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Athaniar Blutpfeil/Vergangenheit

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Athaniar Blutpfeil Vergangenheit

Die Sonne schien hell über den Gipfeln der zwergischen Behausungen. Er war schon lange hier, in Aerie Peak, und beobachtete die jungen Novizen, welche in diesen zwergischen Gebieten einen Teil ihrer Ausbildung absolvierten. Ein leichtes Schmunzeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab, als der das Gezeter einer jungen Novizin wahrnahm, welche soeben ihren ersten Greifenflug absolviert hatte. "Wie übel wird es ihr dann erst auf Drachenfalken?" dachte er bei sich. "Blutpfeil!" Der Ruf riss ihn aus seinen Gedanken. "Trolle, östlich von hier. Wir gehen raus." Trolle. Nichts was sich Athaniar zweimal sagen liess. Er verspürte eine vielleicht leicht abartige Befriedigung, wenn er sie auseinandernahm. Zu Beginn seiner Laufbahn hatte er sie noch gezählt, war stolz auf jeden einzelnen und führte gar, so munkelte man, eine kleine Strichliste. Wenig verwunderlich wohl auch der Umstand, dass ein erfahrener grossgewachsener Weltenwanderer des Öftern die Blicke von jungen Novizinnen auf sich zog. Eine unbeschwerte Zeit.

***

Flammen. Überall Flammen. Der Gestank von verbrannten Leichen vermischte sich mit jenem des Waldes. Er kniff die Augen zusammen, um überhaupt durch die Rauchschwaden etwas erkennen zu können. Es brannte. Aus der Ferne hörte er Allerias Schreie. "Sammeln! Rechte Seite! Angriff!" Räudige Bastarde. Trolle. Orcs. Drachen! Sie würden Quel'Thalas nicht bekommen. Nicht solange auch nur ein Waldläufer noch stand. Saevel und Athaniar hatten ein kleines Orclager ausgemacht. Vielleicht fünfzehn. Sie sassen um ihr Feuerchen herum und schienen zu spielen. Sie warfen kleine Knochen vor sich hin, gefolgt von diversen Grunzlauten. Abschaum. Saevel grinste gehässig, als er den Bogen fast lautlos spannte. Die Orcs bemerkten es in ihrem Treiben nicht einmal. Zu beschäftigt sich wie Tiere zu benehmen. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis um das Feuerchen keine Orcs sassen und spielten sondern Orcleichen in ihrem eigenen Blut ertranken. Athaniar wischte die letzten Tropfen von der Klinge und lachte. Räudiger Abschaum.

***
Ceredane.jpg

Ceredane Flinkpfeil.

Während die sanften Wellen des Elrendar seine Füsse umspielten, erreichte ihn der Kundschafter. Sie zog ihre Truppen ab. Sie nahm sie mit. Entgegen aller Gerüchte, die auch sicherlich nicht alle unbegründet waren, gab es tatsächlich diese eine Elfe. Ceradane Flinkpfeil. Sie war gross, trainiert, langes fast weissblondes Haar und strahlendblaue Augen. Sein Blick trübte sich, als er die knappe Nachricht las, welche sie ihm hatte zukommen lassen. Sie würde nach Draenor gehen, gemeinsam mit Alleria. Alleria hatte es beschlossen, womöglich waren sie auch schon längst durch dieses verfluchte Portal gegangen, lange bevor die Kundschafter Quel'Thalas erreichten, um lediglich die Fakten zu berichten. Sie hätte den Befehl wohl niemals durchbekommen, hätte sie den regulären Weg eingehalten. Die Menschen hatten sie im Stich gelassen, zugelassen dass die Orcs ihre Wälder rodeten. Die anschliessende elfische Motivation zur Kooperation war gering ausgefallen. Man hätte ihnen sicher nicht eine der besten Waldläuferinnen überlassen. So stellte man sie schlicht vor die Fakten. Gemeinsam mit dem Oberkommandant der Allianzstreitkräfte, Turalyon, waren sie aufgebrochen ins Ungewisse. "Ich liebe dich." Mehr hatte Ceradane nicht geschrieben. Und mehr würde er auch nie wieder von ihr hören. Er wusste nicht, wieviel Sonnentropfen er bereits zu sich genommen hatte, als Saevel ihn am Boden seiner Unterkunft fand, den Flaschen nach zu urteilen mehr als genug. "Das Portal ist zerstört und somit wurde der Weg für die Orcs erfolgreich versperrt. Zustand der Truppen ungewiss, wahrscheinlich tot." Der Zettel lag neben ihm, halb zerknittert.

***

Während das Land langsam den Heilungsprozess annahm, die Ortschaften und Dörfer wieder aufgebaut wurden, machte Athaniar seinem Namen alle Ehre. Jeder Orc, jeder Troll, welcher das vermeintliche Glück hatte, von ihm erspäht zu werden, spuckte Blut. Er liebte was er tat. Er liebte den Bogen. Nichts mehr als den Bogen. Die Ruhe in Quel'Thalas wurde jäh unterbrochen. Ein fauliger Geruch lag in der Luft. Natürlich hatte er die Berichte gelesen, die Gerüchte dass in den Menschenlanden etwas nicht stimmte. Stratholme hatte gebrannt. Geschwätz dass die Toten sich erheben wurden, füllte die Gassen. "Übertreibungen", dachte sich Athaniar und hielt sich ein Stück Stoff vor die Nase. Der Gestank war fürchterlich. Die Elfentore würden sie aufhalten. Sie waren magisch... Athaniars Gedanken wurden jäh durch ein lautes Krachen unterbrochen. Wie bei der Sonne hatten sie... sie konnten doch nicht... "Zurück! Sie brechen durch!" Ein unwirklicher Schmerz durchzog Athaniars Bein, als er dem Befehl Folge leisten wollte. Er wurde durch die Luft geschleudert und landete vor einem Wesen, das alles in den Schatten stellte, was er bislang an gruseligem Abschaum erblickt hatte. Während sich der Sabber des geifernden Untieres über dem Körper des Waldläufers verteilte, sah er Arme. Gleich drei an der Zahl. Und Nähte. Ein riesiger zusammengeflickter... Abschaum. Ein Haken steckte in seinem Bein, während das Biest auf ihn hinabzugrinsen schien. Womöglich grinste es gar nicht, und seine Fratze war lediglich verzerrt, Athaniar bemerkte es in seinem Schmerz der ihn beinahe ohnmächtig werden liess, nicht mehr. Alles wurde unwirklich, die Schreie wurden zu Echos, die Figuren um ihn herum verschwommen. Er schrie, aber aus seinem Mund kam kein einziger Laut mehr.

Als er die Augen wieder öffnete, befand er sich in einem mehr denn notdürftigen kleinen Lager. Die Luft stank nach Tod. Mehrere Waldläufer krümmten sich, blutüberströmt und mit ausdruckslosen Augen, fassungslos ob der Tragödie, die sich in so kurzer Zeit erreignet hatte. Er vernahm Wortfetzen. "Anasterian auch. Ja." - "Nein, kein Wort über Windrunner." - "Sind nicht zurückgekehrt." Er ächzte und wollte aufstehen, sich selbst ein Bild machen und fiel mit einem lauten Schrei wieder zurück. "Liegenbleiben, alter Mann." Saevels Stimme. Die Stimme, die er unter tausenden wiedererkennen würde. Sie hatten bereits jahrelang zusammen gedient, und man könnte sie als Freunde bezeichnen, wären sie nicht damit beschäftigt füreinander Mordpläne auszuhecken. "Was beim..." Sein Blick fiel auf die Quelle der Schmerzen. Das Bein. Oder vielmehr: Was davon übrig war. Es war notdürftig verbunden worden, doch der Verband selbst war bereits blutgetränkt. "Was...?" - "Du sollst dich nicht bewegen. Sie suchen nach einem Heilkundigen. Es ist..." Saevel brach ab. Bei aller Mühe für ein korrektes militärisches Verhalten, es versagte kläglich. Soviele Verletzte. Soviele Tote. Sowenige die noch helfen konnten. Die einst stolze Waldläufereinheit versank im Chaos. Ganz Quel'Thalas versank im Chaos. Ein bekanntes Gesicht, immerhin. Athaniar wandte seinen Kopf zu der Liege neben ihm. "Ceviel!" Sie reagierte nicht, war aber offenkundig am Leben, sie atmete, schluckte und blinzelte. "Sonnensturm!" Sie reagierte immer noch nicht, sah Athaniar jedoch direkt in die Augen. Ihr Blick war kalt, eisig kalt. Er hielt ihr die Hand ihn, und sie schüttelte den Kopf. Ein erneuter Schmerzanfall liess auch Athaniar verstummen.

***

Administration. Briefkram. Bürokratie. Wie er es hasste. "Weisst du, ich hätte nie gedacht dass du einmal meine Vorgesetzte bist, Cev." Sie lächelte schmal. "Nicht nachdem du deinen Mageninhalt so demonstrativ vor mir geleert hast, und das nach nur einem harmlosen Greifenflug." Er schmunzelte leicht. Sie würde natürlich nicht darauf eingehen, sie ging kaum mehr auf private Dinge ein. Er drückte ihre Hand kurz, was nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. Ihre Augen hatten einen grünlichen Schimmer angenommen, es verringerte die Schmerzen. Ihr Gespräch wurde unterbrochen als es an der Tür klopfte. Eine Elfe trat herein, eingehüllt in recht teure Stoffe. Man sah ihr Gesicht kaum und sie verharrte stumm an der Tür. "Es ist nicht sie." Athaniar riss den Kopf zu Ceviel herum, sichtlich überrascht über diesen Ausspruch. "Wir alle haben unsere... Mittel." Er reichte ihr ein kleines Beutelchen, bei genauerem Hinsehen waren einige Kristalle zu erkennen, welches Ceviel rasch in ihrer Tasche verschwinden liess. "Haben wir." Sie nickte und entschwand, überliess den alten Mann seiner nicht ganz so alten Gesellschaft.

Es war nicht das erste Mal, dass besagte Dame dem Weltenwanderer ohne Bogen einen Besuch abstattete. Und nicht das letzte Mal. Es kümmerte ihn nicht wirklich. Für einige Stunden würde er vergessen, dass er nichts mehr hatte. Mehr wollte er nicht mehr.

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