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Altra/Gedanken

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Altra Geschichten Gedanken


SelbstzweifelBearbeiten

"NEIN!" Gellte der Schrei durch Altras Gedanken. "Nein!". Verzweifelt beugte sie sich über Bruder Eisklaue, der tödlich verwundet am Boden lag. Mühsam wob sie ihre Heilzauber, bemüht, die Wunden zu schliessen.

"Du hast versagt, Kind." flüsterte etwas in ihr. "Du hast wieder versagt. Versagt als Schildwache, versagt als Druidin, versagt als Kaldorei. Dein Shan'do wird sich enttäuscht von dir abwenden, wie deine Mutter es getan hat."

"Shan'do!" Der Ruf nach Hilfe drang über die blutgetränkte Lichtung, auf der eben noch ein Kampf gegen die Satyren getobt hatte. "Shan'do!" Alleine konnte sie die Wunden nicht schliessen. Nicht hier. Nicht mit dem Zweifel, der in ihr flüsterte "nutzlos, wertlos, unfähig, Frau. Konntest Du die Lehren von Shan'do Malagar so wenig anwenden? Ohne Dein Versagen würde Bruder Eisklaue nicht hier liegen."

Altra kämpfte mit den Tränen. Nicht jetzt. Später konnte sie weinen, dem Flüstern zuhören. Jetzt musste sie einen Bruder retten. "Bitte..oh bitte.."


RespektBearbeiten

Respekt.

Was ist Respekt?

Wie erwirbt man ihn? Wer hat ein Recht auf ihn?

Altra starrte ins Feuer.

Shan'do Malagar hatte ihren vollsten Respekt. Wie sie ihm ja schon gesagt hatte, seltsamerweise durch seine Mühen als ihr Lehrer und weniger seine Leistungen als Druide. War das Respekt? Oder die Liebe einer Schülerin zu einem verehrten Lehrer?

Sprecher Morgennebel respektierte sie auch. Oder hatte sie nur Angst vor ihm? War das wirklich Respekt?

Shan'do Hainläufer. Ein schwieriger Fall. Er war ein hochrangiger Druide. Respektierte sie ihn? Ja. Sicher. Aber warum? Einfach nur, weil er Druide war?

3 hochrangige Druiden, die sicher alle Respekt erwarteten und alle aus dem selben Grund: Sie waren mächtige Druiden. Dennoch fühlte sie für alle unterschiedlich. Seltsam.

Was war mit anderen Personen?

Die Mutter? Nein! Niemals! Oder..sollte sie die Leistungen der Schildwache respektieren, aber das Versagen als Mutter nicht? Wie trennt man so etwas?

Wächterin Elistrea Sturmsang? Das war jemand, der Respekt fordern würde. Verdiente sie Respekt? Für ihre Leistungen? Sicher. Für ihr Verhalten? Sie zeigte ja selber keinen Respekt vor anderen. "Mädchen". Altra war sicher jung, aber auch kein Kind mehr. Kann man Respekt verlangen, wenn man selber andere nicht respektiert?

Altra wendete den Kopf, als die Mulitreiberin, die vorhin fast ertrunken wäre, im Schlaf stöhnte. Verdiente sie Respekt? Sie machte ihre Arbeit gut. Aber sie war weder Schildwache, noch Druidin, noch Priesterin. Sie war, wie die Wächterin es ausdrücken würde, von einer niederen Kaste. Verdiente sie Respekt? Altra atmete tief durch.

Shoeyna. Laut. Respektlos. Würde Respekt nur gewähren, wenn sich eine Person diesen erarbeitete. Respektierte Altra sie? Nein. Und dennoch machte auch sie ihre Arbeit sicher gut.

Altra starrte ins Feuer.

Respekt.

Was ist Respekt?

Wie erwirbt man ihn? Wer hat ein Recht auf ihn?

Sie wusste keine Antwort auf ihre Frage.


DruidenBearbeiten

DRUIDEN!

"Lieber einen Sack Flöhe hüten, als auch nur einen Druiden." Das hatte einer der Aufseher in der Expedition seinerzeit gesagt. Oh..und er hatte Recht. Wie er nur Recht hatte. Altra kochte.

Luthien, die einfach mal so, während einer gefährlichen Mission, ihr Leben für ein Privatgespräch aufs Leben setzte.

Gaomee, die einfach mal so alleine zum hordeverseuchten Strand spazierte und dann um einen gefährlichen 10.000 Jahre alten Massenmörder herumschlich.

Ein Druide muss nicht jeden Befehl gehorchen, sondern seinem eigenen Gewissen, dass war ihr bei ihrem Aufnahmegespräch gesagt worden. Aber sollte man nicht trotzdem die Mission gegen einen gefährlichen Gegner vor seine persönlichen Gefühle stellen?

DRUIDEN!

VeränderungenBearbeiten

Altra starrte blind über das Meer, in dem die Wogen tobten, wie ihre Gedanken. Die Welt, die bisher teilweise grausam, teilweise ungerecht, aber immer klar dargestellt war, zerfiel langsam um sie herum.

Der Blender hatte es erreicht, dass Kaldorei Kaldorei misstrauten. Dass man dem Bruder, der Schwester, die man sah, nicht mehr glauben konnte. Sie schauderte bei der Erinnerung an die Enthüllung, als der Sprecher sich als Lüge entpuppte und das Geheimnis der Traumlilie in die Hände des Blenders fiel.

Man konnte auch den Älteren, den Erfahreneren nicht unbedingt glauben, sondern musste wohl alles hinterfragen, alles anzweifeln. Hatten sie und Schwester Windherz nicht erst mit den anderen aufgeschlossen, als diese schon länger mit dem falschen Sprecher geredet hatten? Hätten Eisklaue und Tiefendonner nicht spüren müssen, das etwas falsch war? Sie waren Shan'di! Oder war das Versagen des Smaragdzirkels auch ihrer?

Für einen Moment flackerte ihr Blick zur Seite, zu Shan'do Malagar. Seine Schwäche letzten Abend war erschreckend gewesen. Er war die Stütze der Einheit, derjenige an den sich alle wenden konnten. Dennoch, war es gerecht, von den Shan'di zu verlangen, alles zu wissen, jede Last tragen zu können? Sie atmete tief durch. Nein, sie würde ihm helfen, so wie sie allen Brüdern und Schwestern helfen würde. Sie war Heilerin und nicht nur der Körper, auch Geist und Seele konnten verletzt werden.

Eisklaue und Tiefendonner musste ihr Versagen mit dem falschen Sprecher verziehen werden. Shan'do Malagar hatte ja selber gesagt, nicht jeder hätte seine Fähigkeiten, die Verderbnis zu erkennen. Nur, warum hatten sie ihn nicht getestet? Wir wussten doch alle, was der Blender konnte. Altra schauderte. Brüder und Schwestern. Eine Familie. Das Vertrauen, dass sie alle verband, die grösste Stärke der Kaldorei, jetzt eine Schwäche.

Ihre Gedanken gingen wieder zu ihrem Lehrer in der seltsamen neuen? alten? blauen Rüstung und der Bärentatze. Auch er hatte Fehler gemacht, wie er freimütig zugab. Warum der Zweifel, ob er auch wirklich daraus lernen würde? Sie schüttelte den Kopf. Nein. Das durfte sie nicht denken. Sündschwelger war jenseits jeden Mitleids. Die Reaktion Shan'do Malagars auf ihn war verständlich. Der Zweifel, der aufflackerte, wurde hastig beiseite geschoben. Und Flusswind.. Erneut schüttelte sie den Kopf und hob ihn, um die Gischt auf dem Gesicht zu spüren. Kalt. Wie die Hand des Prätorianers. Nein...Shan'do Malagar wusste, was geschehen war. Er musste lernen. Und vielleicht... Der Bär war sein erster Lehrer gewesen. Vielleicht symbolisierte die Bärentatze ja, dass er sich auch wieder als Schüler sah?

Für einen Moment ging ihre Hand zu dem Platz, an dem sonst die Sturmkrähe an ihrem Lederriemen hing. Leer. Das Geschenk eines toten Freundes in den Händen eines Mannes, der seinen Wert vermutlich nicht einmal erahnen konnte. Warum hatte sie die Sturmkrähe fortgegeben? Es war spontan gewesen. Der Wunsch, diesem kalten Mann zu zeigen, dass sie ihren Eid ernst meinte. Nicht nur Worte. Nein, auch sie persönlich wollte die Traumlilie verborgen, verloren wissen.

Wieder gingen ihre Gedanken zurück zum Zoramstrand. Lady Sommereiche. Eine große Zukunft als Weberin? Als Arkanistin? Offen für Träume? Ob sie am Wyrmruhtempel eins der Kinder Yseras darauf ansprechen konnte? Nein...es gab wichtigeres, als eine kleine Kaldorei. Und das war etwas, was sie nie mit Shan'do Malagar besprechen konnte. Vermutlich mit niemandem. Nicht, dass sie jemals arkane Magie studieren würde, aber....vielleicht gab es auch andere Möglichkeiten, dieses Talent zu nutzen? Der Smaragdgrüne Traum würde nie vergehen.

Und der Prätorianer. Bruder Flusswind. Sie unterdrückte ein Lachen, beim Gedanken an seine Reaktion auf diese Anrede. Es sagte einiges über ihn aus. Flusswind hatte Humor gezeigt, er hatte gesagt, er verehre Elune. Er hatte die Kette entgegen genommen. Er war ein Mörder. Er war kalt und rücksichtslos. Er war loyal. Aber wem loyal? Wie fühlte er gegenüber den Nagas, den Nachfahren seines Volkes? Dem Volk seiner Königin, Aszhara. Er würde ein Versprechen oder einen Eid niemals brechen, da war sie sich sicher, aber konnte sie ihm vertrauen? Ein Paradox. Er tat ihr leid. So einsam. Er war kein Kaldorei, hatte keinen Bruder, keine Schwester. Nur das Meer. In dem die Nagas lebten.

Und sie war Heilerin. Aber wo war die Grenze? Sie würde keinem Ork oder Troll helfen. Oder doch? Am Wyrmruhtempel könnte sie dazu gezwungen sein. Der Kampf gegen Xaxas würde alles überschatten. Auch Verlassene?

Aber Flusswind, Sündschwelger...beide den Kaldorei verloren. Warum dieser Wunsch, die Einsamkeit, an der sie beide leiden mussten, wenigstens etwas zu lindern. War es, dass sie sich mehr und mehr anderen öffnete, ihren Schmerz zu spüren glaubte? Sie würde lernen müssen, Grenzen zu ziehn. Aber wo waren diese. Sie lehnte sich müde zurück und schloss die Augen. "Folge deinem Herz." Wer hatte das nur zu ihr gesagt? Und würde dieses dumme kleine Herz endlich mal klare Antworten geben?

Versuchung Bearbeiten

Schmerz pocht in ihrer Schulter. Die Kälte des Wassers, verstärkt durch den eisigen Wind, frisst sich in ihre Knochen.

Dunkelheit umhüllt Altra. Sie ist allein. Allein mit dem Schmerz, der Kälte. Wo sind die anderen? Ihr Shan'do? Die Brüder und Schwester? Die Familie, mit der sie all dies gemeinsam durchstehen wollte? Gemeinsam..aber sie ist allein. Allein.

Für einen Moment flackert eine Erinnerung in ihr auf. Der Ritualgesang. Sie hatte ihn schon einmal gehört, vor langer Zeit: In den Archiven. Im Teufelswald. Irrelevant. Der Gedanke wird beiseite geschoben.

Etwas flüstert tief in ihr. Sie lauscht. Was sonst gibt es in dieser Stille, dieser Einsamkeit zu tun?

"Ihr hättet eine grosse Zukunft gehabt. Ihr hättet eine Weberin werden können."

Eine Weberin von Traummagie. Traummagie. Die Traumlilie. Das Artefakt. Wo war es? Warum hatte Gaomee es Flusswind gegeben? Er war keiner von ihnen. Ihm war nicht zu trauen. Sie beide könnten es nutzen. Ein Artefakt, dass sogar das Licht der Lichter gefürchtet hatte, würde sicher das Zwielicht zerreissen können. Arkane Magie. Der Feind. Die Rettung.

"Jetzt verstehe ich."

Entschlossenheit Bearbeiten

Blut.

Soviel Blut.

Das Blut der Toten und Verwundeten auf dem Schnee. Das Blut auf ihren Händen, nachdem sie den Pfeil in die Augen der Toten gestossen hatte, um eine Wiederbelebung zu verhindern. Das Blut von Luthien, nachdem sie ihr den Pfeil aus der Schulter geschnitten hatte. Das Blut auf den Körpern der Verteidiger. Das Blut der Gegner, das auf der Rüstung des Prätorianers trocknet, während er schläft.

Altra schaudert.

Das Mantra der Kultisten ertönt immer noch. Die zwei überlebenden Kinder von Mygoreasz kreisen weiterhin über dem Lager. Die Schreie und das Gewimmer der Verletzten und Sterbenden sind zu hören, während sie sich hinter einer Säule, ausser Sichtweite der anderen, zusammenkauert und versucht, ein Schluchzen zu unterdrücken.

Komm, Altra. Das ist nicht deine erste Schlacht. Du bist beim Schwarzen Tempel geflogen.
Aber dort war ich in der Luft. Ich habe die Toten nicht aus der Nähe gesehen. Ich habe die Angstschreie unserer Leute nicht gehört.
Das ist nicht das erste Mal, dass jemand, den Du liebst, gestorben ist. Ghedi fiel vor dem Schwarzen Tempel.
Aber ich habe ihn nicht sterben sehen. Ich sah nie seine Leiche. Ich weiss nicht einmal, wo er liegt, ob er je ein Grab gefunden hat.
Du warst im Lazarett. Du hast geholfen, die Verwundeten zu versorgen.
Aber ich war so unwissend. Ich wurde von den schlimmsten Fällen ferngehalten. Ich habe Tees zubereitet. Verbände gewechselt. Essen verteilt

Altra beisst sich heftig auf die Knöchel einer Hand, um einen Aufschrei zu ersticken.

Reiss dich zusammen. Du darfst jetzt nicht zusammenbrechen. Sie brauchen dich. Jedes bisschen zählt.
Sei stark. Du bist Druidin, eine Schwester des Zirkels. Du musst den einfachen Soldaten ein Vorbild sein.
Sei stark. Du bist Heilerin. Deine Kraft gehört ihnen, nicht Dir. Verschwende sie nicht an Selbstmitleid. Teile sie.
Sei stark. Du kannst kämpfen. Halte den Feind von denen fern, die du schützt.
Sei stark.

Für einen Moment krümmt sie sich und eine Faust schlägt gegen die Säule.

Sei Tod. Sei Leben. Sei Verderben für die, welche das Gleichgewicht bedrohen. Sei ein Schild denen, die es verteidigen. Erhebe dich, Druidin.

Altra hebt den Kopf und atmet tief durch. Eine Maske legt sich auf ihr Gesicht. Flusswind hatte gesagt, dass der Blender, dass Mygoreasz jetzt kommen würde, dass sie jetzt seine Aufmerksamkeit hätten. Gut. Soll er kommen. Sie steht auf und tritt zu ihren Kameraden.

Ich bin bereit.

Geheimnisse Bearbeiten

Altra schaut ihrem Shan’do hinterher und senkt den Kopf. Wie gerne würde sie ihm alles anvertrauen, was sie in den letzten Tagen gelernt hatte. Ihm, der ihr langsam wie ein Vater wird. Aber sie hatte ihr Wort gegeben – zweimal - und sie würde es halten. Es sind nicht ihre Geheimnisse alleine, die sie mit sich trägt. Wie kann sie diejenigen verraten, die ihr vertrauen?

Langsam geht Altras Hand zu ihrer Brust. Die vertraute Figur der Sturmkrähe hängt wieder dort, aber auch noch etwas anderes, versteckt unter ihrer Rüstung, gewärmt durch ihre Haut. Solch ein kleines Ding, dennoch eine Last. Ein Geheimnis, das immer zwischen ihr und ihrer neuen Familie stehen wird.

Altra zieht den Lederriemen über ihren Kopf und betrachtet lange den Gegenstand in ihrer Hand, bevor sie den Arm hebt.

„Ich möchte dir danken. Für das, was du bist...für deinen Willen, hinter den Vorhang zu sehen, und den Dingen auf den Grund gehen zu wollen...ohne dich von Vorurteilen ablenken zu lassen.“

„Mein Angebot gilt weiterhin...wenn ihr euch bereit fühlt. Bis dahin...freue ich mich auf deinen nächsten Besuch, Schwester.“

Zwei Stimmen klingen in ihrem Kopf.

Sie könnte die Last abwerfen. Sich abwenden, den Schlüssel zu diesen Geheimnissen fortwerfen Oder sie könnte all das akzeptieren. Ihm Linderung schicken, wie die Weberin es getan hatte, solange das Band zwischen ihnen bestand. Ihr Gesellschaft bieten. Einfach da sein. Für Beide. Und sie? Sie konnte das Geheimnis mit denen teilen, für die sie es bewahrte.

Oder

Langsam senkt sie die Hand wieder. Der Lederriemen wird um den Hals gelegt, der Gegenstand unter die Rüstung geschoben. Das Metall ist kalt zwischen ihren Brüsten.

Dann geht ihr Blick nach Osten. Es gab noch eine Person, der sie sich anvertrauen konnte. Und sie hatte die Erlaubnis, mit ihr zu sprechen.

Jemand, der vielleicht die Last der Geheimnisse mit ihr teilen würde

Und

Vielleicht

Vielleicht…

Zukunft Bearbeiten

Ein aufgeschlagenes Buch. Blauer Einband, in den drei Smaragde eingebunden sind, die auf den Oberschenkel drücken. Die Seiten selber sind leer.

"Schreibe in dieses Buch das, was Du Wichtiges gelernt hast. Keine Kräuterlisten oder andere Trivialitäten. Rituale zum Beispiel.

Wenn Du ausgelernt hast, wird dieses Buch selber ein Teil der Natur sein und dein Band zu ihr stärken."

Altra schaut auf die leeren Seiten und knabbert an ihrem Stift.

"Meine Rezepte sind nicht trivial. Aber da sie jeder lernen kann..." Sie atmet langsam aus.

"Gut. Das also nicht. Was dann? Meine Zauber? Nein. Sie sind mir wichtig, aber auch im Sinne dieses Buches? Meine Vision. Ich habe es! Meine Vision bei den Furbolg! Es war meine erste Erfahrung in der Richtung und..."

Altra unterbricht sich selber und starrt auf die Seiten. "Und es war keine druidische Erfahrung. Ich hatte gesehen, was ich werden könnte." Die Hand berührt die Wange, die noch unvernarbt ist. "Aber es war eine Vision, die mir die Schamanen der Furbolg gaben. Und eine Vision mag traumähnlich sein, aber ist kein Traum und wird mir auf meiner Suche nach dem Smaragdgrünen Traum nicht weiterhelfen."

Altra seufzt und schliesst das noch jungfräuliche Buch. "Ich werde über diese Erfahrung meditieren. Damals hatte ich mich auf das konzentriert, was mir gezeigt wurde. Vielleicht kann ich jetzt etwas mehr von dem herausfinden, was genau geschehen war."

Das Buch wird in eine Truhe gelegt und Altra setzt sich wieder auf die Felle, die ihr Bett darstellen. Langsam versinkt sie in Meditation. Um sich herum erscheint das Lager der Furbolg und in der Meditation selber beginnt die Vision erneut...

Meditationen im Wald Bearbeiten

(( Altra befindet sich mehrere Tage in den Wäldern von Teldrassil in der Begleitung ihres Freundes Traumborke und dessen Lehrers, einem der Beschützer von Darnassus ))

Tag 1

Bäume. Blätter umgeben sie und sie hört nur ihr Rauschen und die Geräusche der Tiere des Waldes um sich herum. Seltsam, wie die Natur sie plötzlich umfängt. Sie schaut zur Seite und sieht neben sich Traumborke und seinen Lehrer, einen der Beschützer von Darnassus. Beide stehen stumm, die Blätter in die Sonne gerichtet, die Wurzelbeine in den Boden gegraben.

Altra schliesst ihre Augen und lässt die Umgebung auf sich einwirken. Wann war sie das letzte Mal nur von Wald umgegeben gewesen? Ohne ihren Shan'do. Ohne die Brüder und Schwestern. Nur der Wald.

Tag 2

Altra streicht sich die nassen Haare aus dem Gesicht und schüttelt sich. Ihre Begleiter stört der Regen, der durch das Blätterdach prasselt, nicht. Sie stehen immer noch stumm da.

Die junge Elfe atmet langsam ein und stösst den Atem dann abrupt aus, bevor sie die Meditation wieder aufnimmt, aus die der Schauer sie gerissen hatte. Regen rauscht nieder und es scheint fast, dass sie spürt, wie der Wald aufatmet. Wasser. Leben.

Tag 3

Wind weht durch die Äste. Einige Bäume beugen sich im Sturm, andere trotzen ihm. Blätter wirbeln um sie herum. Stärke und Schwäche. Wenn sich der Baum im Wind beugt, um nicht zu brechen, ist er stark oder schwach?

Für einen Moment flackert Sorge durch sie, aber beide stehen noch an ihrer Seite, auch wenn ihre Blätter sich mit denen der Bäume um sie mischen. Sie atmet ruhig weiter. Das kurze Haar weht im Wind.

Tag 4

Essen und Trinken werden immer mehr zur Last. Kauen. Schlucken. Der Körper verlangt nach mehr, aber der Geist ist verwirrt. Die Füsse sinken tief in die feuchte Erde. Die Sonne scheint auf das Haupt hinab. Warum genügt dies nicht? Kauen. Schlucken. Wie seltsam.

Wurzeln sinken tief in die feuchte Erde. Die Sonne scheint auf die Wipfel hinab. Die Bäume stehen ruhig und kraftvoll da. Unberührt von dem kleinen Leben, dass in den Wald hinein schaut und dann verwirrt zu seinen Begleitern blickt.

Es sinkt zu Boden. Kniet dort. Die Brust hebt und senkt sich, während es atmet. Der Wald umfängt es wieder. Es spürt die Wurzeln in der Erde und das Leben, das von ihnen in die Wipfel steigt.

Tag 5

Wurzeln nehmen Wasser auf und nähren. Blätter geben Wasser an die Luft ab und der Kreislauf geht weiter.

Rinde umhüllt uns. Schützt uns, während wir leben. Hart. Undurchdringlich. Eine zweite Haut. Haut? Rinde umgibt uns. Ein Teil von uns. Ein Bild. Weiche Wesen, die ihre Rinde von anderen stehlen.

Rinde ist undurchdringlich. Eine Made bohrt ein Loch. Ein Specht hämmert durch die Rinde und frisst die Made. Besorgnis, dann wieder Ruhe. Die Rinde wurde durchbohrt. Aber sie heilt. Wir leben. Und andere leben. Durch uns.

Ein Hirsch fegt sein Geweih. Die Rinde wird härter. Verwirrung. Warum bei uns, nicht den Anderen? Die Rinde ist unverletzt. Der Hirsch zieht davon. Das Geweih sauber.

Ruhe. Rinde umhüllt uns. Der Wald umhüllt uns. Wir leben.

Tag 6

Der Beschützer bewegt sich. Die Sonne steht hoch am Himmel. Die Blätter rauschen im Wind. Er schaut zur Seite, zu dem Wesen, das neben ihm steht. Rinde umhüllt einen Körper, der von der Natur nicht dafür geschaffen wurde. Ein Ast berührt eine Schulter. Ein Befehl.

Als die Rinde schwindet, zittert sie und sinkt zu Boden. Die Welt, von der sie ein Teil gewesen war, zieht sich zurück. Nein. Bitte. Blätter rauschen in ihrem Geist und eine kleine Hand umfasst die ihre. Sie seufzt leise, wissend, dass sie immer mit der Natur verbunden sein wird, aber Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte vergehen werden, bis sie wirklich verstehen wird, was sie in den letzten Tagen gespürt hatte. Schon verschwinden einige Erinnerungen.

"Schlafe..." flüstern Blätter im Wind. "Schlafe und wenn du am Abend erwachst, kehre heim. Aber du wirst in diesen Wäldern immer willkommen sein."

Altra schläft. Traumborke und der Beschützer stehen neben ihr, während sie ruht.

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