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Die Legende von Weißwacht/Die Geschichte/522012

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Die Legende Prolog Die Geschichte Epilog

Liebe Ma, lieber Pa ... - von Rachnel, 8.2.2012

Rachnel schreibt....

Liebe Ma, lieber Pa,

ich hatte versprochen, zu schreiben und ich halte meine Versprechen.  Ich hoffe, euch geht es auch gut! Ihr müsst mir unbedingt schreiben, wie die Lage ist. Wie hoch steht das Wasser mittlerweile? Sagt den anderen, dass es mir sehr leid tut, dass ich nicht helfen kann! War ja nicht meine Entscheidung. Ich bin heil in Stormwind angekommen, auch wenn es einige Zwischenfälle auf der Reise gab. Davon hat Ghana vielleicht schon erzählt. Die Stadt ist viel größer, als ich sie mir vorgestellt habe und viel voller, dafür nicht besonders hübsch. (Tut mir leid, Pa, aber hier ist ja nur Stein!) Aber ich bin gut untergekommen.

Entschuldigt bitte die Krakelschrift, es geht mir immer noch nicht leicht von der Hand. Ihr kennt das ja. Aber es gibt viel zu erzählen. Ich schreibe deshalb so spät, weil es schrecklich viel zu tun gab. Hier findet nämlich gerade ein Turnier statt!  Ich habe zwar noch nicht ganz verstanden, was das Ziel sein soll, aber das ist wahrscheinlich eh eine Adelsangelegenheit. Vielleicht habt ihr schon etwas von den Weißwachts gehört? Wenn nicht, macht das nichts. Das hat hier niemand so richtig. Die sollen auch aus Lordearon kommen – oder so - und das gibt es ja eh nicht mehr. Das ist eine richtig bunte Sache. Und spannend! Euch würde es bestimmt gefallen.  Gestern gab es ein tolles Duell, ich habe zum ersten Mal eine „Katze“ gesehen, Mama. Jetzt weiß ich auch was du meinst, sie ist so schnell und präzise... der Ritter hatte nichts zu lachen. Der kam aus Arathi extra für das Turnier hierher und ich habe sogar eine Signatur von ihm bekommen. (Ich weiß nicht, was du gegen die Leute aus Arathi hast, Mama, die van Havens sind alle ganz nett.) Die meisten Kämpfer waren sehr nett, vom ersten Champion habe ich sogar ein besonderes Pfand bekommen. (John Growling ist ein netter Mann) Aber Pfand sollte ich wohl nicht sagen, das könnte verwirrend sein. Das richtige Pfand ist nämlich eine Frau. Klingt komisch, oder? So nennen sie aber die Begleiterin des besten Champions. Das muss auch so eine besagte Adelssache sein.

Überhaupt habe ich schon viele sehr nette Leute kennengelernt. Nur schade, dass hier so wenig Zwerge leben. Ansonsten laufen hier auch echte Verrückte herum. Ihr habt gesagt, hier wäre es sicherer als zu hause, aber zu hause hat ich bisher noch niemand mit einem Schwert vor mir herumgefuchtelt. So ernshaft jedenfalls. Ich habe mich an mein Versprechen gehalten und keinen Unsinn angestellt und ich "stromer" auch nicht in allen Ecken herum! (Obwohl es hier interessante Sachen zu entdecken gibt) Ich wollte wirklich nur helfen, aber der Adel ist hier etwas sensibel. Gerecht ist das nicht! Es ist mir zum Glück nichts passiert, macht euch also keine Sorgen, aber etwas Bammel hatte ich schon vor dieser Lady Adersin. Du hättest gewusst, wie man damit umgeht, Mama. Das hatte mit dem Turnier gar nichts zu tun. Stormwind ist eine bekloppte Stadt, wenn man sich auf der Straße erschlagen darf! Soviel zum Thema Kulturzentrum! Ein Schwert nehme ich deshalb trotzdem nicht in die Hand.

Ich bin aber jetzt meistens mit einem netten jungen Mann unterwegs, der wüsste uns schon zu helfen. Er würde euch gefallen: Er redet nicht viel, aber bedacht. Ganz anders als ich, ha, manchmal bin ich nicht sicher, ob ich ihn nicht müde plappere. Am Anfang war er mir ein wenig unheimlich, aber eigentlich kann ich ihn sehr gut leiden. Wie günstig.

. Bald erzähle ich euch mehr, aber bitte bitte schreibt mir von zu hause! Ich hab euch lieb und vermisse euch. Bitte drückt die anderen ganz fest von mir, besonders Valstag.

Grüße aus Sturmwind, eure Rachnel


PS: Den Umschlag an das Sanktum hab ich noch. Ich geb ihn aber bald ab!

Es war der Nachmittag des Tages   - von Arcaynas, 8.2.2012


Es war der Nachmittag des Tages zwischen dem vierten Duell des Turnieres und dem fünften.

Er stand vor dem kleinen, grasbewachsenen Erdhügel an den Wurzel des Baumes. Das Holzbrett, welches in dem Hügel steckte, war schon verwirrter und mit Moss bedeckt. Doch eine Stelle war frei von Moos. Dort musste einst der Name gestanden haben. Der Name des jenigen, der hier hinter dem Zergenviertel an den Wurzeln dieses Baumes einst begraben wurde. Nun waren dort nur noch tiefe, fast schon klaffende Kerben im Holz. Sie waren frisch. Er versuchte den Namen zu entziffern, doch es gelang ihm nicht. Er war bis auf die Ungentlichkeit von den Kerben durchschnitten. Die Buchstaben, die dort einst gestanden haben mussten, waren nur noch an der, vom Moss befreiten Stelle zu erahnen. Es gab kein Hinweis darauf, was einst dort gestanden haben mag. Er betrachte das Grab des Namenlosen noch eine Weile. ehe er sich abwandte und ging.

Der Tag war noch jung .. - von Arvenya, 8.2.2012

Der Tag war noch jung und doch stand Arvenya schon im Schatten eines Baumes im Magierviertel und schaut zu dem Turm hinauf, ehe ihr Blick dann weiter in Richtung Gasthaus schwenkte. Sie sollte hier auf den Lord warten, ihr eine Uhrzeit zu nennen hatte er sich natürlich vorenthalten. "Was auch sonst...", murmelte Arvenya leise zu sich selbst, ehe sie die Hand hob um sich den Nacken zu reiben. Dieser Muskelkater war fürchterlich. Es war beinahe ein Jahr her das sie eine richtige Rüstung aus Kette und Platte getragen hatte und der Tag gestern hatte gereicht damit sie nun jeden einzelnen Knochen spürte. Dennoch erschien es ihr angemessen, sollte sie wirklich als Schutzschild für den Lord dienen müssen. Vielleicht würde er ja nicht lange bleiben.

Eines der wichtigen Dinge hatte er gestern Abend immerhin erledigt. Seine Enkelin an Fürst Reyn versprochen. Ihr blieb gar nichts weiter übrig als den Kopf zu schütteln wenn sie an das Gesrpäch vom Vorabend dachte. Wie auf dem Viehhandel hatten er und der Füst sich darüber unterhalten wie Jouroné Zukunft aussehen könnte und sollte, was ihr der Fürst bieten könnte und welche Vorteile das Haus Weißwacht erhalten wird. Nur das hatte gezählt. Die ganze Zeit hatte sie Jouroné beobachtet, doch sie musste den Hut vor diesem wohlerzogenen Mädchen ziehen, nicht eine Regung war zu erkennen die vermuten liess was sie von dem ganzen hielt. Ja, ein Mädchen, versprochen an einen Mann der mehr als doppelt so alt war wie sie. Schöne Aussichten.

Es verstrichen einige Momente in denen sie nur stumm zum Eingang des Eremiten blickte, zwei leicht angetrunkene Männer kamen lachend heraus, ihre Kleidung unsauber und ihre Stimmen ein Chor aus gelalltem sprechen. Und das um diese Uhrzeit. Zwar lehnte Arvenya auch selten ein Bier oder mal einen Rum ab, aber das. Ein Schulterzucken folgte, war ja nicht ihr Problem.  Weiter zogen ihr Gedanken und sie kam bei Blaives an. Der Mann der seit neustem für sie und Zaid arbeitete, als Leibwache und Informant. Und er wusste verdammt viel, dass hatte sie gestern gemerkt. So gut es ihr auch gefiel das er ihr soviel über die Champion verraten konnte, umso misstrauischer machte es sie. Warum hatte er sich all' die Mühe gemacht im Vorfeld soviel herauszufinden, wirklich nur um sich einen Ring zu besorgen? Möglich war es, dennoch würde sie ihn vorerst im Auge behalten. Obwohl er andererseits auch keinen großen Schaden anrichten kann, dachte sich Arvenya. Sollte er nur weiter forschen und immerhin hatte er die Identität von Salix Caprea aufgedeckt. 

Mit einem Schmunzeln im Gesicht löste sich ihre Silhouette aus dem Schatten und sie ging den Weg enltang, es konnte nicht schaden dem Lord entgegen zu gehen.

Sie hatte beide Hände unter den Kopf - von Ragelind, 8.2.2012

Sie hatte beide Hände unter den Kopf gelegt und versuchte nicht dem Drang nachzugeben die dunklen Haare, die über das blühende Veilchen im Gesicht der schlafenden Frau gerutscht waren zur Seite zu streichen. Sie brauchte nicht einmal den Arm ausstrecken, so nah lag sie neben Mylady in einem Haus, in einem Zimmer und in einem Bett, das Mylady nicht einmal gehörte. Sie waren beide fremd hier, auch einander fremd aber vereint durch den Titel des Champions, den diese Frau sich errungen hatte. 

Sie konnte nicht schlafen. Ihr Kopf fühlte sich an wie Watte und die Gedanken schienen nur langsam und zäh wie klebriger Honig in ihren Verstand zu tropfen. Sie fühlte sich wie jemand, der den Hauptgewinn auf einem Jahrmarkt gezogen hatte und es noch gar nicht glauben kann. Ihr Hauptgewinn: ein Bandalore, ein Rollrädchen … dieses lustige Spielzeug, welches aus zwei durch einen Mittelsteg miteinander verbundenen Scheiben besteht. Am Mittelsteg ist eine Schnur befestigt und aufgewickelt. Dadurch können die Scheiben – auf mehr oder weniger kunstfertige Weise – auf- und abwärts bewegt werden, nur spielte nicht sie mit dem Rollrädchen, sondern das Rollrädchen mit ihr ..oder mit Tellos van Haven .. oder mit der ganzen Welt .. sogar mit Lord Weißwacht...!?

Der Tag des Duells hatte ruhig und besinnlich angefangen im Hause van Haven. Von bevorstehender Aufregung war Nichts zu spüren. Man war gelassen und vertraute auf die Verteidigung des Titels, mit Ausnahme vielleicht von Tellos van Haven, aber von ihm wusste sie schliesslich auch, dass dieses Duell irgendwie eine persönliche Note haben würde. Sie trug das edle Kleid, das ihr Lord Weißwacht hatte schicken lassen und links auf der Brust die weiß-rote Blüte, keine Lilie, sondern die Blüte einer Blume, die sie nicht kannte, welche ihr Herr Malcor geschenkt hatte. Sie würde sogar zum Duell reiten! 

Bevor sie aufbrachen nahm Mylady van Haven sich sogar noch die Zeit, sich von ihr zu verabschieden für den Fall, dass der Champion doch verlieren sollte, was Mylady selbst zwar nicht glaubte und auch nicht hoffte, aber es war einfach ein Akt des Anstandes und der Höflichkeit und sie war Mylady auch ausgesprochen dankbar für diese kleine Geste. Sie selbst wollte auch einfach keinen Gedanken daran verschwenden, was sie beim neuerlichen Championwechsel erwarten würde, zu wohl hatte sie sich gefühlt. 

Und dann wartete am Duellplatz dieses Rollrädchen. Salix Caprea nannte sie sich und eigentlich war sie versucht diese Frau … eine Frau!... gar nicht erst ernst zu nehmen, obwohl sie es eigentlich, da sie Mylady van Haven kannte, gleich von vornherein hätte besser wissen müssen. Natürlich würde keine Frau bei diesem Turnier aus reinem Jux und Dollerei antreten. Zwar war da immer noch diese persönliche Note bei der Herausforderung, die mitschwang, aber trotzdem war es klar, dass die Frau sehr genau wissen musste, auf was sie sich einliess – nur ich wollte es nicht so sehen. Zeit, ein Weltbild wieder ein bischen zu korrigieren und zu revidieren! 

Salix Caprea zeigte es der ganzen Welt, oder zumindest dem anwesenden Publikum und geschmeidig wie eine Raubkatze holte sie sich Tellos van Haven als Beute. Der Kampf selbst interessierte sie dieses Mal auch nur marginal. Sie war nun einmal keine Kämpferin und würde nie eine sein und Salix Caprea war schwer einzuschätzen. Das waren Frauen generell, aber diese besonders. Die nächste Herausforderung wartete trotzdem bestimmt schon. Ihre Augen flogen über das Publikum und blieben kurz an B-R hängen. Sie war sich sicher, dass er erneut herausfordern würde. Es schien wie ein Zwang zu sein, der ihn trieb. 

Sie war daher auch gar nicht überrascht, dass er, kaum dass der Kampf zu Ende war auf den Platz stürmte. Überraschend war, dass es Tellos van Haven offenbar genauso vorhatte erneut gegen Salix Caprea anzutreten. Hätte sie es nicht besser gewusst, hätte sie für ein paar Augenblicke glauben mögen, was da ablief wäre ein inszeniertes Schauspiel zweier Rivalen mit einer Frau, um eine Frau gewesen. Es erschien ihr fast kurios, aber für weitere Beobachtungen war keine Zeit. Mylady Caprea schwankte noch immer leicht von dem Faustschlag auf ihr Gesicht und ihre Sorge hatte dem neuen Champion zu gelten und so begleitete sie daher möglichst schnell zur Untersuchung. 

Wie ein Rollrädchen .. auf und ab! Bei der Untersuchung wusste sie auch wieso. Sie kannte diese Frau! Nicht wie jemanden den man gut und persönlich kannte, aber zumindest in ihrer Funktion, die sie ausserhalb des Turniers inne hatte und das brachte ihre Gedanken zum Rasen. Hoffentlich dachte Mylady Caprea nicht, sie wäre schlagartig verrückt geworden, so wie sie anstarrte, aber das erste, was ihr durch den Kopf schoss war, dass Mylady auf alle Fälle von ihr erwarten würde ihre eigentliche Identität zu schützen und das war ein Problem! Wie sollte sie das anstellen? Sie konnte sich nicht einfach unsichtbar machen und Mylady würde sich für die Zeit bis zum nächsten Duell auch nicht verstecken wollen, oder doch? Irgendwie schienen sich gerade ihre Rollen vertauschen zu wollen. Nicht der Champion würde auf sie aufpassen, sondern sie auf den Champion, oder doch immer noch auch andersherum? Wie ein Rollrädchen.. auf und ab. Sie würde sich etwas einfallen lassen, sie musste nur komplett umdenken .. auf und ab... tropf, tropf, wie zäher Honig... 

Der nächste Tag schien etwas lichter zu werden. Ihre Koffer waren von dem Anwesen der van Havens zu dem Gasthaus gebracht worden, in dem sie mit Mylady Caprea genächtigt hatte. Sie konnte sich also schon einmal ein weniger auffälliges Kleid anziehen. Mylady bot ihr zudem an ihr eine Kapuze auszuleihen und ein bischen Puder, Lippen- und Augenschminke würden dafür sorgen, dass man das blühende Veilchen vertuschen konnte. 

Sie wunderte sich jedoch sehr, als sie mit den Besorgungen zurückkehrte, dass sich Mylady Caprea doch wieder vermummt und umgezogen hatte. Hatte der Schlag ins Gesicht Mylady doch mehr verwirrt, als ihr aufgefallen wäre? Aber der eigentliche Schlag galt ihr und traf sie mitten in die Magengrube, so dass ihr regelrecht schlecht wurde. Lord Weißwacht war in der Stadt .. und wollte sie sehen!

Lady Caprea versuchte sie zwar so gut es ging zu beruhigen und bot ihr sozusagen selbstredend an, sie zu dem Treffen zu begleiten und sie musste sogar ein wenig schmunzeln über diesen Vorschlag, sollte sie doch eigentlich dem Champion nicht von der Seite weichen, statt umgekehrt. Vielleicht war es aber auch einfach die Neugier auf seine Lordschaft, immerhin war Salix Caprea auch eine Frau. Das würde sie noch am ehesten verstehen. Jedoch blieb auch keine Zeit für Instruktionen und am Besten auch keine zum Nachdenken. 

Was sie dann im Eremiten erfuhr, übertraf ihre kühnsten Erwartungen. Seine Lordschaft war nur in die Stadt gekommen, um Lady Jourone neu zu versprechen. Ein Angebot, das gegenüber dem alten Angebot um einiges lukrativer war, so dass Lady Jourone ein Leben lang ausgesorgt hätte. Sollte sie vielleicht ein wenig neidisch sein? Was jedoch viel wichtiger schien, war die Tatsache, dass sich die Laune des Lords durch den Handel deutlich verbessert haben würde und sie wohl weniger von ihm zu befürchten hatte, als anfänglich angenommen. 

Mit weniger Sorge konnte sie Lord und Lady Weißwacht nun auch zu dieser vertraulichen Unterredung folgen, die gewünscht wurde. Eigentlich lief es darauf hinaus, dass der Lord ihnen beiden, die in Sturmwind bleiben würden noch einmal ins Gewissen redete, dass jeder seine ihm zugedachten Pflichten weiter mit der nötigen Sorgfalt erledigte wie bisher. 

Sichtlich erleichtert machte sie sich auf den Rückweg zu Lady Caprea, mit einem Aufpasser, der sich an ihre Fersen heftete. Zuerst war sie ein wenig irritiert, hoffte sie doch Lady Caprea dort wieder zu treffen, wo sie sie verlassen hatte, aber offenbar hatte man alle Gäste, die dem Treffen beigewohnt hatten gebeten wieder zu gehen.  Irgendwie sollte sie versuchen diesen Alric Blaives, wie er sich vorgestellt hatte und der zudem ziemlich neugierig schien, versuchen abzuschütteln. Zwar stand er offenbar im Dienste des Lords von Weißwacht, aber sie hatte schliesslich auch die Pflicht die Identität des Champions zu schützen. Ein ziemlich eklatanter Interessenkonflikt, den sie da zu bewältigen hatte, aber an den Stufen der Kathedrale schaffte sie es dennoch den Mann los zu werden. 

Die ganzen Aufregungen der letzten zwei Tage waren wirklich genug und sie schaffte es tatsächlich den Rest des Abends innerhalb der Kathedrale nahezu zu verschwinden, bevor sie mit Lady Caprea den Heimweg zu der provisorischen Unterkunft antrat. Nur ein Blick noch auf das blühende Veilchen, ehe ihr auch schon die Augen zufielen und der Schlaf sie einem neuen Tag entgegenbrachte, einem neuen Duell ... roll Rädchen ... immer weiter... immer schneller bis ein Champion, ein heller, alle andren überstrahlt und den Preis gewonnen hat. 

Es konnte kaum widersprüchlicher sein ... von Jouronè, 8.2.2012

Es konnte kaum widersprüchlicher sein. Sie hatte gut geschlafen, sie fühlte sich wohl und ihr Nachtlager sorgte dafür, dass sie endlich einmal ohne Schmerz aufwachte. Doch genau aus dem selben Grund kam wieder diese Angst vom vergangenen Abend in ihr auf. Wenn sie nun doch jemand gesehen und erkannt hatte? Aber sie waren geflogen...und auf diesem kleinen Fleckchen Küste, von dem man den Leuchtturm sehen konnte, war niemand außer ihnen. Sie ließ die Augen noch einige Momente geschlossen und genoss die Wärme, die er ausstrahlte während sich seine Brust sacht im Schlaf hob und senkte.

Das Leben in dieser Stadt riss sie von einem Moment in den anderen immer wieder herum. Ihr Weg war voller Schleifen und Kehren und es würden sicherlich noch einige kommen. Es schnürrte ihr einen Moment lang die Kehle zu, wenn sie daran dachte, was ihr blühen würde, wüsste irgendjemand, was sie getan hatte. Was sie ihm anvertraut hatte nachdem man sie wie üblich bedroht und verhöhnt hatte. Sie war es schon gewöhnt, doch gab es nun mehr, worum sie sich sorgte. Der Knochen und sein Wiesel hatten sicher keine Ahnung, was für ein Gefallen diese Zustimmung für sie war und es wäre besser, sie würden es auch vorerst nicht erfahren. Sie konnte nicht sagen, warum sie so dachte...vielleicht war es die pure Angst, dass man ihr etwas nehmen könnte, bei dem die Chance bestand sie könne glücklich werden.

Glücklich...sie hätte vor gerade mal noch zwei Tagen jeden insgeheim für verrückt gehalten, der ihr gesagt hätte, sie würde etwas in dieser Art finden. Erst recht, nachdem sie sich den Fuß gebrochen hatte und verlassen im Lazarett eine schreckliche Nacht ohne Schlaf verbracht hatte. Als ihr Zaid den Morgen darauf auch noch sagte, dass ein Bote käme...sie wusste, dass das nichts Gutes bedeuten konnte. Aber wie hätte sie ihm das begreiflich machen können. Lediglich die Angst siegte...es galt den Schmerz runterzuschlucken, hübsch auszusehen und das zu tun, was man von ihr erwartete. Doch zugegeben...jeder Schritt war eine Qual. Das Duell war eine reine Pein. Nicht nur wegen des Bruches. Kadriye...was auch immer sie getan hatte, es tat ihr offensichtlich nicht gut. Ja, sie lachte...aber das war es. Sie hatte gekichert wie ein kleines Mädchen und etwas von bunten Farben erzählt. Sie war in Jouronés Augen nicht zurechnungsfähig. Dann stand sie am Zaun und erneut wurde ihr bewusst, wie wenig man sie hier haben wollte, dabei hatte sie gedacht, dass sie sich mit Caryl ganz gut verstanden hatte. Aber Jouroné war der Frau nicht einmal so viel wert wie ihr bezahlter Wächter, so es schien ihr zumindest, stellte sie ihn doch ihren Bekannten vor, sie aber nicht. Es stach. Und dann die Nachricht, dass ihr Großvater kommen wolle, um ihn in Augenschein zu nehmen...

Das Treffen an diesem Abend war zufällig, aber natürlich teilte sie ihm wie aufgetragen mit, dass seine Anwesenheit gewünscht wurde. Gewünscht...nicht erwünscht...immerhin war ihr Großvater im Gegensatz zu ihm nur ein Lord. Wieder war er freundlich. Freute sich vielleicht sogar darauf. Das konnte sie kaum einschätzen nach der kurzen Zeit der Bekanntschaft. Aber er wollte um sie werben. Ihre Hand gewinnen...oder erkaufen. Ein wenig von beidem. Er hatte gefragt, ob sie damit einverstanden sei... Er wollte allein mit ihr sprechen, ihr seine Erwartungen mitteilen, die er an sie stellen würde. Sie schluckte, hatte sie doch erwartet, dass er ihr seinen Haushalt beschreiben würde, die Verantwortlichkeiten welche auf sie zu kamen und natürlich auch, in wieweit sie ihren privaten Pflichten nachzukommen hatte. Es kam vollkommen anders...

Er sprach davon, dass er als ihr Gatte mehr sein wollte als ein neuer Hausherr...ihr Freund, ihr Vertrauer, ihr Liebhaber und ihre Schulter. Zunächst fiel es ihr schwer zu glauben, dass sich keine Falle dahinter verbarg. Aber er sprach so ruhig und fest und aufrichtig und sah sie ebenso an. Es berührte sie und machte sie übermütig. Kurz fragte sie sich, wie dumm sie nur sein konnte...vetraute sie ihm doch ihr gefährlichstes Geheimnis an...und er hatte gelächelt. Vertrauen...vielleicht so etwas wie...vielleicht...Ja.

Er war so anders...er konnte sich benehmen, wie man es erwarten würde, er konnte einen Kampf in schwerer Platte ausfechten, er war im Stande ihr den Schmerz zu nehmen und er konnte sie sanft in den Armen halten. Es spielte immer weniger eine Rolle, wie weit sie auseinander waren...Er behielt einen ruhigen Kopf als sie von Angst getrieben zu ihm floh...Eine Flucht...das war es. Nichts mehr und nichts weniger. Und sie floh zu ihm...doch es dauerte bis sie sich dessen bewusst wurde, doch dann... Sie stand mit dem Rücken zur Wand und er schützte sie vor den Blicken der Straße. Ihre Augen flatterten und für einen Moment verlor sich der tosende Sturm in ihr in vollkommener Stille. Natürlich ging er nach allem, was man ihr eingetrichtert hatte viel zu weit...doch was immer er bezweckt hatte, es funktionierte...

Er legte einen Arm um sie und zog sie sacht an sich, sie spürte seinen warmen Atem im Nacken und musste schmunzeln... Noch vor wenigen Stunden wärst du gestorben bei diesem Gedanken...und jetzt...jetzt stirbst du bei dem Gedanken, es könnte jemand erfahren bevor es sich gehört...wie schnell sich die Welt doch dreht... Sie drehte sich in seinen Armen und legte den Kopf an seine Brust, lauschte dem Pochen seines Herzens und tatsächlich hatte sie einmal das Gefühl es würde ihr etwas zuflüstern...

Lady Jouroné Fürstin Reyn von Weißwacht zu Kilkerry....sie war sich sicher, dass sie sich schnell daran gewöhnen würde diesen Namen auf offizielle Schreiben zu setzen.

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