich bald im Zusammenhang mit diesen Gräbern erwarten könnte und ein Frösteln überkam mich. Ich sank vor den Gräbern in die Knie und leistete stille Abbitte für mein Tun. Tatsächlich ging es mir näher, als ich es mir oder irgendjemandem sonst eingestehen würde und wieder stiegen die Fragen nach dem „Warum“ in mir auf. Ich weinte still vor mich hin, als mir bewusst wurde, für was für einen schlechten, verdorbenen Menschen mich Ganndor wirklich hielt, aber gleichzeitig wuchs auch wieder der Zorn und die Wut auf ihn. Wenn er mich nicht besser kannte, dann war die Strafe und die Rache erst recht gerecht.


Ich hieb die Faust auf die Erde und wischte mir mit dem Ärmel die Tränen weg und erhob mich gestrafft. „Wenn ich zu stark bin, bist Du zu schwach Ganndor Tolan von Falkenstein“, murmelte ich leise, ehe ich mich wieder dem Priester zuwandte, der mich ansah, als hätte ihn gerade ein Blitz getroffen. „Das trifft übrigens auch für Dich zu“ fauchte ich ihn an udn er zog auch promt den Kopf ein. Mangelnde Lebenserfahrung. Schlagartig hob sich meine Laune wieder und ich kicherte in mich hinein, als ich dem Priester auf die Schulter klopfte und bat, weiter zu fahren. Sollte er doch von mir denken, was er wollte, sollten es doch meinetwegen alle! Ich bin Floreanna Zaubermond und MIR gehört die Welt.. naja, gehörte mal...


Lange schaute ich rückwärts noch aus meinem Beiwagen auf Ganndors ehemaligen Hof, bis er endgültig meinen Blicken entschwand. Dann drehte ich mich wieder um und mit dem Umdrehen blickte ich auch gleichzeitig wieder vorraus. Was mich als Nächstes erwarten würde, würde nicht leichter sein, als der Besuch der Gräber. Ich wollte weiter nach Tanaris und um dahin zu gelangen, musste ich Zwischenstation in Theramore machen. Zum Glück hatte ich den Priester an meiner Seite und hoffte inständig Ganndor nicht über den Weg zu laufen, dafür wollte ich gern noch eine andre Person treffen: Thea!


Ich wusste zwar nicht genau, wie sich ein Zusammentreffen mit ihr gestalten würde, hatte ich sie ja quasi wie Ganndor auch vor die Tür gesetzt und natürlich konnte es sein, dass sie trotzdem in Sturmwind geblieben war, aber Thea war ein schlaues Mädel und so hoffte ich, dass sie zuallererst einmal nach Theramore gereist wäre, um Ganndor dort zu finden. Spätestens von ihr würde er wohl so auch erfahren, dass ich weg war und wenn ich Glück hatte, war Ganndor sogar nach Sturmwind aufgebrochen, während ich durch Thearmore musste. Noch passte alles perfekt in meinem Plan und ich drückte mir selbst die Daumen, dass es weiter so gut lief …



3.Tag der Reise ohne Widerkehr Bearbeiten

Wir erreichten Menethil am frühen Abend und ich war froh das Gefährt endlich wieder einmal verlassen zu können. Man wurde doch ganz schön durchgeschüttelt und obwohl ich versucht hatte während des Fahrens ein paar weitere Gedanken nieder zu schreiben war mir das nur mühsam gelungen. Der Priester würde mich, wie schon fast erwartet nun doch verlassen, nach Sturmwind zurückkehren und mich allein zurücklassen. Zumindest erlaubte mir das auch weiter meinen Gedanken nach zu hängen, während ich auf das Schiff wartete. Ich würde über Nacht reisen. Das war gut, so konnte ich die meiste Zeit auch verschlafen. Ich überlegte erst, ob ich Ganndors Gestüt noch einen Besuch abstatten sollte, aber das würde mir auch nur wieder zu nahe gehen und so setzte ich mich auf die Bohlen der Schiffsanlegestelle und versuchte weiter an meinen Gedanken zu schreiben...


Ich versuchte mir vorzustellen, wie mein Kind eines Tages meine Zeilen in der Hand halten und lesen würde. Wie es das wohl alles aufnehmen würde und ob ich dann überhaupt noch lebte? Wenn ich noch lebte, würde es mich eines Tages auch zur Rechenschaft ziehen? Aber ich hatte ja nur Gutes im Sinn. Es würde bei seinem Vater aufwachsen können, einem Vater, der es eigentlich gar nicht haben wollte, auch wenn sie beide nichts von ihrem Verhältnis zueinander wissen würden...


In dem Moment fiel mir ein, dass ich einen Namen für das Kind brauchen würde. Naja, einen Namen wusste ich schon in dem Augenblick, als mir Ganndors Verrat nur all zu deutlich vor Augen stand. Je nach Geschlecht würde es seinen oder meinen Namen bekommen. Ganz ein oder eine Falkenstein eben. Eigentlich hatte ich mir mal gewünscht den Namen mit Ganndor gemeinsam aussuchen zu können und überlegte gerade, wer wohl die Namen seiner ersten Kinder bestimmt hatte. War es Ganndor oder war es Akena, oder hatten sie sie gemeinsam ausgesucht und wie einigt man sich in einem solchen Falle? Jeder schreibt ein paar Namen auf und die mit den meisten Übereinstimmungen werden ausgewürfelt? Ich fand Juliana und Madlein sehr hübsche Namen und stellte mir Juliana immer wie das Ebenbild von Akena vor, dunkel und ruhig, eine eher rassige Schönheit. Madelein dagegen hatte immer helle, fast weissblonde Haare in meiner Vorstellung und war der reinste Wirbelwind.


Ob es tatsächlich so war? Ganndor hatte nie viel über das Aussehen seiner Kinder gesprochen und ich verstand schon damals, als ich selbst noch gar nicht schwanger war und jetzt umso mehr, wie sehr der Verlust eines Kindes schmerzen musste und er hatte gleich zwei verloren … Aber vielleicht würde ich es bald selbst erfahren, wie sie aussahen.. wenn alles gut ging! In dem Augenblick fiel mir auch ein, welchen Namen ich Ganndors Kind geben würde, solange es bei ihm lebte. Für immer sollte es auch in Erinnerung an Akena und die Kinder einen Namen tragen, der sich aus diesen Namen zusammen setzte...


Ich schrak aus meinen Gedanken hoch, als die Schiffsglocke läutete. Fast hätte ich über meinen Gedanken noch die Abfahrt des Schiffes verpasst. Hoffentlich war die Überfahrt schnell und ruhig und vielleicht konnte ich morgen schon Thea treffen...

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