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Die Legende von Weißwacht/Die Geschichte/2912012

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Die Legende Prolog Die Geschichte Epilog

Verkan und B.R von Verkan, 29.1.2012


Und am Ende lachte ich, denn B.R. und Verkan konnten wahrlich verdammt gut zusammen spielen, doch nun zum Anfang alles Interessanten.

Der erste von vielen Kämpfen fand in Sturmwind auf dem Platz des Arathortuniers statt. Nach kurzer Zeit konnte ich an jenem Ort in der Masse verschwinden und begann mir die Art der beiden Kontrahenten zu kämpfen anzuschauen. Schlag auf Schlag folgte und mein Blick rann durch die Masse, denn Ringträger sowie jene, welche einer sein wollten waren in diesem Publikum... doch wo? Man musste auf jene achten, welche das Wenigste von sich gaben, aus jenem Grund widersetzte ich mich auch dieser Regel und schrie desöfteren in den Kampf.

Der Kampf verlief in einen sicheren Sieg. Growling spielte mit seinem Gegner, entwaffnete ihn Stück für Stück, ehe er die Lillie mit der Klinge des Feines abschlug. Was hatte der Drogenabhänige mit Hut wirklich drauf? Den halben Tag am Rauchen und Saufen und dennoch ein gekonnter Kämpfer? Ihm den Titel zu entreißen würde mir sofort Anerkennung verschaffen, doch immernoch fehlte mir die Gelegenheit dazu. Es waren bereits einige Tage vergangen und ich konnte immernoch keinen Ring mein Eigen nennen. Mit dem Ende des Kampfes und froh über den Sieg von Growling hatte ich die Gelegenheit den perfekten Plan auszuführen. Ich wartete darauf, dass Lester den Platz verließ, obwohl die Organisatoren gegen mich spielten. Eine Söldnerin -ich kannte ihr Gesicht- beschütze den Kerl; gillt zu hoffen sie würde mir die Chance nicht nehmen.

Derweil trat ein Zwerg vor mich, beschimpfte das vermummte Symbol als Dieb. Wie Recht er doch hatte, jedoch war dies nicht mein aktueller Plan. Ich erinnerte mich, er hatte Notizen gemacht und so entstand ein kurzes Gespräch. Er gehört wie es schien zu der Forscherliga und machte sich im Kampf Notizen. Notizen. Auf Diebe anspringen. Er versicherte mir kein Rinträger zu sein, doch bestand eine gute Chance auf eine Lüge, nichtmal seinen Namen kaufte ich ihm ab... dennoch ich nutzte ihn und später dann erhielt auch ein Geschäftspartner diesen.

Zurück zu Lester, er entschied sich endlich samt Leibwächterin zu gehen, ich folgte. Nach nur kurzem Gespräch kam es zu einer Einladung in das Schwein, gewiss sollte ich selbst zahlen. Endlich nach einer Weile am Tisch ließ ich meinen Plan sich in voller Größe entfalten. Tolgharr, ein Name, ein Zwerg welcher überlegte zu meiner Truppe zu kommen erzählte mir es hätte drei gute Freunde. "Zaid, Caryl und Lester" waren die Namen, die Namen welche mir genannt zum Problem von Lester werden sollten. Schnell war eine Lüge erschaffen, eine Lüge in welcher Tolgharr der achsogute Freund des Ringträger bei mir massiv verschuldet wurde. Seinen Ring für Tolgharrs Entbindung. Die Leibwächterin half mir, sie tat daran mir die Karten in die Hand zu spielen... woher kannte ich sie? Genau, vom Markt. Bei einem Marktboss Eindruck schinden, jemand hätte vor ihr den Hut ziehen sollen. Lügen über Lügen folgten... Schuldeneintreiber, hohe Zinsen und das ganze Pepatoire. Der Kerl entschied sich für Risiko und Ring, anstatt seinem Freund zu helfen. Wusste es ob meiner Lüge? Nein, sie war perfekt.

Dannach folgten Dinge fern vom Tunier, ehe es mich zurück in das Schwein zog. Lady Weißwacht und Helfer erschienen ebenfalls, diesmal tat Verkan seinen Job und zog sie alle in die Runde, wie Hündchen waren sie vor mir und glaubten alles was ich sprach, schließlich war ich einfach nur ein schlichter Söldner. Später sollte mir diese Maskerade noch helfen, so dachte ich mir. Nachdem die Lady dann zweimal die Farbe meiner Rüstung im Gesicht trug verschwand ich schließlich in die Nacht, gab ein paar Informationen und einen Beutel weiter. Ende... dieses Tages. Das Schicksal webte bereits den Nächsten.

Der arme Bastard - von Schwarzforst, 29.1.2012


"Der arme Bastard" brummte Sam und musterte mehr oder weniger interessiert den Kampf vor ihm..einen Fleischhacker gegen einen Gilneer schicken..Selbstmord. Growling schien sich köstlich mit dem plumpen Kerl zu amüsieren..und Sam fand ebenfalls Gefallen an dem Schauspiel..in seinen Fingern juckte es, selbst mit in der Ring zu steigen.

Sein Blick fiel auf die rothaarige Frau die sich rückwärts an ihn gelehnt hatte, wie gut, dass er dank des Größenunterschiedes perfekten Blick auf das Gemetzel vor ihm hatte. "Ein Schnitt und sie dreht noch durch vor Sorge...Frauen" - schoss es ihm durch den Kopf. Er zog langsam an seiner Zigarre, Kezan Gold...gute Marke.

Ein Turnier also...er erinnerte sich an den Tag an dem er davon erfahren hatte. Zaid..der seltsame Kerl der ständig nur jammerte..hatte ihn als Leibwächter gebucht. Für so eine adelige Tussi..dabei wollte die nur Kleider kaufen. Sire..sie nannte ihn tatsächlich Sire. "Was auch immer die Kleine enwirft..sie sollte weniger nehmen", das war sein erster Gedanke als er das quirlige Etwas vor sich erblickte.

Also war es ihr alter Herr..der hier die Leute in Ekstase versetzt. Das Volk liebt Blut..und feiert gerne Helden. Growling war eine gute Figur. Feldwebel...Wachmann, so einen brauchen die einfachen Leute um zu ihm aufzublicken.

Er dachte die ganze Zeit die alten Listen durch...welches Regiment..Growling..wo zum Nether hatte er den Namen gehört... Sam seufzte kurz und konzentrierte sich wieder auf das Kampfgeschehen vor ihm.."Der arme Bastard" brummte er wieder und grinste.

B.R und der Zwerg - von Broxolo, 29.1.2012


Erst zu später Stunde kehrte Bor in sein Zimmer im Gasthaus „Zum Golden Fass“ ein. Dort setzte er sich warf achtlos seinen Notizblock auf den Tisch. Der Blick wanderte Richtung Decke und die Stiefel knallte er ebenfalls auf die Tischplatte. Nachdem er seine Pfeife entzündete, beging er den alles seit dem Greifenflug nochmals durch den Kopf gehen zu lassen.

Er brummte kurz nochmal das Wort Greifen. Er verstand wohl die Vorzüge des Fliegens mit ihnen doch es machte ihm Wenig Freude, anderes wie seinen Vettern. Erst recht, da er immer den billigsten Flug nahm. Sein Hintern war immer noch wund gescheuert vom Schlecht verarbeiten Sattel. Aber ein gutes hatte der Flug dennoch. Der Zwerg hatte genug Zeit zum Nachdenken. Es Gab einige offene Fragen; Wieso ließ er sich immer wieder auf sowas ein? Wieso verschenkt jemand so einen Preis? War es wirklich so mächtig? Wenn ja, wo wäre dann der Harken? Welche Gegner würden ihn erwarten? Welche anderen Hindernisse würden auf ihn lauern? Und noch einige andere Dinge schossen dem Zwerg durch den Kopf. Wenn Bor nicht gerade zu sehr grübelte versuchte er etwas zu Schlafen oder vertrieb sich die Zeit auf andere Weise.

Eben erst in Sturmwind gelandet und schon musste er weiter hetzen, Durch die gesamte Stadt. Als Bor endlich im Zwergendistrikt ankam, nutzte er stapfte er zielgerichtet in Richtung „Zum Golden Fass“. Dort eingemietet verfasste er zwei Schreiben, eins für die Gilde, damit diese wussten das alles gut verlief, sowie eins für das Gehöft Bernruh, ob sein treuer, alter Bertram schon angekommen wäre. Doch selbst danach hatte er keine Zeit zum entspannen, er hatte zu arbeiten. Der Zwerg warf nur rasch seinen Rucksack in sein Zimmer und suchte nach Austragungsort des ersten Duells. Dort angekommen betrachtet Bor recht verhalten den Kampf und machte sich Notizen. Er war sich sicher diese Information würden noch sehr nützlich werden. Da der Zwerg keinen der Streiter kannte, machte er sich nicht die Mühe einen von ihnen zu bejubeln. Er knobelte lieber an seiner eignen Taktik. Er wusste mehr als seine Fäuste, sein vielseitiges Beil, die geliebte Hacke und seinen Verstand würde er brauchen, um einen Kampf zu bestreiten.

Nach dem Kampf verweilte der Zwerg noch etwas am Ort des Kampfes. Ihm viel ein sonderbarer Mann auf. Als er den Mann mit Dieb ansprach, fing auch sogleich ein nettes Gespräch an. Die Person nannte sich B.R. ein merkwürdiger Geselle. Trägt in mitten der Öffentlichkeit eine Maske. Alles sehr sonderbar, auch bezeichnete er den Forscher als Ringträger, doch der Zwerg sagte nur:„Ich bin nur im Auftrag der Liga hier. Ich arbeite an einem Bericht.“Dies entsprach sogar der Wahrheit, die Forscherliga erwartet gewiss einen ausführlichen Bericht über den Verlauf des Turnieres. Doch aktiv kämpfen hatte der Zwerg nicht m Sinne, noch jedenfalls nicht. Nachdem die Unterhaltung beendet war wusste der Forscher genau: „Diesen B.R. hatte er nicht das letzte Mal gesehen. Irgendwas war Faul an dem Kerl. Er wusste nur nicht was. Er würde gewiss noch eine Rolle in diesem Spiel einnehmen. Aber über seine Tarnung sollte der Mensch nochmal nachdenken. Oder sollte war die Maske wirklich so gut? Niemand würde erwarten das ein Meisterdieb so einen Anfängerfehler macht.“

Bor schüttelte sich auf dem Stuhl, er erinnerte sich mit Schaudern an den nächsten Kontakt an dem Abend. Irgendein Möchtegernbraumeister gab ihm eine Kostprobe. Sie schmeckte Abscheulich! Der Schnaps hatte kaum Bors Zunge berührt, um schon wenig später auf den Boden zu landen. Als er diesen Kerl endlich abgewimmelt hatte wollte der Zwerg nur noch in sein Zimmer. Doch nach wenigen Schritten wurde er erneut aufgehalten von einem Menschen, er wollte irgendwas über Uldum-Artefakte oder so. Doch der Forscher vertröste den Menschen auf wann anderes um endlich die Informationen in Ruhe bearbeiten zu können. Und nach einem kurzen Marsch war er endlich hier, auf dem Stuhl. Und er dachte: „Sollen erst mal die Menschen sich mit ihren Rüstungen abmühen. Wenn sie erschöpft sind dann hab ich eher eine Chance gegen sie.“Der Zwerg löschte die Pfeife und schlurfte Richtung Bett. Noch würde ein einfacher Forscher bleiben der nur Informationen sammelt.

Wehende rote Tücher- von Growling, 29.1.2012


Jubel. Donnerhall. Rote Tücher.

Growling. Growling! Ja, sie riefen seinen Namen, hielten die Tücher hoch –rot. Er hatte sich niemals ausgiebig genug mit Farbbedeutungen beschäftigt, um alles an dieser Szene vollends analysieren zu können, doch Rot stand für Furchtlosigkeit, Leidenschaft, Macht. Seine Farbe beherrschte die Massen, die mit Eifer jedes Detail des Kampfes in sich aufsog. Das Volk wollte Spiele, liebte den Kampf – und es war an den beiden Kämpfern, die Massen zu unterhalten.

Der Champion schmunzelte unter seiner Kopfbedeckung – was er gegeben hätte, nun seinen Hut aufsetzen zu können, doch die Regeln gestatteten es nicht, zwangen ihm eine weitere Maske unter vielen auf – er kam sich vor wie ein niederer Meuchler, als er an die schwarz-rote Rüstung und die gänzlich vermummende Kopfbedeckung dachte, doch war es notwendig – die Regeln forderten es. Und kein Champion spielt gegen die Regeln. Die Massen wollten Unterhaltung, wollten Kämpfe sehen, Blut sehen – also lieferte er ihnen Blut. Der Stil seines Gegners war plump, vorhersehbar – er musste ihn lediglich auf angemessener Distanz halten und ihn zum Anstürmen bringen. Es war mehr ein Stierkampf als ein Duell – kaum anders, als er es beim bulligen, direkten Auftreten seines Widersachers in der Taverne erwartet hatte, in welcher er ihn herausforderte. Er umtänzelte ihn, spielte mit ihm – die Axt seines Feindes wechselte noch kurz nach dem ersten Ansturm den Besitzer. Ein Leichtes. Die Massen johlten, schlossen Wetten ab.

„2 Silber auf den Mann mit Hut.“ – „Setzt zwanzig Gold auf den Sieg des Gilneers.“ – „Fünf Gold auf den Sieg von Growling.“ – „Stimmt es, dass der Mann in Schwarz Gilneer ist?“

Er benötigte nicht einmal seinen Dolch, die zweite seiner beiden angemeldeten Waffen – einzig sein Rapier genügte ihm für die Inszenierung dieser Farce. Immer wieder umtänzelten sie einander -Ansturm. Ausweichen. Hiebe wurden ausgeteilt und pariert, metallisches Klirren unter den Jubelrufen der Masse. Die Menge tobte. Entwaffnen. Verletzen. Verhöhnen. Die höhnenden Worte des Spottes verließen die schmunzelnden, von der Maske verhüllten Lippen, jede Silbe berechnet und abgewogen, während er das Schwert des Mannes an sich brachte, ihn mit seiner eigenen Waffe beharkte, mit jedem Schachzug den Berserker im Plattengewand aus seinem Widersacher heraus kitzelnd. Immer wieder hielt er ihn auf Distanz, wich zurück, ließ ihn seine Kraft und Ausdauer im sinnlosen Ansturm verschwenden – und immer wieder harrte er bis zum letzten Moment aus, ehe er den Angriffen ausweichte, die Hiebe parierte, vor dem Ansturm beiseitetrat, zur Konter ansetzte. Der Kampf gegen einen solchen Gegner war für ihn beileibe nicht ohne Risiko – ein einziger Fehler seinerseits, und das bullige Kraftpaket würde ihm auch ohne Waffen mit Leichtigkeit die Knochen brechen, ehe er überhaupt am Boden lag. Aber das Publikum liebte das Risiko, den Nervenkitzel, das Adrenalin des Kampfes, wenn sie schon nicht selbst im Ring standen – also galt es, gewisse Standards einzuhalten.

Die Schritte huschten über den sandigen Boden der Arena – demselben Boden, an dem beim letzten großen Turnier bereits ein Angehöriger der Streitkräfte den Sieg errang – er hatte den Kampf genauestens studiert, die Gegner beobachtet, die Reaktionen des Publikums. Selbst den damaligen Champion sah er unter den Zuschauern, Wetten auf ihn, den Champion des Hauses Weißwacht, abschließend – er konnte nicht wirklich von sich behaupten, Laimos Freiherr zu mögen – er hatte ihm vielmehr anhaltend und ausdauernd immer mehr Gründe geliefert, ihn zu hassen, doch erfüllte es John mit einer gewissen Genugtuung, selbst ihn unter den Zuschauern zu erblicken. Anderes Turnier, gleiche Regeln. Diesmal stand er im Ring.

Schwerter schnitten durch die Luft, Stahl traf auf Panzerung – sein Gegner trug Vollplatte, also konnte er es sich durchaus gestatten, ein paar stilvolle Hiebe auf seine Rüstung niederregnen zu lassen, der Umhang hinter den raschen Kampfbewegungen wallend. Das Publikum genoss es, wie der Mann von seiner eigenen Waffe beharkt wurde, dennoch wollte John bleibende Kollateralschäden nach Möglichkeit weitestgehend vermeiden. Kein Grund, dies hier auf längere Sicht persönlich werden zu lassen, schossen ihm die Gedanken durch den Sinn, während er abermals höhnende Worte sprach, als sein Gegenüber wutentbrannt nach dem eigenen Schwert griff, welches er ihm immer wieder entzog, ihm kleinere Verletzungen zuzufügen. Ein paar Wunden würde sein Feind davontragen. Narben gar, wenn er Glück hatte – Frauen mochten Narben.

Er gestattete sich ein dezentes Schmunzeln hinter der Maske, als das Schwert seines Widersachers von fremder Hand geführt die Lilie durchtrennte und dem Champion vorerst seinen Titel behalten ließ. Donner erfüllte das Publikum, als der finale Streich getan.

Dies hier war ein etwas mehr als ein Schaukampf – und ein etwas weniger als ein Duell.

Buntes Großstadtleben - von Rachnel, 29.1.2012


Die Nacht hatte Stormwind längst verschluckt, doch die Hauptstadt schien nie zu schlafen. Heute noch weniger, nachdem in den Abendstunden der erste Wettkampf des Großen Turniers einen Sieger gekrönt hatte und die Feiernden durch die Straßen zogen.

Aber Rachnel hätte ohnehin nicht schlafen können, sie war noch viel zu zappelig. Die vielen Eindrücke schwirrten ihr nach wie vor durch den Kopf; so bunt und aufregend und fremd. So viele Gesichter; so viele Namen. So viel zu beobachten! Das musste das Großstadtleben sein! Sie hatte zunächst nichts recht mit sich anzufangen gewusst, in dieser riesigen, vollen Steinfeste. Aber es war ihre beste Idee seit langem gewesen, Sympathiebänder zusammenzuflicken und für das Turnier zu verkaufen. Es schien den Zuschauern gefallen zu haben, denn Rachnel hatte in dem Trubel alle Hände voll zu tun gehabt. Zum allerersten Mal seit sie hergekommen war, hatte sie sich ein Zimmer mieten können. Es war klein, dunkel und staubig, aber ihr verdientes Geld würde für eine Woche ausreichen und so hatte sie endlich ein Dach über dem Kopf, als sie eine Kerze entzündete und zwei bunte Tücher aus ihrem großen Wollbeutel nahm: Ein rotes und ein blaues. Daneben legte sie ein Stück beschriebenes Papier und einen @#%*en, alten Lederflicken mit einem eingebranntem Bild. Danach legte sie einen einfachen Bindfaden und die gute Kristallnadel dazu, die ihr einziger persönlicher Schatz war.

Eigentlich wollte Rachnel neutral bleiben und keinen der Kämpfer bevorzugen, das schien ihr nur richtig als Fahnenverkäuferin. Sie kannte ja ohnehin keinen der Streiter. Aber es war schwieriger, als gedacht. Das hatte sie nach dem ersten Wettkampf gemerkt. Also hatte sie flugs entschieden, einfach für jeden Streiter ein Tuch an ihren Gürtel zu binden, das war nur gerecht. Sie verstand ohnehin nicht viel vom Kampf.

Lester McKansey war so tapfer gewesen. Obwohl er seine Waffe verloren hatte, hatte er nicht aufgegeben, das bewunderte sie an ihm. Selbst in der Niederlage war er höflich und ruhig geblieben. Das Papier mit seiner Unterschrift würde Rachnel an das blaue Tuch heften. Und John Growling... auf dem Feld war er ihr herablassend vorgekommen,ja, fast suspekt. Aber als sie dann vor ihm gestanden hatte, hatte allein sein Lächeln ihre Gedanken völlig durcheinander gebracht. Er war so charmant. Und er roch so gut! Während sie behutsam damit begann, sein Lederstück auf das rote Tuch zu nähen und in Gedanken wieder ganz im bunten Treiben des Turniers versank, lächelte sie, ohne es zu merken.

Die Lady von Weißwacht- von Jouroné, 29.1.2012


Sie hatte den kleinen Sessel an das Erkerfenster geschoben und sich darauf gesetzt, ihr Kopf lag auf ihren Armen, welche auf dem schmalen Sims am offenen Fenster ruhten. Es war sicherlich schon spät in der Nacht, denn es gaben nur noch die Sterne ihr schwaches Licht ab und sie hörte kaum noch Geräusche, bis auf vereinzeltes Fluchen derer, die sich betrunken auf dem Weg verirrt hatten. Sam war immernoch nicht zurück gekehrt, also gab es noch keine Antwort auf ihren Auftrag. Sie würde sich in Geduld üben müssen. Leicht schüttelte sie den Kopf, war sie doch von sich selbst überrascht, was sie getan hatte. Aber es war jetzt nun einmal so und sie konnte und wollte es nicht mehr ändern.

Doch war die Auftragsvergabe nur eines der kleineren Dinge an diesem Tag gewesen. Es überraschte sie wie langweilig sie es doch fand wie der Meister seinen Vortrag hiehlt. Dabei war Magie sonst immer interessant und voller Geheimnisse, war es bei dem Meister nichts anderes als Gefahr, welche den höchsten Grad an Disziplin verlangte. Natürlich hatte sie gelächelt, eilig genickt und ihm eifrig zugestimmt, schließlich gehörte es sich so, trotzdem war sie froh als er endlich geendet hatte und sie unbeachtet die entstandene Müdigkeit vertreiben konnte. Sie zog sich um und entschloss sich für das weiße mit den blauen, goldenen und dunkelgrünen Applikationen, sie mochte das am meisten, vielleicht weil sie es sich selbst ausgesucht hatte. 

Dann wurde es Zeit, sie trat hinaus und schritt den bereits bekannten Aufgang des Turmes hinab, Sam an ihrer Seite. Der Kater mit seinem geliebten Hut, sie mochte diesen Eigenheit an ihm, es machte es ihr leichter ihn als echten Freund zu betrachten. Am Platz angelangt, war schon viel los. Die Leute scharten sich um den Duellplatz, es fanden sich Verkäufer und Wetttreiber, Wachleute und viele, die einfach zuschauen wollten. Kadriye war natürlich auch an ihre Seite getreten und Jouroné fing an sie wirklich zu mögen. So gingen sie zu dritt um den Platz auf eines der beiden großen Banner zu, welches das Familenwappen trug. Gerade kontrollierte ein Magus die Waffen der Kontrahenten und Jouroné hatte Zeit sich die beiden Kämpfer anzusehen. Der eine natürlich der Champion, den sie bereits flüchtig kannte, der andere war in eine @!@#e Rüstung gehüllt sie konnte kaum einen Blick auf sein Gesicht erhaschen. Der Pfand war natürlich auch nicht weit und unwillkürlich musste sie innerlich seufzen...wie konnte man nur ein zartrosa Kleid tragen und den Anblick dadurch zerstören, dass roter Stoff darunter hervorblitzte? Doch andereseits, war es ihr auch wieder egal. Sie wechselte einen Blick mit Sam, doch gab er ihr kein Anzeichen, bezüglich des Briefes.

Schließlich sollte es anfangen, sie sollte etwas sagen. Sie hielt sich kurz und neutral, unparteiisch und freundlich. Doch hätte sie sich gewünscht, dass Miss McCorley sie nicht mit den Worten "Und nun spricht die Lady von Weißwacht zum Volk" angekündigt hätte. Es klang so, als würde Jouroné sich selbst für etwas besseres halten und das war etwas, was sie gar nicht wollte. Doch auch dies ließ sie sich nicht anmerken, es keimte nur kurz wieder die Frage auf, was man gegen sie hatte.

Der Kampf verlief mehr oder minder interessant. Ihr selbst war nach dem ersten Angriff vollkommen klar, dass nur der aktuelle Champion siegen konnte, trotzdem ließ sie sich auf die Wette mit Kadriye ein, nur würde sie auf keinen Fall den Monatslohn von ihr annehmen, das wäre mehr als unfair. Nein, sie nannte ihrer Leibwache einen anderen Einsatz und diese war einverstanden.  Wie zu erwarten war, ging der Sieg an den Champion, sein ruhiger und bedachter Stil hatten den Sieg nur zu klar gemacht und zumindest ihr war bewusst, welch Schmach es gewesen sein muss für den Kontrahenten durch sein eigenes Schwert in die Niederlage geschlagen worden zu sein. Wie es sich gehörte beglückwünschte Jouroné den Sieger nach dem Duell und schenkte ihm als Zeichen der Anerkennung wie sie es gelernt hatte die Lillie aus ihrem Haar, obwohl ihr schleierhaft war, warum dies ein Zeichen der Anerkennung sein sollte. Immerhin konnte sie frei wählen, wie sie die Arbeit der Organisatoren anerkennen konnte.

Sie bedankte sich bei den beiden, die anwesend waren. Sie hatten ihre Aufgabe wirklich gut gemeistert. Die Kämpfer hatten sich ausnahmslos an das Regelwerk gehalten, niemand hatte in den Kampf eingegriffen und es verlief planmäßig ohne Zwischenfälle. So bestand Jouroné darauf, dass die Leute mit ihren Begleitungen auf ihre Kosten speisen sollten wo und was immer sie wollten. Das fand sie passender, denn Gold bekämen sie sicherlich genug von ihrem Großvater und womöglich war ein schönes Essen eine persönlichere Anerkennung als Goldstücke, so hoffte sie zumindest. Immerhin schien es mit Vergnügen angenommen zu werden. Es freute sie aufrichtig.

Auch Kadriye lud sie ein, denn auch die sonst so gewissenhafte Dame sollte sich einen schönen Abend bevor sie ihre Wettschuld einzulösen hatte. Den Hintergedanken, den Abend dann für sich allein zu haben, verschwieg Jouroné natürlich und dies auch mit einer gewissen Schwere um das Herz.

Sie ging zurück zum Turm und trug Sam ein Stück weit, was ihr die Gelegenheit gab die Nachricht ohne Aufsehen in sein Maul zu stecken, dann ließ sie ihn laufen, er wusste, was zu tun war.  Im Turm zog sie sich geschwind um, eine braune Hose, braune weiche Stiefel, ein Hemd mit einer einfachen dunkelroten Borte und eine weiße Bluse darunter. Sie huschte im Halbdunkel aus dem Turm heraus und suchte. Sie wusste, dass es so etwas geben müsste. Überall hatte sie davon munkeln gehört, natürlich oftmals als Warnung, doch... Sie schaute sich unsicher um, ging sicher, dass ihr niemand folgte, sie niemand beobachtete und zog ihren Plan dann durch. Es kam ihr ein wenig seltsam vor, doch empfand sie keinerlei Reue deswegen. Ein Zeichen für sie, dass sie das Richtige tat.

Anschließend streifte sie noch etwas durch die Stadt und kehrte auf Umwegen in den Turm zurück, wo sie sich wieder umzog. Und überfallen wurde.  Sie wollte gerade zum Bücherregal als er ihr in den Rücken fiel. Er tauchte aus dem Nichts auf und brauchte sie beinahe zu Fall, gerade eben noch hatte er ihren Arm gepackt und sie davor bewahrte unsanft auf dem Steinboden zu landen. Das folgende...ja doch, man konnte ein Gespräch nennen, war recht seltsam. Als er ihren Fragen, die ihr nur so leicht ob ihrer Überraschung über die Lippen gekommen waren, auswich wurde sie ein wenig übermütig. Immerhin war er aus dem Nichts aufgetaucht, trug schwarzes Leder und war bewaffnet. Kurz glaubte sie, dass ihr nun wirklich jemand ans Leben wollte und ihn geschickt hatte, doch dem war wohl dich nicht so.  Nach einigem Hin und Her, offenbarte er immerhin einen Namen, Arc. Dsa Gespräch blieb ihr noch eine Weile im Kopf, ebenso der Schreck als er einfach so hinter ihr aufgetaucht war.

Einen Wein...das würde ihr gut tun, nach diesem Tag. Sie ging wie sie war und ohne Sam an ihrer Seite durch die menschenleeren Straßen und ob sie es nun wollte oder nicht, es war ihr unheimlich, nach all den Warnungen erwartete sie bei jedem Geräusch, dass gleich jemand auf die Straße springen und sie ausrauben würde. Doch nichts geschah. Sie sah Caryl und Zaid bereits als sie eintrat, doch wollte sie nicht schon wieder stören und schlüpfte schnell hinein, bestellte leise eine Flasche Weißwein und wollte wieder gehen, doch wurde ertappt.

Die beiden waren freundlich, das konnte man nicht anders sagen. Wäre es nicht unschicklich gewesen, würde sie sogar schmunzeln, wenn Zaid sie "Du, Lady Weißwacht" nannte. Sie gab ihnen wie versprochen das Abendmal aus und wurde sogar an ihren Tisch eingeladen. Es überraschte und freute sie gleichermaßen, vielleicht hätte sie doch eine Chance...trotz des Namens. Ein im ersten Moment fremder sprach dann dazwischen und tatsächlich gesellten sich die drei zu ihm an den großen Tisch. Dann erkannte Jouroné ihn, doch er sie wohl nicht, was ihr nur Recht war. Es beherbergte auch eine gewisse Ironie, dass dieser Arc aus dem Turm mit Zaid und Caryl bekannt war und sich ebenfalls zu ihnen setzte. Nur wenige Minuten später war sie froh darum. Während die Verlobten in unzimlicher Weise miteinander umgangen, was Jouroné schon ein wenig peinlich war, erzählte dieser Verkan einen fürchterlichen Scherz. Zunächst verstand sie gar nicht, doch dann musste er ihr die Erklärung ja unbedingt zuflüstern. Warum tat er das denn nur? War es so lustig zu sehen, wie sie vor Peinlichkeit und Scham rot wurde? Die beiden bekamem das gar nicht mit, aber tatsächlich setzt sich dieser Arc ein und versuchte Verkan zu erklären, warum er gerade ziemlich gegen den Anstand verstoßen hatte, zumindest gegen den von Jouroné, der wohl irgendwie anders aussehen musste als der der anderen.

Doch nicht genug...als er ging, ließ er tatsächlich einen Kommentar fallen, der beinhaltete, dass er an sich geplant hatte sie einfach zu küssen. Unmöglich...unverschämt...ungehobelt...wie konnte er es wagen? Sie war doch keine Dirne oder dergleichen! Sie war eine Lady und noch dazu versprochen. Ihr stockte der Atem, sie wusste beim besten Willen nicht, was sie erwidern sollte und so tat sie das einzige, was sie sicher wusste. Sie bewahrte ihre Haltung und wünschte höflich eine gute Nacht, obwohl es ihr mehr als schwer gefallen war. 

Ihre Art hätte ihn fast dazu gebracht...welche Art denn nur? Sie ging schwankend zwischen Zweifel und Schock wieder in den Turm, um sich dort zu verkriechen. Dort wartete sie...und die Frage ließ sie nicht los.

Was war es nur, was jemanden dank ihres Verhaltens dazu bringen könnte sie flegelhafter Weise zu küssen und somit der absoluten Peinlichkeit preis zu geben? Was hatte sie denn getan, außer freundlich und höflich zu sein? Was nur? Und wo blieb Sam bloß?

Mit langen und gemütlichen Schritten - von Zaid, 29.1.2012


Mit langen und gemütlichen Schritten schlenderten Zaid und Caryl durch die Gassen Sturmwinds. Sie hatte sich bei ihm eingehakt und zupft mit der anderen Hand kurz an einem Ende seines Schals, hinter welchem er momentan Mund und Nase verbarg. Es war kalt heute. „Schatz, sieh nur.“ sie deutete auf eines der Plakate die hier und da noch an den Wänden hingen. Jemand hatte eins der roten Tücher daran befestigt. Jenes wehte ein wenig verloren umher, prangte dort als Zeichen des Sieges. Er selbst war gestern so konzentriert darauf gewesen die Kämpfer zu beobachten, schließlich trug er dafür Sorge das alles korrekt und glatt verlief. Die Massen an Zuschauern wurden ihm erst am Ende gewahr, die Zurufe und das Gejuble, es war fantastisch. Einen Moment lang beneidete er die Kämpfer. Selbst der Verlierer wurde mit Respekt behandelt und gefeiert, trotz seiner Niederlage. Die Zuschauer brachten den Duellanten Achtung entgegen, ganz im Zeichen eines ehrenvollen Turniers.

Doch der Dank von Lady Weißwacht und das Lob der Leute, die ihm zusagten, dass das Turnier reibungslos verlief und alles gut organisiert war, lies die Sehnsucht selbst mit zu mischen gleich wieder verschwinden. Sicher, er ging Laufen und konnte immer noch mit seinem Gewehr umgehen, als wäre es eine Verlängerung seines Armes, doch ein Kämpfer war er nicht. Wohl könnte er sich gerade mal so mit seinem Säbel gegen einen mittelmäßigen Dieb wehren, dank dem Training und dem guten Willen der Leute aus Theramore. Er schmunzelte ein wenig bei dem Gedanken an Asrodem. Der alte Kautz.

Nein, es war schon ganz gut platziert in der Organisation. Rupert - der kleine fette sabbernde Mops - riss Zaid kläffend aus den Gedanken. Ein wenig irritiert beobachtete er erst den Hund, der zweimal um ihn herum hüpfte, dann seine Verlobte, welche das kleine Ding ja an der Leine hatte und zwingend folgend musste wenn der Strick nicht Zaids Beine fesseln sollte. Seine Mundwinkel hoben sich zu einem seeligen Lächeln. „Aber Rupi...“ begann sie geduldig, versuchte dem kleinen Hund zu erklären wieso das keine so gute Idee war. Erntete dafür allerdings nur ein verständnisloses Glubschen. Diese Frau war einfach toll.

Zaids Blick streifte wieder über die Umgebung, die Gesichter, Plakate und Gebäude. Hoffentlich würde es weiter so gut verlaufen. Und hoffentlich würde es keine unangenehmen Zwischenfälle geben. Er war auf die anderen Duellanten gespannt, auf eine ganz besonders. Einer der Kämpfer hatte sich ausschließlich per Brief beworben und auch mit viel Mühe konnte er nichts über diese Person herausfinden, weder Wohnort, noch Aussehen. Alles blieb im Dunkeln. Nur die schriftliche Verbindung, deutete auf ihre Existenz hin. Wieso hatte Lord von Weißwacht wohl ausgerechnet sie gewählt? Vielleicht wusste er ja mehr? Nach allem was Arvenya erzählte war der Mann alles andere als durchschaubar. Und schien immer über alles Informiert. Es war fast ein wenig unheimlich. Jedenfalls war er gespannt, wann besagte Duellantin endlich auftauchen würde. Er würde einen der Informaten an ihre Fersen heften bis er das Geheimnis gelüftet hatte. Soviel stand fest.

Langsam füllten sich die Reihen ...- von Kayathea, 29.1.2012


Langsam füllten sich die Reihen des Turnierplatzes, bildeten eine gesichtslose Masse hinter der hölzernen Absperrung. Es war noch kein Andrang und doch war es schwierig den Weg zu finden ohne von einer Schulter oder einem Schwertknauf angerempelt zu werden – vorallem, wenn man eine handbreit größer ist als ein Dackel und nicht in die schwere Plattenrüstung gehüllt, die ansonsten davor schützt einfach durch die Menge geschoben zu werden. Zwar hatte Frau Hauptmann auch in zivil nichts von ihrer Ausstrahlung eingebüßt, doch in dem Tumult mag man diese gewiss einfach übersehen – das wird es sein. 

Sie war froh um den stützenden Arm, der um ihre Hüfte lag, den immer wieder war sie gezwungen die Stiefel mit einem schmatzenden Geräusch aus dem Dreck zu ziehen, der genau dort eingesetzt hatte, wo die gepflasterte Treppe zum Zwergendistrikt hinauf abrupt stoppte. Eine kleine Oase aus Schlamm und Dreck, mitten in der Stadt – entzückend. Johnathan zu ihrer Seite erntete ein genervtes Augenrollen als sie ein weiteres Mal stecken zu bleiben drohte und nur mit der freien Hand konnte sie den Saum des eleganten Kleides – das sie zur Feier des Tages angelegt hatte – davon überzeugen sich nicht mit dem heimtückischen Matsch des Platzes vollzusaugen. Sie kamen zum Stehen, wurden angesprochen – viel mehr wohl er noch als sie, die sich darauf eingestellt hatte heute mehr die moralische Unterstützung zu sein, der Farbakzent in Gelb am Rand des Turnierplatzes um genau zu sein. 

Der letzte Moment bevor sie ihre Begleitung in die Fänge des Duells entlassen würde, gehörten ihr – durchsetzt von leisen Worten, überzeugtem Lächeln. 

“Wünsch mir Glück.“ “Du brauchst kein Glück.“

Und Glück brauchte er tatsächlich nicht. Der Kontrahent in schwerer Platte beging schon zu Beginn des Duells schwerwiegende Fehler, bewegte sich zuviel, versuchte John in der Bewegung zu schlagen – fatal. Natürlich hatte er keine Chance gegen den wendigen Leib des Soldaten, der nur in Lederrüstung gehüllt keine exorbitanten Bewegungseinbußen hatten, seine Bewegungen blieben flink – so flink, dass er begann sich einen Scherz daraus zu machen den wütenden Ochsen in Platte vorzuführen, er wich erst in den letzten Sekunden aus, obschon er es sicher schon einen Herzschlag zuvor gekonnt hatte. Hin und wieder schüttelte der Farbakzent in Gelb den Kopf, amüsiert und gleichsam mitfühlend mit dem Kontrahenten in Platte. 

“Er ist dich wie ein wütender Ochse angestürmt, hat sich müde gestampft. Er hatte exakt 10 Sekunden dich zu besiegen, danach war die Sache gegessen.“

Das würde sie später sagen, wenn Johnathan sich danach erkundigte, wie sie den Kampf aufgefasst hatte. Und genau so war es. Anstatt dem beweglichen Feldwebel den Zug zu lassen ihn anzugreifen, die Chance abzupassen ihn in einer günstigen Bewegung aus dem Schritt zu holen blieb er bei einer routinierten Taktik, die vielleicht aufging, wenn das Gegenüber nicht ahnte angestürmt zu werden, im direkten Duell ohne Ablenkungen jedoch nicht auf fruchtbaren Boden fiel. Alles um sie herum wurde zum Randereignis. Die Menge, die zu einer konturlosen Masse wurde, durchsetzt von roten Flecken wenn die Bänder geschwungen wurden, das Stimmengewirr zu einem sanften Brummen als sich ihre Aufmerksamkeit gänzlich auf die Kontrahenten versteifte. Jeder Schritt wurde beäugt, jeder Konter, jeder Angriff in der Sauberkeit des Ausführung in windeseile beurteilt. Natürlich hätte sie es besser gewusst. Aber es war auch die verdammte Pflicht der Zuschauer am Rand es immer besser zu wissen. 

Je mehr Zeit verging, desto unruhiger wurde sie. Immer wieder wechselte sie die Belastung des Beines während ihre Finger gedankenverloren über den Holzzaun strichen, den sie sich als Stütze erwählt hatte in Ermangelung der Seite des kämpfenden Duellanten. Und obschon der Kampf binnen zwei Minuten entschieden war, so zeigte sich der Plattenkontrahent doch überaus ausdauernd in der verzweifelten Verteidigung der Blüte an seiner Brust, die über Sieg und Niederlage entscheiden würde. Mehrfach versuchte John die Blüte mit dem Schwert des Gegners – um die Niederlage zu perfektionieren – abzutrennen und mehrfach entkam das entwaffnete Kraftpaket. Das ganze mutierte langsam aber sicher zu einer Farce, die gesichtslose Menge wurde unruhig. Nur beiläufig nahm sie wahr, dass Wetten abgeschlossen wurden. Manche hatten sich sogar entschieden auf den Herausforderer zu setzen - gewagter Plan. Hätte sie das ganze objektiv betrachten können, dann wäre die Idee gar nicht so dumm gewesen. Sollte der Plattenträger gewinnen – was von vorneherein ausgeschlossen war – dann hätte man sich wohl an irrwitzigen Quoten erfreuen können – gesetz dem Fall sie würde wetten. Natürlich tat sie das nicht. 

Langsam aber sicher wurde der Kampf zu einem Tanz um das rohe Ei herum. Niemand wollte es zerbrechen, aber niemand wagte es auch den anderen dazu zubringen es zu zerbrechen. Der Plattenträger hatte sich darauf versteift seine Waffen zurück zu erlangen anstatt den Champion einfach waffenlos weiterhin zu attackieren und der Champion war darauf aus, den Kampf möglichst bald zu beenden mit einem gezielten Schnitt, der die Blüte zu Boden rieseln lassen würde. Und beide Taktiken schienen zunächst nicht aufzugehen. Ein Seufzen entrang sich dabei ihrer Kehle, leise und gedehnt als sie erneut die Belastung ihrer Füße wechselte und die Unterlippe – wie so oft – nachdenklich zwischen die Lippen zog um daran zu nagen. Ihr war nichtmal mehr bewusst, dass sie es tat. Sie war gefangen in dem Schauspiel des Nervenkitzels, wenn ein weiterer Streich daneben ging und mittlerweile ruhte ihr Blick ausschließlich auf den Bewegungen des Champions in schwarz-roter Lederrüstung, der alsbald den Kampf beenden sollte. Die Masse war nicht mehr als ein Hintergrundgeräusch, ein nerviges Summen, das man nicht abstellen konnte. 

“Los..“ formten ihre Lippen willkürlich nachdem sie sich von der restlichen Erscheinung offenbar abgespalten hatten, die reglos dem Kampfgeschehen zusah – sah man von ihren Lippen ab, die in arger Knabberei vertieft waren. “Nun aber..“ kommentierte sie leise den nächsten Streich des Gilneer, wieder konterte das plattenumhüllte Steh-Auf-Männchen. Lästig. Fester schlossen sich ihre Finger um den Holzzaun, tiefer holte sie die frische Luft in ihre Lungen während etwas Sand vom Turnierplatz in ihre Richtung geweht wurde. 

“Bänder in verschiedenen Farben..“ 

Das erste Hintergrundgeräusch, das zu ihr durchdringen konnte, ihren Kopf aus dem wattigen Gefühl riss, das sich darin ausgebreitet hatte. Sie kurzzeitig ablenkte. Nur widerwillig löste sich der Blick dabei von der Schwertführung Johnathans und traf auf die Dame neben sich. Sympathiebänder. Eine Farbe für den Favoriten. Wortlos streckte sie eine entsprechende Münzenzahl zur Seite und nahm dafür ihr Band entgegen. Natürlich war es rot. Und während sie sich den intensiv gefärbten Stoff fest um das Handgelenk wickelte, entkam ihr ein leises Seufzen gen des Kampfgetümmels, wo es natürlich nicht seinen Bestimmungsort erreichte, vorher verschluckt von den Geräuschen, die schwere Plattenstiefel auf dem sandigen Boden hinterließen, knirschend, stapfend. Doch sie hielt das Handgelenk hoch, nur ein winziges Stück, gerade soweit, dass es aus ihrer Erscheinung herausstach, sich dunkel und satt von dem eleganten Gelb ihres Kleides abhob. Sie zeigte den gewählten Favoriten, damit das Band auch seinen Zweck erfüllte. Und schließlich – als hätte dieser Akt zur Entscheidung gefehlt ~ zumindest wird sie sich das einreden ~ - wird die weiße Lilie des Herausforderers gepflückt von der Platte, die dem Leder erliegen muss, segelte zu Boden. Der Kontrahent hatte keine Kraft mehr, sich müde gestapft wie ein Stier in der Arena. Und sein rotes Tuch gewann. Der Kampf war vorbei und ihre Aufmerksamkeit kehrte in die Realität zurück. Geschwind brachte sie sich über den Zaun – der Weg herum zu weit – um die Lilien zum Zeichen des Zeichens des Sieges anzunehmen und Selbigen mit einem Kuss zu belohnen,wenngleich das Ende absehbar war.. Zu absehbar.

Decken seien im Schrank - von Ragelind, 29.1.2012


Decken seien im Schrank und schlafen könne sie wohl auch ohne Befehl … Mit diesen Worten wandte sich mijn Herr Growling ab, seine Gefährtin mit um die Taille geschlungenem Arm mit sich ziehend. Das weisse Tüchlein an seinem Schulterpolster winkte ihr noch spöttisch zu, ehe beide gänzlich um die Biegung des Treppenabsatzes ihren Blicken entschwanden. 

Das dröhnende Hämmern in ihrem Kopf schien immer lauter zu werden .. Hohn und Spott... Hohn und Spott...Hohn und Spott...! Für einen kurzen Moment schloss sie die Augen, ehe sie zum Schrank eilte, die angebotenen Decken heraus nahm und sich gleich in mehrere davon einhüllte wie in einen Kokon. Nur die Augen starrten noch aus dem leicht bebenden Deckenwulst heraus in die sanft flackernde Kerze auf der Anrichte. 

Eigentlich hätte es ein entspannter Tag heut für sie werden sollen. Wieso war er es dann nicht geworden und ihr Kopf dröhnte wie unter Hammerschlägen auf einem Amboss? Das flackernde Licht der Kerze wirkte beruhigend, aber nicht beruhigend genug. Sie hatte sich extra für ein zartrosa Kleid entschieden, dessen eingenähter knallroter Unterstoff dafür sorgte, dass er von ihrer ganzen Erscheinung, insbesondre ihrem Gesicht ablenkte. Weiss wäre zu unschuldig gewesen, jede andre Farbe jedoch wiederum auch zu aufdringlich und sie war heut alles andre als das Aushängeschild des Champions. 

Jeden andren Tag würde das zutreffen, aber an Duelltagen, wie dem heutigen, standen ausschliesslich der Champion und sein Herausforderer im Mittelpunkt. So stand es für sie in den Regeln von Anstand und Ehre und so hatte sie es gelernt. Dennoch schien etwas an diesen Regeln völlig falsch zu sein, oder sie selbst hatte sie vollkommen falsch verstanden, denn selbst Lady Jourone von Weißwacht schien sich nicht an diese Regeln zu halten, aber sie sollte sich auch kaum ausgerechnet mit Lady Jourone zu vergleichen versuchen. 

Wenigstens die sanft flackernde Kerze schien ihr sagen zu wollen, dass sie noch immer alles richtig machte und fast war es ihr, als formten die Flammen ein bewegtes Gesicht und eine Hand, die sich wohlwollend auf ihren Kopf legte und sie dazu brachte dankbar die Augen zu schliessen. Das Schliessen der Augen hatte allerdings zur Folge, dass es trotzdem nicht aufhörte in ihrem Kopf zu hämmern, sondern nur noch deutlicher sich in ihren Kopf frass... Hohn und Spott!

Sie hatte versucht sich während des Duells ausschliesslich auf den Champion zu konzentrieren und doch schwebten auch immer Gesprächsfetzen an ihr Ohr: Wetten, die abgeschlossen wurden, Essen, das feilgeboten wurde oder Erinnerungsbändchen die angepriesen wurden. Gleichzeitig konnte sie nicht umhin den Kampfstil des Champions fast zu bewundern. Neidlos musste sie anerkennen, dass die Wahl des ersten Champions auch ausgesprochen gut getroffen worden war. Dieser erste Kampf setzte ziemlich hohe Massstäbe für alle Duelle, die noch folgen würden. 

Das war gut so und sie versuchte deswegen auch gar nicht weitere mögliche Herausforderer in dem Getümmel der Massen ausfindig zu machen. Sie würden sich melden, wenn es an der Zeit wäre und es würde immer besser werden – im Sinne des hohen Preises musste es einfach so sein. Schlagartig hörte auch das Hämmern in ihrem Kopf auf und atemlos hielt sie die Luft an, als ihr klar wurde, wie leicht sie sich von einer simplen Empfindung hatte ins Bockshorn jagen lassen. 

Der Deckenhaufen erbebte wieder, diesmal jedoch begleitet von unterdrücktem, aber befreiendem Glucksen, das sie hell und freundlich in einen traumdurchwebten Schlaf begleitete.

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